Kategorie: AV-Receiver

Einzeltest: Arcam AVR 600


State of the Art

AV-Receiver Arcam AVR 600 im Test, Bild 1
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Mit dem AVR600 will Arcam neue Maßstäbe im AV-Receiver-Markt setzen. Ob dies gelingt, erfahren Sie im nachfolgenden Test des Boliden aus der englischen Edelschmiede.

Wenn von hochwertigen HiFi-Geräten die Rede ist, fällt auch automatisch der Name Arcam. Meist zudem verbunden mit Synonymen wie „erstklassiger Klang“ und „puristischer Anspruch“. Dass man diese Ansprüche und Philosophien auch bei der Entwicklung eines „Heimkinomonsters“, also einem vollausgestatteten AV-Receiver anwenden kann, demonstrierte uns Nick Clarke, Chefentwickler von Arcam (Bild links), bei seinem Besuch in der HEIMKINO-Redaktion.

Technik

Nach der ersten optischen Begutachtung des modernen Designs, bei dem selbst auf einen Drehregler für die Lautstärkeregulierung verzichtet wurde, ging es denn auch gleich ans „Eingemachte“. Ein Schraubendreher war schnell zu Hand und das Deckblech des Receivers in ein paar Minuten entfernt.

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Hier war sofort die erste Auffälligkeit zu sehen: Eine kleine, dünne Matte ist von innen an der Deckeloberfläche befestigt. Die „Stealth Mat“, so die offizielle Bezeichnung, ist eine Entwicklung aus der Luftfahrt, die durch ihre leitfähigen Fasern hochfrequente Einstreuungen auffangen und neutralisieren kann. In diesem Falle kanalisiert und absorbiert sie die Einstreuungen, die im Inneren von den Prozessoren und ICs erzeugt werden. Die Baugruppen im AVR600 sind modular und in logischer Reihenfolge angeordnet. So sind die analogen und digitalen Anschlüsse und die Videoanschlüsse einer Quelle zum größten Teil horizontal auf einer Linie angeordnet. Das erleichtert den Anschluss der weiteren Geräte. Die nächsten Besonderheiten eines audiophilen Feintunings finden sich bei näherer Betrachtung auf vielen Bauteilen im Receiver: „Damping Rings“ und „Sorbothane Pads“ absorbieren Schwingungen von Kondensatoren und Relais; kleine Ferrit- Platten auf ICs minimieren Ein- und Ausstreuungen. Ein mächtiger Ringkerntrafo mit 1 kV und einer Bauhöhe von fast 15 Zentimetern, fest zentriert durch eine fingerdicke Schraube, versorgt die sieben Class-G-Endstufen, die bis zu einer Leistung von 20 Watt im sehr verzerrungsarmen Class-A-Betrieb laufen, mit der benötigten Spannung. Durch die Anordnung „Rücken an Rücken“ nehmen diese recht wenig Platz in Anspruch. Der massive Kühlkörper ist ebenfalls in der Mitte geteilt, so dass die Einheiten im Servicefall relativ einfach ausgebaut werden können. Nur im absoluten Notfall zusätzlich benötigter Kühlung greifen die beiden 120 mm großen, temperaturgesteuerten Lüfter ins Geschehen ein, dann aber sehr dezent und leise. Nach diesen tiefen Einblicken ins Innenleben des AVR600 wurde die Deckelplatte wieder ordnungsgemäß angebracht und ein wenig über die weiteren technischen Highlights gefachsimpelt: Der AVR600 ist der erste AV-Receiver mit „Dolby Volume“, der intelligenten Lautstärkeregulierung zur Beibehaltung gleichmäßiger Lautstärkepegel über verschiedene Inhalte, Sender oder Eingangsquellen. Darüber hinaus konvertiert er analogen Quellen auf HDMI in einer Aufl ösung bis 1080p (von YUV). Auch das On-Screen-Menü wird immer in der gleichen Auflösung wie das Filmbild dargestellt. Somit entstehen keine Bildaussetzer beim Aufruf des OSD im laufenden Betrieb. Die beiden HDMIAusgänge können wahlweise gleichzeitig, nach Priorität oder einzeln ausgewählt werden; jedem Ausgang kann zudem eine unterschiedliche Auflösung zugewiesen werden. Über den Netzwerkanschluss lässt sich der AVR600 mit PCs im Heimnetzwerk, auf denen der Twonky Media Server läuft, oder dem Internet zum Empfang der zahllosen Internetradiostationen verbinden. Die Lieblingssender lassen sich über www.arcamradio.co.uk sehr bequem auswählen und werden dann automatisch im Receiver als Favoriten abgelegt. Ebenfalls ganz im Zeichen der Zeit ist der rückseitige USB-Anschluss, an dem FAT- oder NTFS-formatierte Massenspeicher angeschlossen werden können. Hierüber akzeptiert der AVR600 Musikdateien im MP3-, WMA-, Flac-, Ogg/Vorbis-, MPEG-4-AAC-(iTunes) und im WAV-Format. Ein iPod lässt sich über das hauseigene „rDock“ an einer der RS232-Schnittstellen anschließen und steuern. Zur Wiedergabe von Bild und Ton lässt sich eine beliebige Quelle auswählen. Natürlich beherrscht der Receiver die neuen Tonformate; hierfür zeichnen sich neuen SHARC-Prozessoren ADSP21366 und ADSP21367 aus. Last but not least seien die zahlreichen Anschlussmöglichkeiten zur Einbindung in eine komfortable Heimkinosteuerung und zur Unterhaltung in bis zu zwei weiteren Hörzonen und das auch aus der Ferne hervorragend ablesbare Display erwähnt.

