Kategorie: Kopfhörer InEar

Einzeltest: 64 Audio Nio


In-Ear-Kopfhörer 64 Audio Nio

Kopfhörer InEar 64 Audio Nio im Test, Bild 1
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Ich frage mich, wie die bei 64 Audio ihre In-Ears benennen. Bei U12t und U18t, die ich bereits getestet habe, war die Sache einfach: „U“ für Universal fit – die Zahl gibt die Anzahl der eingebauten BA-Treiber an – und „t“ für true, also „neutral“. Doch wie kommen die auf Nio?

Die grün-blau schimmernden Strukturen auf den Face Plates (Gehäusedeckeln) erinnern mich ein wenig an die Zeichenkolonnen der Matrix, die im gleichnamigen Film eingeblendet werden, wenn Neo und seine Gefährten zwischen realer Welt und der Illusion der Matrix wechseln. Soll Nio vielleicht an Neo, den Helden der Matrix-Filme, erinnern? Soll mir das sagen, dass der Nio mich in eine genauso perfekte Illusion entführt, wie sie die Matrix darstellt?     


Ausstattung


Eine andere Theorie wäre, dass man Nio auch als N10 lesen kann. Das würde dazu passen, dass der Nio eine universell passende Variante des maßgefertigten N8 ist, den 64 Audio schon etwas länger im Angebot hat.

Kopfhörer InEar 64 Audio Nio im Test, Bild 2Kopfhörer InEar 64 Audio Nio im Test, Bild 3Kopfhörer InEar 64 Audio Nio im Test, Bild 4Kopfhörer InEar 64 Audio Nio im Test, Bild 5
Und da N8 wie „Night“, die Nacht, ausgesprochen wird, könnte das Ganze eine Art Wortspiel sein. Wobei die Anzahl der im Nio und im N8 verwendeten Treiber in der Mitte liegt: Beide Modelle arbeiten mit insgesamt neun Treibern. Es handelt sich um Vier-Wege-Hybrid- Konstruktionen aus einem dynamischen Treiber und acht Balanced-Armature-Treibern (BAT). Natürlich hat 64 Audio auch im Nio einige proprietäre Technologien eingebaut. Am auffälligsten sind die Apex-Module – kleine runde Stöpsel, die auf den Außenseiten der Gehäuse sichtbar sind. Dabei handelt es sich um eine Art bedämpfte Undichtigkeit. Die Apex-Module lassen einen definierten Luft- und Druckausgleich zwischen Trommelfell und Außenwelt zu. Das verhindert einerseits den unangenehmen Druck, der bei manchen In-Ear-Monitors beim Hören entsteht, zum anderen beeinflusst es die Basswiedergabe. Dem Nio liegen drei Paar Module mit 10, 15 und 20 dB Dämpfung bei. Von außen unsichtbar ist die verwendete TIATreiber- Technologie. Dabei handelt es sich um eine besondere Bau- und Einbauweise der BA-Teiber. Zu messen ist schließlich nur die LID-Technologie (Low Impedance Design), die für eine gleichmäßig niedrige Impedanz des Kopfhörers sorgt und so gewährleistet, dass er an allen Quellen die gleiche klangliche Performance bietet.      

Passform


Hier scheiden sich die Geister: Ich kenne einige In-Ear-Fans, die von der Passform der Universal-Fit-Gehäuse von 64Audio begeistert sind. Ich teile diese Begeisterung nur mit leichten Einschränkungen. Doch die Ohren sind bei jedem Menschen anders und meine Kritik ist Jammern auf hohem Niveau. Mit den richtigen Ohrpassstücken kann ich den Nio durchaus stundenlang tragen und begeistert Musik damit hören.      


Klang


Stundenlang begeistert Musik hören ist genau das, wozu einen der Nio verleitet. Wenn ich rein die audiophile Checkliste abarbeite, gibt es sicher den einen oder anderen In- Ear-Monitor, den ich noch höher bewerten würde. Wenn es um den Spaß am Musikhören geht, ist der Nio aktuell mein Maß der Dinge. Und das liegt vor allem an seiner Bass- Perfomance, die mir bei der richtigen Musik ein schon beinahe unanständiges Grinsen ins Gesicht treibt. So tief, so kontrolliert, so knackig und so brachial klingt kaum ein anderer IEM. Wobei man durchaus ein wenig experimentieren darf. Je nach Kombination von Ohrpassstück und eingesetztem Apex-Modul verändert sich der Bass-Charakter. Mir gefallen die Silikon-Ohrpasstücke in Kombination mit den 20dB-Modulen am besten. Hier empfinde ich den Übergang vom Bass zum übrigen Frequenzbereich als absolut schlüssig – ein Punkt, an dem manche bassbetonten In-Ears patzen. Die Mitten kommen superfein aufgelöst und dynamisch, das ist höchstes Kopfhörer-High-End. Wenn ich in besagter audiophiler Checkliste irgendwo keinen Maximal- Score geben würde, dann am ehesten im Hochton. Der ist an sich untadelig, und wenn man den Nio hört, würde einem selbst im Traum kein Kritikpunkt auffallen. Allein im Vergleich gibt es In-Ears, die hier noch eine Nuance mehr Air bringen, noch zarter und feiner hochfrequentes Glitzern reproduzieren. Doch irgendwo muss es ja noch Luft nach oben geben.  

Fazit

Der 64 Audio Nio ist aktuell eine Referenz in Sachen Basswiedergabe unter den In-Ears. Auch die restlichen Frequenzbereiche reproduziert er mit höchster Auflösung und Dynamik. Unter den Spitzen-In-Ears dieser Welt ist er die Empfehlung für Bass-Fans.

Preis: um 1900 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Kopfhörer InEar

64 Audio Nio

Referenzklasse

4.0 von 5 Sternen

09/2020 - Dr. Martin Mertens

Bewertung 
Klang 50%

Passform 20%

Ausstattung 20%

Design 10%

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Kopfhörer in ear 
Preis (in Euro): 1.900 Euro 
Vertrieb KS Distribution, Berlin 
Internet www.64audio.de 
Gewicht (in g) 40 g 
Typ In-Ear 
Anschluss 3,5-mm-Stereoklinke 
Kabel 1,2 m 
Frequenzumfang 10 – 20.000 Hz 
Impedanz: 6 Ohm 
Wirkungsgrad: 105 dB 
Spielzeit: Nein 
Bauart halboffen, 4-Wege hybrid, 1 dynamischer Treiber, 8 BATs 
Farben Nein 
geeignet für: Smartphones, mobile Player, mobiles HiFi, mobiles High End, Monitoring 
Ausstattung Ledercase, Trockenmittel, Reinigungswerkzeug, Kabelclip, 3 Paar Memory-Foam-Ohrpassstücke S, M, L, 3 Paar Silikon-Ohrpassstücke S, M, L, Apex-Module m10, m15 und m20 
Klasse Referenzklasse 
Preis/Leistung sehr gut 
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Dr. Martin Mertens
Autor Dr. Martin Mertens
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Datum 05.09.2020, 14:54 Uhr
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Topthema: DIE MUSIKTRUHE IST ZURÜCK
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