Kategorie: Lautsprecherbausätze

Einzeltest: Variant Coax AX6 Wall


Extrem flache Koaxial-Wandbox

Lautsprecherbausätze Variant Coax AX6 Wall im Test, Bild 1
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Variant HiFi bietet immer wieder Lautsprecher an, die für bestimmte Zwecke optimiert sind. Ziel war dieses Mal ein extrem flacher Wandlautsprecher, der trotz seiner kompakten Maße keine Kompromisse bei der Dynamik macht.

Nicht jeder möchte oder kann klassische Boxenformate im Wohnraum unterbringen. Oft ist der Platz an der Wand die einzige Option, um in beengten Räumen die Boxen „aus den Füßen“ zu bekommen. Die Variant GmbH hat dieses Problem erkannt und ein perfekt passendes, nur 10 Zentimeter tiefes Gehäuse für einen der spannendsten kleinen PA-Koaxe der letzten Jahre maßgeschneidert: den Celestion TFX0615. Das Ergebnis dieser Kooperation von Variant und Klang+Ton ist die Coax AX6 Wall – ein Lautsprecher, der die Tugenden eines Punktstrahlers mit extremer Wohnraumfreundlichkeit vereint.

Technik


Das Herzstück der Coax AX6 Wall ist der Celestion TFX0615-8. Als echter 6,5-Zoll-Koaxial-Treiber (16,5 Zentimeter) beherbergt er den Hochtöner exakt im Zentrum des Tiefmitteltöners. Das hat den unschätzbaren Vorteil, dass alle Frequenzen vom selben Punkt ausgehen, was für eine perfekte räumliche Abbildung sorgt.

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Der Celestion TFX0615-8 ist ein kompaktes, leistungsstarkes 6,5-Zoll-Koaxialchassis (165 mm) aus der PA-Serie. Es kombiniert einen Tiefmitteltöner mit einem zentral integrierten Kalotten-Hochtöner und ist auf einen hohen Wirkungsgrad für professionelle Monitore oder kompakte Beschallungssysteme ausgelegt. Der Tieftöner verfügt über einen robusten Stahlblechkorb und eine Membran aus kevlarverstärktem Papier mit einer 38-mm-Schwingspule. Der integrierte Hochtöner (25 mm) nutzt eine Seidenkalotte und einen Neodym-Magneten mit integriertem Waveguide, um eine kontrollierte Abstrahlung von ca. 110° zu gewährleisten. Wie immer sieht der Hochtönerfrequenzgang auf Achse nicht schön aus, normalisiert sich jedoch unter Winkeln. Der Mitteltieftonpart sieht dagegen recht friedlich aus – eine Trennfrequenz von knapp über 2 Kilohertz lässt sich passiv recht gut realisieren. Da keine echten Tieftonfähigkeiten vorhanden sind, muss das Chassis für Fullrange-Anwendungen im Bass unterstützt werden. Solo ist eine Anwendung als Satellit im Heimkino denkbar, ebenso als kleiner Monitor für die Live-Bühne. Fazit: Ein robustes und pegelfestes Koaxialchassis für professionelle Anwendungen mit ausgewogener Abstrahlung.

Gehäuse


Das Gehäuse stammt von der Variant GmbH und wird aus 16 mm starkem MDF gefertigt. Mit den Abmessungen von 33 mal 33 Zentimetern und einer Tiefe von lediglich 10 Zentimetern lässt sich die Box fast wie ein Bild an der Wand montieren. Die Konstruktion ist praxisgerecht und solide: Während die Frontwand für eine saubere Optik aufgesetzt wird, ist die Rückwand passgenau eingebettet.  Es gibt übrigens noch eine weitere Version der Box mit einer deutlich kleineren Schallwand, die dafür tiefer baut und für die Aufstellung als Satellit oder Center gedacht ist. Um dem Celestion-Treiber trotz des knappen Volumens ein stabiles Fundament und so etwas wie Bass zu ermöglichen, wurde das Gehäuse als Bassreflex-System ausgelegt. Zwei kurze Reflexrohre stützen den Frequenzgang effektiv bis etwa 100 Hertz. Das ist eine ideale Abstimmung für die Wandmontage, da der Pegelgewinn direkt an der Grenzfläche den Grundton und Oberbassbereich füllt, während der steile Abfall darunter die Box zum perfekten Partner für einen Subwoofer macht.

