Klassische Zweiwege-Standbox mit historischen Wurzeln
Rückkehr der Legende
Vor gut 40 Jahren erblickte der Bausatz „Monitor 1“ der Firma Hifi Sound unter dem Markennamen Harwood das Licht der Welt. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Klang+Ton haben wir es uns nicht nehmen lassen, den Bausatz wieder aufleben zu lassen.
Technik
Im Zentrum dieses Projekts steht der Harwood LF8 MK5.9, der eine absolute Legende aus der glorreichen Ära der britischen Studio-Monitore wieder aufleben lässt. Während der Ur-LF8 in den 80er Jahren noch mit einem massiven Sandgusskorb ausgestattet war, verfügt die moderne Version über einen stabilen Alu-Druckgusskorb.















Gehäuse
Wir orientieren uns beim Gehäuse streng am historischen Bauplan des „Monitor I“. Die Konstruktion ist als klassische Bassreflex-Box ausgelegt und bietet ein Bruttovolumen von 74 Litern. Die Abmessungen fallen mit 280 x 879 x 300 Millimetern (Breite x Höhe x Tiefe) für heutige Verhältnisse recht stattlich und gedrungen aus, entsprechen aber den idealen Arbeitsbedingungen des Tiefmitteltöners. Aus den Originalplänen geht hervor, dass durchgehend 22 Millimeter starkes MDF für den Korpus verwendet wird – für eine hübschere Optik haben wir hier etwas dünneres Multiplex verwendet – entsprechend muss beim Nachbau das eine oder andere Innenmaß umgerechnet werden. Die Bedämpfung des großzügigen Innenraums erfolgt so, dass „unter dem Dach“ und im Boden relativ stark bedämpft wird; der Bereich um das Bassreflexrohr bleibt dabei großzügig ausgespart, um die Abstimmung nicht zu verändern. Hier sorgt Noppenschaumstoff an den Wänden für die nötige Bedämpfung des Mitteltonanteils, der eventuell aus dem Reflexrohr entweichen könnte.
Frequenzweiche
Die Beschaltung greift die klassische BBC-Philosophie auf und passt sie an die modernen Messmöglichkeiten an. Wie in modernen Hörgewohnheiten an. Wie im Messdiagramm zu sehen ist, trennen wir die beiden Treiber im Bereich um 2.000 Hertz. Der LF8 MK5.9 wird nach Impedanzlinearisierung über ein RC-Glied mit einem Filter erster Ordnung sanft aus dem Rennen genommen, was seinen breitbandigen Mitteltonbereich optimal zur Geltung bringt, ohne dass seine unzweifelhaft vorhandenen Resonanzen allzu sehr stören. Der Audax-Hochtöner lässt sich dank seiner niedrigen Resonanzfrequenz problemlos ab diesem Bereich ankoppeln. Auch das Hochtonfilter orientiert sich dabei am klassischen Vorbild und koppelt den Hochtöner über einen Vorwiderstand und ein Filter zweiter Ordnung an. Als Besonderheit sei hier ein zusätzliches RC-Glied genannt, das den obersten Hochtonbereich noch ein bisschen glattzieht. Damit ist der Gesamtpegel im Bereich der Trennfrequenz etwas zurückgenommen – angesichts der leichten Aufweitung des Hochtöners um 3 Kilohertz keine schlechte Idee.
Messwerte
Die aktuellen Messungen belegen auch nach 40 Jahren noch eindrucksvoll die Qualität dieses Konzepts. Das Diagramm zeigt einen für einen derart großen Tiefmitteltöner erstaunlich ausgewogenen und breitbandigen Verlauf auf Achse. Der Bass reicht mit leichter Betonung bis fast an die 35-Hertz-Marke hinab. Bei gehobener Zimmerlautstärke gibt es breitbandig sehr wenige bis keine Verzerrungen. Das Chassis-Duo arbeitet hier absolut unangestrengt - bemerkenswert bei der alten Hochtönerkonstruktion und der tiefen Trennfrequenz. Bei 95 Dezibel gibt es in Sachen K2 zwei Ausreißer, einmal ein Mitteltonartefakt vom Tieftöner und einmal von der Hochtonkalotte. Der Impedanzverlauf ist geprägt von recht deutlichen Spitzen – natürlich denen der Reflexabstimmung und des Filters. Die Störung des Tieftöners um 500 Hertz lässt sich auch im Impedanzverlauf ablesen. Das Wasserfalldiagramm zeigt ein paar kleine Artefakte, vor allem der Tieftönermembran, zeugt aber insgesamt doch von einer sauberen Bedämpfung und zügigem Ausschwingen.
