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Kategorie: D/A-Wandler

Systemtest: Hermes, Sonnet Morpheus


Streaming-Bridge und DAC Sonnet Hermes und Morpheus

D/A-Wandler Hermes, Sonnet Morpheus im Test , Bild 1
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Griechische Götter sind bekannt für ihre Zwistigkeiten untereinander. Sonnet hingegen bietet zwei Vertreter, die sich blendend mit einander verstehen.

Wenn Geräte nach antiken Gottheiten benannt werden, weckt das natürlich gewisse Assoziationen von Macht und Größe. Da ist es schon ein wenig erstaunlich, dass der niederländische Hersteller Sonnet eigentlich vergleichsweise kompakte Systeme baut, die mit Namen aus dem griechischen Pantheon versehen werden. Doch Sonnet hat sich hauptsächlich der Konstruktion von cleveren Digitalsystemen verschrieben, bei denen bekanntermaßen die Größe der Geräte weit weniger aussagekräftig ist, als bei der analogen Konkurrenz. Für sich genommen kommen Hermes und Morpheus mit nur 19, beziehungsweise 29 Zentimeter Breite aus. Selbst wenn man die beiden also direkt nebeneinander im Rack platziert nehmen sie nur geringfügig mehr Raum ein, als Systeme im üblichen Vollformat. Dank auf einander abgestimmter Optik mit dicken Frontplatten und in hellem Blau erstrahlenden Displays, scheinen die beiden bereits wie für einander gemacht, wobei sich Hermes und Morpheus im Test noch auf andere Weise als ausgezeichnete Partner herausstellen sollten. Beim Hermes handelt es sich um einen Netzwerk-Streamer, der für die Nutzung mit Roon vorgesehen ist. Dazu ist das schlanke Quellgerät vollständig Roon Ready zertifiziert und wird beim Anschluss in eine passende Infrastruktur sofort als kompatibles Audiosystem erkannt. Das setzt selbstverständlich die entsprechende Roon-Softwarelizenz und einen passenden Musikserver oder Computer voraus. Sonnet ist sich allerdings bewusst, dass trotz all der Vorteile, die das umfangreiche Musikprogramm bietet, auch andere Optionen gefragt sind. Darum lässt der Hersteller seinen Kunden die Möglichkeit offen, auch andere Betriebssysteme auf dem Gerät laufen zu lassen. Durch das Austauschen der SD-Karte auf der Rückseite, lassen sich so beispielsweise auch Volumio oder andere RaspberryPi basierte Systeme mit entsprechenden HiFi-Programmen nutzen.

