Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: Grace Design m920


Ohne Umwege

D/A-Wandler Grace Design m920 im Test, Bild 1
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Gerade für uns Hörer von Musikdateien gibt’s ja immer jede Menge gute Gründe, die klassischen HiFi-Pfade mal kurz zu verlassen und uns anzusehen, was die werten Herren Aufnahmeprofis denn so nutzen, um ihre Dateien abzuhören. Und dann stolpert man sehr schnell über die Produkte von Michael Grace.

Peripherie:


 Apple MacBook Pro, OSX 10.8.3, Sonic Studio Amarra
 Apple MacBook Pro, Netrunner Arch, Music Player Daemon
 Pro-Ject CD Box RS
 Endstufe: Jeff Rowland Model 525
 Vollverstärker: Accuphase E600
 Lautsprecher: Klang+Ton „Nada“ Valeur Audio Micropoint 4SE
 USB-Kabel: Audioquest Cinnamon USB
 Digitalkabel: Swiss Cable Reference, IC digital S/PDIF, Swiss Cable Reference, IC digital AES/EBU

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Michael Grace hat eine für die Musiker- und HiFi-Branche passende Karriere hingelegt. Er hat erst ein Ingenieurstudium begonnen, das dann recht früh aufgegeben und viel lieber Geld und Erfahrungen in einer Firma aus seiner Umgebung aufgesammelt.

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Das war mit der Jeff Rowland Design Group aber auch gleich ein nennenswertes High-End-Unternehmen, und so konnte Michael jede Menge Insider- Wissen über saubere Signalwege sammeln. Passend dazu hat genau in dieser Zeit auch sein Bruder Eben damit angefangen, eine ernsthafte Musiker- Karriere als Gitarrist anzustreben, und Michael durfte im Zuge dessen ganz tief in die Recording-Industrie einblicken und lernte das lieben. Er fing an, Produkte für Aufnahme und Monitoring zu entwickeln (zu Beginn natürlich hautpsächlich zu adaptieren) und gründete dann schlussendlich (das ist jetzt auch schon 20 Jahre her) Grace Design, sogar mit seinem Bruder als Partner. Seidem ging‘s immer weiter vorwärts, mittlerweile ist die Produktpalette mächtig gewachsen, und Grace bietet vom Kopfhörerverstärker über Pre-Amps bis hin zu Kompressoren und Mikrofonverstärkern alles an, was sich der Herr Aufnahmetechniker wünschen kann. Für uns ist da aber jede Menge interessanter Stoff dabei, schon vor ein paar Jahren hatte ich mit dem m903 einen DAC/Vorverstärker auf dem Tisch, der zur damaligen Zeit technisch ganz weit vorn war, gerade wenn man sich das direkte HiFi-Umfeld ansah. Deswegen freue ich mich, nach Jahren der Abstinenz mal wieder ein schniekes Grace-Produkt vorstellen zu dürfen. Der noch sehr neue m920 unterscheidet sich auf den ersten Blick gar nicht mal zu sehr vom bisherigen Monitoring- Flaggschiff der Firma aus Colorado, dem erwähnten m903. Das Gehäuse ist bis auf ein paar kosmetische Optimierungen nahezu identisch, auch am Funktionsumfang hat sich zumindest auf den ersten Blick nicht viel getan. Die verbaute Technik wird’s richten, keine Angst. Erst einmal versteht sich der m920 als Kopfhörerverstärker mit Vorstufenfunktion und integriertem D/AWandler. Dementsprechend findet man hier S/PDIF-, TosLink- und AES/EBU-Eingänge sowie eine USB-Schnittstelle, die (aus Platzgründen?) als Mini-USB ausgeführt wurde. Trotzdem sollte man die kleine Buchse nicht unterschätzen, denn Grace hat die USB-Anbindungen modernen Anforderungen angepasst und unterstützt jetzt problemlos PCM-Daten bis 384 kHz in 32, außerdem kann auch natives DSD (DSD64 und 128) übertragen werden. Die Einrichtung der Treiber unter Windows geht schnell, Linux- und Macintosh-Benutzer müssen sich wie immer nicht um so etwas kümmern. Ungewöhnlich, aber beachtlich: Per DoP (DSD over PCM) ist es sogar möglich, dem AES/EBU- oder S/PDIF-Eingang zumindest DSD64 zuzuführen. Mir fällt zwar spontan kaum etwas ein, wie man das mit Home-HiFi-Mitteln hinbekommen soll, doch nenne ich es mal der Vollständigkeit halber. Weiter geht’s mit dem, was es von vorne zu sehen gibt. Hier haben wir zunächst mal zwei Drehknöpfe und ganz viele LEDs, die Abtastraten und Quellenwahl indizieren. Man glaubt es angesichts der beiden Knöpfe und des scheinbar simplen Displays kaum, aber der m920 ist nur so vollgepackt mit Optionen, die teilweise nützlicher, teilweise klanglicher Natur sind. Durch Drücken des Lautstärkeknopfes arbeitet man sich nämlich durch ein recht umfangreiches Menü, in dem so grundlegende Dinge wie Balance und Gain der unterschiedlichen Eingänge einstellbar sind, aber auch noch Funktionen wie die von Grace selbst entwickelten s-Feed- und s-Lock-Technologien (gleich mehr dazu) lassen sich hier aktivieren. Und mehr. Filtertypen lassen sich schließlich auch noch auswählen, sinnvollerweise sogar für PCM- und DSD-Daten getrennt. Für PCM werden Fast Roll-off (steiles Beschneiden), Slow Roll-off (sanftes Filtern) und Minimum Phase (mein Favorit, minimalphasiges Filter) angeboten, für DSD ist hingegen die Filterbandbreite vierstufig zwischen 47 und 70 kHz einstellbar. Probieren Sie einfach mal aus, was für Sie am besten klingt. Eine hübsche Fernbedienung gibt’s optional, außerdem kann der m920 auch mit einer Apple-Fernbedienung kommunizieren, sollten Sie irgendwo noch eine haben. Doch zu den bereits genannten Graceeigenen Routinen: Mit x-Feed simuliert Grace Design quasi eine normale Hörumgebung mit Lautsprechern. Sie tragen dem Umstand Sorge, dass man in einem Hörraum ja gemischte Informationen vom linken und rechten Lautsprecher auf jeweils das linke und rechte Ohr abbekommt. Im Pegel gedämpft und zeitlich versetzt kommen nun mal auch Signale aus dem rechten Lautsprecher ans linke Ohr. Mit einem Kopfhörer passiert so was nicht, was für die Psyche eine eher ungewohnte Angelegenheit ist. Das Resultat ist tatsächlich ein verbessertes Räumlichkeitsgefühl, außerdem sollte x-Feed für weniger Ermüdung beim Hören sorgen, da das Hirn ja entlastet wird. Ich habe diese Option nach anfänglichem Hin- und Herschalten jedenfalls angelassen, weil es für mich schlicht und ergreifend besser klang. s-Lock beschreibt nun wieder die von Michael Grace entwickelte, eigene PLL. In den elektrischen Digitalsignalen, die per AES/EBU, S/PDIF oder TosLink angereicht werden, befindet sich schließlich auch die Information über den Takt, und das kann unter Umständen stark jitterbehaftet sein. S-Lock synchronisiert sich auf das Signal auf und fügt ihm einen eigenen, dank hochwertiger Oszillatoren sehr stabilen Takt zu. Das ist für ein digitales Signal essenziell und wird hier mit hohem Aufwand betrieben. Sollten Sie „nur“ einen Computer per USB anschließen, um mit dem m920 Musik zu hören, brauchen Sie diese Option nicht, denn in diesem Fall ist der Grace-DAC der Clock-Master, da hier ja im asynchronen Übertragungsmodus gearbeitet wird. Ansonsten macht das Aktivieren natürlich mehr als Sinn. Eine LED zeigt an, ob s-Lock aktiv ist. Bei zu sehr verjitterten Signalen greift die PLL nämlich nicht mehr und man muss vorübergehend mit dem Jitter leben. Das ist aber in der Praxis bei mir mit ordentlichen Quellgeräten und sauberer Verkabelung nie passiert. Die Grace-Designer haben hier eine Menge Hirnschmalz einfließen lassen, um die Töne sauber und stabil zu halten. Und beim DAC-Chip sind sie deswegen auch keine Kompromisse eingangen. Hier gibt’s das große Sabre32-Besteck aus der noch sehr neuen M-Serie von ESS. Da kommt dann auch die ganze DXD- und DSD-Unterstützung her. Doch vielmehr wollte ich wissen, was da jetzt klanglich zu erwarten ist. Schließlich war das meine Hörpremiere mit diesem Wandlerchip, und aufgrund der Erfahrungen mit dem m903 von Grace war mir klar, dass diese Firma genau weiß, wie man einen solchen DAC in den Griff bekommt. 

