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Kategorie: Musikserver

Einzeltest: Meridian 210


Mit offenen Karten

Musikserver Meridian 210 im Test, Bild 1
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Meridian vertraut sich selbst am meisten und hält darum gern alle Fäden in der Hand. Mit dem neuen 210 öffnet sich der britische Hersteller nun allerdings doch ein wenig.

Meridian ist schon eine Weile im Geschäft. Bereits 1977 baute man hier hochwertige Audiosysteme und gehörte außerdem zu den ersten Herstellern, die die Möglichkeiten und Vorteile der digitalen Musikwiedergabe erkannten. Zahlreiche proprietäre Technologien flossen über die Jahre in jedes System ein und machten die Geräte dadurch recht komplex, brachten aber gleichzeitig die Performance auf ein enorm hohes Niveau. Im Umkehrschluss bedeuten kompliziertere Systeme aber auch, dass sich die Anzahl der potenziellen Fehlerquellen, egal ob bei der Hardware, Software oder sogar beim Anwender selbst, mit jedem neuen Feature exponentiell vergrößert. Also beschloss man bei Meridian kurzerhand, dass die hauseigene Sooloos Streaming-Plattform im Namen des Komforts ein geschlossenes System bleiben sollte. So kamen alle Komponenten aus dem gleichen Haus, alle Geräte konnten untereinander kommunizieren und da man volle Kontrolle über den Signalweg hatte, konnte man auch klanglich stets gute Ergebnisse garantieren. Gleichzeitig bedeutete dieser Schritt aber, dass Nutzer mit Komponenten anderer Hersteller oft keinen Zugang zu den Meridian-Systemen fanden. Ein UPnP-basierter Server bekam nur über Umwege Zugang ins System. Nun aber schlägt auch der Traditionshersteller aus England die Brücke zum Rest der Streamingwelt und bringt mit dem neuen 210 ein Quellgerät, das deutlich flexibler aufgestellt ist als andere Systeme von Meridian. Genau wie der 218 Zone Controller und der 251 Powered Zone Controller ist der 210 sowohl für den klassischen Betrieb im Rack oder Sideboard designt, als auch für den Festeinbau in einem separaten Technikschrank.
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So weicht der Streamer nirgends von seiner Quaderform ab und besitzt keine Gerätefüße, Lüftungsschlitze oder Kühlrippen. Für die normale Aufstellung liegen vier gepolsterte Klebepads bei, die dem 210 einen rutschfesten Stand verschaffen und ihn einige Millimeter vom Boden abheben. Anders als bei den beiden anderen Modellen der 200er-Serie ist das Gehäuse des Streamers aber nicht vollständig aus Metall. An der Oberseite und den beiden Seiten wird die steife Hülle des Gerätes von dunklen Kunststoffplatten durchbrochen. Dabei handelt es sich allerdings keineswegs um eine Sparmaßnahme seitens des Herstellers, sondern um ein Mittel zur Vermeidung von externen Antennen. Statt der üblichen Plastikadapter zum Anschrauben integrierte Meridian die benötigten Empfänger direkt in das Gehäuse. Dies spielt bereits bei der Einrichtung des 210 eine große Rolle. Zum ersten Anschließen des Streamers benötigt man die neue Meridian-Control-App aus Apples App Store oder dem Google Play Store. Per Bluetooth baut die App eine Verbindung zum 210 auf, um das System auf die gewünschte Arbeitsweise einzustellen. Entweder man verbindet den Streamer direkt mit Meridian-DSP-Lautsprechern, anderen Komponenten von Meridian, oder mit Geräten von Drittherstellern. Anschließend legt man einen Gerätenamen fest, um den 210 in einem Multiroom-System oder per Bluetooth leichter identifizieren zu können. Auch die Netzwerkeinstellungen inklusive der WLAN-Einrichtung können mit der Control-App vorgenommen werden. Dazu ist die Umbenennung der Ein- und