Mit einem Erfahrungsschatz aus 5 Jahrzehnten Symphonic Line hat Rolf Gemein längst seine Klang-Signatur gefunden
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„Drum prüfe, wer sich ewig bindet ...“ heißt es in Schillers Glocke. In der High Fidelity stellte sich eine solche Frage bisher nicht. In der Regel ging man zum Händler und tauschte Geld gegen Ware.
>> Mehr erfahren>> Alle anzeigenEinzeltest: Klang+Ton-Projekt „Dayton-X“
Hornreflex-Kompaktlautsprecher mit Dayton Audio CX120-8 Koax
Ja, ich weiß, Sie haben das Gehäuse schon ein oder zweimal in der Klang+Ton gesehen. Trotzdem wollen wir die kompakte „Schreibtischlösung“ jetzt auf die nächste Stufe heben und präsentieren dieses Mal einen Koax im Miniaturformat.
Technik














Gehäuse
Die Konstruktion ist nun wirklich ein alter Bekannter. Zum ersten Mal in Cheap Trick 256 eingesetzt, hat sie inzwischen eine doch erhebliche Anzahl von Treibern gesehen. Auch wenn die große Mundöffnung ein echtes Horn vorgaukelt, handelt es sich hier um einen Hornreflex-Lautsprecher mit einem Volumen von rund 7,5 Litern, das fast vollständig gedämpft wird. Obwohl der Dayton theoretisch auch mit der Hälfte des Volumens auskäme, nutzt er das zusätzliche Volumen und den Hornreflex-Verlauf, um im Bassbereich hörbar kräftiger aufzutreten. Der Hals des Reflexkanals muss ebenso frei von Polyesterwatte bleiben wie der Luftraum zwischen dem Ausgang und dem Treiber. Der Kanal selbst ist etwa 60 Zentimeter lang und öffnet sich zu einem annähernd quadratischen Mund unterhalb des Treibers. Auch hier ist die Lage Polyesterwatte im letzten Drittel des Verlaufs obligatorisch – sie sorgt für deutlich mehr Linearität im Grundtonbereich.
Frequenzweiche
Die Filterung eines Koaxialchassis erfordert immer etwas Fingerspitzengefühl, da sich beide Wege auf engstem Raum beeinflussen. Die Lösung für den CX120-8: Eine harmonische Trennung bei ziemlich genau zweieinhalb Kilohertz. Ein Tiefpass zweiter Ordnung filtert den Polypropylen-Konus punktgenau dort, wo er ohnehin eine Pegelsenke zeigt. Jeder Versuch, diese „wegzutricksen, führt zu Nichtlinearitäten an anderen Stellen oder wäre mit einem für ein solches Projekt zu großen Bauteileaufwand verbunden.
Messungen
Unser neuer Cheap Trick misst sich für ein Koaxial-System dieser Preisklasse hervorragend. Der Blick auf den Summen-Frequenzgang zeigt einen ausgewogenen Verlauf mit einer sanft abfallenden Bassflanke unterhalb von 100 Hertz, die vom Hornreflexkanal bis etwa 60 Hertz gut gestützt wird. Auf Achse (blaue Kurve) zeigt sich im Superhochton um 12 bis 15 Kilohertz eine Überhöhung. Doch keine Sorge: Unter Winkeln glättet sich dieser Bereich, wie auch der leichte Buckel zwischen 6 und 7 Kilohertz. Daher mein Rat: Die Box auf dem Schreibtisch oder im Regal nicht exakt auf die Ohren einwinkeln, sondern fast parallel zu den Seitenwänden abstrahlen lassen. Wie erwartet, macht der Hochtöner knapp oberhalb der Trennfrequenz unter Winkeln mehr Pegel – bleibt aber im Rahmen des generellen Frequenzgangverlaufs. Der Impedanzschrieb weist die Box als äußerst verstärkerfreundliche 8-Ohm- Konstruktion aus; das Minimum fällt nie unter 7 Ohm. Die schwach ausgeprägte untere Impedanzspitze zeugt zum einen von der etwas „schiefen“ Abstimmung, zum anderen vom bei meinen Messungen recht stark bedämpften Kanal. Wenn Sie mehr Bass benötigen, seien Sie hier etwas sparsamer: Das ergibt dann mehr Basspegel, aber auch etwas mehr Nichtlinearitäten zwischen 100 und 200 Hertz – ausprobieren! Beim Klirr zeigt sich das Chassis von seiner besten Seite: Bei 85 Dezibel verharren die Verzerrungen (K2 und K3) oberhalb von 300 Hertz fast durchgehend unter der 1-Prozent-Marke. Erst wenn man dem kleinen 4-Zöller stramme 95 Dezibel abverlangt, klettert der Klirr im Bass naturgemäß durch den begrenzten Hub nach oben – für Pegelorgien ist er nicht gemacht. Das Wasserfalldiagramm bescheinigt dem Dayton zu guter Letzt ein schnelles Ausschwingen im Mittelton; lediglich im oberen Wirkbereich des Hornreflexkanals zeigt sich eine leichte Verzögerung, die aber auch keinen großen Einfluss hat.
