Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: Weiss Engineering DAC 202


End of story

D/A-Wandler Weiss Engineering DAC 202 im Test, Bild 1
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Die highendige Musikwiedergabe vom PC steckte noch in den Kinderschuhen, da galt ein Schweizer D/A-Wandler als das Maß der Dinge: Der Weiss Minerva. Das ist schon etwas länger her, weshalb es mir eine Freude ist, den Nachfolger zu präsentieren: Vorhang auf, der DAC202 ist da.

Peripherie:



Zuspieler:


Apple iMac 2,4 GHz, OSX 10.6.5, iTunes 9.2, Sonic Studio Amarra 2.0 M2Tech HiFace Evo
Logitech Squeezebox Touch
Audiodata Audiovolver II


Vorstufe:


MalValve preamp 3


Endstufen:


SymAsym


Lautsprecher:


KEF XQ40
Seta Audio BESA CS


Kopfhörer:


BOSE Quiet Comfort 3
Beyerdynamik DT707
Denon


Gut, als direkten Nachfolger versteht man den DAC202 bei Weiss Engineering in Uster in der Schweiz sicher nicht. Außerdem ist er auch preislich noch weiter oben angesiedelt als sein „Vorgänger“, dafür gibt es aber, wie ich im Weiteren herausschälen werde, jede Menge Mehrwert. Potenziell jedenfalls ist der ein ganz heißer Kandidat für die sprichwörtliche Insel.

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Wenn man so ein Teil das erste Mal in den Fingern beziehungsweise wenigstens unter Netzstrom gesetzt hat, spielt man erst mal mit den Schlüsselfunktionen, um sich ein Bild davon zu machen, was man in den nächsten Tagen alles mit ihm anstellen möchte. Dabei fängt man vorne an und begutachtet die Frontpartie, die in ihrer Schlichtheit und Hochwertigkeit das Auge eines jeden Technikverliebten erfreut. Der Drehknopf auf der rechten Seite ist von hoher Güte. Er dreht in beide Richtungen fein gerastert, löst dabei pro „Klick“ ein halbes dB des zu regelnden Lautstärkebereichs ab. Einzig in den Menüs springt mir die Markierung etwas zu flott von einem Punkt zum anderen, aber da geht man ab und an mal rein und dann ist es ja auch gut. Das Display in der Mitte ist dimmbar, versorgt den Interessenten mit allen Informationen über das momentan verarbeitete Signal, schwächelt allerdings unter Winkel leicht. Aber auch an dieser Stelle sage ich: Macht nix, wenn alle Einstellungen sitzen, guckt man höchstens mal darauf, um den Pegel abzulesen, ansonsten hatte ich während meiner Testphase die Hintergrundbeleuchtung fast komplett ausgeschaltet. Stört ja nur im Augenwinkel, und der Sampling-Rate-Indikator ist zwar eine wunderbare Sache, mit der Zeit vertraut man dem, was man zig-mal bestätigt gesehen hat, aber auch ohne. Was man vorher noch schnell machen sollte: Auf Bittransparenz prüfen. Mithilfe spezieller Tonsignale kann man seine Abhörkette bestehend aus Rechner und Wandler auf Bittransparenz prüfen. Der Wandler prüft, ob das empfangene Bitmuster dem der Testdateien gleicht und zeigt an, ob die Bits identisch sind oder ob etwas verändert wurde. Die zur Verfügung stehenden Testdateien liegen in 16 und 24 Bit und Samplingraten von 44,1 - 192 kHz in allen Varianten vor. Und wissen Sie was? Ich habe sowohl auf dem Mac als auch dem PC keine ASIO-, Amarra- oder Sonst-wie-Konfiguration erstellen können, die völlige Bittransparenz ermöglicht. Das kenne ich von noch keinem anderen Gerät. Dieser Check ist sowohl praktisch als auch deprimierend. Aber überbewerten wir das mal nicht. Lautstärke regelt Daniel Weiss übrigens digital. Und jetzt hör ich quasi schon die Bedenken der Leute, die Auflösungsverluste bei geringen Lautstärken befürchten. Die maximale Lautstärke erreicht man bei 0 dB, bis -60 dB geht der Regelbereich, die „lautesten“ 20 dB werden in noch feineren 0,5-dBSchritten eingestellt. Im Menü versteckt sich noch eine Option, die ich so klasse finde, dass ich sie besonders lobend erwähnen möchte: Die grobe Lautstärkeanpassung. Die analoge Sektion kann auf eine von vier einstellbaren Ausgangsspannungen gesetzt werden. 1,06, 2,12, 4,15 und 8,15 Volt können ausgewählt werden. Wer eine feine Vor/End-Kombi oder einen Vollverstärker besitzt kann die Regelung natürlich per Bypass umgehen, der Ausgangspegel kann ja vorher so ungefähr an die Eingangsempfindlichkeit angepasst werden. Getrennt davon ist übrigens auch der Kopfhörerausgang voreinstellbar; zwischen 0,2 und 5,2 Volt stehen auch wieder vier Spannungen zur Verfügung. Und wissen Sie was? Das Umschalten der einzelnen Bereiche übernehmen fein klickende Relais, allein das macht einen schon ganz spitz auf diesen Wandler. Die Arbeitsteilung der einzelnen Sektionen ist auch unterm Deckel klar auszumachen: Räumlich getrennt und mit Schirmblechen vor ungewollter Kommunikation geschützt ist der DAC 202 grundsätzlich in zwei Bereiche unterteilt. Das Netzteil ist, ich nehme das wohlwollend zur Kenntnis, konventionell aufgebaut. Ich begrüße das sehr, habe ich doch schon so oft Probleme mit der ganzen Digitaltechnik und Schaltnetzteilen gehabt.

