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>> Mehr erfahren>> Alle anzeigenModerne Dreiwege-Säule mit Carbon-Chassis von Dayton
Jede Menge Kohle- Faser
Der Ruf nach „Männerboxen“ verhallt nie ganz, und unsere großformatigen Projekte erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Doch den modernen Wohnraum zu ignorieren, wäre fahrlässig – man tut sich also mit Sicherheit einen Gefallen, auch mal das genaue Gegenteil zu konstruieren: Schmal, schick und mit klarer Linie
Ein bisschen „High Tech Skulptur“ sollte es werden und dabei wohnraumfreundlich. Dazu aber bitte keine Dynamikbremse und mit richtigem Tiefton- Fundament. Damit standen schon mal drei Wege und Standbox im Pflichtenheft, aber eben in schmal. Wie aber soll man Membranfläche, die bekanntlich durch nichts zu ersetzen ist, in einer nur 14 Zentimeter breiten Front unterbringen? Ein Auftrag, der in ein bisschen Rechnerei ausartete, bis sich eine Kombination aus der neuen Carbon-Serie von Dayton herauskristallisierte, mit der es geht. Der Name „Carbon Tower“ ist dabei Programm: Eine schlanke Stele aus hochwertigem Birke-Multiplex, die die dunklen Kohlefasermembranen perfekt in Szene setzt.
Technik
Mit rund 350 Euro pro Seite schlagen die sechs Chassis zu Buche: etwa 250 Euro für das Bass-Quartett, 65 für den Mitteltöner und knapp 37 für den Hochtöner. Das ist für einen „Cheap Trick“ an der Obergrenze, für die gebotene Materialschlacht aber mehr als fair.















Gehäuse
Hier unterscheidet sich die „Carbon Tower“ deutlich von einfachen MDF-Kisten. Wir haben uns für 15 Millimeter starkes Birke-Multiplex entschieden. Die sichtbaren Schichtkanten geben der Box einen wunderbar technischen, aber wohnlichen Look und kontrastieren prächtig mit der Carbon-Struktur der Membranen. Akustisch haben wir den „Tower“ in zwei separate Abteile unterteilt, in denen je zwei der CF120-Bässe arbeiten. Ein Teilerbrett in der Mitte der Box entkoppelt die Volumina voneinander, was stehende Wellen im Gehäuse effektiv unterbindet und die Stabilität der Seitenwände massiv erhöht. Das obere Abteil, in dem der oberste Tieftöner und der erste Tieftöner unter dem Mitteltonzweig arbeiten, kommt auf exakt 9,5 Liter. Das untere Abteil für die beiden untersten Bässe stellt 10,5 Liter zur Verfügung. Beide Kammern haben je ein eigenes Bassreflexrohr mit 50 Millimetern Durchmesser, das auf der Rückseite Platz findet. Eine Anmerkung zum Gehäusebau: Da die Mitteltonkalotte ihr eigenes Koppelvolumen mitbringt und der Hochtöner geschlossen ist, ist der Aufbau trotz der zwei Kammern unkompliziert. Wer die Multiplex-Kanten zeigen möchte, sollte beim Leimen sorgfältig arbeiten und austretenden Leim sofort entfernen – Klarlack oder Hartwachsöl reichen dann als perfektes Finish.
Frequenzweiche
Die vier Tieftöner haben als in Reihe geschaltete Paare je einen Tiefpass zweiter Ordnung, der das untere Duo bei 200, das obere bei 500 Hertz sauber aus dem Rennen nimmt. Obwohl sie in getrennten Kammern spielen, verhalten sie sich elektrisch dennoch fast identisch, da die Abstimmungen der beiden Volumina sehr nah beieinander liegen. Was allerdings erforderlich war: Die Impedanzspitze der Einbauresonanz musste je mit einem Saugkreis eliminiert werden, weil das Filter sonst eine zu starke Wechselwirkung damit gehabt hätte – eine lästige Oberbassbetonung wäre das Resultat.
Mit Trennfrequenzen von gut 200 und 500 Hertz addieren sich die 4 Bässe zu einem linearen Tieftonfrequenzgang. Der Mitteltöner spielt durch Bandpass-Filter dritter Ordnung im Bereich zwischen 500 und 4000 Hertz. Hier war der kleine Saugkreis parallel zur ersten Spule des Tiefpassfilters für die Unterdrückung der Membranresonanz wichtig. Der Hochtöner übernimmt ab 4000 Hertz, ebenfalls getrennt mit 18 dB Flankensteilheit, um ihm ein bisschen die Flausen auszutreiben. Anmerkung: Der 22-Ohm-Parallelwiderstand kann weggelassen werden, um den Hochtonpegel ab 5 Kilohertz um etwa 1,5 Dezibel zu steigern. Das Ganze führt zu einer sauberen Filterung (fast) ohne Überlagerungseffekte. Wenn man ganz genau hinsieht, erkennt man winzige Einflüsse der Mitteltöner- Membranresonanz auf den Hochtonzweig.
