Kategorie: AV-Receiver

Einzeltest: Marantz SR6012


Soundtüftler

AV-Receiver Marantz SR6012 im Test, Bild 1
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Der SR6012 ist der zweitkleinste der von Marantz angebotenen Fullsize-AVReceiver. Mit dem Bullaugen-Display an zentraler Position, dem symmetrischen Frontaufbau und den geschwungenen Wangen an den Seiten wirkt er elegant und wertig. Für Sie gucken wir dem 9.2-AV-Receiver prüfend unter die Haube.

Wer sich für ein gehobenes Heimkinosystem interessiert, schaut sich bei AV-Receivern oft jenseits der 1.000-Euro-Grenze um. Denn hier tummeln sich Geräte, die mit hohen Verstärkerleistungen, umfangreicher Ausstattung, hervorragender Verarbeitung und bester Klangqualität bei Musik und Film aufwarten. Marantz hat einen besonders attraktiven Receiver im Portfolio, den von uns zum Test bestellten SR6012 mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.399 Euro. Im Paket steckt ein AV-Receiver mit neun diskret aufgebauten Verstärkern und der Fähigkeit bis zu 11.2-Kanäle zu prozessieren.

AV-Receiver Marantz SR6012 im Test, Bild 2AV-Receiver Marantz SR6012 im Test, Bild 3AV-Receiver Marantz SR6012 im Test, Bild 4AV-Receiver Marantz SR6012 im Test, Bild 5AV-Receiver Marantz SR6012 im Test, Bild 6AV-Receiver Marantz SR6012 im Test, Bild 7AV-Receiver Marantz SR6012 im Test, Bild 8
Anschlüsse gibt es auf der Rückseite bis zum Abwinken, Heos für Multiroomanwendungen und die bewährte Einmessung Audyssey sind an Bord. 

Ausstattung und Technik


Marantz spendiert seinem AV-Receiver SR6012 also eine umfangreiche Ausstattung, der es zu unserer Überraschung an der Unterstützung des Formats Auro-3D mangelt. Wir haben uns an dieses Feature schon so von den bisher getesteten Modellen aus dem Hause Denon und Marantz gewöhnt, dass wir es für diesen 9.2-Kanal-Receiver ebenfalls erwarteten. Nun, mit Dolby Atmos und DTS:X ist der Receiver allerdings auch so für die Wiedergabe der Tonformate mit Höheninformationen gut gerüstet. Und die Filmindustrie unterstützt ja eher die beiden Platzhirsche von Dolby und DTS. Wer das Auro-3D-Format dennoch für sich nutzen möchte, muss zum nächstgrößeren Modell, dem SR7012 greifen. 13 Kilogramm bringt der schmucke Netzwerk-AV-Receiver auf die Waage und baut ganz klassisch 44 Zentimeter breit. Mit rund 40 Zentimetern Tiefe und 16 Zentimetern Höhe macht der in Silbergold und Schwarz erhältliche Receiver bereits optisch mächtig Eindruck. Das Gehäuse ist präzise gefertigt und die geschwungenen Wangen rechts und links auf der Front sorgen für eine flotte Optik. Gleiches gilt für das runde Bullaugendisplay, das sehr nett anzusehen ist, allerdings vergleichsweise wenige Informationen anzeigen kann. Nur die größeren Modelle bieten hinter der Frontklappe ein weiteres Display in klassischer Bauweise. Beim SR6012 sind hier neun Tasten in Reih und Glied angeordnet, darunter befinden sich ein 6,3-mm-Kopfhöreranschluss und die 3,5-mm-Buchse für das mitgelieferte Messmikrofon. Zusätzlich sind hier eine USB-Schnittstelle, ein HDMI-Eingang sowie analoge Eingänge für Audio- und Videogeräte zu finden. Hinten geht es dicht gedrängt zu, schließlich wollen hier zahlreiche Anschlüsse und elf Paar Lautsprecherterminals untergebracht werden. Sieben HDMI-Eingänge und drei HDMI-Ausgänge sitzen an oberster Stelle, ganz unten in einer Reihe die sehr ordentlichen Anschlüsse für die Lautsprecher. Fünf Audioeingänge, zusätzlich eine Phono-MM-Buchse für Plattenspieler und je zwei digitale Eingänge in optischer und koaxialer Bauweise bietet der SR6012 ebenfalls an. Über einen 7.1-Channel-in zum Anschluss von Geräten mit Mehrkanal-Audioausgängen verfügt der Receiver auch. Vor allem für Profi s interessant ist der RS-232C-Anschluss, der die Einbindung in eine Haussteuerungsanlage ermöglicht. Dank HDCP2.2-Unterstützung, kann der SR6012 4K/Ultra-HD- Inhalte mit 50/60 Hz (Full-Rate) und 4:4:4 Pure Color 4K Passthrough verarbeiten. Standard- und HD-Videoquellen werden wahlweise auf eine Auflösung von bis zu 4K mit 50/60 Hz hoch skaliert. Dolby Vision, HDR10, HLG und 21:9-Video werden unterstützt. Per Update wird der ARC-Ausgang des AV-Receivers zu einem „Enhanced Audio Return Channel“ aufgewertet und somit in der Lage sein, Dolby TrueHD, Dolby Atmos, DTS-HD und DTS:X wiederzugeben. Ein weiteres Update ist angekündigt, das DTS Virtual:X in den SR6012 integrieren wird. Damit werden Signale generiert, die Höhenlautsprecher emulieren. Somit sind 3D-Soundeffekte erlebbar, ohne Surround- bzw. Höhenlautsprecher einsetzen zu müssen. Dies lässt sich für alle DTS-Tonformate anwenden. 

