Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: Atoll DAC 100


Französisch für Fortgeschrittene

D/A-Wandler Atoll DAC 100 im Test, Bild 1
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In der Normandie gibt es neben ausgegrabenen römischen Thermen, Calvados und leckerem Käse noch eine traditionsbewusste Firma, die jetzt schon fast zwanzig Jahre lang beharrlich ihre Firmenphilosophie durchzieht und ihre Produkte stetig verbessert. Und ab und an etwas Neues, aus dem gesammelten Wissen heraus Entstandenes herausbringt.

Peripherie:



Quellen:


Netbook Sony mit Windows 7, MediaMonkey, ASIO4All-Treibern
Apple iMac 2,4 GHz, iTunes 9, Sonic Studios Amarra 1.2
AppleTV, Musik von interner Festplatte
CD-Player Jungson Impression CD2 Competitv
HiFi-Akademie netPlayer
Labtek Aurora


Kopfhörerverstärker:


Canor TP10


Kopfhörer:


BOSE Quiet Comfort 3
Beyerdynamic DT770


Vorstufe:


MalValve preamp 3


Endstufen:


SysAsym
Pro-Ject Amp Box SE


USB-Kabel:


Silent Wire


Der französische Hersteller Atoll hat in Deutschland eine nennenswerte, treue Fangemeinde. Stetig verbesserte CD-Player, passende Verstärker und Mehrkanaliges werden auch heute noch im Forum des Herstellers eifrig diskutiert.

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Das hat gute Gründe: In der Normandie wird noch Wert auf Handarbeit gelegt, seit den Neunzigern sorgen die Brüder Stéphane & Emmanuel Dubreuil dafür, dass das traditionelle europäische Handwerk in seiner Tradition fortgeführt und bezahlbares High-End Made in Europe produziert wird. Sympathische Sache, zumal man den Atoll-Produkten dazu gratulieren kann, stets sehr eigenständig hinsichtlich Design und Funktionalität zu sein. Nun also ein Wandler. DAC 100 heißt er und sieht zunächst einmal gar nicht so extravagant aus. Wahlweise mit silberner oder schwarzer Front ist er erhältlich, der Korpus ist in beiden Fällen schwarz. Da man bei Atoll ja recht viel Wert darauf legt, Aluminium hübsche Formen zu geben entgratete man die Frontplatte des DAC 100 so, dass man ihn nun doch wieder als echtes Dubreuil- Produkt erkennen kann. Und das mit dem bezahlbaren High-End ist auch nicht vergessen worden: Die Preisklasse, in der sich der DAC 100 positioniert, ist in meinen Augen eine sehr spannende. Für 550 Euro einen Wandler auf den Markt zu bringen, der per S/PDIF Vollauflösung fahren kann und über einen USB-Anschluss verfügt, ist nicht gewagt, sondern das Resultat der Marktentwicklung. Lange Zeit gab es gar keine DACs mehr, und die ersten Modelle der neuen Generation lagen preislich in nur für betuchte Leute erschwinglichen Regionen. Der DAC 100 ist freilich nicht ein 08/15-Gerät, das man gebaut hat, um ein Segment zu besetzen. Noch mal zum Preis: Durch seine Positionierung versteht er sich sowohl als hochwertiger Spielpartner für die Computer-HiFi- Fraktion als auch als Tuning-Maßnahme für neue und ältere CD-Player der Mittel- bis Spitzenklasse.

Schalten und walten


Jeweils drei optische und koaxiale Digitaleingänge lassen sich mit ihm verwalten, außerdem gibt es noch die besagt USB-Buchse. Die fällt in Sachen Maximalauflösung etwas aus dem Rahmen: Während die S/PDIF-Eingänge gesampeltes Musikmaterial in bis zu 192 kHz und 24 Bit verarbeiten, ist sie nur bis 48 kHz am Ball. Somit eignet sie sich hervorragend dafür, alle ihr zugespielten CD-Rips zu verarbeiten, der harte Stoff , etwa Vinyl-Rips oder Hochbit-Downloads muss per S/ PDIF zugeführt werden. Wenn ich mir meine eigene, private Festplatte ansehe, besteht die trotz meiner stetigen und enthusiastischen Suche nach hohen Auflösungen immer noch zu 95 % aus Red-Book-Versionen von Alben, also in 44,1 kHz und 16 Bit. Auch wenn ich mir sicher bin, dass die Zukunft Änderung bringt befi nden wir uns nun mal noch im Mittelalter verlustfreier Musikdownloads. Und bis sich das dramatisch geändert hat lebt man mit der USB-Schnittstelle des DAC 100 vorzüglich. Das Fehlen einer Fernbedienung kann man verschmerzen. Der DAC 100 bietet keine Lautstärkeregelung, ist als reiner Wandler konzipiert. Wenn man einmal eine Quelle eingestellt hat, erfolgt die Lautstärkeregelung sowieso über die Vorstufe beziehungsweise den Vollverstärker. Und am PC steht er eh in unmittelbarer Nähe des Rechners. Entweder der Kopfhörerverstärker oder die digitale Lautstärkeregelung (vorzugsweise nicht die des Betriebssystems) stellen dann den Pegel ein. Die für die Wandlung verantwortliche Hardware jedenfalls schaff t großes Vertrauen: Zunächst gibt es getrennte Netzteile für Analog- und Digitalsektion, die Spannung wird noch an verschiedenen neuralgischen Stellen stabilisiert. Gut so, dem Strom etwas Gutes zu tun hat noch keinem HiFi- Gerät geschadet. Der Wandler-Chip ist ein BurrBrown 1796 und hat mit den ihm zugespielten maximal 192 kHz überhaupt keine Probleme. Genau genommen freut er sich sogar über Material dieser Qualität, denn das ist seine Arbeitsfrequenz. Der Klirr liegt auf leicht erhöhtem Niveau. Nichts Schlimmes, denn „guten“ Klirr hört das Ohr ja auch gern. Wenn mein Messgerät mir so um die 0,3 % Verzerrungen anzeigt, gilt es mit dem Ohr zu ermitteln, wie harmonisch sich die Klirrkomponenten einfügen.