Ausgänge möglich und letztlich lässt sich auch die Lautstärkeregelung von hier aus kontrollieren. Der Schalldruck aller verbundenen Systeme wird vom 210 außerdem synchronisiert, sodass unbedachtes Drehen am hübschen digitalen Regler bei keiner angeschlossenen Anlage einen plötzlichen Herzinfarkt verursacht. Was mit der schön designten und eingängig aufgebauten App beim 210 jedoch – zumindest momentan noch – fehlt, ist ein UPnP-Client. Die Wiedergabe von Musik auf Netzwerkspeichern ohne Sooloos muss also mit einer der zahlreichen verfügbaren Apps eines Drittanbieters gesteuert werden. Das funktioniert zum Beispiel mit mConnect oder Bubble UPnP ohne Probleme. Zusätzlich ist der 210 auch Roon-zertifiziert und kann in wenigen Sekunden in eine bestehende Multiroom- Umgebung mit dem passenden Roon-Core eingebunden werden. Hier reagiert der Streamer besonders flott auf eingegebene Befehle. Kaum ist ein Album ausgewählt, beginnt Meridians kompakter Netzwerkplayer auch schon mit der Arbeit. Komfort und Bedienungsfreundlichkeit werden bei Roon ebenso großgeschrieben, wie dies bei Meridians eigenem Streamingsystem der Fall ist. Ein guter Ersatz also für alle Nutzer, die keinen Sooloos Core ihr Eigen nennen. Wer möchte, kann auch den 210 selbst zu einer Art Server machen. Auf der Rückseite befindet sich dazu ein USB-Anschluss, der externe Speicher wie Sticks und Festplatten ausliest und die darauf befindliche Musik anschließend im Netzwerk freigeben kann. Ob per USB oder vom NAS, der 210 ist in der Lage, verschiedenste Musikformate abzuspielen. Neben den herkömmlichen Codecs wie MP3 gehören dazu selbstverständlich auch FLAC, ALAC und WAV. Als echter Meridian ist der 210 zusätzlich auf die Wiedergabe von MQA ausgelegt und kann das Format vollständig aufschlüsseln und umsetzen. Die Besonderheit von MQA liegt darin, dass hier alle Teile der HiFi-Kette zertifiziert sein sollten, um zu garantieren, dass der Klang genau so ausgegeben wird, wie es bei der Abmischung vorgesehen ist. Ergänzend komprimiert MQA die eigentlichen Daten noch wirkungsvoller, sodass HiRes-Aufnahmen lediglich den Platz eines CD-Rips auf dem Server belegen. Ganz ohne Netzwerkeinstellungen und Server funktioniert hingegen die Bluetooth-Verbindung des Meridian 210. Neben der Steuerung mithilfe der Control-App dient die kabellose Anbindung von Mobilgeräten natürlich zum Übertragen von Musik. Dabei setzt der Hersteller auf die neueste Technologie und bietet neben dem verlustfreien aptX-Standard sogar die nochmals höherwertige Variante namens AptX HD. Während mit der ersten bereits CD-Qualität vom Smartphone übertragen werden kann, ist mit der HD-Variante sogar das direkte Streaming von Musik mit bis zu 96 kHz bei 24 Bit möglich. Ein entsprechend modernes Mobilgerät, das ebenfalls aptX HD nutzt, natürlich vorausgesetzt. Ideal für die schnelle Verwendung von Streamingdiensten also, wobei der 210 bei der Nutzung von Spotify sogar als direkter Endpunkt über die Netzwerkverbindung genutzt werden kann. Bei den verfügbaren Ausgängen des Streamers ist Meridian entgegen all der Integration von Software aber noch immer ein wenig auf sich selbst ausgerichtet. So werden die proprietären Speaker-Link-Anschlüsse auf der schmalen Rückseite farblich besonders gekennzeichnet. Die macht die Einbindung des 210 in ein Meridianbasiertes System sehr einfach. Nutzer von Aktivlautsprechern der DSP-Serie oder eines 251-Verstärkers benötigen lediglich ein Ethernetkabel zum Router und eines zum Meridian-Gerät ihrer Wahl, schon ist das System bereit. Für die Verbindung mit einem DAC oder einem Verstärker mit digitalen Eingängen steht ein zusätzlicher koaxialer S/PDIF-Anschluss zur Verfügung. Das schränkt die Anschlussfreudigkeit ein wenig ein und auch in Anbetracht der recht geringen Größe des 210 wäre sicher für einen optischen Anschluss noch Platz gewesen. Auch in Bezug auf verwendbare Abtastraten hält sich Meridians kleiner Netzwerkplayer ein wenig zurück. 