Kategorie: Lautsprecherbausätze

Standlautsprecher mit Waveguide-Hochtöner


Drei Nummern größer

Lautsprecherbausätze Klang+Ton-Projekt Cheap Trick 340 im Test, Bild 1
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Die Geschichte geht weiter: Rund um die famose Kombination FRS5X und Waveguide haben wir mit Cheap Trick 327, 333 und 339 schon die Chassis-Größen von 10 bis 18 Zentimetern als Tieftonpartner abgearbeitet – Zeit für einen „richtigen Bass“.

Das Feedback auf den kleinen Cheap Trick mit dem aufgesetzten Horn war überwältigend und durchweg positiv, doch der Wunsch nach „mehr“ war ebenfalls unüberhörbar. Mehr Bass, mehr Pegel, mehr Standfestigkeit. Bei der Bestandsaufnahme im Lager fiel der Blick fast zwangsläufig auf einen Treiber, der seit Jahrzehnten solide Arbeit leistet und deutlich mehr Luft bewegt als der kleine 10er. Konzeptionell bleiben wir der Linie treu: Ein günstiger, bewährter Tieftöner, kombiniert mit einer pfiffigen Hochtonlösung, die nun ebenfalls eine Evolutionsstufe weiter ist.   

Technik 


Der Visaton W 200 S in der 8-Ohm-Version ist ein echtes Urgestein. Wie seine kleinen Brüder aus CT327 und CT339 setzt er auf einen soliden Stahlblechkorb und die bewährte, beschichtete Papiermembran. Mit 20 Zentimetern Nenndurchmesser spielen wir hier aber in einer ganz anderen Liga.

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Die 35-Millimeter- Schwingspule und der kräftige Antrieb sorgen dafür, dass auch bei gehobenen Pegeln nichts anbrennt. Messtechnisch ist der W 200 S im passenden Gehäuse ein Musterknabe: Bis weit in den Mitteltonbereich hinein verläuft er linear und gutmütig, was die Weichenentwicklung denkbar einfach macht. Die Parameter prädestinieren ihn für größere Volumina, weshalb wir ihm hier großzügige 50 Liter spendieren.  

Im Hochtonbereich kommt erneut der FRS5X zum Einsatz, allerdings hat sich beim Drumherum Entscheidendes getan. Der Hersteller hat das Waveguide überarbeitet. Die wichtigste Neuerung: Eine integrierte, geschlossene Rückkammer für den Breitbänder. Das schnöde Isolieren mit Panzerband gehört damit der Vergangenheit an! Durch das definierte Koppelvolumen reicht der Frequenzgang nun noch etwas tiefer hinab, was die Anbindung an den großen 20er Tieftöner erleichtert. Zudem wurde die Geometrie am Hornmund leicht optimiert, was nicht nur das Abstrahlverhalten weiter glättet, sondern auch noch das letzte Quäntchen Pegel aus dem kleinen Treiber herauskitzelt.  

Gehäuse

 
Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch mehr Hubraum. Aus den 5 Litern des Vorgängers sind stattliche 50 Liter geworden. Das resultiert in einer klassischen Standbox, die dem W 200 S den nötigen Tiefgang ermöglicht. Auch hier gilt: Einfache Kiste, Material 19er MDF. Das Bassreflexrohr wandert aufgrund der möglichen Ankopplung an die Rückwand auf die Rückseite oder bleibt bei sehr wandnaher Position vorne – je nach Aufstellungswunsch. Das neue Waveguide wird wie gehabt auf den Deckel montiert, durch die integrierte Kabelführung und die eingelassenen Gewinde ist die Montage nun aber deutlich sauberer und professioneller zu lösen.  

Frequenzweiche 


Der Tieftöner verhält sich aufgrund der Schallwandbreite gutmütig und kann entsprechend beschaltet werden. Zu beachten ist nur, dass vor der eigentlichen Filterung der doch deutliche Impedanzanstieg aufgrund der Schwingspuleninduktivität linearisiert wird. Ein RC-Glied erledigt diesen Job.

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Textdiagramm: Entwicklung TT Linearisierung
Danach kann der W200S mit einem einfachen Filter zweiter Ordnung linearisiert werden. Der Hochtöner profitiert von der neuen Rückkammer und kann nun etwas tiefer getrennt werden. Durch die leichte Pegelsteigerung durch die neue Geometrie muss der Spannungsteiler leicht angepasst werden. Danach reicht tatsächlich ein einfacher Hochpasskondensator, um sowohl die Ladung des Waveguides auszugleichen als auch die passende Flanke zu modellieren. Der gegenüber Cheap Trick 339 nun etwas offensivere Verlauf im Hochtonbereich ist willkommen, setzt der W 200 S da auch deutlich mehr Tieftonenergie dagegen. Die Trennung liegt nun sauber bei genau 1 Kilohertz. Während der Frequenzgangverlauf nicht völlig linear aussieht, ist die Phasenlage über den gesamten Übernahmebereich vorbildlich. 
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Impedanz (blau) und elektrische Phase (rot) (Box): Typische Zwei-Wege-Refelxabstimmung, echte 8-Ohm-Box
   

