Kategorie: Musikserver

Einzeltest: Phonosophie PAS 1


Zusammenschluss

Musikserver Phonosophie PAS 1 im Test, Bild 1
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Der digitale Wandel ist in vollem Gange und unaufhaltbar, auch bei der Musikwiedergabe. Das bedeutet für machen Hersteller eine Umstellung, doch von Erfahrung kann man immer profitieren.

Hamburg ist für Audiophile eine besondere Stadt. Dort findet jedes Jahr eine der interessantesten HiFi-Messen des Landes statt und in und um die Hansestadt herum haben sich unzählige Audiofirmen angesiedelt, vom Händler über Vertriebe bis zu Herstellern. Zu diesen Herstellern gehört auch Phonosophie, die bereits seit Jahrzehnten im Geschäft sind und schon längst eine feste Größe in der deutschen Audiolandschaft geworden sind. Die Strom- und Klangtuningprodukte, die Firmenschef Ingo Hansen entwickelt, wurden auch in Geräte großer Hersteller implementiert, um verschiedene eigene Modelle zu schaffen, die Fähigkeiten der Standardvarianten nochmals übertrafen.

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Dabei ließ Ingo Hansen sein Knowhow in Sachen Signalverarbeitung und Energiezufuhr meist in analoge Komponenten einfließen, denn wie er selbst von sich behauptet, mag er es bei der Musikwiedergabe eher klassisch. Plattenspieler, CD-Player und Verstärker, bei denen das Ergebnis von klar beherrschbaren Faktoren ausgeht, die mit den richtigen Mitteln optimiert werden konnten. Nun aber ist die Zeit des Streamings gekommen, und Computer haben auch in den hochwertigen HiFi- Bereich Einzug gehalten. Hier spielt Software eine entscheidende Rolle, deren Optimierung völlig anders angegangen werden muss, als dies bei der eigentlichen Hardware der Fall ist. Um nun auch Nutzern von Digitalaudio ein möglichst gutes Klangergebnis zu liefern, tat sich Ingo Hansen also mit Softwaredeveloper Cliff Baier zusammen, um Phonosophies ersten eigenen Musikserver zu entwickeln. Hansen und Baier kennen sich schon seit etlichen Jahren und schließlich war es ein privat entwickelter Server des Softwareingenieurs, der auch den audiophilen Hansen von den Vorteilen der digitalen Wiedergabe überzeugen konnte, so dass beide beschlossen, ihr Wissen zu vereinen und einen audiophilen Server zu kreieren. Ergebnis der Zusammenarbeit ist der Phonosophie-Audio-Server, oder kurz PAS 1, der uns als erster Testredaktion zur Verfügung stand. Bereits auf den ersten Blick wird der Anspruch des Systems klar, denn auf großartige Designspielereien wurde verzichtet. So funktioniert der Server headless, also ohne Monitor, und auch auf ein Display wurde verzichtet, da dieses die Bauteile im Innern beeinflussen würde. Einzig der Firmenschriftzug und der Powerknopf an der Front werden dezent von innen heraus beleuchtet und schimmern im typischen Phonosophie-Rot. Der halbformatige Server ist in ein solides Aluminiumgehäuse eingefasst, dass sich recht weit nach hinten erstreckt, um der aufwendigen Stromzufuhr genügend Platz zu gewähren. Für diese zeigte sich natürlich Ingo Hansen verantwortlich und der machte hier keine halben Sachen. Beliefert über ein speziell geschirmtes Stromkabel, arbeitet hier ein eigens konstruiertes Netzteil mit einem gigantischen Ringkerntransformator, der gut ein Viertel des gesamten Gehäuses für sich beansprucht. Ein guter Ansatz, denn die Schaltnetzteile, die bei vielen Servern zum Einsatz kommen, verursachen oft ein Signalrauschen, das sich auf die Datenverarbeitung überträgt. Hier gibt es stattdessen sauber aufbereitete Energie, die den Server optimal arbeiten lässt. Der eigentliche Rechner, der für die Datenverarbeitung zuständig ist, ist im Vergleich zu seinem Netzteil dagegen eher zierlich, denn Daten brauchen bekanntlich wenig Platz. Damit auch dieser die besten Voraussetzungen für seine Arbeit erhält, sitzt ein massiver Kühlkörper auf dem Zentralprozessor und sorgt für eine gute Wärmeableitung, die vollkommen ohne Lüfter und dadurch absolut geräuschfrei auskommt. Seine Daten kann der Server von verschiedenen Seiten erhalten. Intern bietet der PAS 1 bereits eine zwei Terabyte große SSD von Seagate, die ohne bewegliche Teile oder Magnetfelder arbeiten kann. Damit ist bereits das Speichern von etwa 5000 durchschnittlichen CD-Rips möglich. Doch auch externe Speicher können an Phonosophies Audioserver verwendet werden, wofür die Rückseite gleich drei USB-A-Buchsen zur Verfügung stellt. Diese bieten sogar den USB-3.0-Standard, der besonders schnelle Datenübertragung ermöglicht. Gleichzeitig dienen die Anschlüsse aber auch als Ausgang des PAS 1, um diesen mit einem passenden D/A-Wandler verbinden zu können. Wahlweise können hier sogar drei verschiedene DACs angeschlossen werden, wobei der verwendete Ausgang nach Belieben gewechselt werden kann. Auch das Anschließen von CD-Laufwerken ist hier möglich, um CDs direkt vom Server rippen zu lassen. Dabei profitiert natürlich auch das Laufwerk selbst erneut von der verbesserten Stromzufuhr. Steuern lässt sich der Server über ein Browsermenü, das mithilfe jedes Smartphones, Tablets, oder Laptops aufgerufen werden kann. Das Installieren einer besonderen App ist dazu nicht nötig, stattdessen gelangt man über die IP-Adresse des PAS 1 in die Benutzeroberfläche des Servers. Wahlweise in einer Desktop- oder Mobilansicht bietet das Menü alle Bedienmöglichkeiten und Informationen. Alben auf der internen Festplatte oder auf angeschlossenen Massenspeichern lassen sich hier direkt anwählen und abspielen. Bibliothek und momentane Wiedergabeliste werden dafür stets am rechten beziehungsweise linken Bildschirmrand angezeigt. Die Mitte hingegen wird von einem dritten Fenster beansprucht, auf dem sehr umfangreiche Zusatzinformationen zum laufenden Titel, zum Album oder zum Künstler angezeigt werden. Dienste wie laut.fm, Musicbrainz, Wikipedia und andere bieten eine Fülle von interessanten Fakten, die das mittlerweile ja leider nicht mehr zeitgemäße Booklet einer CD adäquat ersetzen. Wer darauf verzichten kann, kann diese Anzeige ausblenden und das Interface dem eigenen Geschmack anpassen. Generell bietet der PAS 1 eine Reihe von innovativen Funktionen, die die Nutzung und das Durchstöbern der Musik angenehm gestalten. So können zum Beispiel die 40 meistgespielten Titel angezeigt werden, oder man fügt den verschiedenen Alben selbst festgelegte Marker an, um diese bei Bedarf schneller zu finden. Die Anpassung der Warteschlange gestaltet sich angenehm intuitiv und flexibel. Auch Playlists können bequem gespeichert, verändert und abgerufen werden. Auch die umfangreiche Suchfunktion des Systems macht sich bei großen Musiksammlungen sicher schnell bezahlt. Neben der eigenen Sammlung lassen sich natürlich auch Titel von anderen Geräten abspielen, denn neben der Funktion als Server und NAS kann der PAS 1 auch als Renderer verwendet werden, der sich fremder Speicher bedient. Auch das Einbinden von Mobilgeräten ist dank AirPlay-Unterstützung kein Problem, um beispielsweise Streamingdienste vom Smartphone direkt auf die Anlage zu bringen. So flexibel wie sich das Gerät in Sachen Software gestaltet, gibt sich der PAS 1 auch bei den Möglichkeiten hinsichtlich der verwendeten Audiodateien. Standards wie MP3 und AAC beherrscht der Server natürlich ebenso wie FLAC, ALAC und WAV. Selbst vor der DSD-Wiedergabe scheut sich hier niemand, denn je nach DAC gibt Phonosophies Digitalkünstler sogar native Bitstreams mit bis zu 22,4 MHz wieder. Auch bei den PCM-Signalen werden die momentanen HiRes-Möglichkeiten genutzt, so dass hier mit Abtastraten von maximal 384 kHz bei 24 Bit gearbeitet werden kann. Damit das Beste aus den verwendeten Dateien herausgeholt wird, ist das komplette System natürlich auf die Audiowiedergabe ausgelegt. Cliff Baier optimierte das Betriebssystem für die verwendete Hardware. Dabei wurden unnötige Prozesse, die normalerweise stets bei einem Rechner mitlaufen, konsequent abgeschaltet, so dass möglichst wenig Leistung für Anwendungen verschwendet wird, die nicht direkt für die Wiedergabe benötigt werden. Hier wurde viel Arbeit investiert, die natürlich Know-how benötigt, und die Zusammenarbeit eines Software- und eines Hardwarespezialisten hat sich hier wirklich bezahlt gemacht. Der PAS 1 schafft es, äußerst filigran zu spielen, was sich als klare Konsequenz der Optimierungsmaßnahmen zeigt. Feinheiten, gerade im Hochton, werden vom Server mit beeindruckender Präzision umgesetzt. Das Spiel strahlt stets eine gewisse Ruhe aus, wirkt niemals drückend, sondern schafft es gekonnt, die Unmengen an Daten gewissenhaft umzusetzen. Das steht natürlich gerade Jazz und klassischen Stücken hervorragend zu Gesicht. Leiser Gesang schwebt in der Luft, während man gleichzeitig das geschmeidige Streichen des Bogens über die Saiten von Violinen und Celli verfolgt. Es ist ein tolles Audioerlebnis, das hier geboten wird, und Phonosophie zeigt, dass sie auch in der digitalen HiFi-Welt weiterhin das Gespür dafür haben, wo Verbesserungsbedarf vonnöten ist, um auch aus Dateien wieder tolle Musik zu machen.