16 und 24 Bit werden klaglos akzeptiert, doch leider limitieren die Briten den 210 auf eine Samplingfrequenz von 96 kHz. Wenn schon ein koaxialer Ausgang genutzt wird, könnte man diesen eigentlich ausreizen und auch 192 kHz ausgeben. Doch da mag schlicht der HiRes-Enthusiast in mir hochkochen, denn ganz pragmatisch gesehen reicht dies für bestimmt 95 Prozent aller verfügbaren Musiktitel aus. Im Alltag und selbst für viele Audiophile ist der Streamer so sehr gut aufgestellt und vermeidet auf diese Art auch jegliche Kompatibilitätsprobleme mit jeder Art von DACs oder Aktivlautsprechern. Klanglich verhält sich der 210 genau so, wie man es von einem guten Quellgerät erwartet. Meridian versteht es, aus digitalen Daten möglichst viele Details zu ziehen und der neueste Streamer des Herstellers stellt hier keine Ausnahme dar. Feine Obertöne kombiniert mit gutem Bass, der das richtige Maß zwischen Druck und Zurückhaltung findet, machen sich in allen Genres gut. Wie auch immer MQA es nun anstellt, auch hier erzielt das Dateiformat ein tolles klangliches Ergebnis. Steve Hicks’ „Stairway to Mozart“ wirkt dynamisch  und wird im Raum angenehm frei und offen dargestellt. Ein kleines Lämpchen an der Front des 210 zeigt stolz an, dass es sich hier wirklich um eine MQA-Aufnahme handelt. Drei weitere LEDs schalten sich bei der Nutzung von Bluetooth, dem Speaker- Link oder der Netzwerkverbindung ein. Unabhängig davon bleibt der Streamer zu jeder Zeit angenehm neutral und liefert so gute Vorarbeit für den DAC der eigenen Wahl. Meridian hält auch mit dem 210 noch merklich an seinem Prinzip fest, manche Optionen der besseren Bedienbarkeit zu opfern. Für Nutzer eines Sooloos-Systems oder anderer Meridian- Geräte ist der kompakte Netzwerkplayer maßgeschneidert. Dank der Unterstützung von UPnP und der tollen Bluetooth-Konnektivität bietet sich der 210 nun auch für Besitzer aller anderen Systeme an. Die unkomplizierte Handhabung, gerade mit Roon, und der gute Sound des Players werden sicher so manchen über die Anschaffung weiterer Meridian-Komponenten nachdenken lassen.

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Fazit

Kompakt, gut integrierbar und gut zu bedienen ist der 210 die beste Wahl für alle Sooloos-Nutzer. Dank UPnP und exzellenten Bluetooth-Fähigkeiten dient der Streamer aber nun auch allen anderen als toller Einstieg in die Welt von Meridian.

Preis: um 1100 Euro

Meridian 210


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Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 1.100 Euro 
Vertrieb: Audio Reference, Hamburg 
Telefon 040 53320359 
Internet: www.audioreference.de 
B x H x T: 204 x 42 x 150 mm 
Eingänge: WLAN, Ethernet, Speaker Link (RJ45), 1 x USB-A, Bluetooth 
Unterstützte Formate: AAC, MP3, WMA, OGG, ALAC, FLAC, AIFF, WAV, MQA 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 96 kHz, 24 Bit 
Ausgänge: 1 x S/PDIF koaxial, 2 x Speaker Link 
<checksum> Kompakt, gut integrierbar und gut zu bedienen ist der 210 die beste Wahl für alle Sooloos-Nutzer. Dank UPnP und exzellenten Bluetooth-Fähigkeiten dient der Streamer aber nun auch allen anderen als toller Einstieg in die Welt von Meridian. 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 23.10.2019, 15:01 Uhr
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