Kategorie: Fernseher Ultra HD und 8K

Einzeltest: LG OLED 77W7V


Vorhang auf – Showtime!

Fernseher LG OLED 77W7V im Test, Bild 1
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Kann ein Fernseher der Kino-Kombination aus Leinwand und Beamer ernsthaft Konkurrenz machen? Wenn es sich um ein Zwei-Meter-Modell wie den 77W7V von LG handelt, schon! Der 77W7V von LG hat den größten und zugleich flachsten OLED-Bildschirm, den wir je getestet haben.

Als der neue 77-Zöller von LG erstmals in unserem TV-Labor installiert war und die ersten Ultra-HD-Bilder liefen, lautete der spontane Kommentar eines Kollegen: „Genau so stelle ich mir ein gutes Bild vor!“ Klar, allein die optische Wirkung von einem Bild mit fast 170 cm sichtbarer Breite ist schon wirklich imposant, zumal es in diesem Fall wie ein Plakat direkt an der Wand hängt. Doch was wird die Laboranalyse ergeben? Und wie ist der Sound? Darauf gehen wir später noch im Einzelnen ein, zunächst ein Überblick über die Ausstattung des „Wallpaper OLED TV“. 

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Gute Verbindungen


Der High-End-TV von LG lässt kaum einen Wunsch unerfüllt, wenn es um digitale Anschluss- und Verbindungsmöglichkeiten geht. Analoge Eingänge, etwa Scart oder YUV, sind hingegen keine mehr zu finden. Zu den Anschlussmöglichkeiten zählen vier Ultra-HD-fähige HDMI-Eingänge, drei USB-Schnittstellen ein optisch-digitaler Tonausgang und ein Kopfhöreranschluss, der sich auch als analoger Audio-Ausgang nutzen lässt. Wer eine moderne Heimkino-Anlage anschließen möchte, findet bei HDMI 2 den dazu passenden Audio-Rückkanal ARC. Bluetooth ist für die Verbindung zu einem drahtlosen Kopfhörer einschließlich des klanglich hochwertigen AptX-Standards an Bord. Für die drahtlose (Video-) Übertragung von einem Handy oder Tablet aus unterstützt der LG-TV Screen Mirroring bzw. Miracast und Intel WiDi. Außerdem greift er über das Heimnetzwerk auf verfügbare Netzwerkzuspieler per DLNA auf einfache Art zu. Zum Fernsehen gibt es digitale Twintuner für Kabel, Satellit und Antenne (DVB-T2 HD), wobei verschlüsselte Sender über die CI-Plus-Schnittstelle decodiert werden können. Dank der doppelten TV-Tuner kann man auch dann unbeschwert weiterzappen, wenn gerade eine Sendung per USB-Recording aufgezeichnet wird.

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Wenn keine USB-Aufnahme läuft, können mit den Twin-Tunern zwei verschiedene TV-Programme nebeneinander (in HD) gezeigt werden. Beim Hochkontrastbild HDR unterstützt der LG mit HDR10, HLG (Hybrid Log Gamma) und Dolby Vision mehr technische Verfahren als die Geräte vieler anderer Hersteller. Das Verfahren HLG wird unter anderem beim UHD-Demo-Kanal auf Astra 19,2° Ost eingesetzt. 

Smart-TV


WLAN und LAN ermöglichen die Verbindung zum Internet und damit den Zugang zu zahlreichen Apps wie den Streamingdiensten von Amazon, Netflix oder Maxdome. Natürlich ist auch der Abruf von HbbTV-Inhalten möglich. Zur Steuerung der vielfältigen Funktionen legt LG eine handliche Zapping-Fernbedienung und eine edle Version der „Magic Remote“ bei. Die große „Magic Remote“ hat neben Tastatur und Bewegungssteuerung auch ein Mikrofon zur Spracheingabe. So lassen sich einfache Befehle oder Stichwörter zur Programmsuche an den Fernseher senden. Bei der Stichwortsuche hat uns die hohe Treffsicherheit der Spracherkennung überzeugt. Die meisten angezeigten Ergebnisse beziehen sich allerdings auf Internetvideos und Streamingangebote. Für die Suche nach TV-Sendungen steht offenbar die Auswertung dessen, was gerade gesendet wird, im Vordergrund. Weitere interessante Features sind die „Lupenfunktion“, mit der Bildausschnitte vergrößert werden können, und die „Galerie-Funktion“, durch die sich das große schwarze Bildschirm-Viereck in einen dezenten Bilderrahmen verwandelt, dessen Inhalt immer wieder neu gestaltet werden kann. So leistet der TV einen eigenen Beitrag zur Wohnungseinrichtung. 

