Kategorie: AV-Receiver

Einzeltest: Primare SPA25 Prisma


Klar, stark, Skandinavisch

AV-Receiver Primare SPA25 Prisma im Test, Bild 1
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Die meisten AV-Receiver stehen eher imposant als dezent im Heimkino oder im Wohnzimmer. Den meisten nimmt man sowohl ihre Leistung als auch die Aufgabe als mediale Steuerzentrale schon beim ersten Anblick ab. Ganz anders sieht es beim SPA 25 Prisma vom schwedischen Hersteller Primare aus; dezent steht er da und versprüht dennoch durch seinen minimalistischen Auftritt einen ganz besonderen Charme. Sobald er jedoch eingeschaltet ist und seine Muskeln an der Heimkino- Anlage spielen lässt, ist Schluss mit der Zurückhaltung.

Dabei hätte uns der Blick ins Datenblatt vorwarnen können, denn laut dem leistet er locker 145 W an acht und sogar 250 W an vier Ohm, und das bei Bedarf an bis zu neun Ausgängen. Dennoch ließe uns wohl das Betriebsgewicht von knapp 12 Kilo wieder zweifeln, denn das Gehäuse ist kein Statement des Leichtbaus aus dünnem Stahlblech. Es ist komplett aus dickem Aluminium, und die Frontplatte setzt mit einem knappen Zentimeter Dicke ein zusätzliches Statement.

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Dennoch bringt er gerade mal 12 Kilo auf die Waage. Ein Blick unter die Haube lüftet dann das Geheimnis; die Endstufen arbeiten durchweg nach dem kompakten aber hocheffizienten Class-D-Prinzip, und was noch wichtiger ist, sie werden nicht etwa von einem gleichermaßen fetten wie schweren Netztrafo versorgt, sondern von einem modernen Schaltnetzteil, welches mit weitaus weniger Kupfer und Eisen auskommt und trotzdem oder gerade deshalb schnell viel Leistung liefern kann. Die 12 Kilo werden auf drei, anstatt der sonst üblichen vier Füße verteilt. Warum? Nun, wir erinnern uns an den Mathematikunterricht, wo es hieß, dass drei Punkte reichen, um eine Ebene festzulegen. Die Schweden haben das wörtlich genommen und erreichen mit dieser Konstruktion, dass der Primare selbst bei geringsten Unebenheiten des Untergrundes nicht zum Kippeln neigt. Er steht also besonders fest auf seinen drei Füßen, es sei denn, man lehnt sich auf einer der hinteren Ecken, um vielleicht an einen der Anschlüsse zu kommen. Das passiert jedoch in der Regel nur einmal.   

Einrichtung


Nun steht er an Ort und Stelle, der schöne Bolide, obwohl allein das Wort „Bolide“ mir selten mehr fehl am Platze erscheint. Allein schon deshalb, weil sich auf der schmalen Frontpartie, die bei anderen Herstellern als Slimline durchginge, nur vier Bedienelemente befinden. Davon ist der aus massivem Alu gefertigte Lautstärkeknopf noch das auffälligste. Die anderen drei sind die Ein-/Aus-Taste auf der anderen Seite sowie die beiden Tasten zur Quellenwahl, die sämtlich vom OLED-Display eingerahmt werden. Vor dem Einschalten schließen wir Lautsprecher und Quellen an. Dabei fällt auf, dass der SPA 25 zwar über neun Endstufen mit dazugehörigen Lautsprecher-Terminals verfügt, jedoch mit insgesamt bis zu 11 Kanälen jonglieren kann. Es stehen nämlich zusätzliche Pre-Ausgänge zur Verfügung, und zwar ausdrücklich für die Steuerung aktiver Frontlautsprecher, beziehungsweise dort angeschlossener Endstufen. Nun ergibt auch die Beschriftung der beiden Lautsprecherterminals für vorne rechts und links einen Sinn, denn diese kann man frei zuordnen. Solche Einstellungen werden im Menü, und zwar im Speaker Setup vorgenommen, wo verschiedene Lautsprecher-Kombinationen direkt als Preset hinterlegt werden können. Keine Frage, dass diese Presets auch bestimmten Eingängen zugewiesen werden können. Hier steht von 2.0 über 5.1.5 bis 7.1 4 alles an Lautsprecher-Settings zur Verfügung die der Primare bedienen kann.