Frequenzweiche


Lautsprecherbausätze Variant Coax AX6 Wall im Test, Bild 9
Angesichts des niedrigen Treiberpreises von unter 70 Euro habe ich mich bei der Filterentwicklung auf ein wirklich nötiges Minimum beschränkt: Die Resonanz des Tieftöners ist bei einer tiefen Trennung mit einem Filter zweiter Ordnung im Diagramm kaum noch zu sehen und wird von mir als „mostly harmless“ eingestuft.
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Die Einzelchassismessung hat gezeigt, dass der Hochtöner knapp unter zwei Kilohertz auch bei höheren Pegeln noch ganz gut zurechtkommt. Da das ohnehin ein Bereich ist, in dem er auch schon ganz alleine im Pegel deutlich abfällt, reicht auch hier eine Trennung zweiter Ordnung und ein Vorwiderstand vor dem Filter.
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Etwas unruhig, aber breitbandig und laut
Wenn man nun auf die Summenbildung starrt, kann man erkennen, dass es hier eine winzige Phasenstörung zwischen 3 und 4 Kilohertz gibt, wo die Summe ungefähr ein Zehntel dB unter der Einzelkurve liegt – die Freude daran gönne ich allen Erbsenzählern und freue mich wiederum über die gelungene Summenkurve, die nach einem leicht betonten Grund- und Mitteltonbereich (Stimme! Dialoge!) ganz leicht zum Hochton hin abfällt.


Messungen


Frei aufgestellt produziert die Coax AX6 Wall natürlich keinen Bass – das ist ja auch nicht der Sinn eines solchen Speziallautsprechers. Trotzdem interessiert uns natürlich die Tieftonleistung im Anwendungsfall, also habe ich den Bass noch einmal mit einer Wand im Rücken gemessen, und – siehe da – das geht schon ganz gut. Immer noch nicht die Box der Wahl für elektronische Dancefloor-Musik, aber für das eine oder andere zartere Genre durchaus schon fullrange-tauglich. 

Lautsprecherbausätze Variant Coax AX6 Wall im Test, Bild 12
Der Koax zeigt in der flachen Box ein ziemlich gutes, wenn auch nicht konsequent gleichmäßiges Rundstrahlverhalten. Ich denke mal, dass ein Polardiagramm trotzdem ganz gut aussehen würde, weil sich die leichten Abweichungen, die sich bei bestimmten Messwinkeln ergeben, unterm Strich ausgleichen. Die Klirrmessungen sind beeindruckend souverän – einziger nennenswerter Klirranstieg ist der im Bassbereich, aber das liegt in der Natur der Konstruktion und ist genau in dem Moment verschwunden,  in dem man den zugehörigen Subwoofer einschaltet. Im Wasserfalldiagramm sehen wir eine einzige leichte Resonanz, die aus den Reflexrohren entfleucht ist, aber sonst ein sauberes und schnelles Ausschwingen.  Der Impedanzverlauf ist typisch für eine Zwei-Wege-Bassreflex-Konstruktion und hat – wichtig für Mehrkanal-Receiver! – ein Minimum von über 6,4 Ohm. Damit haben wir eine lupenreine 8-Ohm-Box.


Klang


An der Wand platziert, legt das Pärchen Coax AX6 Wall sofort mit einer Spielfreude los, die man gehört haben muss. Das klingt erstaunlich kultiviert und neutral, behält aber diesen unvergleichlichen „Kick“ im Antritt. Snaredrums kommen staubtrocken, und die räumliche Darstellung ist dank des Punktstrahler-Prinzips schlichtweg phänomenal. Stimmen stehen stabil und plastisch im Raum. Durch die Grenzfläche und den kräftigen Grundtonbereich kommt hier ein durchaus volles Klangbild zustande. Ein etwas exotischer Tipp nebenbei, aber der Vintage-Boxen-Besitzer in mir musste das auch mal probieren: Wenn man die flache Box ganz leicht nach hinten an die Wand gelehnt auf den Boden stellt, reicht der Bass sogar für ernsthaftes Musikhören! Natürlich ist in der vorgesehenen Position unter 100 Hertz physikalisch bedingt Schluss, aber im Verbund mit einem aktiven Subwoofer verwandelt sich die Variant-Box in ein dynamisches Kraftpaket, das bei krachenden Actionfilmen im Heimkino voll überzeugt – und das schon in Stereo – nicht auszudenken, was ein komplettes Surroundset in Sachen Dynamik und Abbildung zu leisten imstande ist!

