Kategorie: Musikserver

Einzeltest: Lumin T2


Mit Blick nach oben

Musikserver Lumin T2 im Test, Bild 1
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Profitiert ein günstigeres Gerät von Technologien eines teureren, wird dieses gerne als Sparversion bezeichnet. Zu Unrecht, wie man bei Lumin sehen kann.

Ach, wie gerne schmeißen Industrien mit Superlativen um sich. Die Automobilbranche hat ihr „Premium“-Segment, international auch gerne „Luxury“ genannt. Werkzeughersteller verleihen ihren Produkten gerne das Prädikat „Profiqualität“. Große Filme werden als Blockbuster tituliert, Bücher als Bestseller, Videospiele als Triple-A-Titel und, und, und. Auch die HiFi-Branche hat ihre Klassifikationen, von denen die oberste in der Regel als Referenz gekennzeichnet wird. Mit diesem Begriff sollen hier gleich zwei Eigenschaften des jeweiligen Produktes kombiniert werden. Erstens bezieht sich dieses Label auf die verwendete Technik. Hier sollen Bauteile und Funktionen verwendet werden, die besser sind als die der restlichen Produktpalette.
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Zweitens ist damit selbstverständlich auch der Preis gemeint. Über Referenz kann schließlich kaum noch etwas kommen, weshalb Hersteller damit üblicherweise ihr kostspieligstes Produkt anpreisen. Auch Lumin hat natürlich ein Referenzprodukt, bei dem sich die Ingenieure austoben durften und, rein fokussiert auf den Klang, die besten Bauteile auswählten.

Allerdings war man sich bei Lumin bewusst, dass nicht jeder ein Gerät mit einem fünfstelligen Preisschild kaufen kann und will. Also nutzte man die Technologien, die man beim X1 entwickelte, um ein Gerät zu bauen, das zwar Referenztechnik bietet, aber eben keinen Referenzpreis aufruft. Ergebnis der Bemühungen ist der neue T2- Netzwerkplayer, der die Klassifizierung von Geräten demnächst ein wenig schwieriger machen könnte.

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Schon nach außen hin gibt sich der T2 durchaus selbstbewusst. Ein enorm solides Gehäuse aus CNC-gefrästem Aluminium lässt den Netzwerkplayer äußerst stabil und massiv wirken. Gerade die gewölbte Front des T2 präsentiert bewusst die hohe Materialstärke, was besonders an den Seiten und der Einfassung des Displays offensichtlich wird. Tasten, Knöpfe und Lämpchen sind tabu. Einzig die grünlich-blau schimmernde Anzeige gibt dem Nutzer Aufschluss über den Status des Gerätes. Als weitere Verzierung muss der Firmenschriftzug reichen. Funktionell und elegant zugleich.

Der edle Eindruck soll möglichst wenig gestört werden, weshalb auch Kabelverbindungen beim T2 ein wenig versteckt werden sollen. Ein Überhang des Gehäusedeckels versperrt den direkten Blick auf das Anschlusspanel an der Rückseite, was zwar einerseits einen sehr aufgeräumten Eindruck macht, beim Verbinden oder Tauschen von Kabeln aber durchaus hinderlich ist. Das kennt man aber bereits von anderen Geräten des Herstellers. Gelingt einem dann schließlich doch der Blick auf die gebotenen Verbindungen, wird man mit der Konsequenz konfrontiert, die Lumin stets bei seinen Produkten an den Tag legt. Statt alle möglichen Verbindungsarten zu bieten, konzentriert man sich beim T2 lieber auf wichtige Funktionen. Ethernet ist ein Muss für einen Netzwerkplayer, klar. Der USB-A-Port dient hier außerdem zum direkten Anschluss von Massenspeichern, gleichzeitig kann er aber auch für die Verbindung mit einen DAC genutzt werden. Alternativ gibt es noch einen S/PDIF-Ausgang mit BNC-Stecker, der aber eher nach Pflicht als nach Kür aussieht. Anders sieht das dann bei den analogen Ausgängen aus. XLR- und Cinch-Anschlüsse dienen zur Verbindung mit Endstufen oder Aktivboxen.

Die DAC-Sektion verschreibt sich dann ebenfalls dem „Referenzstandard“. Gleich zwei hochwertige ES9028-Pro-Chips werden beim T2 für die Wandlung genutzt. Die Singnalverarbeitung stammt hier aus dem X1, dort kommen dann zwei 9038 Pro unter. Spielt der T2 Musik, gibt er aber keinen Hinweis auf das vermeintliche Downgrade, denn was der Netzwerkplayer hier auffährt, ist absolutes Topniveau. Enorm präzise gibt der T2 gerade Schlagzeugen die nötige Präsenz. Bässe reichen bis ganz nach unten, wirken dabei aber stets kontrolliert und sauber. Otis Taylors „Banjo Bam Bam“ lässt den Tiefton im Hintergrund gra

duell stärker werden, als wolle er sich zur Not mit Gewalt die nötige Beachtung verschaffen, bevor er letztlich wieder im tiefschwarzen Hintergrund verschwindet. Das Ganze wirkt aber keineswegs zu banal, sondern prinzipiell sehr ausgewogen, wenn auch mit einer ordentlichen Portion Kraft. Aber auch Feingeistiges gelingt dem T2 spielend. Jede Menge Details gibt es schon bei CD-Qualität, mit der zu erwartenden Steigerung bei HiRes- Material. Die Bühnendarstellung hätte eventuell noch einen Ticken breiter ausfallen können, doch das leicht dichtere Spiel bewahrt den T2 davor, zu analytisch zu wirken. Emotionsgeladen und dynamisch trifft der Netzwerkplayer genau den richtigen Nerv.