AV-Receiver Primare SPA25 Prisma im Test, Bild 7
Jeder der neun Endstufen ist mit einem Anschluss-Terminal für einen Lautsprecher versehen, markante Merkmale sind auch die zwei Lan-Buchsen zum Durchschleifen und ein echter Netzschalter auf der Rückseite
Anschließend werden die Abstände und Pegel der einzelnen Boxen eingestellt, sodass das Konzert im Anschluss auch stimmig und wie aus einem Guss klingt. Die Raumeinmessung zum Abschluss wird mit Hilfe der Dirac-Live-Software und natürlich des mitgelieferten Mikrofones vorgenommen. Bei der Dirac Live Raumkorrektur handelt es sich zweifelsohne um ein mächtiges Werkzeug, allerdings ist im SPA25 lediglich eine abgespeckte Version aktiv, die leider nicht alle Frequenzen berücksichtigt. Zwar kann man problemlos auf die Vollversion upgraden, die ist allerdings nur als kostenpflichtiges Jahresabo zu bekommen, welches zur Zeit mit 99 Dollar zu Buche schlägt. Nun benötigt man diese Raumkorrektur in den meisten Fällen genau einmal, nämlich bei der ersten Einrichtung. Umso ärgerlicher ist es da, dass es für diesen einmaligen Einsatz nicht direkt zum Lieferumfang gehört. Ein weiterer Stolperstein ist uns bei der Einrichtung quasi über den Weg gerollt; das Menü ist zwar schön schlicht und damit übersichtlich, es gibt jedoch keine Sprachauswahl, selbst die eigentlich sehr hilfreiche Volltext-Unterstützung, die am unteren Bildrand eingeblendet wird, gibt es ausschließlich auf Englisch. Das mag einige Nerds zwar nicht stören, da der Primare jedoch ausdrücklich als benutzerfreundlich angepriesen wird, sollte dem Hersteller gerade an einer zeitgemäßen, mehrsprachigen Benutzerführung gelegen sein.  

Immer der perfekte Sound


Primare rühmt sich damit, dass der SPA25 Prisma für die Heimkino- Installation und ein perfektes Stereo-Erlebnis gleichermaßen gerüstet ist. Dieses Versprechen soll der Prisma in unserer Heimkino-Installation einlösen, allerdings nicht vor dem Gang durch unser Messlabor. Dort konnte er einmal mehr bestätigen, dass Leistung und feinste Audiotechnik nicht unbedingt in einem turmhohen Gehäuse stecken müssen. Souverän knackt er dort nämlich sämtliche im Datenblatt angegebenen Leistungsgrenzen. Nun soll er ebenso souverän unser Kino beschallen; den Anfang macht die sechste Staffel der Game of Thrones-Serie, und zwar die Dolby Atmos Tonspur: Ob nun klirrende Schwerter, bedrohlich rauschende Drachen-Schwingen oder einfach nur die eiseskalte Stille jenseits der Mauer. Der SPA25 macht seine Sache richtig gut; atmosphärisch dicht wird jeder Ton, jeder Effekt an der richtigen Stelle platziert. Der Subwoofer grollt derart abgrundtief, wie wir es aus dem angeschlossenen Chassis bislang noch nicht vernommen hatten. Nach diesem Ausflug durch Westeros und Essos ist es an der Zeit, auch die musikalischen Qualitäten unter die Lupe zu nehmen. Hierzu nutzen wir die umfangreichen Streaming-Möglichkeiten des Primare und lassen uns „No Need To Argue“ von den Cranberries kommen, und zwar in bestmöglicher Auflösung. Ob nun die „Ode To My Family“, das nach wie vor mitreißende „Zombie“ oder schließlich der Titelsong selbst, stets trifft die Stimme der leider viel zu früh verstorbenen Dolores O’Riordan mit ihrer unverstellten Emotionalität einen Nerv. Wir hören übrigens jetzt nur über die beiden Front-Lautsprecher, da wir diesen Eingang vorher mit genau diesem Preset belegt hatten, sodass der Primare SPA25 aktuell wie ein reiner Stereo-Verstärker arbeitet. 