Fazit

Der Phonosophie Audio Server bietet genau das, was man von der Fusion seiner zweier Schöpfer erhofft. Hochwertige Hardware und eine gut implementierte Software machen aus dem PAS 1 einen hervorragend audiophilen Musikserver, bei dem der Klang im Vordergrund steht.

Preis: um 2500 Euro

Musikserver

Phonosophie PAS 1


11/2017 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 2.500 Euro 
Vertrieb Phonosophie, Hamburg 
Telefon 040 837077 
Internet www.phonosophie.de 
B x H x T (in mm): 220/74/345 
Eingänge 1 x Ethernet, WLAN, 
Ausgänge 3 x USB-A (auch Eingang) 
Unterstützte Dateiformate: MP3, WMA, OGG, AAC, ALAC, FLAC, AIFF, WAV, DSD 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 32 Bit und DSD bis DSD512, 22,4 MHz, 1 Bit 
Speicherplatz: 2 TB 
checksum Der Phonosophie Audio Server bietet genau das, was man von der Fusion seiner zweier Schöpfer erhofft. Hochwertige Hardware und eine gut implementierte Software machen aus dem PAS 1 einen hervorragend audiophilen Musikserver, bei dem der Klang im Vordergrund steht. 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 16.11.2017, 10:02 Uhr
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
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