Kategorie: D/A-Wandler

D/A-Wandler · Volumio Preciso


Unten ist mehr

D/A-Wandler Volumio Preciso im Test, Bild 1
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Der italienische Hersteller Volumio ist bekannt für seine Streaming-Bridges ohne eingebaute D/A-Wandler. Da ist der Schritt, nun auch einen DAC ins Programm zu nehmen eine logische Folge. Ecco: Der Volumio Preciso.

Als HiFi-Redakteur ist man je nach Veranlagung mal mehr mal weniger häufig in der Situation, dass man ein Testgerät kaufen möchte. Das habe ich bisher ein paarmal gemacht, bei Lautsprechern, Plattenspielern, Phonostufen und zuletzt beim Streamer Volumio Rivo. Bei diesem Gerät hatte ich im Bereich Streaming zum ersten Mal das Gefühl, eine für mich nahezu perfekte Lösung gefunden zu haben. Und das für einen noch überschaubaren Preis (für ein HiFi-Gerät). Als ich eine Ankündigung für den Preciso-DAC im Posteingang hatte, wurde ich dann naturgemäß nervös. Vielleicht benötigte ich den, um meine „User-Experience“ noch weiter zu bringen!? Dazu muss ich sagen, dass ich den Volumio über den USB-Eingang meiner Rotel-Vorstufe höre und daran nichts auszusetzen habe. Aber man ahnt ja immer, dass es noch besser geht.

D/A-Wandler Volumio Preciso im Test, Bild 2D/A-Wandler Volumio Preciso im Test, Bild 3D/A-Wandler Volumio Preciso im Test, Bild 4D/A-Wandler Volumio Preciso im Test, Bild 5D/A-Wandler Volumio Preciso im Test, Bild 6
Wer sich so einen D/A-Wandler kauft, kommt eigentlich immer in den Genuss mehrerer Eingänge, sodass er verschiedene Quellen anschließen und von der Technik profitieren lassen kann. Im Falle des Preciso sind es vier: Optisch, coaxial, USB und I²S. Damit ist man mehr als ausreichend ausgestattet. Wenn Sie I²S nicht kennen sollten: Diese Schnittstelle taucht eigentlich erst seit Kurzem an Geräten auf, zuerst ist sie mir bei Nuprime-D/A-Wandlern begegnet. I²S bedeutet Inter-IC-Sound (also zwei Is und ein S). Das dazugehörige Protokoll diente der Übertragung von Audiosignalen zwischen ICs, also integrierten Schaltkreisen. Da die Schnittstelle speziell zur Übertragung von Audiodaten entwickelt wurde, sagt man ihr sehr gute Klangeigenschaften nach. Von den Volumio- Geräten bieten der Rivo+ (1299 Euro) und der Motivo (1749 Euro) diesen Ausgang, der einfachere Rivo (989 Euro), der im Test zum Einsatz kam, hingegen nicht.   

Technik

  
Für die Wandlung setzt Volumio beim Preciso auf zwei ESS Sabre ES- 9039Q2M-Chips in Dual-Mono-Konfiguration.

D/A-Wandler Volumio Preciso im Test, Bild 3
Doppelte analoge Ausgänge und vier digitale Eingänge, das reich
Das soll zum einen das Übersprechen verringern und andererseits als Folge dessen die Abbildung verbessern. Daneben finden sich unter der Haube OPA1612A-Operationsverstärker. Für die genaue Taktung der Signale sorgt eine „MEMS-Präzisionsuhr“, genauer: Eine elektronische Oszillatorschaltung, deren Taktgeber ein Polysilizium-Resonator ist. MEMS steht dabei für „mikro-elektromechanisches System“. Muss man das alles nicht so genau wissen, letztendlich kommt hier kein Quarz- Taktgeber zum Einsatz, sondern ein anderes Verfahren. Schlussendlich ist mir der Vorteil gegenüber einem Quarz nicht ganz klargeworden, aber einen Grund wird es sicherlich geben. Und wenn es nur der ist, dass man auf seiner Homepage einen eher ungewöhnlichen Begriff unterbringen kann. Nein, Scherz beiseite: Bei Volumio habe ich das Gefühl, dass die schon sehr genau wissen, was sie tun. Zu guter Letzt gibt es hier noch eine „duale lineare Leistungsarchitektur“. Soll heißen, analoge und Digital-Sektionen sind mit einer eigenen Stromversorgung ausgestattet. Das machen viele Hersteller so, nur nicht zwangsläufig in dieser Preisklasse. In der Praxis verbessert diese Maßnahme die Rauschabstände. NOS-Modus Man hat die Wahl, wie der Preciso das digitale Signal behandelt. Ist der NOS-Modus aktiviert, umgeht das Signal Filter und Oversampling, sodass an den Analogausgängen ein weitestgehend unverändertes Signal anliegt. Auch hier heißt es: Ausprobieren. Oversampling und Filter können den Klanggenuss steigern, man sollte nur keine weltbewegenden Veränderungen erwarten.   

