Kategorie: Musikserver

Einzeltest: NuForce MSR-1


Klassische Moderne

Musikserver NuForce MSR-1 im Test, Bild 1
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Musikserver, das habe ich schon oft erwähnt, sollen es dem Benutzer ermöglichen, einfach auf ein Cover zu tippen, um die Musik loszulassen. Diese Forderung erfüllt der uns vorliegende MSR-1schon mal. Als Zusatzbonbon hat sich das amerikanische Unternehmen Nuforce, obwohl die Produktgattung gar nicht mal so neu ist, noch eine kleine Besonderheit einfallen lassen

Peripherie:


D/A-Wandler:


PS Audio Perfect Wave DAC
Restek MDAC+ Audio Aero Capitole Reference

Vorstufe:


 MalValve preamp 3

Endstufen:


SymAsym

Lautsprecher:


Klang + Ton Cheap Trick 230
Nubert nuVero 11

Seta Audio BESA LS

Ehrlich gesagt hatte ich von der Firma Nuforce vorher noch nie etwas gehört, musste mich erst einmal informieren. Dabei fiel mir auf, dass ich schon oft bei Ausflügen in amerikanische HiFi-Foren über Produkte dieses Unternehmens gestolpert bin, habe mich jedoch nie so intensiv in die Produktpalette hineingelesen.