Display pur


Faszinierend: Der Bildschirm ist nur einen halben Zentimeter dünn, und schmiegt sich komplett an die Wand. Der 77W7V macht seinem Namen „Wallpaper TV“, also Poster- oder Tapetenfernseher, alle Ehre! Von der Wand bis zur Vorderkante haben wir gerade mal 6 mm gemessen. Alles, was zur Montage nötig ist, liefert LG (bis auf die Werkzeuge) als Zubehör mit. Dazu gehören Schablonen, Klebestreifen, Dübel und Schrauben sowie die eigentliche, ultradünne Wandhalterung, an der das Display magnetisch haftet. Um den 77-Zöller problemlos an die Wand zu bringen, sind allerdings zwei Personen erforderlich. Das OLED-Display ist über ein dünnes Flachbandkabel mit der AV-Box verbunden, die auf den ersten Blick nach Soundbar aussieht und tatsächlich die komplette Fernsehtechnik samt zentraler Stromversorgung, allen Anschlüssen und Mehrkanalsound beherbergt. Das flache weiße Kabel lässt sich übrigens in der Wandfarbe streichen oder durch ein längeres (ebenfalls mitgeliefertes) ersetzen, um es hinter dem Bildschirm durch einen Wanddurchbruch unsichtbar zu verlegen. 

Bildqualität


Die Bilder, die der OLED 77W7V produziert, sind der Einordnung in die Referenzklasse absolut würdig. Während des Tests hatte ich mich sehr schnell an das Großbild gewöhnt – die 55-Zöller wirkten mit 1,4 m Diagonale auf einmal klein. Nur wenige anspruchsvolle Testvideos können den OLED-TV an seine technischen Grenzen treiben. Zwei Beispiele: Die Bewegungkompensation „TruMotion“ scheint bisweilen kleine Objekte bei der Zwischenbildberechnung aus dem Blick zu verlieren, und wenn sich weiße und schwarze Linen mit steigender Frequenz (also immer feiner werdend) auf dem ganzen Bildschirm abwechseln, werden technische Grenzen (als Interferenzen) sichtbar. Um das OLED-Display vor Einbrennen und vorzeitigem Verschleiß zu schützen, werden sehr helle, stehende Bilder mit der Zeit ganz langsam (praktisch unmerklich) dunkler, bis sich schließlich der Bildschirmschoner einschaltet. Der großartige Gesamteindruck bleibt davon jedoch unangetastet. Der Wallpaper-OLED begeistert mit seinem idealen Schwarzwert und der pixelgenauen Farbgebung. Hinzu kommt, dass die Bildqualität auch unter seitlichen Blickwinkeln stabil bleibt. Für einen Bildschirm, der fest mit einer Wand verbunden ist, ist das natürlich ein wichtiger Aspekt. Das Hochskalieren von HD-TV aus Ultra-HD gelingt so gut, dass TV-Bilder mit 720p schon auf zwei bis drei Meter Entfernung einen sehr guten Eindruck machen (sofern es sich um eine HD-Produktion handelt). Bei der Wiedergabe von Blu-ray-Discs kommt noch mehr Freude auf; erst recht bei Ultra-HD-Quellen. Besonders im Bildmodus „Kino“ überzeugt der LG mit natürlich wirkenden Farben, auch in dunklen Bildbereichen. Gerade bei mäßigem Umgebungslicht werden auf dem OLED-Display viele Details in dunklen Bereichen sichtbar. Diesen Effekt konnten wir auch bei HDR-Trailern von „Exodus“ gut beobachten: Das große Format in Verbindung mit einzeln bis zum Schwarz dimmbaren Bildpunkten ließ immer wieder ein paar mehr Details als LED-LCD-TVs erkennen. Für Standard-TV-Bilder bietet LG die Möglichkeit, einen HDR-Effekt für knackigere Bilder einzuschalten. Da im HDR-Modus das OLED-Panel auf volle Leistung geht, führt dies zu höherem Energiebedarf und bei ständigem HDR-Dauerbetrieb wahrscheinlich zu höherem Verschleiß. Unser Tipp für HDR-Fans ist, die OLED-Helligkeit manuell auf höchstens 80 einzustellen – auch wenn dann keine 750 nit Spitzenhelligkeit mehr erreicht werden. 