Neben der aufwendigen DAC-Plattform ist dafür auch die neue Prozessoreinheit verantwortlich. Erst sie verleiht dem T2 seine enormen Fähigkeiten im digitalen Bereich. Alle gängigen PCM-Formate inklusive MQA werden unterstützt und auch DSD stellt keine Herausforderung für das Rechenmonster dar. 384-kHz-Signale werden mit Bittiefen bis 32 Bit verarbeitet. Bitstreams dürfen mit mehr als 22 MHz anliegen, was DSD512 entspricht. Ja, beim X1 würde da noch mehr gehen, aber Kompatibilitätsprobleme kann man auch hier keinesfalls erwarten. Das reine Abspielen dieser Dateien wäre dem T2 aber scheinbar zu langweilig, weshalb Lumin seiner Streamingplattform einen ausgewachsenen Re-Sampler spendiert hat, der von einer enorm präzisen Clock kontrolliert wird. Jede Datei kann so mit jeder beliebigen Abtastrate verarbeitet werden. Das gilt für das Downsampeln, um mit einem etwas älteren DAC kompatibel zu sein, ebenso wie für das Upsamplen. Auch die Umsetzung in DSD kann vorgenommen werden, was durchaus zu klanglichem Zugewinn führen kann. Dies ist jedoch ein wenig vom genutzten Quellmaterial abhängig. Meist entzerrt die DSDKonvertierung aber gerade bei niedrig aufgelösten Alben das Signal auf bemerkbare Art und Weise.

Roon-Nutzer steuern den T2 wohl gerne mit ihrem Lieblingsprogramm, doch auch die Lumin App hat sich als eine der besten auf dem Markt etabliert. Klar strukturiert und stabil ist sie der Schlüssel zu den Fähigkeiten des Netzwerkplayers. Das Auswählen und Abspielen von Musik ist ebenso leicht wie das Erstellen von Playlisten. Mit Qobuz, Tidal und Spotify sind drei Streamingdienste an Bord, wobei Spotify wie üblich auf seine eigene Connect- Verbindung setzt. Dazu gibt es außerdem die Möglichkeit, auf unzählige Internetradiosender zuzugreifen.

Von den reinen Möglichkeiten einmal abgesehen, ist aber gerade die gute Funktionalität der App zu erwähnen. Die Cover in der Albenansicht lassen sich skalieren, sodass wenige größere oder viele kleinere Einträge auf dem Bildschirm zu sehen sind. Eingaben werden zügig umgesetzt und gerade die Lautstärkeregelung der App und des T2 verdient ein großes Lob. Das Gerät nutzt eine digitale Vorstufe mit 32 Bit, die einen analogen Vorverstärker zu keiner Zeit vermissen lässt. Gerade das Ansprechverhalten der In-App- Steuerung ist herausragend. Während die Anpassung des Schalldrucks vom Tablet bei anderen Apps oft mit gehöriger Latenz verbunden ist, verläuft die Regelung hier absolut verzögerungsfrei. Unerwartete Sprünge in der Lautstärke gibt es keine.

Die entlehnten Technologien aus dem Referenzmodell machen den T2 zu einem hervorragenden Netzwerkplayer. Technik, Verarbeitung, Funktionen und Klang sind auf enorm hohem Niveau. Dass Lumin mit dem X1 vielleicht noch eine etwas höhere Stufe hat, mag sein, doch letztlich ist auch der T2 absolut auf „Referenzniveau“.

Fazit

Lumin kombiniert die umfangreichen Funktionen all ihrer Geräte im T2-Netzwerkplayer mit enorm potenter Audiohardware. Heraus kommt ein fantastisch klingender Streamer mit exzellenter Bedienung, der so manches Referenzmodell in seine Schranken weist.

Preis: um 4500 Euro

Musikserver

Lumin T2


06/2019 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 4.500 Euro 
Vertrieb: IAD Deutschland, Korschenborich 
Telefon 0800 2345007 
Internet: www.audiolust.de 
B x H x T: 350 x 60 x 345 mm 
Eingänge: 1 x Ethernet, 1 x USB-A (auch Ausgang) 
Unterstützte Formate: MP3, AAC, FLAC, ALAC, AIFF, WAV, MQA, DSD 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 32 Bit und DSD bis DSD512, 22,4 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 1 x XLR Stereo, 1 x RCA Stereo, 1 x USB-A (auch Eingang), 1 x S/PDF BNC 
<checksum> Lumin kombiniert die umfangreichen Funktionen all ihrer Geräte im T2-Netzwerkplayer mit enorm potenter Audiohardware. Heraus kommt ein fantastisch klingender Streamer mit exzellenter Bedienung, der so manches Referenzmodell in seine Schranken weist. 
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Autor Philipp Schneckenburger
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