Aufbauanleitung


Der Aufbau beginnt mit dem Rahmen aus den Seitenwänden sowie Deckel und Boden, in dem die Rückwand sitzt (bündig mit der Hinterkante der Seitenwände). In eine der Seitenwände (oder Deckel/Boden) werden die Bohrungen für die zwei Reflexrohre gesetzt. Die Frequenzweiche wird flach auf der Rückwand montiert. Das Dämmmaterial wird an allen Wänden im Gehäuse verteilt, wobei die Rohre frei bleiben müssen. Zum Schluss wird die Frontplatte auf den Rahmen aufgesetzt und verleimt. Nach dem Anlöten und Einsetzen des Celestion-Koax ist die Box spielbereit.


Holzliste


Holzliste pro Box (16 mm MDF):

1 x 330 x 330 mm Front
1 x 298 x 298 mm Rückwand
2 x 330 x 84 mm Seitenwände
2 x 298 x 84 mm Deckel / Boden

Zubehör pro Box

2x Bassreflexrohr
Dämmmaterial: Bondum 800
Terminal
Kabel: 2 x 1,5 mm²
Schrauben
Dichtband

Lieferant: Variant Hifi GmbH



Fazit

Die Coax AX6 Wall ist ein perfekter Wandlautsprecher für alle, die Platz sparen, aber keine klanglichen Kompromisse eingehen wollen!

Den Test finden Sie in der Klang&Ton 4/2026. Das Heft ist in unserem Shop als e-paper oder als Print-Ausgabe erhältlich
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Kategorie: Lautsprecherbausätze

Produkt: Variant Coax AX6 Wall

Preis: um 126 Europlus Gehäuse

6/2026

Die Coax AX6 Wall ist ein perfekter Wandlautsprecher für alle, die Platz sparen, aber keine klanglichen Kompromisse eingehen wollen!

Variant Coax AX6 Wall

6/2026

Variant Coax AX6 Wall
HEIMKINO-TIPP!
Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Chassishersteller : Celestion 
Gehäuse: Variant GmbH 
Weichenentwicklung: Thomas Schmidt 
Funktionsprinzip: Bassreflex 
Bestückung: 1x Celestion TFX0615 
Nennimpedanz (in Ohm): 8 Ohm 
Kennschalldruckpegel 2,83 V/1m: 2,83 V/1 m: 91 dB 
B x H x T (in cm) 330 x 330 x 100 mm 
Kosten pro Paar: ca. 126 Euro + Gehäuse 
Technische Daten Tieftöner:
Hersteller: Celestion 
Bezugsquelle Monacor 
Unverb. Stückpreis ca. 75 Euro 
Chassisparameter K+T-Messung
Fs (in Hz) 95,50 Hz 
Re (in Ohm) 5.4 
Qms 3,54 
Qes 0,48 
Qts 0,42 
Mms (in gr) 10,97 g 
BxL (in Tm) 8,61 Tm 
VAS (in Liter) 7,03 l 
LE (in mH) 0,45 mH 
SD (in cm²) 141,00 cm2 
Ausstattung
Korb: Stahlblech 
Membran: kevlarverstärktes Papier 
Dustcap: Akustik-Gewebe 
Sicke: Gewebe, beschichtet 
Schwingspule (in mm): 38 mm 
Schwingspulenträger: Polyamid 
Xmax absolut: 5,25 mm 
Magnetsystem: Ferrit 
Polkernbohrung: Nein 
Sonstiges: Nein 
Abmessungen:
Außenabmessungen: 178 
Einbaudurchmesser: 145 
Einbautiefe: 755 
Korbrandtiefe:
Chassisparameter K+T-Messung
Fs (in Hz) 1360.48 
Re (in Ohm) 5,10 Ohm 
Qms 3.82 
Qes 1,86 
Qts 1,25 
Mms (in gr)
BxL (in Tm) Nein 
VAS (in Liter)
LE (in mH) 0,03 mH 
SD (in cm²)
Ausstattung
Frontplatte: Nein 
Membran: Seiden-Kalotte 
Dustcap: Nein 
Sicke: Nein 
Schwingspule (in mm): 25 mm 
Xmax absolut: Nein 
Magnetsystem: Neodym 
Polkernbohrung: Nein 
Sonstiges: Integrierter Waveguide 
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 24.06.2026, 14:44 Uhr
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
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