Messwerte
Der vom Grundton bis ganz nach oben hinaus fallende Frequenzgang hat sich während der Abstimmarbeit als durchaus sympathisch und gleichzeitig „autoritär“ klingend herausgestellt – und es sind trotz der Schräglage im Diagramm nur 3 Dezibel über alles, die zudem durch das sehr gleichmäßige und breite Abstrahlverhalten der Box abgefangen werden. Ausreißer im Frequenzgang gibt es bis auf die Senke des Hochtöners auf Achse keine – und auch die gleicht sich schon beim nächstgrößeren Messwinkel aus. Die Impedanzmessung zeigt ein Minimum von exakt 3,2 Ohm bei 180 Hertz – das ist normgerecht. Die Klirrmessungen geben zu keinerlei Besorgnis Anlass – Carbon als Membranmaterial ist stabil, und das sieht man: K2 und K3 sind im nutzbaren Bereich verschwindend gering. Im Bass sorgt die Vierfach- Bestückung für eine deutlich gesteigerte Belastbarkeit: Auch bei für die Größe sehr lauten 95 Dezibel sind die winzigen Treiber noch nicht am Limit. Das Wasserfalldiagramm ist fehlerfrei – bis hinein in den Grundton ist das Ausschwingen der Carbon Tower etwas zügiger als bei anderen Lautsprechern – da soll nochmal jemand behaupten, bedämpfte Boxen würden nicht „schnell“ klingen – aber dieses unreflektierte Hifi -Geplapper wird wohl nie ganz verschwinden….
Klang
Und dabei ist das durchaus etwas, das man sofort hören kann: Wie kaum eine andere Box klingt die „Carbon Tower“ so rasant ab, dass man fast erschrickt. Es fehlt jegliches „Nachwummern“. Hat man sich an die trockene und präzise Spielweise gewöhnt, lernt man diese schlanke Säule immer mehr zu schätzen. Ihr Auftritt hat nichts mit der Zurückhaltung kleiner Boxen zu tun. Die vier Bässe schieben eine Druckwelle in den Raum, die physisch spürbar ist – klar, auch ein Effekt der leicht „schiefen“ Abstimmung der beiden Kammern, die sich im Tiefbass perfekt ergänzen. Die 50er-Kalotte serviert Stimmen mit einer phänomenalen Leichtigkeit und Detailauflösung, die Konuslautsprechern oft abgeht. Der Übergang zum Hochtöner ist nicht wahrnehmbar – alles wirkt wie aus einem Guss. Eine Box, die bei Jazz feinste Details zelebriert, aber bei Rockmusik auch richtig zupacken kann. Besonders beeindruckend ist dabei die räumliche Staffelung: Die extrem schmale Schallwand lässt die Lautsprecher akustisch fast völlig verschwinden. Und selbst bei komplexen Orchesterpassagen oder dichtem Heavy-Metal-Gewitter weicht das Klangbild nicht auf – die harten Carbon-Membranen agieren wie Kolben, die jedem Impuls ansatzlos folgen. Das ist kein Schönfärber für laue Hintergrundmusik, sondern ein direkter, ehrlicher Schallwandler, das emotional tief berührt, gerade weil er nichts hinzufügt oder weglässt.
Aufbauanleitung
Der Aufbau erfolgt auf einer Seitenwand. Zuerst werden Rückwand, Deckel, Boden und der wichtige Teiler aufgeleimt, der die Box in zwei Kammern trennt. Die Position des Teilers sollte so gewählt werden, dass er zwischen dem zweiten und dritten Tieftöner (von oben gezählt) sitzt. Da die Wandstärke nur 15mm beträgt, ist innen etwas mehr Platz als bei 19mm MDF, was den Volumina zugutekommt. Anzeichnen der Positionen ist Pflicht, besonders für die Fräsungen der Chassis. Wir haben je ein Bassreflexrohr für die obere und eines für die untere Kammer auf der Rückwand vorgesehen. Dämmung: Je Kammer ca. 1,5 bis 2 Matten Sonofil locker verteilen, oben kann zusätzlich Bondum 30 oder Damping 30 an die Wände der Kammer.
Holzliste
15 mm Birke Multiplex
2 x 100,0 x 18,5 cm Seitenwände
1 x 100 x 14,0 cm Front
1 x 98,5 x 11,0 cm Rückwand
1 x 18,5 x 11,0 cm Deckel
1 x 17,0 x 11,0 cm Teiler
1 x 26,0 x 20,0 cm Boden
Zubehör pro Box
2 x Bassreflexrohr BR-50 HP
4 Matten Sonofil
Bondum 800
Terminal
Kabel
Schrauben
Lieferant: Variant GmbH
Fazit
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Kategorie: Lautsprecherbausätze
Produkt: Klang+Ton-Projekt „Carbon Tower“
Preis: um 500 Euro+ Gehäuse
Die „Carbon Tower“ ist eine echte High- Tech-Box im besten Sinne geworden – durch das Multiplex-Gehäuse optisch veredelt, akustisch ein Präzisionsinstrument. Dayton zeigt eindrucksvoll, was mit modernem Materialeinsatz möglich ist.
Klang+Ton-Projekt „Carbon Tower“
Klang+Ton-Projekt „Carbon Tower“
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>> Mehr erfahren>> Alle anzeigen| Technische Daten | |
| Chassishersteller : | Dayton Audio |
| Vertrieb: | Variant GmbH |
| Internet | - |
| Konstruktion: | Thomas Schmidt |
| Funktionsprinzip: | Bassreflex |
| Bestückung: | 4x Dayton CF120 1x Dayton CF50N-4 1x Dayton CF18N-4 |
| Nennimpedanz (in Ohm): | 4 Ohm |
| Kennschalldruckpegel 2,83 V/1m: | ca. 87dB |
| B x H x T (in cm) | 101,5 x 14,0 x 20,0 cm |
| Kosten pro Stück: | ca. 500 Euro + Gehäuse |