Messwerte 


Wir erhalten eine Box, die im Bassbereich nun richtig zupackt. Die untere Grenzfrequenz liegt merklich unter 40 Hertz. Der Wirkungsgrad liegt mit knapp 86 Dezibel an 2,83 Volt nicht deutlich über dem von CT339 – wir haben es hier aber mit einer lupenreinen 8-Ohm-Box zu tun. Der Hochtöner zeigt durch die neue Horngeometrie einen noch etwas engeren Verlauf unter Winkeln, weswegen wir ihm das „Gezappel“ um 10 Kilohertz herum bei den Winkelmessungen verzeihen. Das Constant-Directivity- Verhalten ist ab dem Mitteltonbereich vorbildlich, der Energieverlauf im Raum sehr ausgewogen. Der W 200 S geht in einem moderat großen Gehäuse zwar recht tief – für absolute Pegelorgien ist er aber nicht der beste Kandidat: Bei 95 Dezibel steigt zumindest der „gute“ K2 unterhalb von 1000 Hertz kontinuierlich an, während er bei allen Pegeln einen Grund-K3 von knapp 0,5% zeigt – beides noch nicht hörbar, aber eben auch nicht perfekt. Trotz der sorgfältigen Bedämpfung haben wir mit unserem vorderseitig montierten Reflexrohr leichte Artefakte im Mitteltonbereich, die sich im Wasserfalldiagramm als Nachschwinger zeigen – insgesamt ist das Ganze aber unproblematisch. Wie gesagt: Wer das sauber haben möchte, legt das Reflexrohr nach hinten.  

Hörtest 


Musste der kleine Bruder noch wandnah aufgestellt werden, um Volumen im Bass zu erzielen, fordert CT340 Platz. Frei im Raum aufgestellt, zeigt der W 200 S, was „Bass“ wirklich bedeutet: Trocken, tief und mit physischem Druck, der in der Magengrube ankommt. Den Hochtonbereich stellt man sich durch Einwinkeln ein, wie man möchte und dann kann es auch schon losgehen mit dem großen Spaß. Dabei ist es erstaunlich, wie gut der kleine FRS5X im neuen Waveguide und mit der tiefen Trennung mithält: Die Dynamik ist explosiv, Schlagzeugsoli machen irre Spaß, Snare-Drums knallen mit einer Wucht in den Raum, dass man unweigerlich grinsen muss. Durch die tiefere Trennung wirkt das Klangbild trotz der Größenunterschiede der Chassis wie aus einem Guss, der Übergang zwischen dem großen Konus und dem Horn ist unhörbar. Die räumliche Abbildung ist präzise, aber großformatig – Instrumente und Stimmen werden eher „larger than life“ abgebildet, als mit der ultimativen Präzision. Und obwohl er das dank seines wirklich tief reichenden Basses auch kann: CT340 ist kein Lautsprecher für leise Hintergrundberieselung, das ist ein Lautsprecher, der Musik erleben lässt.   

Aufbauanleitung 


Die Box wird auf der Front oder der Rückwand aufgebaut. Zuerst werden eine Seitenwand, Boden, Deckel und die Ringversteifung eingeklebt, danach die zweite Seitenwand. Zum Schluss wird die Box mit der verbleibenden Platte verschlossen. Ob Sie die Ausschnitte für den Tieftöner (wir haben ihn nicht eingefräst) und das Reflexrohr jetzt oder vorher vornehmen, bleibt Ihnen überlassen. Die Dämmung der Box erfolgt mit drei Matten Sonofil, die gleichmäßig im Raum unterhalb des Teilers verteilt werden. Noppenschaumstoff oder Bondum 800 belegt die Rückwand und Seiten oberhalb der Versteifung, in den Luftraum hinter dem Treiber kommt noch locker Sonofil - bitte nicht den direkten Weg zum Reflexrohr versperren! Die Kabel für den Hochtöner und die Befestigung des Waveguides erfolgen von innen durch den Deckel des Bassgehäuses.  

Zubehör pro Box 


 Dammstoff: Sonofil, 4 Matten 
 1 Terminal 
 1 Reflexrohr BR-70HP 
 Schrauben
 Kabel 2m 2 x 2,5 
 Dichtstreifen 


Lieferant: Visaton / Lautsprechershop  

Holzliste Material: 


19-mm MDF 

2 x 82,8 x 25,0 cm Front, Rückwand
3 x 30,2 x 21,2 cm Deckel, Boden, Versteifung 
2 x 82,8 x 30,2 cm Seitenwände   

Weichenbestückung

 

L1: 2,2 mH Luftspule, 1,0 mm 
C1: 27 µF MKT 
C2: 33 µF MKT 
C3: 4,7 µF MKP 
R1: 10 Ohm MOX 20W
R2: 4,7 Ohm MOX 10W 
R3: 8,2 Ohm MOX 10W 

Fazit

Das logische Upgrade: Ernsthafter Bass, verbesserter Hochton und jede Menge Spaß für wenig Geld. Ein richtig erwachsener Cheap Trick.

Den Test finden Sie in der Klang&Ton 2/2026. Das Heft ist in unserem Shop als e-paper oder als Print-Ausgabe erhältlich

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Kategorie: Lautsprecherbausätze

Produkt: Klang+Ton-Projekt Cheap Trick 340

Stückpreis: um 240 Euro+ Gehäuse

2/2026

Das logische Upgrade: Ernsthafter Bass, verbesserter Hochton und jede Menge Spaß für wenig Geld. Ein richtig erwachsener Cheap Trick.

Klang+Ton-Projekt Cheap Trick 340

2/2026

Klang+Ton-Projekt Cheap Trick 340
PREIS-TIPP
Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Chassishersteller : Visaton 
Vertrieb: Visaton, Haan 
Internet www.printyourbeat.de 
Konstruktion: Thomas Schmidt 
Funktionsprinzip: Bassreflex 
Bestückung: 1 x Visaton W 200 S, 8 Ohm 1 x Visaton FRS5x 1 x Printyourbeat Waveguide V3 (closed back) 
Nennimpedanz (in Ohm): 8 Ohm 
Kennschalldruckpegel 2,83 V/1m: 2,83 V/1 m: 86 dB 
B x H x T (in cm) 25 x 82,8 x 34 cm + Horn 
Kosten pro Stück: ca. 240 Euro + Gehäuse 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 22.02.2026, 09:58 Uhr
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