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Das funktioniert besonders einfach, da der Hermes auf einem RaspberryPi Computing Modul basiert, dass mit einer eigens für den Streamer entwickelten Audio-Platine kombiniert wird. Diese bietet die drei üblichen S/PDIFVarianten für den Anschluss an einen D/A-Wandler. USB sucht man leider vergebens, was in Anbetracht der eigentlich möglichen Abtastraten von Roon schon ein wenig schade ist. Anstelle dessen spendiert Sonnet seinem Streamer dafür einen I²S-Anschluss in Form einer RJ45-Buchse, der dank der gleichzeitigen Übertragung von Daten- und Timingsignalen ausgezeichnete Ergebnisse liefern kann. Der Morpheus bietet dann neben den kompatiblen S/PDIF-Schnittstellen noch einen zusätzlichen Eingang, der den Vorlieben des Nutzers angepasst werden kann. Standardmäßig kann der DAC bei Bestellung wahlweise mit der entsprechenden I²S-Platine versehen werden, um mit dem Hermes kombiniert zu werden. Alternativ ist auch die Ausstattung mit einem USB-Eingang möglich. Für die Verwendung mit dem Hermes sollte aber I²S die erste Wahl sein, während Nutzer anderer Quellgeräte mit USB natürlich exzellent aufgestellt sind. Das jeweils nicht eingesetzte Modul kann letztlich auch separat bestellt werden, um bei Bedarf den Anschluss entsprechend umzurüsten. Die Verwendung des eher seltenen, aber umso anspruchsvolleren I²SEingangs ist dabei aber nur ein Vorgeschmack auf das, was der Morpheus in seinem Innern bereit hält. Anders als die meisten DACs auf dem Markt setzt er Signale nicht mit Hilfe der üblichen Chips um, sondern nutzt ein R2R-Widerstandsnetzwerk, das man auch gerne als Ladder-DAC bezeichnet. Pro Kanal werden je zwei Module verwendet, wobei Sonnet selbst hier noch einmal auf eine spezielle Arbeitsweise setzt. Die gewünschten 24 Bit Auflösung werden nicht mit Hilfe der üblichen 16-Bit- Stufen erreicht. Stattdessen werden die Signale in zwei 12-Bit-Stufen getrennt um eine bessere Linearität zu erzielen. Die zwei analogen Signale der Stufen werden anschließen zu einem vollständigen Signal zusammengefügt und an den entsprechenden linken oder rechten Ausgang weitergegeben. Der DAC kann per XLR oder RCA mit Vollverstärkern verbunden werden, doch auch der direkte Anschluss an Endstufen oder Aktivboxen ist möglich. Sonnet verzichtet beim Morpheus auf eine separate Vorstufenschaltung und nutzt stattdessen einen einfacheren Weg. Die DAC-Module sind direkt mit dem Ausgängen verbunden, ohne das weitere Elektronik in den Signalweg gesetzt werden muss. Die zur Signalwandlung per R2R-Netzwerk genutzte Referenzspannung wird hier verwendet, um die Ausgangsspannung der Module und damit die Lautstärke direkt zu steuern. Im Menü des DACs lässt sich die Vorstufenfunktion einoder ausschalten, wobei auch im fixen Modus die Ausgangsspannung an die verwendeten Geräte angepasst werden kann. Die Bedienung beider Systeme ist wunderbar gelöst. Mit der Nutzung von Roon bietet der Hermes alle Vorteile und Bequemlichkeiten, die das Programm mit sich bringt. Auch die Optionen die der Morpheus bietet sind gut umgesetzt worden, wobei die angenehme Haptik und gute Verarbeitungsqualität der Geräte ihren Anteil am generell hochwertigen Eindruck haben, auch wenn das Design manchem vielleicht ein wenig zu reduziert erscheinen mag. Ihre wahren Stärken spielen Hermes und Morpheus klar im Spielbetrieb aus. Ein Ethernetkabel vom Streamer zum Router und ein weiteres zwischen Streamer und dem eingesetzten I²SModul des DACs, schon kann es mit der niederländischen Kombi los gehen. Von Beginn an zeichnet sich der Morpheus durch sein wunderbares Raumgefühl aus. Befeuert von den 16-Bit-Signalen von Kadavars „h e Isolation Tapes“ baute er sich zu einer beachtlichen Größe auf. Das funktionierte natürlich mit eher differenzierten Klängen besonders gut, doch auch wenn es kräftiger zur Sache ging l achte der Sonnet keineswegs ab, sondern füllte den von ihm in Anspruch genommenen Raum in alle Richtungen aus. Hier und da mag es bei Rock vielleicht an allerletzten Quäntchen roher Kraft mangeln, um dem Hörer so richtig mit die Magengrube zu fahren, doch der erzeugte Druck brachte genügend Emotion und gerade der knochentrockene Bass und die griffige Wiedergabe von Drums wussten bei Rock zu überzeugen. Dazu wurde schon bei CD-Qualität enorm fein aufgelöst. Im 24-Bit-Territorium glänzten Hermes und Morpheus dann mit noch mehr Details und Präzision. Die wunderbare Offenheit des Ladder-DACs zeigte sich gerade im HiRes Bereich und der Wandler bot ein natürliches Spiel mit angenehmem Fluss und dunklem Hintergrund. Bei Marius Neset‘s „Acrobatics“ folgte der Morpheus problemlos dem zackig aufgespielten Mix von Klavier, Bläsern und Percussions. Alle Facetten der einzelnen Komponenten wurden mitgenommen und das präzise, dynamische Spiel schien den Wandler dabei zu keiner Zeit zu überfordern und auch am Hörplatz fühlte man sich trotz der üppigen Detailfülle niemals überfahren. Stattdessen erlaubt es Sonnets Kombi, tief in die Musik einzutauchen oder sich einfach nur gut unterhalten zu lassen. Sonnet weiß, wie man aus digitalen Audiosignalen optimale Ergebnisse herausholt. Mit der Kombination von I²S-Übertragung, dem ausgefeilten Ladder-DAC-Konzept und der verlustfreien Vorstufe versucht man hier das Signal so wenig wie möglich zu beeinflussen und damit so viele Informationen wie nur möglich zu erhalten. Diese Arbeit belohnen Hermes und Morpheus mit einem ausgezeichneten Klangerlebnis, das Vorbildern ihrer Namen durchaus würdig ist.