Bedienung  


Auf der Front finden sich zwei Bedienelemente. Das linke dient der Navigation im Menü. Das rechte schaltet das Gerät ein und aus und stellt die Lautstärke ein. Mittig dazwischen sitzt ein kleines Display, das im Betrieb die Lautstärke, den gewählten Eingang und das Audioformat anzeigt. Der Preciso ist Highrestauglich, über SPDIF optisch und elektrisch nimmt er Signale bis 192 kHz entgegen, über USB und I²S (in diesem Fall HDMI) dürfen es bis zu 768 kHz/32 Bit PCM und DSD512 sein. Die analogen und digitalen Schaltkreise sind dank dualer interner Stromversorgung vollständig voneinander isoliert, was für optimale klangliche Ergebnisse nicht eben unwichtig ist. Der USB-ASIC, also die anwendungsspezifische integrierte Schaltung (Englisch applica-tion- specific integrated circuit, ASIC) ist hier übrigens identisch mit dem des Rivo+, sodass der Hersteller für diese Paarung den bestmöglichen Klang verspricht, da Datenübertragung und Taktung davon profitieren sollen.   

Vorstufe 

 
Wer keine analogen Quellen in seinem Setup hat, kann den Preciso in Verbindung mit einem Aktivlautsprecher oder einer Endstufe als Vorstufe nutzen. Ich habe das mit meinem Rivo als Quelle ausprobiert und festgestellt, dass mein Rivo nicht mit voller Lautstärke spielte. Also das fix in der App geändert und schon gab es auch genug Pegel in der Kette. Dabei ist erfreulich, dass die Hardware feine Schritte von 0,5 dB macht (von 0,0 bis -99 dB). Wer das Gerät als Vorstufe nutzt, wird sich freuen, dass es nun auch eine optionale Fernbedienung mit dem süßen Namen Remoto (39 Euro) gibt. Mit diesem schicken kleinen Aluminium-„ Ferngeber“ bedient man die Lautstärke, Quellenwahl, Wiedergabe und die DAC-Filter. DAC-Filter? Ja, man kann zwischen acht Filtern wählen. Die Anleitung beschreibt diese, es hilft aber nur, sie selbst auszuprobieren.    