Klang


Man erwartet ja immer eher sterile, viel zu sehr nach „Arbeitsmittel“ klingende musikalische Erlebnisse, wenn man sich dann hinsetzt, um sich ein Gerät, das stark dem Profibereich angesiedelt ist, zu hören. Und natürlich klingt alles tonal so ziemlich perfekt und neutral, aber die dem System innewohnende Dynamik sorgt dafür, dass Sie (oder der Herr Toningenieur bei der Arbeit) mächtig Spaß haben können. Der m920 spielt sehr agil, fordernd, direkt. Direkt ins Herz würde ich sagen, denn ich bin Freund dieser Spielweise und somit hat mich der kleine Amerikaner sofort mitgenommen. Das ist nichts für Freunde der Schönfärbereien, hier wird glasklare und unmittelbare musikalische Kost geboten. Alles in allem: tolle Maschine. Die Optik fand ich nach einer Weile sogar richtig gut, die Möglichkeiten, gerade für Freunde des Kopfhörers sind enorm und der Klang ist eine Hausnummer. Man tut halt immer wieder gut daran, auch mal bei anderen zu schauen, wie es geht.

Fazit

Manchmal ist es halt einfach gut und richtig, mal bei den Profis nachzusehen. Der m920 ist jedenfalls in jedem Wohnzimmer und neben jedem Computer ein perfekter, unglaublich frei klingender DAC/Preamp/ Kopfhörerverstärker.

Preis: um 2300 Euro

Grace Design m920

09/2014 - Christian Rechenbach

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Audio Import, Wermelskirchen 
Telefon 02196 883136 
Internet www.audio-import.de 
Eingänge: 1 x Mini-USB (asynchron, bis 384 kHz, 32 Bit, DSD64+DSD128) 
Ausgänge: 1 x analog 6,3er-Klinke (symmetrisch) 
Abmessungen (in mm): 215/220/44 
Besonderheiten Nein 
checksum „Manchmal ist es halt einfach gut und richtig, mal bei den Profis nachzusehen. Der m920 ist jedenfalls in jedem Wohnzimmer und neben jedem Computer ein perfekter, unglaublich frei klingender DAC/Preamp/ Kopfhörerverstärker.“ 
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Christian Rechenbach
Autor Christian Rechenbach
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Datum 09.09.2014, 09:14 Uhr
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Topthema: Norddeutsche HiFi–Tage 2022
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