Klang
Es ist immer wieder faszinierend, wie entspannt und selbstverständlich diese klassischen britischen Monitor-Konzepte aufspielen. Der „Monitor 1“ macht hier keine Ausnahme. Der Bassbereich profitiert massiv von dem großen Gehäusevolumen: Er federt tief, schwarz und mit jener unnachahmlichen Leichtigkeit, die kleinen Langhub-Treibern oft fehlt. Die Polypropylen-Membran verleiht Stimmen und akustischen Instrumenten eine warme, organische Klangfarbe, ohne dabei ins Dumpfe abzudriften. Der Übergang zum Audax-Hochtöner gelingt völlig nahtlos. Die Catenary-Kalotte löst fein und seidig auf, verkneift sich aber jede Form von künstlicher Brillanz oder Härte. Das Ergebnis ist ein Lautsprecher, der nicht auf den ersten, vordergründigen Wow-Effekt abzielt, sondern mit dem man stundenlang ermüdungsfrei Musik auf höchstem Niveau genießen kann – ein echtes Werkzeug für Langzeithörer.
Aufbauanleitung
Weichenbestückung
L1: 2,7mH Luftspule, 1,4 mm Draht
L2: 0,27 mH Luftspule 0,7 mm Draht
C1: 15 µF MKT
C2: 5,6 µF MKP
C3: 2,2 µF MKP
R1: 8,2 Ohm MOX 20 Watt
R2: 2,2 Ohm MOX 10 Watt
R3: 5,6 Ohm MOX 10 Watt
Holzliste
Material 22 mm MDF, nach Originalplan
2 x 87,9 x 30,0 cm Seitenwände
4 x 23,6 x 25,6 cm Boden/Deckel/Versteifungen
1 x 83,5 x 23,6 cm Rückwand
1 x 83,5 x 23,6 cm Schallwand
Zubehör pro Box
Bassreflexrohr (HP BR70)
Dämmmaterial (Sonofil)
Noppenschaumstoff
1 Paar Polklemmen
Kabel
Schrauben
Dichtband
Lieferant: Hifi Sound, Münster
Den Test finden Sie in der Klang+Ton 5/2026. Das Heft ist in unserem Shop als e-paper oder als Print-Ausgabe erhältlich
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Kategorie: Lautsprecherbausätze
Produkt: Harwood Acoustics Monitor 1 40th Anniversary
|
262-2368
hifisound Lautsprechervertrieb |
| Technische Daten | |
| Chassishersteller : | Harwood / Audax |
| Vertrieb: | Hifi Sound, Münster |
| Konstruktion: | Thomas Schmidt / Hifi Sound |
| Funktionsprinzip: | Bassreflex |
| Bestückung: | 1 x Harwood LF8 MK5.9 1 x Audax TW025A0 9x12 |
| Nennimpedanz: | 8 Ohm |
| Trennfrequenzen: | ca. 2500 Hz |
| B x H x T (in cm) | 28,0 x 87,9 x 28,0 x 30,0 cm |
| Technische Daten: | |
| Hersteller: | Harwood Acoustics |
| Bezugsquelle | Hifi Sound, Münster |
| Unverb. Stückpreis | ca. 229 Euro |
| Chassisparameter K+T-Messung | |
| Z: | 8 |
| Fs (in Hz) | 35,2 Hz |
| Re (in Ohm) | 5.68 |
| Qms | 4,95 |
| Qes | 0,40 |
| Qts | 0,37 |
| Mms (in gr) | 17,3 g |
| BxL (in Tm) | 7,36 |
| VAS (in Liter) | 66,6 l |
| LE (in mH) | 0,49 mH |
| SD (in cm²) | 201 cm2 |
| Ausstattung | |
| Korb: | Alu-Druckguss |
| Membran: | Polypropylen (ungefüllt) |
| Dustcap: | Gewebe |
| Sicke: | Weich-PVC |
| Schwingspule (in mm): | 25 mm |
| Schwingspulenträger: | Aluminium |
| Xmax absolut: | 4,8 mm |
| Magnetsystem: | Ferrit |
| Polkernbohrung: | Nein |
| Sonstiges: | Original BBC-Spezifikation |
| Abmessungen: | |
| Außenabmessungen: | 220 |
| Einbaudurchmesser: | 185 |
| Einbautiefe: | 0 |
| Korbrandtiefe: | 6 |
| Technische Daten | |
| Hersteller: | Audax |
| Bezugsquelle: | Hifi-Sound, Münster |
| Unverb. Stückpreis | ca. 45 Euro |
| Chassisparameter K+T-Messung | |
| Z: | 8 Ohm |
| Fs (in Hz) | 1186.4 |
| Re (in Ohm) | 5,84 |
| Qms | 5.75 |
| Qes | 1,66 |
| Qts | 1,29 |
| Mms (in gr) | 0.29 |
| BxL (in Tm) | 2,90 Tm |
| VAS (in Liter) | 0 |
| LE (in mH) | 0,03 mH |
| SD (in cm²) | 6 |
| Ausstattung | |
| Frontplatte: | Aluminium (rechteckig) |
| Membran: | Gewebe |
| Dustcap: | Nein |
| Sicke: | Gewebe |
| Schwingspule (in mm): | 25 mm |
| Xmax absolut: | Ja /- 0,3 mm |
| Magnetsystem: | Ferrit |
| Polkernbohrung: | Nein |
| Sonstiges: | Kein Ferrofluid |
| Aussenabmessungen: | 120 x 90 mm |
| Einbaudurchmesser: | ca. 73,5 mm |
| Einbautiefe: | 0 |
| Frontplattendicke: | 2 mm (je nach Ausführung) |






