Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Meridian DSP-5200


Konsequent

Lautsprecher Stereo Meridian DSP-5200 im Test, Bild 1
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Man kann es drehen und wenden, wie man will: Der Lautsprecher ist immer das schwächste Glied der Wiedergabekette, weil an dieser Stelle das elektrische Signal wieder in Schallwellen umgewandelt wird und alle Gesetze der bösen Physik gnadenlose Gültigkeit besitzen. Aber ein paar Möglichkeiten, die Angelegenheit elegant zu lösen, hat man doch – und Meridian hat sie genutzt.

Peripherie:



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Quellen:


Shanling CD1000MKII
Logitech Squeezebox
HiFi-Akademie netPlayer


Ripping-Server:


RipNAS Z500


Ein Lautsprecherentwickler hat es nicht leicht: Will man das Ideal der Punktschallquelle realisieren, dann muss man auf alles andere als perfekte Breitbandchassis zurückgreifen, deren Fähigkeiten im Bass und/oder den Höhen naturgemäß nachlassen. Baut man eine Box mit mehreren Chassis, dann hat man immer einen Kompromiss einzugehen, was Frequenzgang, Abstrahlverhalten und Phasenlage angeht, vor allem mit einer passiven Frequenzweiche, wie in über 95 Prozent aller Boxen. Einige Leute – vor allem im Lautsprecher-Selbstbau und im professionellen Beschallungsbereich – haben schon erkannt, dass es mit Aktivweichen und digitaler Signalentzerrung deutlich besser geht. Man hat einfach Einfluss auf deutlich mehr Parameter als beispielsweise bei einer einfachen Klangregelung. Konsequent diesen gedanklichen Ansatz zur Perfektion gegangen ist man bei der britischen Traditionsmarke Meridian, schon immer ein Vorreiter in Sachen digitaler Audiotechnik. Hier hat man sich gefragt, ob man in einer Anlage, die auf der Basis höchstwertiger digitaler Quellen arbeitet, überhaupt noch analoge Signalstrecken braucht oder nicht einfach gleich bis zum Endverstärker digital bleibt.