Die Stunden der Wahrheit


Ich bin geradezu entzückt, dass ich nun endlich den „Feuerdraht“ herausholen kann, um diesem fast schon als vorprogrammierte Legende auf die hungrige High-End-Kundschaft losgelassenen Wandler gründlich durchzuhören. Vor der Nutzung mit der FireWire-Schnittstelle müssen Treiber installiert werden, so viel zu einem wesentlichen Unterschied zu USB-DACs. Viel wichtiger ist für uns, dass FireWire aufgrund der nativen Fähigkeit, 192 kHz vollduplex und asynchron zu übertragen, sowieso die Schnittstelle überhaupt ist. Leider findet man sie in modernen PCs kaum noch. Ist aber nicht wild, denn eine PCI-auf-FireWire-Karte kostet so gut wie gar nichts und behebt das Problem. Die meisten Mac, nebenbei bemerkt, haben so eine Buchse in der Regel noch verbaut. Ich habe die Mac- Version installiert, auf einem PC läuft das mit Sicherheit analog. Wer die entsprechende Soundkarte oder, ich habe es ja ganz vernachlässigt, ein handelsübliches digitales HiFi-Gerät wie CD-Player oder Streaming-Client hat, wird fündig. Galvanisch getrennt warten die für uns wichtigen S/PDIF- sowie AES/EBU-Ein-und -ausgänge. Sogar die „Old-school“-BNC-Worldclock ist drauf. Ich war aber zunächst nur mit dem Computer bewaffnet, aber das heißt ja nicht, dass ich nur eine Verbindungsart testen kann. Das Schöne am Computer-HiFi ist ja zweifelsohne, dass man so viele Spielwiesen hat, auf denen man sich austoben kann. Und wenn das nur die diversen Schnittstellen sind. Also habe ich mir die Arbeit gemacht, den DAC 202 dreifach zu verdrahten: Einmal mit einem optischen Kabel aus meinem iMac, einmal über einen USB-Transport und S/PDIF koaxial und schließlich ganz normal direkt per FireWire. Volle Bittransparenz habe ich übrigens auf keinem der drei Anschlusspfade gehabt, wohl aber leichte Klangunterschiede. Aber um mal eines von vorneherein klarzustellen: Der Weiss 202 tönt wundervoll. Tonal spielt er unglaublich richtig, das Bemerkenswerte ist aber seine Energie. Seine Fähigkeit, den wirklich kompletten Inhalt eines jedweden Musikstücks so unbestechlich und potent herauszugeben, ist bemerkenswert. Über alle Samplingraten. Natürlich muss bei einem Wandler dieser Güte das volle Programm bis in die allerhöchsten Sphären der Abtastfrequenzen hinein ausprobiert und analysiert werden. Die Auswahl an echten 192-kHz-Aufnahmen ist leider noch sehr überschaubar, deswegen bleibt man in dieser Beziehung oft am Scottish Chamber Orchestra hängen. Verdammt noch mal, so dargeboten hör sogar ich mir Klassik an. Ich kann mich nur an wenige Momente erinnern, in denen ich so viel Transparenz, Geschmeidigkeit, Timing und Räumlichkeit erleben durfte. Daniel Weiss hat klanglich ganz eindeutig eine Maschine gebaut, die jedes noch so kleine Detail aus der Musik herauslöffelt und es räumlich akkurat platziert. Das ist gnadenlos, und auch wenn es für ein solches Prestige-Produkt eine etwas aggressive Wortwahl ist: Der DAC 202 haut so auf die Zwölf, dass nicht nur der gesittete High-Ender, sondern auch Computermusiklauscher mit Hang zum Spaßhaben bedient werden. Die FireWire-Schnittstelle spielt, auch wenn ich ehrlicherweise sagen muss, dass es äußerst schwer ist, das herauszuhören, noch etwas stimmiger, das Timing stimmt um eine Nuance besser als über die anderen beiden Verbindungsarten abgespielt. Gerade in Verbindung mit der Abspielsoftware Amarra ist das für den Computer-HiFi-Enthusiasten das Mittel der Wahl. Der Kopfhörerausgang tut sein Übriges dazu: Ich habe selten eine so druckvolle Schnittstelle zu meinen Kopfhörern gehabt. Und soll ich Ihnen was sagen? Direkt aus dem Rechner in den DAC und dann auf die Kopfhörer ist die minimalistischste, klanglich atemberaubendste Kombination, die ich seit Langem ausprobieren durfte. Es gibt wohl kaum ein HiFi-Gerät, mit dem ich so viel intensiv gehört habe und nur wenige, mit denen ich dabei so eingängige Momente hatte.

Fazit

Im Endeffekt ist ja alles genau so, wie es zu erwarten war und es von mir aus auch sein soll: Der DAC 202 kam in meine Finger, spielte sich in mein Herz und ist ganz nebenbei aus der Liste der besten HiFi-Komponenten nicht wegzudenken.

Kategorie: D/A-Wandler

Produkt: Weiss Engineering DAC 202

12/2010
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb WOD Audio, Nidderau 
Telefon 06187 900077 
Internet www.wodaudio.de 
Eingänge: 2 x FireWire 
Ausgänge: 1 x analog RCA 
Samplingfrequenzen: 44.1, 48, 88.2, 96, 176.4, 192 kHz in 16 und 24 Bit 
checksum „Im Endeffekt ist ja alles genau so, wie es zu erwarten war und es von mir aus auch sein soll: Der DAC 202 kam in meine Finger, spielte sich in mein Herz und ist ganz nebenbei aus der Liste der besten HiFi-Komponenten nicht wegzudenken.“ 
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Datum 24.12.2010, 13:51 Uhr
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