Setup

Im übersichtlich und ansprechend gestalteten, englischsprachigen On-Screen-Menü kann für jede Quelle eine separate Bildeinstellung (Brightness, Contrast, Colour, Picture Mode, Edge Enhancement, Mosqito N.R., Noise reduction und Block N.R.) vorgenommen werden. Natürlich lassen sich die Quellen nach eigenem Anwendungsbedarf umbenennen oder bei Nichtverwendung ausblenden. Zur automatischen Einmessung, dies übrigens als Eigenentwicklung von Arcam, gehört zum Lieferumfang des AVR600 ein handtellergroßes Mikrofon. Die Einmessung erfolgt auf einen Hörplatz und korrigiert auch störende Resonanzen durch einen Equalizer (Room EQ), dessen Justierungen aber nicht sichtbar sind. Die Lautsprecher werden zentimetergenau eingemessen, damit das räumliche Empfi nden des Filmgeschehens am Hörplatz absolut naturgetreu ist. Dolby Volume („Cinema“ und „Music“) lässt sich einfach per Knopfdruck ein- und ausschalten. Die Pegelverhältnisse von zum Beispiel Filmton und Werbung (Volume Leveller) lassen sich in 11 Schritten feinfühlig justieren. Im letzten Menüpunkt lässt sich der Arcam-Receiver ins Heimnetzwerk und an das Internet anbinden.

Bild und Ton

Superfein und detailreich gab der AVR600 die vom Blu-ray-Player zugespielten Filmszenen wieder. Der Filmton in dts-HD Master und Dolby True-HD stand dem in nichts nach und sorgte bei Filmen wie „Nachts im Museum“, „Batman Begins“ oder „Inadiana Jones“ für eine atemberaubende Heimkino-Session mit flatternden Hosenbeinen. Die ganz feine „englische Art“ bewies er sowohl in ruhigen Filmszenen durch faszinierende Feinzeichnung der Geräusche auf den Surroundkanälen als auch bei der Wiedergabe von zweikanaliger Musik. Natürlich ließen wir es uns auch nicht nehmen, die Wiedergabequalitäten über einen handelsüblichen USB-Stick zu testen. Hier überraschte der AVR600 durch noch mehr Räumlichkeit und Darstellung einer virtuellen Bühne als von CD! Somit ein echter Geheimtipp für anspruchsvolle Musikfans, die ihre Musik in unkomprimierter Version auf einer Festplatte gespeichert haben.

Fazit

Kompliment an Nick Clarke und seine Mannschaft für dieses „State of the Art“! Der Arcam AVR600 ist ein echtes High-End-Highlight, das jedem Anspruch, sei es Film- oder Musikfan, gerecht wird. Die zahlreichen Einstell- und Anschlussmöglichkeiten und die Offenheit für „neue Medien“ machen ihn zu einem echten Tausendsassa und zur universellen Zentrale in anspruchsvollen Heimkino- und Multiroom- Installationen; er eignet sich aber durch sein modernes Design auch bestens zur Aufstellung im Wohnraum.

Preis: um 4400 Euro

AV-Receiver

Arcam AVR 600

Referenzklasse


10/2009 - Heinz Köhler

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Autor Heinz Köhler
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Datum 22.10.2009, 16:59 Uhr
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