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Das war ein Fehler, denn mir ist seinerzeit völlig entgangen, dass die Kalifornier diesen unglaublich interessanten Musikserver im Portfolio haben. Gut, die Internetseite des gerade mal fünf Jahre alten Unternehmens ziert eine ganze Menge Auszeichnungen der amerikanischen Presse, aber dass neben einem Blu-ray- Player und ein paar kleinen Schaltverstärkern auch „das etwas andere HiFi“ vertreten ist, hatte ich schlicht und ergreifend nicht beachtet. Ich wurde auch erst eine ganze Zeit später mit Nase drauf geschubst. Und da steht er nun. Klein ist er, schwarz ist er und mit dem Wissen, dass er einem amerikanischen Unternehmen entspringt, sieht er in meinen Augen erst mal aus wie ein F-117. Kennen Sie den? Den Tarnkappenbomber mit den schroffen Kanten meine ich. Auch wenn ich nicht der Typ bin, der unbedingt ein 43-Zentimeter- Gerät im Rack braucht, an die Optik muss man sich gewöhnen, weshalb ich auch ohne Umschweife das beschreibe, was die Rückseite hergibt. Die erinnert, das ist für einen Musikserver normal, an einen Mini-Computer. So ganz falsch liege ich damit auch nicht, denn hinten findet man die computertypischen Buchsen wie VGA-Monitor, Anschlüsse für Tastatur und Maus und noch einen seriellen Port, der für die Steuersignale von berührungsempfindlichen Bildschirmen benötigt wird. Bei der Auswahl des Panels hat man freie Wahl, eine Liste kompatibler Geräte findet man auf der Hersteller-Webseite www.nuforce.com. Der Vertrieb Higoto hat mir netterweise gleich einem funktionierenden Monitor mitgegeben, damit ich alles ausprobieren kann. Das mir zur Verfügung stehende Modell war ein 22-Zoll-Touchpanel von Iiyama und kostet im Handel unter 300 Euro. Diese recht überschaubare Investition muss man also getrennt tätigen. Für HiFi-Anwendungen interessanter sind analoge und digitale Audioausgänge sowie USB-Buchsen. Das Netzteil ist ausgelagert, hat nicht mehr mit ins Gehäuse gepasst. Im Inneren sind Festplatte, Laufwerk, Mainboard und Kühlung so geschickt angeordnet, dass alles quasi saugend Platz findet, für Erweiterungen aber kein Raum mehr ist. Egal, er ist ja eigentlich so komplett, wie er nur sein kann, es geht mir ja ums Klangliche und um die Organisation des Archivs. Die Oberfläche ist recht ansehnlich geraten, nutzt in manchen Menüs jedoch nicht die volle Monitorgröße. In den Auswahlmenüs für Alben, Interpreten usw. sieht das netterweise anders aus: Hier präsentiert sich eine Auswahl der Cover aller gespeicherter Alben, die dann ganz nach dem Schema „Antippen, glücklich sein“ ausgewählt werden. Bevor es richtig losgeht, wird man nur noch vor die Entscheidung gestellt, sofort mit der Musik loszulegen oder das Album in eine Wiedergabeliste zu schieben. Irgendwann ist die Flut an Dateien da. Irgendwann haben Sie die 1000ste CD reingesteckt oder Dateien importiert. Und wenn dann nicht alles möglichst intelligent archiviert wurde, sieht‘s düster aus, wenn Sie versuchen, Lied X von Album Y zu finden. Im MSR-1 werkelt eine Software namens „Sonata Music Server“, die sich dieser Sache annimmt. Das ist eine in den USA recht erfolgreiche Music-Server-Software, die insgesamt 5 Online-Datenbanken abfragt, um an die Metadaten für ein Album zu kommen, und auch erweiterte Tags unterstützt. Die Standardinfos wie Album, Interpret, eventuell noch Komponist kann ja jeder, Sonata versucht, noch tiefer reichende Merkmale zu ergattern. Sollte Sonata wider Erwarten bei der Suche nach dem Album nicht erfolgreich sein, wird die CD ausgeworfen. Wer jetzt ganz schnell hartnäckig ist, schiebt die CD einfach wieder rein und Sonata startet, obwohl es keine Metadaten finden kann, den Einlesevorgang. Damit die Lieder überhaupt abgelegt werden können, vergibt die Software Standardbezeichnungen wie „Track01“, die man schleunigst per Hand editieren sollte, sonst findet man irgendwann wieder nichts mehr wieder. Das macht Sonata auch gar nicht mal so erfolglos, steckt es doch in einer ganzen Palette an Musikservern. Das spanische Unternehmen CDBit ist, obwohl das Thema ja noch recht frisch ist, schon sehr erfahren auf dem Gebiet. Für Sonata Music Server haben die Spanier sogar einen besonderen Aufwand betrieben, denn neben den üblichen Datenbankabfragen bei Freedb, iGD3 und Musicbrainz gibt es speziell für Klassikfreunde noch eine Extrasuche. Da dieses Musikgenre oft schwer katalogisierbar ist, begannen die Entwickler bereits vor einigen Jahren damit, eine speziell auf klassische Musik optimierte Datenbank ins Leben zu rufen. Sie speichert auch Informationen über das Orchester, die Solisten und den Dirigenten. Auf diese Art kann man als Klassik-Kenner weitaus systematischer suchen als mit den bisher bekannten Systemen. Das kann ich bestätigen. Ich bin zwar nicht der Klassikexperte vor dem Herrn, musste mir sogar von Kollegen extra ein paar Scheiben mit dieser Musikrichtung besorgen, kann jedoch trotz besagter Inkompetenz auf diesem Gebiet eines mit Sicherheit sagen: Wer auch immer etwas mit dieser Musikrichtung am Hut hat, er wird diese Kategorisierung zu schätzen wissen. Normale Alben werden so hinterlegt, wie man das von anderen Systemen und PC-Abspielprogrammen gewohnt ist, weshalb man nicht unbedingt nur Klassik hören darf, um den MSR- 1 sinnvoll nutzen zu können. Musik, die sich bereits auf der Computerfestplatte befindet, importiert man am besten per USB. Vorausgesetzt, die Musikdateien sind mit Metadaten versehen, archiviert sie Sonata auch gleich logisch nach Künstler, Stil und holt sich das Cover. Bevor man den Vorgang initiiert empfehle ich, ganz besonders im Feld „Genre“ der jeweiligen Alben noch einmal ganz genau nachzusehen. Das ist ein häufig vernachlässigtes Feld, viel zu oft steht da etwas völlig Abwegiges. Oft stört das nicht, denn viele gehen bei ihrer Suche den Weg über den Albennamen oder den Interpreten. Dem Nuforce MSR- 1 hingegen ist das ziemlich wichtig, gibt er sich doch wie gesagt viel Mühe dabei, eine tief greifende Metadatenstruktur aufzubauen.

