Kategorie: Musikserver

Einzeltest: Meridian Sooloos Media Core 200


Die Profi -Variante

Musikserver Meridian Sooloos Media Core 200 im Test, Bild 1
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Das Sooloos-System von Meridian gilt seit nun schon ein paar Jahren als der Ferrari unter den Musikservern. Mit dem Media Core 200 bewegen wir uns preislich nach unten, ich wäre jedoch enttäuscht, wenn Meridian klanglich Kompromisse eingeht.

Peripherie:


 Vorstufe: MalValve preamp 3
 Endstufen: AVM M3ng
 Lautsprecher: Manger MSM c1, KEF XQ50

Nee, das passt nicht zum ambitionierten Unternehmen aus England. Ich war unlängst dort und habe mir das Unternehmen in der Nähe von Cambridge angesehen. Ich war schwer beeindruckt von der Professionalität, konnte ein wenig hinter die Kulissen gucken und mit interessanten Leuten sprechen. Keiner hat mir jedoch zu diesem Zeitpukt verraten, was sich damals in der Fertigstellung befand und jetzt auf meinem Schreibtisch liegt. Wahrscheinlich aus Angst, ich hätte es sofort eingepackt und mitgenommen. Aber jetzt habe ich ja ein Media Core 200 und bin endlich glücklich.