Multimedia


Der Marantz SR6012 ist in der Lage, HiRes-Audioformate wie ALAC, FLAC, WAV mit bis zu 24 Bit/192 kHz oder DSD-Audio mit 2,8/5,6 MHz lückenlos wiederzugeben. Die Heos-Integration ermöglicht es, spielend einfach verschiedenste Musikquellen auszuwählen, darunter zahlreiche Streamingdienste, NAS-Laufwerke oder an USB angeschlossene Datenträger. Die kostenlose „Heos-App“ bietet sich zum Steuern des Systems an: Musiktitel können hiermit durchsucht und Playlisten zum Abspielen erstellt werden. Zudem erlaubt sie den direkten Zugriff auf die Online-Musik-Streamingdienste. Dank Dual- Band-WLAN funktioniert das Streaming auch kabellos störungsfrei. Trotz hoher WLAN-Dichte laufen AirPlay, Internetradio und Bluetooth bei uns im Redaktionsgebäude ohne Aussetzer. 

Einmessung


Zur Einrichtung der Lautsprecher und Optimierung der Raumakustik verwendet der SR6012 das überaus bewährte Audyssey MultEQ-XT32, inklusive Dynamic Volume und Dynamic EQ. In etwa einer Viertelstunde wird das Setup an mindestens drei bis maximal acht Mikrofonpositionen eingemessen und anschließend analysiert. Dazu liegt ein einfaches, höhenverstellbares Stativ aus Pappe bei, auf dem das Messmikrofon, idealerweise in Ohrhöhe des Zuhörers, platziert wird. Zum Ausreizen des eigenen Lautsprechersetups bietet sich unbedingt das für 20 Euro erhältliche Smartphone- oder Tablet-Tool „Audyssey MultEQ Editor-App“ an. Dieses sehr empfehlenswerte Tool bietet zahlreiche Möglichkeiten, den Klang noch präziser an die eigenen Vorlieben anzupassen, und macht den Marantz SR6012 zum wahren Soundtüftler. Besonders interessant hierbei ist die Möglichkeit, bestimmte Frequenzbereiche bei der Audyssey-Einmessung außen vor zu lassen. So kann beispielsweise nur das untere Frequenzspektrum bis 800 Hertz beeinflusst werden, darüber bleibt der Lautsprecherfrequenzgang unangetastet. 

Klang


Wie üblich, wird der AV-Receiver im Referenz-Heimkino mit Stereo- und Mehrkanallautsprechern getestet. Zuerst im Stereobetrieb ohne klangbeeinflussende Maßnahmen, also im Pure-Direct-Modus. Mit HiRes-Audiomaterial loten wir den Klang aus. Ein bisschen was von Britten gibt’s zu hören, „Magnifi cat“ von Kim André Arnesen ist auch dabei, ein paar Stücke von Jan Gunnar Hoff spielen wir ab und lassen uns dann die Köpfe frei pusten mit deftigem Rock und synthetischen Sounds von Kraftwerk. Der SR6012 bleibt trotz der schrägen Auswahl völlig unbeirrt und liefert allerfeinsten Klang im Hörraum ab. Das zugegebenermaßen sehr schwülstige Magnificat gibt er prächtig wieder, mit wunderbarer Raumstruktur, schön gestaffeltem Chor, tragender Solostimme und mächtig tönender Orgel – echt packend und ergreifend. Jan Gunnar Hoffs Flügel steht groß im Raum, die Anschläge ertönen akkurat und sehr differenziert. Aber auch abseits von Klassik und Jazz punktet der Marantz mit seinen klanglichen Eigenschaften. Er bildet räumlich hervorragend ab und gefällt durch seine neutrale und doch lebendige, begeisternde Spielweise. Wir legen den neuen „Transformers: The Last Knight“ in den Blu-ray- Player ein und lassen uns von dem sehr gelungenen Surroundsound der Disc begeistern. In 5.1.4-Konfiguration legt der Marantz los wie der Teufel und flutet mit mächtigen Tiefbasswellen unser Heimkino. Rabenschwarz, druckvoll und präzise sind die Bässe – so muss das sein. Obenrum brennt der Marantz das gern zitierte „Effekte-Feuerwerk“ ab. Aus jeder Ecke gibt es was auf die Ohren der Zuschauer, das ist im wahrsten Sinne des Wortes „großes Kino“. Die Sprachverständlichkeit ist exzellent, die Ortbarkeit ebenfalls. Mit Mehrkanalmusik zeigt der Marantz, dass er eine gesittete Spielweise genauso bravourös beherrscht und eine wunderbare Live-Konzertatmosphäre zu schaffen weiß.