Ton


Wenn der 77W7V eingeschaltet wird, erheben sich rechts und links aus der AV-Box runde, nach oben gerichtete Lautsprecher. Die zentrale Elektronik-Einheit ist zugleich ein vollwertiger Dolby-Atmos-Soundbar. Der Klang ist über das Menü gut zu optimieren, sei es für Musik oder für eine extra verständlichen Sprachwiedergabe. Dolby Digital Atmos funktioniert beim 77W7V als Raumklang-Simulation, die wir mit dem Ballettfilm „Swan Lake“ getestet haben. Bei ordentlich hoch eingestellter Lautstärke kommt tatsächlich ein „Mittendrin“-Gefühl auf, das an eine Theaterakustik erinnert. Ein Atmos-Setup aus realen Lautsprechern bringt freilich eine genauere räumliche Abbildung.

Fazit

Der 77W7V ist etwas ganz Besonderes und er hat einen besonderen Preis. Für rund 20.000 Euro bekommt man eine fantastische Bildqualität im XXL-Format mit einem atemberaubenden Design und ausgezeichnetem Ton. Die umfangreiche Smart-TV-Ausstattung ist sehr gut und intuitiv zu bedienen und rundet das Gesamtpaket ideal ab.

Preis: um 20000 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Fernseher Ultra HD und 8K

LG OLED 77W7V

Referenzklasse

4.5 von 5 Sternen

12/2017 - Herbert Bisges

 
Bewertung 
Bild 40% :
Ausleuchtung 4%

Farbtreue (HDMI) 8%

Kontrastumfang (HDMI) 8%

Bewegtes Bild (HDMI) 7%

Gesamteindruck 8%

Bild DVB-Tuner 5%

Ton 5% :
Ton 5%

Ausstattung 30% :
Hardware 15%

Software 15%

Verarbeitung 5% :
Verarbeitung 5%

Bedienung 20% :
Fernbedienung 5%

Recording 5%

Menü Smart TV 5%

Menü Fernsehen 5%

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie UHD-TV (LED) 
Vertrieb LG, Eschborn 
Telefon 01806 115411 
Internet www.lg.de 
Messergebnisse
Maße mit Fuß (BxHxT, in mm) 1721/989/6 
Gewicht in kg 17 
Schwarzwert (cd/m2) 0.002 
ANSI-Kontrast 145950:1 
Farbtemperatur in Kelvin (Filmmodus) um 6500 
Stromverbrauch Betrieb/Standby 286/0,2 
EU Energielabel
Ausstattung
Bilddiagonale in Zoll / cm / Auflösung 77/195/3840 x 2160 
Bildfrequenz 100 Hz nativ 
Dimming: Global / Zonen / Pixel Nein / Nein / Ja 
Tuner: DVB-T / -C / -S / -IP / HDTV 2/2/2/0/ Ja 
Bild im Bild / mit Twin-Tunern Ja / Ja 
HDMI / VGA /Cinch-AV 4/0/1 
HDMI: CEC / ARC / 3-D / UHD (4K) Ja /1/ Nein /4 
Scart (in /out) 0/ Nein / Nein 
Audio-out: analog / opt. /koax /ARC 0/1/0/1 
Kopfhörer/separat einstellbar 1/ Ja 
Display-Port: 3D / UHD (4K) Nein / Nein 
Cardreader / LAN / WLAN Nein / Ja / Ja 
USB: 2.0 / 3.0 / Player / Recorder 2/1/ Ja / Ja 
EPG / Senderliste / Favoritenlisten Ja / Ja /8 
Online EPG / Multiroom: Server / Client Ja / Nein / Ja 
Internet: Portal / Browser / HbbTV Ja / Ja / Ja 
Einstellung pro Eingang / pro Bildsignal Ja / Ja 
Weißabgleich / Farbkalibierung Ja / Ja 
Raumlichtsensor Ja 
Fernbedienung beleuchtet / Funk / NFC Nein / Ja / Nein 
Sprach- / Gestensteuerung Ja / Nein 
Sonstiges Bluetooth, HDR, Dolby Vision u. Dolby Atmos 
Preis/Leistung sehr gut - gut 
+ Exzellente Bildqualität, guter Ton 
+ geeignet für Dolby Atmos und Dolby Vision 
+/- – hoher Preis 
Klasse Referenzklasse 
Testurteil ausgezeichnet 
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Herbert Bisges
Autor Herbert Bisges
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Datum 28.12.2017, 09:58 Uhr
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  • www.hausgeraete-test.de
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