Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: Musical Fidelity M6s DAC


Samplingwunder

D/A-Wandler Musical Fidelity M6s DAC im Test, Bild 1
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Musical Fidelity macht die M6 Serie zukunftssicher und spendiert seinen Systemen einen extra Buchstaben im Namen. Dahinter steckt allerdings wesentlich mehr.

Keiner weiß, was die Zukunft bringt, da sind wir alle gleich. Auch wenn man sicher die eine oder andere Entwicklung zumindest annähernd vorhersagen kann, ist man einfach nie auf alles vorbereitet. Gerade bei Technik gibt es immer nur Momentaufnahmen. Einst das Maß aller Dinge, kann etwas schon bald als veraltet belächelt werden. Als die CD vor etlichen Jahren auf den Markt kam, war es möglich, eine komplette Symphonie anzuhören, ohne das Medium zu drehen. Lade auf, Play drücken, Musikhören fertig. Heute hingegen scheint es fast anachronistisch, noch ein ganzes Album von Anfang bis Ende zu hören. Vor allem, wenn man vorher noch ans Regal gehen muss, um es in ein Laufwerk zu legen. Auch die Qualität war einst der Gipfel der Digitaltechnik.

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44.100 Datensätze von 16 Bit, und das pro Sekunde. Damals eine echte Leistung. Heute beschweren wir uns ungeduldig, wenn mehrere Gigabyte Daten nicht in wenigen Minuten aus dem Internet heruntergeladen sind. Die Entwicklung schreitet immer weiter voran. So wundert es auch niemanden, dass Hersteller von Audiogeräten ab und an ein wenig an den Spezifikationen ihrer Geräte schrauben. Schließlich gibt es immer neue Standards, die erfüllt werden wollen, und gerade wer sich auf die Fahnen schreibt, diese für gewöhnlich zu übertreffen, muss einen Ticken schneller sein als der Rest. Musical Fidelity hat deswegen in den letzten Monaten seine beliebte M6-Serie nach und nach upgegradet, um mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten. So wurde der M6 DAC nun zum M6s DAC. Während auf technischer Seite natürlich einige Änderungen anstanden, blieb der sprichwörtliche Schuster in der Designabteilung allerdings bei seinen Leisten. Auf den ersten Blick wird man kaum einen Unterschied erkennen, was in Anbetracht des zeitlosen Designs des M6s auch logisch ist. Die 44 Zentimeter breite Front wurde wie üblich für eine Reihe Statusanzeigen genutzt, die Aufschluss über die verwendete Abtastrate geben. Daneben dient ein weiteres Feld mit einigen LEDs und zwei Köpfen der Auswahl und Überprüfung der zurzeit verwendeten Eingangsschnittstelle. Oben zieht sich eine schmale Kante quer über die Front und bewahrt den M6s davor, allzu kantig auszusehen. Ein wenig ausgefallener zeigte man sich bei der Auswahl der Anschlüsse auf der Rückseite, zumindest was den essenziell wichtigen USB-Port angeht. Anstatt des üblicherweise verwendeten USB-B-Anschlusses wurde hier eine Micro-USB-Buchse eingesetzt. In Zeiten der Standardisierung sämtlicher Kabel eigentlich keine schlechte Idee, denn die Funktionalität ist mit der eines großen Anschlusses identisch. Lediglich Fans exquisiter High End Kabel werden es aufgrund der kleineren Auswahl eventuell ein wenig schwerer haben, die passende Verbindung zu finden. Neben dem Universalanschluss bietet der M6s natürlich noch eine ganze Reihe weitere Eingänge. Jeweils drei koaxiale S/PDIF-Buchsen und drei optische Toslink-Anschlüsse können für HiFi-Geräte verwendet werden und dienen ebenso der Verwendung mit Fernsehern, Blu-ray-Playern oder Konsolen. Selbst die optischen Eingänge verarbeiten Abtastraten bis 192 kHz, was über die eigentliche Spezifikation des Anschlusses von 96 kHz nochmals hinausgeht. Übertroffen werden diese Werte natürlich vom besagten USB-Eingang, der die momentanen Standards ein ganzes Stück hinter sich lässt. Waren 384 kHz Samplingrate vor einigen Monaten noch das höchste der Gefühle, bietet der M6s nun bereits eine maximale Abtastrate von 768 kHz an. Und das bei anstatt 24 Bit gleich 32 Worttiefe. So schnell kann es gehen. Möglich macht dies die neue Wandlergeneration von ESS, die Musical Fidelity in seinem DAC verbaut. Konkret kümmert sich hier ein ES9028 Pro um die Wandlung der digitalen in analoge Signale. Ein Rechenmonstrum mit einer 32-Bit-Architektur, das 8 Kanäle verarbeiten kann, besonders rauscharm ist und gleichzeitig mit besonderem Fokus auf den Dynamikumfang entwickelt wurde. Was auf dem Papier toll klingt, muss auch richtig umgesetzt werden, wofür Musical Fidelity natürlich selbst sorgt. So werden die Signale aller Eingänge, egal ob S/PDIF oder USB, vor der Wandlung auf 768 kHz hochgesampelt, damit die nun deutlich erhöhte Anzahl an Abtastpunkten anschließend zu einer genaueren Errechnung der analogen Kurve genutzt werden kann. Auf diesen Vorgang ist man bei Musical Fidelity sichtlich stolz, denn neben eigentlicher Abtastrate und der Quelle wird auch das eingeschaltete Upsampling mit einer eigenen Statusleuchte an der Front angezeigt. Fast ein wenig unnötig eigentlich, denn die Funktion lässt sich nirgens vom Nutzer deaktivieren, so dass man sich zu jeder Zeit am Schein der kleinen grünen Lampe erfreuen kann. Bei der Verwendung von eher niedrig aufgelöstem Quellmaterial macht sich diese Funktion besonders deutlich bemerkbar. Dann schafft es der M6s, eine Reihe zuvor ungeahnter Details aus dem Datenstrom zu ziehen. Auch die Präzision und Dynamik nehmen hier zu. Hochwertiges HiRes-Material profitiert natürlich weniger von einer nochmals erhöhten Abtastrate, doch auch hier kann Musical Fidelitys Wandler mit seinen Talenten glänzen. Während die Branche bei der letzten ESS-DAC-Generation eine ganze Weile brauchte, bis man den Chips wirklich hervorragenden Sound entlockte, scheint dies bei der neuen Pro Serie deutlich einfacher von der Hand zu gehen. Wesentlich weniger analytisch und trockener als die alte Sabre-Reihe überzeugt der Pro-Wandler von der ersten Minute an mit angenehmer Musikalität. Das offene, transparente Spiel fließt förmlich aus den Lautsprechern und folgt jedem noch so hektischen Stück mühelos durch die Frequenzbereiche. Präzise Anschläge und Konturen wirken zu keiner Zeit kalt, sondern öffnen den Raum eher, so dass sie die einzelnen Komponenten frei verteilen. Der Bassbereich trifft das richtige Maß an Kraft und Zurückhaltung um das Geschehen gut zu untermalen. Gleichzeitig lässt der M6s Stücken der etwas härteren Gangart ihren Lauf um auch im unteren Frequenzbereich genügend Punch zu bieten. Per XLR- oder Cinchkabel kann der M62 sogar direkt an jeweils passende Endstufen angeschlossen werden, denn durch die integrierte Lautstärkekontrolle ist keine separate Vorstufe mehr nötig. Ein kurzes Drehen am Poti an der Front, schon legt der DAC noch mal ein wenig zu. Für die Nutzung an einem Vollverstärker lässt sich die Vorstufenfunktion komplett deaktivieren, so dass der Wander ein lineares Signal ausgibt. etwas versteckt befindet sich dazu ein schmaler Schalter an der Rückseite, der ein wenig ins Gerät hinein versetzt ist, so dass man den Modus nur bewusst wechseln kann. Wahlweise lässt sich hier auch gänzlich auf Lautsprecher verzichten, denn mit dem 6,3-Millimeter-Kopfhöreranschluss an der Front finden auch Headfiler einen guten Partner für all ihre Schätze. Selbst besonders schwierige Kopfhörer sollten dank der hohen Ausgangsleistung kein großes Problem darstellen. Mit der neuen M6s-DAC-Version bringt Musical Fidelity seine M6-Serie in die audiophile Zukunft. Während die Musikindustrie selbst nun langsam den Wert echter HiRes-Aufnahmen erkennt, ist es hier bereits möglich, schon die nächste Generation an hoch aufgelösten Alben wiederzugeben. Allerdings muss man nur kurz warten, bis die Vorzüge des M6s offensichtlich werden. Das Upsampling hilft gerade CD-Rips auf die Sprünge, während HiRes ebenfalls von der neuen DAC-Plattform und der Arbeit des Musical-Fidelity-Teams profitiert. Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis tut dann sein Übriges, um den M6s zu einer echten Empfehlung zu machen. 