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Ausstattung & technische Daten: Hermes
Preis: etwa 1.200 Euro 
Vertrieb: Sonnet, s‘Hertogenbosch (NL) 
Telefon: +31 (0)36 7856259 
Internet www.sonnet-audio.com 
B x H x T: 190 x 60 x 250 mm 
Eingänge: 1 x Ethernet 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 192 kHz, 24 Bit 
Ausgänge: 1 x I²S RJ45 1 x AES/EBU 1 x S/PDIF koaxial 1 x Toslink optisch 
checksum Mit durchdachter Technik erreicht der Sonnet Morpheus genau den Sound, der Ladder-DACs so einzigartig macht. Sein frisches, detailliertes und ausgenommen räumliches Spiel begeistern auf ganzer Line. Dazu bietet der Hermes sich mit toller Performance und individuell anpassbarer Software als ideales Quellgerät an. 
Ausstattung & technische Daten: Sonnet Morpheus
Preis: etwa 3.500 Euro 
Vertrieb: Sonnet, s‘Hertogenbosch (NL) 
Telefon: +31 (0)36 7856259 
Internet www.sonnet-audio.com 
B x H x T: 290 x 60 x 250 mm 
Eingänge: 1 x USB-B 1 x AES/EBU 1 x S/PDIF koaxial 1 x Toslink optisch (1 x I²S RJ45 statt USB) 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 24 Bit 
Ausgänge: 1 x XLR Stereo 1 x RCA Stereo 
checksum Mit durchdachter Technik erreicht der Sonnet Morpheus genau den Sound, der Ladder-DACs so einzigartig macht. Sein frisches, detailliertes und ausgenommen räumliches Spiel begeistern auf ganzer Line. Dazu bietet der Hermes sich mit toller Performance und individuell anpassbarer Software als ideales Quellgerät an. 

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Autor Philipp Schneckenburger
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Dipl.-Phys. Guido Randerath - Ressort Heimkino und Car Hifi
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Holger Barske - Ressort<br>High-End
Holger Barske
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Die neue "LP" ist da!
Und wie üblich haben wir einen genauen Blick auf neue Dinge geworfen, mit denen der Analogfan das Erlebnis Schallplatte zu etwas Besonderem machen kann. Wir hätten unter Anderem drei potente Phonovorstufen in verschiedenen Preisklassen im Angebot, zwei sehr besondere Lautsprecher und einen feinen, erfreulich bezahlbaren Plattenspieler aus Italien. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!
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Thomas Schmidt - Ressort Hifi
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Es geht wieder in Richtung Herbst und Winter - wegen der doch eingeschränkten Möglichkeiten, sich draußen zu betätigen, die Hauptsaison der gemütlichen Musik- und Filmabende in den eigenen vier Wänden.
A propos Wände: In dieser Ausgabe finden Sie eine Reportage über die Zukunft des Lautsprechers als Begleiter des täglichen Lebens, nämlich unsichtbar in der Wand eingelassen, versteckt hinter der Tapete oder sogar Putz!
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