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Dieses Gerät ist nämlich genau das, was ich mir von den Engländern schon länger gewünscht hatte: Ein Sooloos für die, die nicht so betucht sind oder die es vorziehen, eine Touch-Fernbedienung auf dem Schoß liegen zu haben statt einen (zugegebenermaßen unglaublich beindruckenden) Monitor im Wohnzimmer. Was also bisher eine Alternative zum tatsächlich hervorragend funktionierenden Bedienkonzept war, ist jetzt das Mittel der Wahl. Die Applikation dafür gibt es kostenlos im App-Store und ist meiner Meinung nach so gut, dass sie eine besondere Erwähnung wert ist. Man erwartet ja schon etwas Anständiges, wenn man sich ein teures Gerät kauft, das auf die WLAN-gebundene Steuerung mit einem Tablet angewiesen ist, aber gerade die iPad-Software ist alles andere als ein Schnellschuss. Sie beinhaltet (fast) die volle Funktionsvielfalt, die man auch am großen Control:Ten, hat und ist obendrein auch so programmiert, dass man sie nie als aufgesetzte Applikation betrachtet. Damit meine ich, dass beispielsweise das „Wischen“ durch Menüs genauso funktioniert, wie das iPad- Besitzer gewohnt sind. Sie macht aus dem Apple-Flachmann eine perfekte Fernbedienung. Und das ist gar nicht einfach zu realisieren, denn so ein Sooloos- System, das mit ein paar Hundert Alben gefüllt ist, muss man softwareseitig erst mal in den Griff bekommen. Die Programmierer dieser Applikation haben es jedoch tatsächlich geschafft, das Sooloos-Gefühl auf das Apple-Tablet zu bekommen. Das geht schon damit los, dass mehrere Herangehensweisen beim Durchstöbern der Bibliothek berücksichtigt werden und mündet in einem unglaublich schnellen, flüssigen Bildschirmaufbau, der das flotte Navigieren sehr locker gestaltet. Das kann wirklich jeder bedienen. Und wenn Sie von sich behaupten können, ein Experte der digitalisierten Musik zu sein: Selbst den Computer- HiFi-Jungs unter uns kann und muss man dieses kleine Sooloos empfehlen. Die auf seiner Festplatte gespeicherte Musik ist natürlich auch im Netzwerk verfügbar. UPnP-Unterstützung gibt es zwar nicht, aber das kostenlose Programm PC Control ersetzt das. Es ermöglicht den Zugriff auf die Media- Core-Musik, die sich dann ganz wie gehabt auch über externe USB-Wandler im Arbeitszimmer am Computer abspielen lässt. Und das Programm kann noch viel mehr: Es verwaltet alle Nettigkeiten, die man sich an einem Massenspeicher (der nun mal auch in einem Media Core 200 steckt) wünschen kann. Alben lassen sich auf andere Festplatten oder direkt in die lokale iTunes-Bibliothek verschieben, natürlich sind auch komplette Backups ausführbar. Die Hauptfunktion von PC Control ist aber das Kopieren des Musikarchivs auf die Festplatte des Media Core 200. Das kann am ersten Tag ein wenig dauern, wenn Sie ganz viele Alben haben, aber so was lässt man eine Nacht laufen und kann am nächsten Tag loslegen. Wenn Sie tatsächlich noch keine Musik auf Festplatte haben sollten, wird Ihnen auch geholfen: Das Programm beinhaltet eine Ripping- Funktion, die Ihre Audio-CDs einliest und auf direktem Weg auf die Meridian- Festplatte schiebt. Ihr PC, der Meridian- Server und das iPad-Programm (okay, von mir aus auch das iPod-Tool) finden sich vollautomatisch und nehmen die Kommunikation auf. Die Hardware, die dann die eigentliche Arbeit erledigt, ist so perfekt, wie man das von Meridian gewohnt ist. Äußerlich bietet sich zwar ein ganz anderer Eindruck als von den bereits bekannten Sooloos-Verwandten, die Eleganz und optische Raffinesse vermag das „kleine“ Media Core uneingeschränkt auch zu vermitteln. Das geht schon beim Anfassen los, den Käufer erwartet ein vertrauenerweckendes, stabiles und penibel fein gebautes Gerät, dem man sofort abnimmt, ernsthafte hifidele Kunststücke zu vollführen. Technisch braucht sich der Kaufinteressent keine Sorgen zu machen, einen Schnellschuss mit minderwertiger Technik zu bekommen. So etwas würde Meridian nie und nimmer abliefern. Die Vorzüge, die ein Produkt beinhaltet, die diese Firma verlässt, sind stets penibel und bis ins letzte Detail durchentwickelt. Da macht unser Media Core 200 keine Ausnahme. Am Gehäuse selbst hat man nach dem Anschluss ans Netzwerk und der Peripherie nichts mehr zu tun. So wie er da steht, kann man ihn nur einschalten, alles andere erledigt man bequem vom Sessel. Aber wo wir bei den Anschlüssen sind: Besonders attraktiv erscheint mir die SpeakerLink-Verbindung. Die ermöglicht den direkten Anschluss von Meridian-DSP-Lautsprechern, was das schlankestmögliche Setup darstellt. Klanglich ist das jedenfalls nicht zu verachten, im Gegenteil: Bis zu den Lautsprechern arbeitet man mit digitalen Signalen, die das erste mal erst kurz vor den Endstufen, die in den Lautsprechern stecken, gewandelt