Klang
Schon frei stehend macht die Dayton-X in unserem Hörraum einen wirklich erwachsenen Eindruck. Der Tieftonbereich ist antrittsschnell, knackig und profitiert von der Hornreflex-Unterstützung mit einer Wucht, die man dem winzigen 4-Zöller optisch niemals zutrauen würde. Auf einem Sideboard oder Schreibtisch, am besten mit einer Wand im Rücken, bekommen wir eine verblüffende Basstiefe, die sogar so etwas wie Punch und Autorität hat! Seine wahre Magie entfaltet der Dayton-Koax aber im Mitten- und Hochtonbereich: Die Polypropylen-Membran spielt angenehm warm und verfärbungsfrei. Die in den Messungen etwas hemdsärmelig angekoppelte Seidenkalotte lässt sich von ihrem breitbandigen Einsatz nicht irritieren und löst feinste Details auf, bleibt dabei aber immer seidig und absolut langzeittauglich – selbst bei scharfen S-Lauten oder aggressiv abgemischten Bläsersätzen wird hier nichts nervig. Die absolute Schokoladenseite der Konstruktion ist aber – koax-typisch – die Raumabbildung. Da alle Frequenzen quasi exakt aus demselben Punkt auf den Hörer abgestrahlt werden, rastet das Klangbild vollkommen ein. Die virtuelle Bühne baut sich nicht nur in einer extremen Breite auf, sondern bietet eine holografische Tiefenstaffelung. Sängerinnen und Sänger stehen greifbar und messerscharf fokussiert in der Mitte des Raums, einzelne Instrumente lassen sich fast schon ertasten. Wer für den Schreibtisch oder das kleine Hörzimmer einen echten Monitor mit phänomenaler Ortbarkeit sucht, wird hier definitiv fündig.
Aufbauanleitung
Der Aufbau beginnt auf einer der Seitenwände. Nacheinander werden Deckel, Rückwand, Boden und die Schallwand aufgeleimt. Die drei Bretter für den Hornverlauf setzt man am besten mit vorgefertigten Abstandshaltern ein, um Verrutschen auszuschließen. Zuletzt wird die zweite Seitenwand aufgesetzt. Dann wird der Chassisausschnitt angebracht und die Löcher für die Polklemmen gebohrt – am besten in der Rückwand knapp oberhalb des sichtbaren Verlaufs des Hornmunds, dann können die durch den Hornhals eingebrachten Kabel noch bequem angeschlossen werden. Wie hier im Artikel abgebildet, kann eine zweite Schallwand vorgesetzt werden, die passende Fräsungen für die Treiber bietet und angefast werden kann. Die Weiche kann am Boden der Vorkammer untergebracht werden.
Weichenbestückung
L1: 2,2 mH Luftspule 1 mm
L2: 0,33 mH Luftspule 0,7 mm
C1: 6,8 µF MKT
C2: 2,2 µF MKP
R1: 5,6 Ohm MOX 10 Watt
R2: 1,5 Ohm MOX 10 Watt
Zubehör pro Box
2 Polklemmen
1 Matte Polyesterwatte
Noppenschaumstoff
Schrauben
Schaumstoffdichtstreifen für die Lautsprecher
Kabel
Lieferant: Variant Hifi
Holzliste
19-mm-MDF
2 x 42,0 x 25,7 cm Seitenwände
10-mm-MDF
1 x 42,0 x 16,0 cm Rückwand
2 x 24,7 x 16,0 cm Deckel, Boden
1 x 23,8 x 16,0 cm / 21° Front
1 x 28,3 x 16,0 cm Horn
1 x 9,0 x 16,0 cm / 5° Horn
1 x 17,5 x 16,0 cm / 21°/11° Horn
1 x 10,0 x 16,0 cm /45°/45° Horn
optional: vorgesetzte Schallwand aus 15-mm-Multiplex:
1 x 24,3 x 19,8 cm
Fazit
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Kategorie: Lautsprecherbausätze
Produkt: Klang+Ton-Projekt „Dayton-X“
Stückpreis: um 120 Euro+ Gehäuse
Das bewährte Hornreflex-Gehäuse und der kleine Dayton-Koax verschmelzen zu einer faszinierend dreidimensional aufspielenden Box zum absoluten Kampfpreis.
Klang+Ton-Projekt „Dayton-X“
Klang+Ton-Projekt „Dayton-X“
Man nehme einen Breitbänder, ein Gehäuse und lasse im Grunde alles weitere weg. Heraus kommt wahrscheinlich ein Lautsprecher, der nicht besonders gut klingt. Es sei denn, man weiß, was man tut.
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Zu den spannendsten Newcomern im Bereich Lautsprecher zählt ganz klar Neuron Acoustic. Was wir bisher aus Heilbronn gehört haben, hat uns restlos begeistert.
>> Mehr erfahren>> Alle anzeigen| Technische Daten | |
| Chassishersteller : | Dayton Audio |
| Vertrieb: | Variant Hifi |
| Internet | - |
| Konstruktion: | Thomas Schmidt |
| Funktionsprinzip: | Hornreflex |
| Bestückung: | 1 x Dayton Audio CX120-8 |
| Nennimpedanz (in Ohm): | 8 Ohm |
| Kennschalldruckpegel 2,83 V/1m: | ca. 83 dB |
| B x H x T (in cm) | 19,8 x 42,0 x 25,7 cm |
| Kosten pro Stück: | ca. 120 Euro + Gehäuse |