Praxis & Musik


Ich hatte am Tag des Hörtests nur einen 2-GB-Stick zur Verfügung, weshalb das erste Album, das ich probeweise draufkopierte, etwas Bedacht bei der Auswahl bedurfte. Deswegen war ich froh, „Gibson Hot Tones in HD“ recht schnell gefunden zu haben, denn das wollte ich als Erstes hören. Dabei fällt mir ein: Der Hörgenuss wird nicht durch Nebengeräusche getrübt, der kleine schwarze Kasten arbeitet komplett geräuschlos. So konnte Tinsley Allis, der das Album eröffnet, gleich mit dem für meinen Geschmack musikalisch durchschnittlichen, vom Sound her jedoch ohrenöffnend sägenden „Tell the Truth“ den angenehmsten Teil des Tests beginnen. Der Start gelang ihm ziemlich gut. Der Nuforce spielt aus den normalen Cinchausgängen heraus schon sehr ausgewogen, spritzig und nachhaltig. Ich war spontan sehr begeistert, einen so kleinen Zeitgenossen vor mir zu haben, der trotz aller PC-Probleme (Schaltnetzteil) einen Auftritt hinlegt, dass man sich eigentlich jetzt schon zurücklehnen und sich über seine Musikwelt freuen kann. Und das tat ich dann auch und wühlte noch im Archiv. Für den „Probeimport“ im Fotostudio hatte ich auf Wunsch meines Fotografen Stephan das Album „The Sound of the 10th Season“ von Sven Väth gewählt. Das musste natürlich auch Probe gehört werden. Ich bewerte jetzt auch gar nicht den Musikstil, konzentriere mich da eher auf die reine Qualität der Wiedergabe. Die war schon satt. Okay, auf einem derartigen Album ist Bass bis zum Abwinken drauf, doch der MSR-1 schiebt den auch. Den ersten Eindrücken nach funktioniert der interne DAC des Nuforce- Servers recht gut, das volle Potenzial der Musik holt man natürlich mit einer externen Lösung heraus. Da wir in Sachen D/A-Wandler derzeit sehr gut und hochwertig bestückt sind, ging es nach sehr kurzer Zeit munter weiter. Tendenziell gleich war die Unbestechlichkeit des Klangs, der externe DAC zauberte dann aber doch noch eine Fülle mehr Details und Atmosphäre aus dem Ärmel. So gibt es von meiner Seite die Aussage: Es ist schön, dass man, obwohl man sich eine Komplettlösung gekauft hat, weiterhin mit sinnvollen Ergänzungen experimentieren darf. Die klanglich saubere Basis wird auf jeden Fall mit dem MSR-1 geliefert.

Fazit

Klar wird der Klassikfreund etwas bevorzugt behandelt, alle anderen werden mit dem Sonata-Server aber genauso glücklich. Wenn man noch einen vernünftigen DAC danebenstellt, ist alles so unglaublich gut, wie es nur sein kann.

Preis: um 2250 Euro

Musikserver

NuForce MSR-1


04/2010 - Christian Rechenbach

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Higoto, Essen 
Telefon 0201 8325825 
Internet www.higoto.de 
Garantie (in Jahre)
Audioformate: Flac 44, 1-96 kHz, 16 und 24 Bit WAV, WMA (auch lossless) MP3, APE 
Anschlüsse: S/PDIF koaxial, 2 x analog Cinch, 4 x USB 
kompatible Monitore: G-Vision 
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checksum „Klar wird der Klassikfreund etwas bevorzugt behandelt, alle anderen werden mit dem Sonata-Server aber genauso glücklich. Wenn man noch einen vernünftigen DAC danebenstellt, ist alles so unglaublich gut, wie es nur sein kann.“ 
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Autor Christian Rechenbach
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Datum 20.04.2010, 09:53 Uhr
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