werden. Und stellen Sie sich vor: Ein hübsches, kleines Media Core 200 und zwei Lautsprecher stellen dann die komplette Anlage dar, die klanglich obendrein kompromisslos ist. Natürlich kann man das Media Core 200 auch mit jeder anderen Anlage verbinden. Das geht zum einen ganz herkömmlich per Cinchverbindung; wer sich gerade einen nagelneuen D/AWandler gekauft hat, kann diesen natürlich auch weiterverwenden, wenn er noch einen freien S/PDIF-Anschluss hat. Wer so herangeht, muss allerdings auf die komfortable Lautstärkereglung am iPad verzichten, die funktioniert nur per SpeakerLink. Sonst gibt es von der Rückseite der kleinen Kiste nicht viel zu berichten, aber warum auch? Auch wenn es viele vielleicht hoffnungsvoll angenommen haben: Die USB-Ports sind nicht etwa dafür da, das Media Core 200 mit preisgünstigen USB-Festplatten zu erweitern, auch wenn sie in der Bedienungsanleitung „Expansion-Ports“ genannt werden. Vielmehr bilden sie die Schnittstelle für verschiedene Fernbedienungen. So versteht sich der Port mit Windows- Media-Center-kompatiblen Infrarotempfängern, die die Kommunikation mit den bekannten Meridian-Signalgebern namens MSR+ aufnehmen. Die können dann Basisfunktionen wie Titelsprung oder laut/leise übertragen, was im Alltag ausreicht, wenn die Musik einmal spielt. Übrigens, nicht etwa unser Layout hat erfordert, das Media Core 200 aufrecht hinzustellen, sondern Meridian selbst. Zum einen sieht das natürlich mal ganz anders aus, zum anderen ist der senkrechte Aufbau erforderlich, um das Kühlsystem richtig ans Laufen zu kriegen. Lüfter wollte man nämlich nicht, weshalb heiße Luft ungefähr nach dem Prinzip des Kamineffekts abgesondert werden muss. Belohnt werden wir durch absolute Stille, die auch beim Grübeln über das nächste abzuspielende Album nicht getrübt wird. Das bringt mich zum Wichtigsten: Jetzt bin ich Ihnen natürlich noch ein paar Worte zum Klang schuldig. Glücklicherweise ist das mit ebenso angenehmen Worten verbunden wie der Rest dieses Pakets. Einen Extra- DAC braucht kein Mensch, der ein Media Core 200 besitzt, der interne Wandler tut‘s so dermaßen gut, dass der Wunsch nach einer externen Lösung nicht aufkommt. Ich hab‘s zwar ausprobiert, nennenswerte Klangverbesserungen konnte ich jedoch nicht feststellen. Und am technisch perfekten Meridian-Klang möchte man eh nichts ändern. Es ist auch in diesem Fall wieder mal so, dass es Meridian schafft, Akkuratesse und unbedingte Neutralität so zu vereinen, dass es nicht etwa steril und langweilig klingt, sondern ein hohes Maß an Spaß an der Musik aufkommen lässt. Details versprüht es in Hülle und Fülle, seziert die Musik förmlich und präsentiert eine saubere, räumlich perfekte Bühne. Sie kennen das sicher, das ist die Art räumlicher Darstellung, die es ermöglicht, mit den Händen nach einzelnen Ereignissen zu greifen. Durch die nahezu perfekte Signalverarbeitung gelingt das dem Media Core absolut überzeugend. Und noch etwas kann das „kleine Sooloos“ unglaublich gut: Energie versprühen. Das merkt man beispielsweise, wenn eine gute Piano-Aufnahme gespielt wird. Das Klavier atmet förmlich, die Oberwellen arbeiten sich in jede Ritze des Raumes, das ist wirklich bemerkenswert. Schade, dass ich keine Meridian- Lautsprecher hier hatte, denn das wäre ein ganz besonders elegantes Erlebnis gewesen. So aber war‘s „nur“ anheimelnd. Die Entwickler aus Huntingdon haben es jedenfalls geschafft, ein Produkt zu schaffen, das die Kombination aus glasklar klingender Festplattenmusik und iPad-Steuerung so auf den Punkt bringt, dass man denkt, diese beiden Produkte wären füreinander geboren.

Fazit

Ich war ja schon immer Fan von Sooloos- Produkten, da mache ich gar keinen Hehl draus. Das Media Core 200 kitzelt umso mehr an meinen Nerven, denn es rückt aufgrund des Preises in Regionen, die sich auch ein normal betuchter Mensch wie ich leisten kann – und spielt himmlisch.

Kategorie: Musikserver

Produkt: Meridian Sooloos Media Core 200

Preis: um 2690 Euro

6/2011
 
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Audio Reference, Hamburg 
Telefon 040 53320359 
Internet www.audio-reference.de 
Eingänge: 1 x Ethernet 
Ausgänge: 1 x analog RCA 
checksum „Ich war ja schon immer Fan von Sooloos- Produkten, da mache ich gar keinen Hehl draus. Das Media Core 200 kitzelt umso mehr an meinen Nerven, denn es rückt aufgrund des Preises in Regionen, die sich auch ein normal betuchter Mensch wie ich leisten kann – und spielt himmlisch.“ 
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Autor Christian Rechenbach
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Datum 30.06.2011, 10:00 Uhr
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  • www.hausgeraete-test.de
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