Quellenvergleich


Zunächst bewaffnete ich mich mit meinem Mac, der von mir heiß geliebten Software Amarra und einem USB-Kabel. Ein externer Kopfhörerverstärker und passende Kopfhörer sollten mir recht schnell verraten können, ob ich ein Sonntagsgerät vor der Nase habe, oder ob der Klirr sogar etwas angenehme Dinge hinzufügt. Tja, ich war etwas enttäuscht. Denn der Atoll DAC 100 tönt sogar recht analytisch. So richtig schön klar, die Musik „schnell“ produzierend. Ich hoffe, Sie verstehen, dass ich mit derartigen Enttäuschungen sehr gut leben kann. Ganz besonders bemerkenswert wurde es, wenn der ganz harte Stoff per S/ PDIF eingespielt wurde. Es gibt zwar noch nicht gerade ein Übermaß an Hochbitaufnahmen, doch Linn Records hat uns ja in der Vergangenheit recht gut damit ausgestattet; außerdem gibt es ja auch noch SACDs. Gerade solche Knaller-Teile wie Dan & Th e Electros‘ „It‘s Never Too Late“ gewinnen durch das hohe Maß an Luftigkeit und Dynamik, das der DAC 100 draufsetzt, deutlich hinzu. Und selbst mit „normal“ aufgelösten Aufnahmen muss man den S/PDIF-Eingängen den knappen Sieg nach Punkten über den eigenen USB-Eingang aussprechen. Der war zwar auch schon saugut, benötigte aber zwingend ASIO-Treiber beziehungsweise Amarra-Unterstützung, um in die Nähe des Niveaus zu kommen, auf dem die „klassischen“ Digitalverbindungen spielen. Trotzdem, für Musik vom Rechner ist er mehr als geeignet. Der DAC 100 ist außerdem so ein Knabe, der nach recht langer Einspielzeit noch einmal kräftig zulegt. Man merkt das an der sich permanent verbessernden Geschmeidigkeit. Er wird quasi zusehends erwachsen. Und das, obwohl die Brüder aus Brecey eh schon lange gereiftes Wissen reingesteckt haben. Neben meinem Rechner habe ich jedenfalls derzeit eine ganz besonders zum Abhören unterschiedlicher Aufnahmen exzellente Waffe stehen, die mir zwar leider irgendwann weggenommen wird, bis dahin aber noch sehr gute Dienste verrichten wird.

Fazit

Ob Sie nun Ihren CD-Player aufwerten, viele Digitalquellen verwalten oder richtig gut Musik vom Rechner genießen wollen – der DAC 100 von Atoll ist ein Wandler, der sowohl durch sein Preisschild als auch durch seinen Charakter sehr überzeugt.

Preis: um 550 Euro

D/A-Wandler

Atoll DAC 100


08/2010 - Chritian Rechenbach

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Audium/Visonik, Berlin 
Telefon 030 6134740 
Internet www.audium.com 
Eingänge:
Ausgänge:
THD+N (in %): 0.301 
SNR (A-gewichted in dB): 98 
Übersprechungsdämpfung (in dB): 90 
checksum „Ob Sie nun Ihren CD-Player aufwerten, viele Digitalquellen verwalten oder richtig gut Musik vom Rechner genießen wollen – der DAC 100 von Atoll ist ein Wandler, der sowohl durch sein Preisschild als auch durch seinen Charakter sehr überzeugt.“ 
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Autor Chritian Rechenbach
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Datum 27.08.2010, 14:10 Uhr
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