Hörtest  


Auch hier gab es mal wieder zwei Hörtests, einen im verlagseigenen Hörraum und einen bei mir zuhause. Zu- und Gegenspieler im ersten Fall war der grandiose CD-Spieler Lyngdorf CD-2. Er fütterte den Preciso über seinen elektrischen Digitalausgang, Preciso und CD-2 lieferten beide ein analoges Signal an den Soulnote A-3. Der wiederum schickte die Musik an zwei betagte, aber schlicht umwerfende JBL 4301B-Monitore, die gerade im Verlag verweilen. Den Anfang machte E.S.T. mit dem Live- Konzert aus Hamburg. Der Preciso bezog seine Energie zunächst aus dem beigelegten einfachen Steckernetzteil. Wer Volumio kennt, weiß, dass die ein sehr ernstes optionales Netzteil namens Lineo5 bauen (350 €, siehe HiFi Test 5/25). Doch los geht’s. Der Lyngdorf begeistert mich jedes Mal mit seinem eher hellen, klaren, blitzsauberen Klang. Das ist schlicht ein Ausnahme-CD-Spieler. Es war daher nicht überraschend, dass der Volumio-DAC im direkten Vergleich weniger spritzig, weniger detailreich klang. Aber: Er macht dennoch sofort klar, dass das ein sehr ernst zu nehmendes Gerät ist! Untenrum bietet er etwas mehr Druck und Volumen, hält sich obenrum minimal zurück und trifft so vermutlich genau den Sound, den ganz viele Leute sehr mögen werden. Ich ziehe im direkten Vergleich den noch aufgeräumteren Klang des Lyngdorf vor, aber nur im direkten Vergleich. Vergleicht man nämlich nicht direkt durch hin und her schalten, sondern hört einfach Musik, hat man schlicht nichts am Preciso auszusetzen. Nun aber schnell mal das Lineo5-Netzteil angeschlossen. Beim Streamer Rivo brachte es kleine Klangvorteile, die ich aber nicht für dramatisch hielt. Hier ist der Unterschied zum Steckernetzteil größer. Auch nicht weltbewegend, aber der Preciso und der Lyngdorf rücken so ein Stück näher zusammen. So zeigt der Volumio-Wandler endgültig, was in ihm steckt: lebendig, druckvoll, sauber und klar, dabei mit einem Schuss Wärme und Druck untenrum. Das Klangbild ist nun weniger in die Mitte ausgerichtet, die Bühne wird breiter, Schallereignisse verteilen sich besser, als Hörer sitzt man eine Reihe weiter hinten. Auch die Ablösung der Musik vom Lautsprecher scheint nun besser zu gelingen. Zwar können Stimmen mitunter etwas spitz werden. Und auch die Durchhörbarkeit im Bass blieb hinter der des Lyngdorf (der, ich möchte daran erinnern, 3000 Euro kostet) zurück. Aber: Im E.S.T.-Stück „The Rube Thing“ gibt es ausgedehnte Schlagzeugpassagen, die erstaunlich genaue Einblick in die Materialbeschaffenheit erlauben. Hier steht der Preciso dem CD-2 in Sachen Farben und Auflösung nicht nach. Und das ist echt eine Aussage. Das ist für den Preis von 800 Euro äußerst günstig. Bei mir zuhause trat der Preciso gegen den in meiner Rotel-Vorstufe RC-1590MKII eingebauten sehr ordentlichen D/A-Wandler an. Man kann das kurz machen: Der Italiener ist deutlich überlegen. Aufgeräumter, konturierter, cleaner. Die Neuauflage von Andrew Lloyd Webbers Sunset Boulevard bot mehr Raum und mehr Gefühl („Too Much in Love to Care“). Die Stimmen von Tom Francis und Grace Hodgett- Young standen greifbarer im Raum, hatten mehr Nachdruck und waren effizienter darin, einem das Herz zu brechen. Schönen Dank auch! 

Fazit

Ein weiterer Volumio-Volltreffer. Der hübsche DAC bietet einen exzellenten Gegenwert für seinen Preis. Ausstattung und Klang sind top! Sehr zu empfehlen.

Den Test finden Sie in der HiFi Test 1/2026. Das Heft ist in unserem Shop als e-paper oder als Print-Ausgabe erhältlich
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Kategorie: D/A-Wandler

Produkt: Volumio Preciso

Preis: um 799 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


2/2026
5.0 von 5 Sternen

Spitzenklasse
Volumio Preciso

2/2026

Volumio Preciso
KLANGTIPP
 
Bewertung 
Klang 70%

5 von 5 Sternen

Labor 15%

5 von 5 Sternen

Praxis 15%

5 von 5 Sternen

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 799 Euro 
Vertrieb: audioNEXT, Essen 
Kontakt: 0201 79939404 
Internet: www.audiodomain.de 
Ausstattung
Abmessungen (B x H x T in mm): 270/150/50 
Gewicht: 1,5 kg 
Garantie: 2 Jahre 
Anschlüsse 2 x analog out (Cinch + XLR) / 4 x digital in (optisch, elektrisch, I2S, USB 
+ sehr sauberer, lebendiger Klang 
+ gute Verarbeitung und Ausstattung 
+/- + mit optionalem Netzteil (+350 Euro) noch besser 
Klasse Spitzenklasse 
Preis/Leistung hervorragend 
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Alexander Rose-Fehling
Autor Alexander Rose-Fehling
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Datum 07.02.2026, 09:58 Uhr
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