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Kategorie: CD-Receiver

Einzeltest: Arcam Solo Neo


Generationsübergreifend

CD-Receiver Arcam Solo Neo im Test, Bild 1
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Arcam Solo – das waren doch immer die wirklich tollen Kombigeräte, die eine komplette Anlage in einem Gerät vereinen und dabei spielten wie der Teufel. Ich habe hier einen Arcam Solo Neo. Und freue mich, Ihnen erzählen zu dürfen, was neu daran ist.

Welche …  Peripherie?

Lautsprecher:

Klang+Ton Schmitti Memorial, KEF iQ50, PSB B Bookshelf 


Netzwerkfestplatte/Speichermedien:

RipNAS Z500, Notebook Toshiba mit Tversity 1.8 beta, Trextor Data Station Pocket 80 GB


Netzwerkkabel:

Neyton


USB-Kabel:

Silent Wire


Das, was man sofort erkennt, ist ein CD-Slot und hintendran auch Lautsprecherterminals. Klar, das ist ein Verstärker mit CD-Laufwerk oder ein CD-Player mit integriertem Verstärker, je nachdem. Das ist so weit auch erstmal richtig, doch kommt jetzt noch viel mehr. Der Solo hat den Weg ins Netzwerk gefunden. Die Verbindung erfolgt wahlweise drahtlos oder kabelgebunden. Bei Ihnen zu Hause wird sich das Verbinden ungefähr so gestalten: WLAN-Antenne anschließen, nach verfügbaren Netzwerken suchen lassen, Netzwerkschlüssel eingeben (steht meist unter dem Router), fertig. Nach ein paar Sekunden ist er bereit, Musik per Streaming zu empfangen und wiederzugeben. Streaming ist natürlich nicht das Einzige, das der moderne Zeitgeist heute von einem Rundum-Sorglos-Paket erwartet. Natürlich möchte man auch Radio hören. Dabei hat man freie Auswahl: Entweder hört man digitales Radio vom DAB-Empfänger oder durchstöbert die Welt des Internetradios nach Streams – Sie haben die Wahl. Qualitativ ist der DAB-Tuner zu bevorzugen, die größere Auswahl hat das Netz. Und wo wir schon bei Auswahl sind: Wie und worüber Sie digitale Musik abspielen, steht Ihnen ebenfalls frei. Natürlich können Sie ganz wie gewohnt eine CD ins Laufwerk stecken und die wiedergeben. Das kennen Sie, wollen Sie sicher auch nach wie vor nutzen, aber was machen Sie mit all den Dateien, die auf ihrer Festplatte liegen? Dafür hat der Neo auch ein paar Möglichkeiten in petto: Direkt vom Stick abspielen oder durchs Netzwerk schicken.

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Für diese Art der Übertragung braucht man einen UPnP-Server. Wer seine Musik auf ein Netzlaufwerk schiebt, hat meist einen UPnP bereits ohne eigenes Zutun vorinstalliert (zumindest ist das die Regel), allen anderen empfehle ich einen Blick ans Ende des Artikels. Dort gibt es ein kleines Tutorial, in dem die Einrichtung des iPhone-Programms „Plugplayer“ erklärt wird, mit dem zumindest die Steuerung des eingebauten UPnP-Clients per Touchpanel am Apple-Telefon möglich ist. Natürlich kann man alles auch mit der Infrarotfernbedienung steuern. Die muss schon relativ intelligent aufgebaut sein, um die Flut an möglichen Quellen unter Kontrolle zu haben. Das geht von analogen Quellen über DAB-Tuner (der ist ja schonmal digital) über besagten Streaming-Client und Internetradio bis hin zum USB-Eingang, über den digitale Daten direkt abgespielt werden können. Wer die Musik auf einem USB-Stick gespeichert hat, steckt diesen einfach hinten am Gerät in die Buchse und legt genauso schnell los. Vorzugsweise bedient er sich der Ordnerstruktur, um einzelne Lieder anzuwählen, die Auswahl über ID-Tags habe Technik-Information ich nicht gefunden. Wichtiger ist mir allerdings Folgendes: Er spielt über diese Schnittstelle so ziemlich alles, was man so auf der Festplatte haben könnte. Die Anleitung spricht zwar nur von MP3s, in der Praxis habe ich aber sogar Musik im AIFF-, FLAC- oder WAV-Format ohne Probleme abgespielt. Das ist nicht unwichtig, schließlich möchte man sich nicht immer Gedanken darüber machen müssen, die eine oder andere Datei erst umwandeln zu müssen, um sie im Wohnzimmer auf dem Solo Neo genießen zu können. Er spielt sie alle, sogar die höher aufgelösten Dateien (bis 96 kHz), die uns die diversen Downloadportale anbieten. Der interne Wandler ist mir recht gut bekannt: Der Wolfson wird derzeit recht häufig eingesetzt, was an seiner hervorragenden Performance liegt. In dieser Beziehung kann man also beruhigt weiterarbeiten. Schade, dass man keinen digitalen Eingang vorgesehen hat, um diesen Wandler auch mit anderen Quellen nutzen zu können. Eine heute nicht mehr entbehrliche Zusatzquelle ist der iPod. Der findet mit der optionalen Dockingstation irDock Anschluss. Steuersignale werden dabei an die RS232-Schnittstelle geschickt, die Musik selbst fließt durch analoge Eingänge ins Verstärkerchen. Am liebsten wird er mit Geräten aus der „Solo“-Serie von Arcam verbunden, da er sich dann mit deren Fernbedienung steuern lässt, taugt aber auch richtig gut als Erweiterung für Anlagen von „Fremdherstellern“ und wird dann über die beiliegende IR-Fernbedienung navigiert.