Und das Bild?


Bei der Bildverarbeitung setzen die Schweden eher auf Bewährtes, als den neusten Standards und Entwicklungen hinterher zu hecheln. So verzichtet der SPA25 beispielsweise auf die neusten HDMI-Chipsätze. Nicht etwa weil es dort nach dem Fiasko mit den ersten Chargen zu Lieferengpässen kam, sondern weil man auch dem neuen Braten nicht so recht traut. So finden wir bereits in den Spezifikationen zur Videoverarbeitung nur die klare Ansage, dass 4K 60 Hz Signale anstandslos unterstützt werden, ebenso wie das Passieren von Dolby Vision-, HDR 10- und HDR 10+-Signalen. Die berüchtigten Fußnoten-Sternchen neben den 8K-Spezifikationen, mit der kleingedruckten Aussage; hier würde man bei einem der nächsten Updates nachbessern, fehlen hier gänzlich. Power-Gamer freut das natürlich nicht, wenn sie es denn überhaupt registrieren, denn die sind sicher nicht Zielgruppe für Primare. Für einfache, sagen wir mal familiengerechte Spiele, reicht das Potential des SP25 vollkommen aus. Die wirklich aktuellen Video-Formate werden anstandslos unterstützt.

Fazit

Der Primare SP25 Prisma hat alle unsere Erwartungen erfüllt, mehr noch: Hier trifft außergewöhnliches Design auf saubere Konstruktion und Leistung pur, echtes Understatement also.

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Kategorie: AV-Receiver

Produkt: Primare SPA25 Prisma

Preis: um 5500 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


10/2023
5.0 von 5 Sternen

Referenzklasse
Primare SPA25 Prisma

Bewertung 
Klang 40%

Labor 10%

Praxis 25%

Ausstattung 25%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb in-akustik, Ballrechten-Dottingen 
Telefon 07634 5610 0 
Internet www.in-akustik.com 
Technische Daten
Abmessungen (B x H x T in mm) 430/145/420 
Gewicht 12 
Leistung Stereo (4 Ohm / 8 Ohm in Watt) 315/164 
Rauschabstand: 86 
Kanaltrennung: 68 
Klirrfaktor: 0,018% 
Stromverbrauch (Aus / Standby / 2 x 5 Watt) 0/0.3/86 
Ausstattung
Eundstufen / Dekoder 9/11.1 
Dolby Atmos / DTS:X / Auro 3D / THX Ja / Ja / Nein /– 
USB-Formate WAVE, AIFF, FLAC, ALAC, MP3, MP4 (AAC), WMA, OGG, DSD (bis zu 192 kHz/24 bit; DSD 256/11,2MHz) 
DSP-Programme / Auto-Einmessung Stereo, Bypass, Party, Dolby Prologic IIx Music, Dolby Prologic IIx Movie, DTS NEO:6 MUSIC, DTS NEO:6 CINEMA/Dirac Live Room Correction 
Frontanschlüsse (USB / HDMI / Analog / Phones) Nein / Nein / Nein /– 
Eingänge Audio (Analog / Phono / opt. / elektr.) 10/–/2/1 
Eingänge Video ( HDMI / FBAS / YUV) 4/0/0 
Ausgänge Audio (Analog / opt. / elektr.) 5/0/0 
Ausgänge Video (HDMI / FBAS / YUV) 2/0/0 
Multiroom / Bi.-Amping Ja / Ja 
Streaming / FM-Tuner / Internet-Radio Ja /–/ Nein 
Netzwerk / WLAN / Bluetooth Ja / Ja / Ja 
Besonderheiten Unterstützt Spotify Connect, kompatibel mit Airplay, Chromecast Buid in 
+ Enormes Klangpotential bei Film und Musik 
+ 9 potente Digital-Endstufen 
+/- hervorragende Verarbeitung 
Klasse Referenz 
Preis/Leistung gut 
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Thomas Johannsen
Autor Thomas Johannsen
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Datum 21.10.2023, 10:00 Uhr
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