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Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Accuphase E-800


TPH1R306PL

Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 1
20148

So kryptisch die Überschrift auch erscheinen mag, so sehr repräsentiert sie doch das, was Produkte aus dem Hause Accuphase tief im Inneren ausmacht. Den Über-Vollverstärker E-800 vielleicht noch mehr als alle anderen

Er misst fünf ganze Millimeter in der Breite und derer dreieinhalb in der Tiefe, der TPH1R306PL. Er verfügt über acht winzige Anschlussbeine und es gibt acht von seiner Art auf der Ausgangsplatine des zweifellos beeindruckendsten Vollverstärkers, den die mit einer Historie beeindruckender Vollverstärker reich gesegnete Firma aus Yokohama jemals geschaffen hat. Jemals heißt: im Laufe von 50 Jahren. Eben diese imposante Zeitspanne ist die, anlässlich derer Accuphase dieses Monument in die Welt entlässt. 15500 Euro sind für den Jubiläums-Amp zu entrichten und ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster: Der E-800 ist jeden einzelnen verdammten Cent davon wert. Wie kann das sein? Habe ich nicht neulich erst den E-650 zum Maß der Dinge in Sachen integrierte Verstärkerlösungen erklärt? Defi nitiv. Und mit Recht. Und jetzt das. Der E-800 verschiebt die Messlatte innerhalb des Genres nicht eine weitere Winzigkeit, sondern deutlich. Er ist der definitiv erste Vollverstärker, der die allermeisten hochkarätigen Vor-/Endverstärkerkombinationen obsolet macht. Der TPH1R306PL hat daran seinen Anteil. Wie groß dieser Anteil ist, vermag ich nicht genau zu sagen, aber er ist da. Nachvollzieh- und beweisbar. Wie jeder Entwicklungsschritt, den die Ingenieure aus dem Hause Accuphase ihren Kreationen angedeihen lassen. Revolutionen gibt es bei Accuphase selten, Evolution ist in den allermeisten Fällen das Gebot der Stunde. Wozu auch die zum Teil über Jahrzehnte gewonnen Erkenntnisse über Bord werfen und ganz von vorne anfangen? Der stetige Fortschritt, der bei den Verstärkern von Accuphase unbestreitbar vorhanden ist, gibt der Vorgehensweise recht. Und so sind sie denn zurecht stolz darauf, wenn sie per Spreadsheet darauf hinweisen, dass die den Fremdspannungsabstand des Gerätes um zwei Dezibel erhöht haben.

Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 2Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 3Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 4Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 5Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 6Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 7Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 8Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 9Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 10Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 11Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 12Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 13Vollverstärker Accuphase E-800 im Test, Bild 14
Von garantierten 102 auf 104 Dezibel. Zwei Dezibel, in Regionen, die man getrost als unhörbar einordnen darf. Das ist Engineering. Der Einsatz der acht TPH1R306 fällt genau in diese Kategorie. Accuphase hat ja schon seit einiger Zeit elektromechanische Relais aus dem Ausgangssignalpfad verbannt und schaltet Lautsprecherpegel nur noch mit Mosfets. Der um ein gewisses Maß gesteigerte Dämpfungsfaktor des E-800 ist auch darauf zurückzuführen, dass die neuen Silizium-Winzlinge vom Typ… Sie wissen schon, noch ein bisschen niederohmiger und strompotenter sind als die in den bisherigen Verstärkern. Ein tausendstel Ohm sind´s gerade noch, bei einer Dauerstrombelastbarkeit von gewaltigen 260 Ampère. Unfassbar, was man heutzutage auf einem so winzigen Stück Silizium unterbringen kann. Das Datenblatt des Winzlings stammt aus dem Oktober 2019 und ich finde es zutiefst beeindruckend, wie schnell eine solch innovative Kleinigkeit bei Accuphase Einzug in ein Seriengerät gehalten hat. Mit einer Bauhöhe von knapp 24 Zentimetern ist der E-800 fast fünf Zentimeter höher als der E-650 und das lässt ihr erheblich wuchtiger erscheinen. Eine marktschreierische optische Aggressivität ist ihm jedoch völlig fremd. Das liegt am einerseits vollkommen vertrauten „Vollverstärkergesicht“, das auch die anderen Integrierten aus diesem Hause ziert. Was auch bedeutet: Eine Vielzahl von selten gebrauchten Bedienelementen verschwindet hinter einer Klappe. Was bleibt, sind der Eingangswahlschalter links und der Lautstärkesteller rechts. Und ein elektrisch harter, haptisch aber doch so weicher Netzschalter. Und die wunderschöne Anzeigekombination aus analogen Zeigerinstrumenten, LED-Ketten und LED-Siebensegmentanzeigen für den eingestellten Pegel. So. ganz genau so und nicht anders, bitte. Da sind wir zuhause, so muss das sein. Der E-800 ist kein echter Leistungsriese. Das kann er gar nicht sein, weil der einen großen Teil seiner Power im Class-A-Betrieb liefert. Gemessen haben wir rund 90 Watt an acht und 150 Watt an vier Ohm. Gut die Hälfte davon ist feinstes Stöffchen im A-Betrieb. Das ist nicht so viel mehr als das, was der E-650 leistet, auch die Leerlaufstromaufnahme ist nicht so viel höher als die des bisherigen Champions. Und doch: Mit jeder Faser seiner champagnerfarbenen Seele wirkt der E-800 kräftiger, durchzugsstärker und souveräner als alles, was mir an Vollverstärkern je untergekommen ist. Irgendwas müssen sie anders machen als bisher. Die Endstufenmodule sind offenbar weitgehende Neukonstruktionen. Was man schon daran sieht, dass zwölf statt sechs Endtransistoren wie beim E-650 für die Generation der Ausgangsleistung zuständig sind. On- Semi-Mosfets neuester Generation – natürlich. Mit beeindruckender Linearität und soviel Belastbarkeit, dass man sie mit diesem Verstärker noch nicht einmal an Zwei-Ohm-Lasten auch nur ansatzweise ausreizen kann. Im E-650 stecken übrigens auch Mosfets, aber ältere Typen von International Rectifier. Lassen Sie uns über AAVA reden. Wie sie vermutlich wissen, ist das der einzigartige elektronische Lautstärkesteller von Accuphase, der alle Schwächen konventioneller Pegelsteller vermeidet. Prinzipiell funktioniert die Sache, in dem das Signal in unterschiedlich große Signalströme umgewandelt und nur die Stromanteile aufaddiert werden, die für den gewünschten Pegel gerade gebraucht werden. Das Signal bleibt dabei stets analog, wenn auch Digital-/Analogwandler dabei eingesetzt werden. Das allerdings „falsch herum“, aber das habe ich Ihnen ja schon öfter erklärt. Beim E-800 kommt die Technik erstmals in einer vollsymmetrischen Variante zum Einsatz und heißt folgerichtig „Balanced AAVA“. Das bedeutet schlich doppelten Schaltungsaufwand, aber auch da hatte Accuphase das Ohr ganz nah am Halbleitermarkt: Mit Bauteilen der neuesten Generation ließ sich das Ganze so kompakt realisieren, dass es in einem Vollverstärker unterzubringen war. Bedient wird das Ganze über einen Drehimpulsgeber, der am Markt seinesgleichen sucht: Nur fürs gute Gefühl baut Accuphase einen Getriebeblock in eine massive Aluminiumbehausung ein. Hauptsache, es fühlt sich wie ein edles „richtiges“ Poti an. Sie können an den E-800 acht Signalquellen anschließen: fünf via unsymmetrische Cinch-Anschlüsse, drei über XLR-Terminals. Hinzu