Graue Theorie ...


Mit unserem Messsystem musste er natürlich auch Bekanntschaft machen. Die beiden sind, glaube ich, Freunde geworden, diesen Parcours meisterte der Neo jedenfalls ohne Probleme. Im Gegenteil: Es gibt zu keiner der Messungen irgendetwas Negatives zu sagen. Der Kasten „Technik- Information“ versorgt Sie mit Zahlen, falls Sie das wünschen, ich möchte Sie jetzt nicht damit langweilen. Im Endeffekt ist es doch viel wichtiger, wie gut das musikalische Ergebnis aussieht, das mit ihm möglich ist.

...bunte Praxis


Bei einer Komplettlösung besteht ja ganz oft die Befürchtung, dass die Featureliste lang ist, aber klanglich nicht das Gelbe vom Ei geboten wird. Der erste Soundcheck erfolgte an unserer Schmitti Memorial, die zwar mit 96 dB Wirkungsgrad auch aus schwachbrüstigen Amps laute Töne rausholt, aber die großen Membranen und vor allem die dicke Schwingspule des 64-Zentimeter-Basstreibers müssen erst mal bewegt und kontrolliert werden. Schon in dieser Anfangsphase war ich ehrlich gesagt erstaunt, wie hart der Neo an der Spule hängt und sie kontrolliert bewegt. Selbst der beiwohnende Vertreter des Deutschlandvertriebs war sichtlich angetan, war er vielleicht selbst überrascht? Eventuell schon, trotzdem empfehle ich Ihnen, nicht gerade die dickste Box, die sie sich ausdenken können, an ihm zu betreiben. Sein Metier ist eher das adäquate Aussteuern richtig guter Kompaktboxen und kleiner Standboxen. Im Hinterkopf blieb mir trotzdem das, was er an unserer Schmitti geleistet hat – an der haben schon ganz andere aufgeben müssen. Später jedenfalls war ich dann endlich allein mit dem Kleinen und habe mal andere Lautsprecher geholt. Schließlich hat nicht jeder so ein Monster wie die Memorial-Box im Wohnzimmer. Jetzt habe ich auch nicht mehr wahllos Dateien vom NAS gestreamt, sondern konnte mich bewusst den charakteristischen Merkmalen des Klangs in einer eher konzentrierten Session widmen. Später Abend, genau das Richtige, um sich mit dem Test von Dynamikfähigkeiten wachzurütteln. Vor Kurzem hatte ich zu Testzwecken noch die gute alte Sheffield Drum Records eingelesen und wusste, dass sie sich auf meinem Netzlaufwerk befindet. Der Neo erfüllte genau das, was ich erreichen wollte: Er föhnte mich munter. Ich war erstaunt, was die paar Watt alles können. Da ich nun munter war, kamen die etwas sanfteren Disziplinen dran, denn das bloße Pegeln ist mit Sicherheit nicht gerade das, was die Erbauer beim Konzipieren im Hinterkopf hatten. Frau Jones, Vorname Ricky Lee, hat mich schon eine ganze Weile lang nicht mehr beehrt, jetzt fand ich den Zeitpunkt aber richtig gut. An den Enden des Spektrums etwas zurückhaltend, spielte der Neo ein angenehmes, fließendes und irgendwie „sympathisch“ klingendes Konzert in meiner Hörecke. Wie gesagt: Zum Rumpfeffern ist er nicht unbedingt da, dazu ist er zu erwachsen. Im weiteren Verlauf musste ich ein weiteres Mal etwas gegen meine Skepsis tun: Die Tatsache, dass der iPod analog ausgelesen wird, sorgte bei mir für die Befürchtung, nicht gerade mit musikalischen Ergüssen überschüttet zu werden. Klar ist die (teuer zu bezahlende) digitale Schnittstelle des iPod verlockend, aber was der irDock aus den empfangenen Apple- Dateien macht, gehört ganz klar mit zum Besten, was ich jemals aus Dockingstations herausholen konnte. Feine Sache! Das klingt klar, baut einen feinen Raum auf und tatsächlich kommt auch dieser Druck wieder ins Spiel, den man verspürt, wenn ein gut ausgelesener iPod am Werk ist. Sie wissen, was ich meine. Die subtile Art der Wiedergabe, die man für manche Alben benötigt, bewies er mir auch mit „Shock!“ vom Gareth Williams Power Trio. Das ist eine hervorragende Aufnahme. Der Neo Solo zeigte das auch und bot alle Facetten und Vorzüge so dar, wie ich das erwarte. Der künstliche, oft etwas übertrieben wirkende Raum strahlte an allen Ecken, die Klavieranschläge erzeugte er mit schönen Oberwellen, die der Musik anhaftende Ruhe wird wunderbar transportiert. Ab und an habe ich noch mal richtig aufgedreht, die „Schnelligkeit“ der Musik blieb auch bis zu einer gewissen, durch die Ausgangsleistung begrenzten, Lautstärke erhalten. Die Musik kam in dem Fall wieder von meiner externen Festplatte, und das ist auch genau der Vorzug, den man mit einem Gerät dieser Art hat: Wer wie ich Musik auf verschiedenen Medien gespeichert hat, wird es lieben, sie unmittelbar abspielen zu können. Wenn man sich überlegt, wie viele unterschiedliche Quellen ich da in kürzester Zeit und mit ein paar Tastendrücken durchprobiert habe und was klanglich dabei passierte, kann man sich gegen spontane Begeisterung nicht wehren. Es wird immer Leute geben, die dicke Vor- End-Kombis und mindestens gleich große Quellgeräte haben wollen. Wem es aber hauptsächlich auf Bedienkomfort, Platz im Rack und guten Klang ankommt, dem empfehle ich, den Neo ins Kalkül zu ziehen. Lohnt sich, wirklich!