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Gesagt, getan: Inzwischen hat man bei Meridian eine beeindruckende Palette von „Digitalboxen“ anzubieten, die sich aufgrund ihrer hohen Flexibilität gleichermaßen für den Stereo- wie für den Surroundeinsatz anbieten. Wie das funktioniert? Nun, an einem Meridian-Lautsprecher der DSP-Serie werden Sie keinen analogen Eingang mehr finden, geschweige denn Lautsprecherklemmen. Der Eingang ist immer digital, dies allerdings auf eine vielseitige Art und Weise. Digitale Signalquellen können traditionell per S/ PDIF angeschlossen werden, Meridian- Geräte des Weiteren über spezielle BNC-Buchsen. Dabei werden Signale, beispielsweise von CD-Playern, intern auf 192 kHz/24 Bit upgesampelt und in diesem Format weiterverarbeitet. Die neue Generation der DSPs besitzt das neue SpeakerLink-System, das die bequeme Vernetzung einer ganzen Anlage erlaubt. Als Sahnehäubchen ermöglicht es die volle Integration des vorzüglichen Sooloos-Netzwerkplayers, der dann auch noch die bequeme Lautstärkeregelung von der Bedienoberfläche der Quelle aus anbietet. Die Boxen selbst besitzen ein Display über dem Hochtöner, das eine Kontrolle der wichtigsten Parameter erlaubt – steuerbar sind diese mit der extrem komfortablen Meridian-Systemfernbedienung. Man hat nicht nur Einfluss auf die Lautstärke, sondern auf die absolute Phase, die Abstrahlachse, die Balance (diese übrigens zeitkompensiert) und kann natürlich per DSP die Lautsprecher perfekt an die eigene Raumakustik anpassen. Dabei hat man sich – wie von Meridian nicht anders erwartet – durchaus seine eigenen Gedanken über Raumkorrektur gemacht, so dass man im Ergebnis über eine Anlage verfügt, die nicht gegen die Raumakustik arbeitet, sondern sich so in die gegebenen Verhältnisse einfügt, dass eine extrem ausgewogene und lebendige Musikwiedergabe möglich wird. So weit zur digitalen Verarbeitung, die nichts zu wünschen übrig lässt. Natürlich müssen die perfekt aufbereiteten Signale jetzt in Schall umgesetzt werden und das ist immer noch eine diffizile Aufgabe. Drei Endstufen mit einer nominellen Leistung von 75 Watt treiben die drei Chassis, die als Zweieinhalb-Wege-System arbeiten. Dabei teilen sich zwei recht langhubige Tiefmitteltöner den Bassbereich, während eines der beiden Chassis recht früh aus dem Rennen genommen wird. Der obere Töner arbeitet bis zur Trennfrequenz von 2600 Hertz mit vollem Pegel weiter, dann übernimmt der Hochtöner mit seiner Hartkalotte. Durch das Bassreflexgehäuse und etwas Unterstützung durch die Elektronik erreicht die unter einem Meter hohe DSP-5200 eine untere Grenzfrequenz von atemberaubenden 35 Hertz bei einem sehr niedrigen Klirrfaktor. Zu den qualitativ hervorragenden Chassis gesellt sich das Gehäuse, das mit seiner geschwungenen Form schon eine hohe Stabilität garantiert. Dazu kommt der quasi resonanzfreie Aufbau, bei dem mehrere Holzschichten mit einem hoch dämpfenden Harz miteinander verleimt werden. Zwei Momente der Wahrheit warteten auf die Meridian-Boxen. Der erste, in unserem Lautsprecher-Messlabor, offenbarte, dass die Entwickler hier ganze Arbeit geleistet haben: Ein fast komplett schnurgerader Frequenzgang vom abgrundtiefen Bass bis hin zum Hochtonbereich – und das mit einem hervorragenden Rundstrahlverhalten – besser geht es nicht! Das Ausschwingverhalten, der Phasengang und der Gesamtklirr machen einen ebenso exzellenten Eindruck, so dass wir auf den Hörtest sehr gespannt waren. Und wir wurden trotz unserer hohen Erwartungshaltung nicht enttäuscht: Unser Pärchen DSP-5200, zunächst aus einem konventionellen CD-Player gespeist, klang vom ersten Moment an deutlich größer als ihre tatsächlichen physikalischen Abmessungen. Der Bassbereich ließ nichts zu wünschen übrig, Sauber, klar konturiert und verblüffend mühelos wuchteten die beiden Tiefmitteltöner druckvolle Bassimpulse in den Hörraum. Eine beeindruckende Mischung aus audiophiler Qualität und brachialer Energie – mehr Tiefton braucht man eigentlich nicht. Und falls doch einmal Gelüste aufkommen sollten – beispielsweise für Raketenstarts oder Kanonendonner in unverzerrter Originallautstärke – dann gibt es bei Meridian den passenden Subwoofer, natürlich auch per DSP gesteuert. Man mag über die Phasenkorrektur denken, wie man will: Im Hörtest offenbart sich, dass sie funktioniert. Selten einmal haben wir einen Lautsprecher gehört, der so sauber und glasklar geklungen hat wie die DSP-5200 – so etwas nennt man Präzision und Detailfreude! Das hat wohlgemerkt nichts mit „digitaler Unterkühltheit“ zu tun, sondern manifestiert sich einfach als Wiedergabe allerhöchster Qualität, der man es anhört, dass sie mit deutlich weniger Problemen zu kämpfen hat als ein traditioneller passiver Lautsprecher. Die Qualität des Upsamplings kann man gut heraushören – schon ein einfacher CD-Player klingt um Klassen besser. Geht man über zu Quellen, die hoch aufgelöstes Material abspielen können, dann – man hält es kaum für möglich – ist noch einmal eine Steigerung drin. Noch homogener spielen große Orchester zusammen, noch plastischer wirken Sänger und Akustikgitarren, noch dynamischer Trommeln und Bässe – großartig! Frappierend vor allem, zu welch grandioser Räumlichkeit die Boxen fähig sind: In Breite wie Tiefe spannt sich ein fast körperlich spürbarer Raum auf, dessen Dimension man exakt nachvollziehen kann. Klare Sache, dass den DSP-5200 die exakte Positionierung aller Instrumente perfekt und mühelos gelingt. Neben dem großen Spaß an der Musikalität der Meridian-Boxen hat man durch die exakte Phasenlage und den sehr geringen Klirr noch einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Mehrwert: Man kann ohne Ermüdung stundenlang Musik genießen, und das sogar in Lautstärken, die jedes Ohr normalerweise schnell überfordern – ob Ihr Nachbar das mitmacht, müssen Sie allerdings selbst wissen.

Fazit

Mit der Meridian DSP-5200 besitzt man die Quadratur des Kreises: Eine kompakte Box, die sich durch konsequente DSP-Steuerung perfekt anpassen lässt, fehlerfrei arbeitet und durch ihre universellen Anschlussmöglichkeiten weite Teile einer konventionellen Anlage einfach überflüssig macht. Ach ja, eines noch: Sie klingt absolut hervorragend!

Preis: um 10200 Euro

Meridian DSP-5200

09/2010 - Thomas Schmidt

 
Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis 10200 
Vertrieb Audio Reference, Hamburg 
Telefon 040 53320359 
Internet www.audio-reference.de 
Garantie (in Jahre)
Eingänge: 1 x Digital iN, 1 x SpeakerLink-iN, 1 x Meridian iN 
Ausgänge: 1 x SpeakerLink-out, 1 x Digital-out, 1 x Meridian iN 
Leistung: 3 x 75 Watt 
B x H x T (in mm) 300/903/356 
Gewicht (in Kg) 35 
Besonderheiten: DSP (Digitale Signalprozessoren) Frequenzgangkorrektur, Tonregelung zeitkorrigierte Balance, Hörachse, absolute Phase 
checksum „Mit der Meridian DSP-5200 besitzt man die Quadratur des Kreises: Eine kompakte Box, die sich durch konsequente DSP-Steuerung perfekt anpassen lässt, fehlerfrei arbeitet und durch ihre universellen Anschlussmöglichkeiten weite Teile einer konventionellen Anlage einfach überflüssig macht. Ach ja, eines noch: Sie klingt absolut hervorragend!“ 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 03.09.2010, 13:35 Uhr
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Topthema: Philips 65OLED936
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