gesellen sich die beiden Optionssteckplätze, die mit dem Phonomodul AD-50 und dem D/A-Wandler DAC-50 bestückt werden können. Das Besondere an den beiden neuen Boards ist ihre Rückwärtskompatibilität: Sie können in einer Vielzahl von aktuellen und älteren Accuphase-Geräten eingesetzt werden, die auch gerne über 20 Jahre alt sein dürfen. Wieder so etwas, was sonst keiner macht. Das Phonomodul ist das jüngste Bestreben des Herstellers, der großen externen Phonovorstufe C-37 mit einer Einbaulösung so nahe wie möglich zu kommen. Das weitgehend diskret aufgebaute Board setzt auf die gleichen technischen Ansätze. Es kann sowohl MM- als auch MC-Abtaster bedienen. Letztere werden um 66 Dezibel verstärkt, erstere um 40 Dezibel. Für MCs stehen Abschlussimpedanzen in Höhe von 30, 100 und 300 Ohm zur Verfügung, hinzu gesellt sich ein schaltbares Subsonic-Filter. Die Tonabnehmeranpassung wird mit DIP-Schaltern auf der Platine vorgenommen. Die MM-/MC-Umschaltung erfolgt an der Gerätefront. Alles sehr schön praxisgerecht. Das gilt auch für die D/A-Wandlerplatine, die wir hier zumindest kurz vorstellen möchten: Sie hat drei Eingänge (USB, optisch, koaxial) und verarbeitet PCM-Signale bis 384 kHz Samplingrate und 32 Bit Auflösung, auch mit DSD-Daten wird sie fertig. Sie arbeitet mit parallelgeschalteten Wandlerchips und einer ganzen Reihe weiterer Spezialitäten, die sonst den großen Accuphase-Digitalkomponenten vorbehalten sind. Das Phonomodul kostet 1010 Euro, die Wandlerkarte 1260 Euro. Die bisherigen Top-Vollverstärker waren in Sachen Ausstattung nicht zu toppen und sind diesbezüglich auf dem Stand der frühen Achtziger Jahre, als die großen japanischen Flaggschiffe diesen Markt unangefochten beherrschten. Der E-800 hat dem nichts hinzuzufügen – was auch, mehr als beim E-650 wäre ja auch nicht gegangen. Von daher sehen Sie mir bestimmt nach, wenn ich Ihnen jetzt nicht wieder jeden einzelnen Drehknopf und jeden Taster unter der massiven Metallklappe mit Namen vorstelle. Lassen Sie uns den 36-Kilogramm-Accuphase lieber endlich seiner Bestimmung zuführen und ihn in die Anlage stöpseln, denn dann passiert Erstaunliches: Man kann es fühlen. Kein Witz. Sofort beim Einschalten. Das große Netzteil. Die Bemühungen des Lichtnetzes, den mächtigen Ringkerntrafo durchzumagnetisieren. Dann: der Eingangswahlschalter. Strammer als gewohnt. Gut. Das suggeriert Disziplin. Die Relais klacken anders als sonst. Schneller, heller. Bereits haptisch ist das eine kleine Sensation: Ohne einen Ton von sich gegeben zu haben sagt der E-800, wer ab jetzt der Chef im Ring ist. Was hab ich mich gefreut, dass die zehn Watt des Röhreneintakters von Thivan Labs die Ella, unser neues Klang + Ton-Prestigeprojekt, so souverän im Griff haben. Da war dann, mit Verlaub, wohl doch der Wunsch ein wenig Vater des Gedankens. Denn das, was der E-800 aus dem Achtzoll-Tieftöner mit seinem elliptischen Antrieb zaubert ist schlicht nicht zu fassen: Ray Browns Kontrabass hat soviel Wucht, Inbrunst und Kraft, das hätte ich mit dem Treiber nie für möglich gehalten – schon mal gar nicht, wenn er einen 90 Quadratmeter großen Raum beschallen muss. Gerade brühe ich die nächste Kaffee auf (handgefiltert, versteht sich). Und ich erschrecke mich ernsthaft: Romy Madley Croft (die von „The XX“) steht ein paar Meter neben mit und singt. Mitten im Raum, völlig selbstverständlich, Ich bin sowas von gar nicht in der Nähe beider Lautsprecher – das gibt´s doch gar nicht. Der Sound sprüht vor Inbrunst und Lebendigkeit. Das Jazzprojekt „LA4“ hat Zeichnung, Farbe, Wärme und Biss. Das alles aus einem Vollverstärker? Und über die eingebaute Phonovorstufe? AD-50 und Lyra Etna gehen eine wunderbar harmonische Ehe ein, aber natürlich ist an der Stelle mit einer guten externen Phonovorstufe noch ein bisschen mehr zu holen, wie Linnenbergs Bizet demonstriert. Der grandiosen Performance des E-800 allerdings tut das keinerlei Abbruch. Das Firmenmotto von Accuphase lautet nicht umsonst: „Das Leben mit Technologie bereichern“. Nie zuvor hat eine integrierte Verstärkerlösung diesen Ansatz so eindrucksvoll umgesetzt.

Fazit

Accuphase stellt anlässlich des 50-jährigen Firmenjubiläums nicht weniger vor als den besten Vollverstärker, den ich je hören durfte. Klanglich können diesem Kaliber nur noch Vor-/Endstufenkombinationen der allerhöchsten Güteklasse das Wasser reichen.

Preis: um 15500 Euro

Accuphase E-800


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Ausstattung & technische Daten 
Preis: ca. 15.500 Euro 
Vertrieb: PIA HiFi. Weiterstadt 
Telefon: 06150 50025 
Internet: www.pia-hifi .de 
Garantie: Jahre 
B x H x T: 465/239/502 
Gewicht (in kg): ca. 36 kg 
Unterm Strich … » Accuphase stellt anlässlich des 50-jährigen Firmenjubiläums nicht weniger vor als den besten Vollverstärker, den ich je hören durfte. Klanglich können diesem Kaliber nur noch Vor-/Endstufenkombinationen der allerhöchsten Güteklasse das Wasser reichen. 

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