Fazit

Viel „kompletter“ kann eine Komplettlösung nicht sein. Der Solo Neo spielt CDs, streamt, holt sich Musik von externen USB-Medien und spielt dabei auf einem Niveau, das so hoch ist wie man es sich nur wünschen kann.

Preis: um 1800 Euro

Ganze Bewertung anzeigen
Arcam Solo Neo

Spitzenklasse

4.5 von 5 Sternen

-

Bewertung 
Klang 40%

Labor 10%

Praxis 50%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb GP Acoustics, Lünen 
Telefon 0231 98600 
Internet www.arcam.de 
Ausstattung
Abmessungen (B x H x T in mm) 430/80/350 
Gewicht (in Kg) 7.8 
Ausführungen: Silber 
Eingänge Audio / Phono MM / Phono MC Ja / Nein / Nein 
Digital-Eingänge (opt. / elekr.) Nein 
Ausgänge Audio 5 x RCA 
Digital-Ausgänge (opt. / elektr.) Ja / Nein 
Pre-out Ja 
Kopfhörer-Ausgang Ja 
Klangregelung Ja 
Fernbedienung / lernfähig Ja / Nein 
Besonderheiten UPnP-Streaming-Client, DAB-Radio, Internetradio, USB-Eingang 
Messwerte
Leistung (8 Ohm) (in W) 42 
Leistung (4 Ohm) (in W) 75 
Klirrfaktor (5 W an 8 Ohm) (in %) 0.008 
Rauschabstand 93 
Übersprechen 87 
Dämpfungsfaktor 150 
Stromverbrauch Standby / Aus / 2 x 1 Watt (in W) 0.6/0/58 
Kurz und knapp
+ umfangreiche Ausstattung 
+ dynamischer Klang 
+ bereit für neue Medien 
Klasse Spitzenklasse 
Preis/Leistung sehr gut 

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Es geht wieder in Richtung Herbst und Winter - wegen der doch eingeschränkten Möglichkeiten, sich draußen zu betätigen, die Hauptsaison der gemütlichen Musik- und Filmabende in den eigenen vier Wänden.
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