Fazit

Der SR6012 ist ein prächtiger AV-Netzwerkreceiver aus dem Hause Marantz. Mit seinem sehr schicken Design, seiner guten Ausstattung und Verarbeitung und den hervorragenden Mehrkanal-Klangeigenschaften bietet sich der SR6012 für gehobene Heimkinoanlagen an. Natürlich dürfen hier auch Musikfans zugreifen, da der Marantz mit einem exzellenten Stereoklang begeistert und umfangreiche Streamingmöglichkeiten bietet.

Preis: um 1400 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

AV-Receiver

Marantz SR6012

Referenzklasse

4.5 von 5 Sternen

06/2018 - Jochen Schmitt

Bewertung 
Klang 40% :
Tonalität 20%

Räumlichkeit 10%

Lebendigkeit 5%

Dekodierung 5%

Labor 10% :
Leistung 2%

Rauschabstand 2%

Klirrfaktor 2%

Übersprechen 2%

Dämpfung 2%

Praxis 25% :
Verarbeitung (Gerät) 10%

Bedienung (Gerät/ Handbuch/ Fernb.) 15%

Ausstattung 25% :
Ausstattung 25%

Ausstattung & technische Daten 
Preis in Euro 1400 
Vertrieb Marantz, Bissendorf 
Telefon 02157 12080 
Internet www.marantz.de 
Technische Daten
Abmessungen (B x H x T) in mm 440/161/398 
Gewicht (in Kg) / Frontplatte Metall (M)/ Kunststoff (K) 12.8/K/M 
Stereo Leistung, PCM-Stereo (4 Ohm/8 Ohm), 0,7% THD (in W): 167/126 
5-Kanal Leistung, Dolby Digital (4 Ohm/8 Ohm), 0,7% THD (in W): 92/86 
Rauschabstand PCM-Stereo, Front, 5W, 1kHz (in dB) 93.6 
Rauschabstand Dolby Digital, Front, 5W, 1kHz (in dB) 93.2 
Klirrfaktor Dolby Digital, Front, 5W, 1kHz (in %) 0.012 
Klirrfaktor PCM-Stereo, Front, 5W, 1kHz (in %) 0.003 
Kanaltrennung, DD, 1kHz; F/F, F/C, F/R (in dB) 74.5/73.7/74.7 
HDMI-Version 2.0a, Ausgang mit ARC 
Dämpfungsfaktor 33 
Stromverb. Standby/Passthrough/bei 5 x 1 Watt Ausgangsl. (in W) 0.3/3/179 
Max. Temperaturerhöhung über Raumtemp. (in °C) 38 
Ausstattung
Dekoder für alle Tonformate/THX Ja /nein 
Dolby Atmos / DTS:X / Auro-3D Ja / Ja / Nein 
Formate USB WMA, MP3, WAV, AAC, FLAC, ALAC, DSD (5,6 MHz) 
Formate Netzwerk WMA, MP3, WAV, AAC, FLAC, ALAC, DSD (5,6 MHz) 
DSP-Programme/autom. Einmessung 0/ Ja 
Übernahmefreq. f. Subw./pro Kanal/man. Equalizer 10/ Ja /9-Band graf. 
Frontanschl.: FBAS/HDMI/Audio analog/digital/USB Ja / Ja / Ja / Nein / Ja 
Eing. Audio: analog/Phono/Mehrkanal/opt./elektr. 6/ Ja /8-K./2/2 
Eingänge Video: FBAS/YUV/HDMI 4/0/8 
Ausgänge: analog/opt./elektr./YUV/HDMi 0/0/0/1/2 
Pre-Out: Front/Center/Rear/Subw./SB/FH/FW Ja / Ja / Ja / Ja / Ja / Ja / Ja 
Videokonvert./Scaler/4K-Passtrough/Upscaling Ja / Ja / Ja / Ja 
AV-Sync/Analogpegel einstellb./Input-Rename var./ Ja / Ja 
Multiroom (A/V)/iDevice-kompatibel/AirPlay Ja / Ja / Ja / Ja 
Klangregler/abschaltb./Kopfhörer-Ausg. 2/ Nein / Ja 
FM-Tuner/Internetradio/Sleep-Timer Ja / Ja / Ja 
Fernb. lernf./vorprogr./OSD über HDMI Ja / Ja / Ja 
Netzwerkfunktion/Triggerausgänge/RS232 o.ä. Ja / Ja / Ja 
Dekoder/Endstufen/Gehäusefarben 9.2/9 analog/Silbergold, Schwarz 
Sonstiges HEOS Multiroom, 11.2-Processing, Spotify-Connect, Tidal, Deezer, Napster, Soundcloud, ECO-Schaltung 
Preis/Leistung sehr gut 
+ + ausgewogener Klang 
+ + sehr gut ausgestattet 
+/- + wertiges Design 
Klasse: Referenzklasse 
Testurteil: überragend 
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Jochen Schmitt
Autor Jochen Schmitt
Kontakt E-Mail
Datum 29.06.2018, 15:02 Uhr
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