Kategorie: Tonabnehmer

Einzeltest: Lyra Etna


Eruptives

Tonabnehmer Lyra Etna im Test, Bild 1
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Was hat er mir die Zähne lang gemacht, der Lyra-Entwickler Jonathan Carr ob seines neuen Abtasters „Etna“. Obschon unterhalb des Überfliegers „Atlas“ angesiedelt, soll er in mancherlei Hinsicht Maßstäbe setzen 

Mitspieler


Plattenspieler:

 Transrotor Fat Bob / Reed 3p

69
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Phonovorstufen:

 MalValve preamp three phono
 EAT E-Glo

Vorstufen:

 MalValve preamp four line
 AEC C 12

Endstufen:

 D’Agostino Momentum

Stereo Lautsprecher:

 Klang und Ton Nada
 Audio Physic Avantera

Zubehör:

 Netzsynthesizer PS Audio P10
 NF-Kabel von van den Hul und Transparent
 Phonokabel van den Hul
 Lautsprecherkabel von Transparent
 Plattenwaschmaschine von Clearaudio


Gegenspieler


Tonabnehmer:

 Lyra Atlas


Hängt’s Ihnen eigentlich schon zum Hals raus? Das Wort „Atlas“ in jedem meiner Texte zu lesen, der irgendetwas mit Tonabnehmern zu tun hat? Ich könnte das verstehen, bitte aber untertänigst um Nachsicht: Dieses Meisterwerk des japanischen Herstellers Lyra hat sich ob seiner unglaublichen klanglichen Qualitäten bei mir so breit gemacht, dass es einfach nicht ohne geht. Und so schnell auch nicht gehen wird. Obwohl – vielleicht wächst da ja Konkurrenz im eigenen Hause? In seinem Bemühen, ein würdiges Modell unterhalb des Atlas anzusiedeln, hat der amerikanischstämmige Lyra-Entwickler Jonathan Carr wieder einmal eine weitgehende Neukonstruktion aus dem Hut gezaubert, die Anlass zur Hoffnung gibt. Die Typenbezeichnung „Etna“ deutet schon an, wohin sich das auffällig in Schwarz und Rot gehaltene System klanglich bewegen soll.