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Fazit

Musical Fidelity gelingt es mit dem M6s, neueste Technik umgehend nutzbar zu machen. Das gut funktionierende Upsampling wertet auch ältere Aufnahmen auf, während der DAC aus aktuellen HiRes-Datensätzen wieder tolle Musik macht.

Preis: um 1500 Euro

D/A-Wandler

Musical Fidelity M6s DAC


06/2018 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 1.500 Euro 
Vertrieb: Reichmann Audiosysteme, Niedereschach 
Telefon: 07728 1064 
Internet www.reichmann-audiosysteme.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 440/100/380 
Eingänge 1 x MicroUSB 
- 3 x S/PDIF koaxial 
- 3 x Toslink optisch 
Unterstützte Abtastraten: USB: PCM bis 768 kHz, 32 Bit und DSD bis DSD128, 5,6 MHz, 1 Bit; S/PDIF: PCM bis 192 kHz, 24 Bit 
Ausgänge: 1 x RCA Stereo, 1 x XLR Stereo 
- 1 x 6,3 mm Kopfhörerausgang (vorne) 
checksum Musical Fidelity gelingt es mit dem M6s, neueste Technik umgehend nutzbar zu machen. Das gut funktionierende Upsampling wertet auch ältere Aufnahmen auf, während der DAC aus aktuellen HiRes-Datensätzen wieder tolle Musik macht. 
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Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 03.06.2018, 14:54 Uhr
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