Tonabnehmer Lyra Etna im Test, Bild 2Tonabnehmer Lyra Etna im Test, Bild 3Tonabnehmer Lyra Etna im Test, Bild 4Tonabnehmer Lyra Etna im Test, Bild 5Tonabnehmer Lyra Etna im Test, Bild 6Tonabnehmer Lyra Etna im Test, Bild 7
Mit knapp unter 6.000 Euro ist es zudem merklich günstiger als das Atlas, das derzeit für 8.800 Euro den Besitzer wechselt. Mit 9,2 Gramm ist das Etna rund zweieinhalb Gramm leichter als das Atlas, und das liegt daran, dass der einteilige Titankorpus, den auch das Atlas ziert, hier etwas reduzierter in Form eines einfacher herzustellenden „T-Trägers“ zum Einsatz kommt. Nur dieses Bauteil bildet die Kontaktfläche zum Headshell, ein von oben eingelassener Bronzezylinder sorgt für definierte Resonanzunterdrückung. Die schwarzen Bestandteile des Etna-Korpus bestehen aus Aluminium. Sie sind an der Oberseite gegenüber dem Titanträger etwas zurückversetzt montiert und haben keine direkte Verbindung zum Headshell. Für eine möglichst feste Verbindung zwischen Korpus und Tonarm sorgen eingelassene Edelstahl- Gewindehülsen. Auch beim Etna setzt John Carr auf einen möglichst unsymmetrischen Aufbau. Während der Titanträger noch zu beiden Seiten gleich aussieht, sind die Aluteile links und rechts unterschiedlich ausgeformt. Auch sitzt die frontal angeordnete Klemmschraube außermittig. Das ist definitv keine einfach vom Atlas heruntergebrochene Sparlösung, sondern eine weitgehende Neuentwicklung. Zumindest weitgehende Übereinstimmung herrscht beim Generatorsystem. Die Spulen sind auf einen kreuzförmigen Träger gewickelt und werden zu beiden Seiten von Neodymmagneten „beatmet“. Beim Spulendraht setzt Lyra konsequent auf Kupfer. Am Ende des diamantbeschichteten Bornadelträgers sitzt ein kleiner Diamant mit Line-Contact-Schliff (3 x 70 Mikrometer). Der Einbau des Etna gestaltet sich verhältnismäßig unproblematisch. Da der Reed 3p ein sehr kleines Headshell hat, gibt’s für den Dämpfungszylinder keine flächendeckende Auflage, aber das sollte zu verschmerzen sein. Die gerade Kanten des Titankorpus helfen beim Justieren, und hier gilt es Obacht zu geben: In der Praxis hat sich gezeigt, dass das Etna merklich empfindlicher auf eine nicht perfekte Geometrie reagiert als das Atlas. In Anbetracht der Ähnlichkeiten beim Generatoraufbau finde ich das mehr als erstaunlich, die klanglichen Ergebnisse sprechen aber eine deutliche Sprache. Zum Glück löst das Etna aber so hoch auf, dass es Fehlstellungen sofort unmissverständlich anmeckert. Beim Auflagegewicht bin ich, wie üblich, am oberen Ende der Herstellerempfehlung (1,68 bis 1,78 Gramm) gelandet, der VTA ist ziemlich kritisch – ein perfekt gerader Arm liefert die besten Ergebnisse. Der Tonabnehmer liefert mit 0,56 Millivolt bei 5 cm/s Schnelle ordentlich Spannung, so dass man bei der Wahl der Phonovorstufe Freiheitsgrade hat. Im Test liefen in erster Linie Lösungen mit Übertragerkopplung am Eingang, und damit fühlte sich das Etna offensichtlich pudelwohl. Abschlussimpedanz? Geschmacks- und Montagefrage. Die Unterschiede sind durchaus nennenswert. Ich habe am Reed viel mit 150 Ohm gehört, deutlich darüber wird’s mir ein wenig zu undiszipliniert. Los geht’s: Auf dem Teller liegen „Paul Kuhn and the Best“, eine ausgezeichnete Einspieleung aus dem Jahre 2002, neulich auf In + Out Records wieder erschienen, und ich fürchte, eine Rezension davon bin ich Ihnen noch schuldig. Das Atlas wirft sofort seine unnachahmliche Magie in die Manege – dieser Abtaster kann einfach nicht schlecht klingen. Es tönt freundlich, ermüdunsgfrei, spaßbetont und völlig untechnisch. Nach dem Umbau aufs Etna war ich tatsächlich geschockt: Das hat nur noch wenig mit dem gerade erlebten „Everybody’s Darling“-Klangbild zu tun: Das Etna spielt hitziger, rückt die mittleren Lagen weiter in den Vordergrund, das Saxofon tönt direkter, livehaftiger, das Schlagzeug wirkt härter, akzentuierter, konzentrierter. Hier sitzt man definitiv in der ersten Reihe, was eindeutig anstrengender, aber auch fordernder, spannender ist. Das Atlas macht aus der Veranstaltung eine künstlerische Fingerübung auf höchstem Niveau, das Etna eine schweißtreibende Show. Besorgen wir’s uns also richtig und legen brasilianischen Funk auf: Tim Maya rockt die Bude wie kaum ein Zweiter, und mit dem Etna ist das noch mal eine andere Hausnummer: Die schneidigen Bläser tröten herrlich ungeniert, die E-Gitarre sägt und kreischt, das Schlagwerk erweckt Tote zum Leben. Ja, sicher, mit dem Atlas geht das noch ein wenig größer, ganzheitlicher und auf eine schwer zu beschreibende Weise besser zusammengehörig, aber das Etna, das macht mich fertig: Wenn es einen Tonabnehmer gibt, der den direkten Weg vom Gehörgang in die Fußmuskulatur findet, dann ist es dieser. Er hat definitiv eine Schwäche für die mittleren Lagen, aber wie schon Lautsprecherkonstrukteur Paul W. Klipsch sagte: „The midrange is where we live“. Ein Grund, dem Atlas zu entsagen, ist das Etna also nicht, sondern viel schlimmer: Ich muss über die Anschaffung eines zweiten Tonarms nachdenken.

Fazit

Nein, es ist kein Atlas. Aber es ist so ziemlich das saftigste, kräftigste Tonabnehmersystem, das derzeit zu bekommen ist. Mit einem wunderbaren Faible für die mittleren Lagen.

Preis: um 5990 Euro

Tonabnehmer

Lyra Etna


06/2014 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Fast Audio, Stuttgart 
Telefon 0711 4808888 
Internet www.fastaudio.com 
Garantie (in Jahre)
Gewicht (in Gramm) 9.2 
Empfohlene Auflagekraft 1,68 - 1,78 Gramm 
Unterm Strich... » Nein, es ist kein Atlas. Aber es ist so ziemlich das saftigste, kräftigste Tonabnehmersystem, das derzeit zu bekommen ist. Mit einem wunderbaren Faible für die mittleren Lagen. 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 18.06.2014, 17:08 Uhr
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