Kategorie: Musikserver

Einzeltest: Reson Rondo


Runde Sache

Musikserver Reson Rondo im Test, Bild 1
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Was benötigt man alles, um gut Musik hören zu können? Reson setzt auf die Devise „weniger ist mehr“ und liegt damit scheinbar richtig.

Musikserver gibt es mittlerweile in vielen Ausführungen. Manche Systeme wollen möglichst vielseitig sein und bieten von der Festplatte bis zum Verstärker gleich alles in einem. Andere wollen dabei helfen, die eigene CD-Sammlung möglichst unkompliziert zu speichern. Wieder andere wollen zwischen den exklusivsten Vorstufen und Lautsprechern dieser Welt einfach irgendwie dazugehören. Hin und wieder aber findet man noch einen Musikserver, der erfrischend anders ist. Genau so einen Zuspieler hat Reson nun mit dem Rondo im Portfolio.

Zuallererst fällt einem beim Rondo die ungewöhnliche Form auf, denn der Server ist entgegen jeder HiFi- Konvention nicht quaderförmig, sondern kreisrund. Komplett in Schwarz gehalten, wirkt der Rondo so ein wenig wie ein Eishockeypuck, der auf seinen schmalen Gerätefüßen ein wenig zu schweben scheint.

Musikserver Reson Rondo im Test, Bild 2Musikserver Reson Rondo im Test, Bild 3Musikserver Reson Rondo im Test, Bild 4Musikserver Reson Rondo im Test, Bild 5Musikserver Reson Rondo im Test, Bild 6Musikserver Reson Rondo im Test, Bild 7
Dazu ist der Rondo für einen Musikserver enorm klein. Mit 15 Zentimetern im Durchmesser und nur etwa 4 Zentimeter Höhe, rechnet man kaum damit, dass es sich hier um einen echten Musikserver handelt. Schließlich muss ja irgendwo auch eine Festplatte in dem Gerät unterkommen, auf dem die Musik gespeichert wird. Beim Rondo ist dies nur teilweise richtig. Natürlich besitzt der Server eine Festplatte, doch im Innern des Gehäuses fand diese tatsächlich keinen Platz mehr. Stattdessen nutzt Reson eine winzige externe Festplatte, die mithilfe eines Gummibandes an der Unterseite des Gerätes fixiert wird. Winzig bezieht sich hier allerdings ausschließlich auf die Abmessungen, denn mit 500 GB Speicherkapazität ist die kompakte SSD gut aufgestellt.

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Mancher mag sich an der etwas unkonventionellen Lösung mit dem Gummiband stören und auch das Kunststoffgehäuse des Rondo wird manch einem eventuell sauer aufstoßen. Ich persönlich finde das Äußere des Musikservers aber sehr charmant. Unauffällig, ohne dabei langweilig zu sein gelingt dem Server gut, und dank der sehr geringen Abmessungen lässt sich der Rondo überall unterbringen. Wer also einen Verstärker oder auch einen CD-Player mit digitalen Eingängen besitzt, kann seine Anlage sehr unkompliziert um alle modernen Methoden der Musikwiedergabe erweitern.

Der geringen Größe zum Trotz bietet Resons kleiner Server tatsächlich alles, was auch große Systeme zu ihrem Funktionsumfang zählen. Als Erstes ist dies natürlich das Abspielen von Musik auf der angeschlossenen Festplatte. Gängige PCM-Formate beherrscht der Rondo mit 24-Bit-Auflösung bis zu 192 kHz. Neben direkt per USB verbundenen Speichern bietet das System aber auch Zugriff auf andere im Netzwerk befindliche Musikbibliotheken. Auch die weite Welt des Internets steht einem mit dem kleinen Server offen und mit Qobuz und Tidal, den beiden audiophilen Streamingdiensten, wird auch gleich mal der klangliche Anspruch des Gerätes gezeigt. Wer lieber andere die Musik für sich auswählen lässt, kann außerdem auf eine Vielzahl von Internetradiosendern zugreifen. Durch die externe Festplatte des Systems ist das Bespielen des Servers bereits sehr einfach gelöst. Festplatte am Computer füllen, an den Rondo hängen, schon ist der Server einsatzbereit. Alternativ geht es selbstverständlich auch über das Netzwerk und selbst das Rippen von CDs beherrscht Resons Multitalent. Dazu benötigt man allerdings ein externes Laufwerk, das man auf Wunsch gleich mitbestellen kann. 

Ein wenig Geduld muss man dann aber mitbringen, denn Reson beschränkt das Auslesen auf doppelte Geschwindigkeit, sodass man pro CD mit etwa 20 bis 25 Minuten rechnen muss, bevor die Kopie fertig ist. Dabei bezieht das System alle Metadaten und ein Cover automatisch aus dem Internet.

So stylisch der Rondo sich von außen gibt, so geht es auch mit der Software weiter, die all die Funktionen steuert. Modern gestaltet, gut aufgeteilt und klar verständlich ermöglicht die kostenlose App eine angenehm nutzerfreundliche Bedienung. Der Home-Bildschirm bietet Zugriff auf Internet, NAS und interne Musik, wobei Daten auf der Festplatte direkt nach Alben, 

Interpreten und Genres ausgewählt werden können. Auch eine praktische Liste mit den 100 zuletzt gespielten Liedern ist hier verfügbar, ebenso wie Wiedergabelisten und vom Nutzer ausgewählte Favoriten. Der Wiedergabebildschirm zeigt Cover und Metadaten des laufenden Stückes, eine Fortschrittsanzeige und auch eine Lautstärkeregelung. Im Warteschlangen-Menü lassen sich schließlich Playlisten erstellen und abspeichern. Zugrif auf diese drei Menüpunkte hat man als Nutzer stets am unteren Bildschirmrand verfügbar, während die Funktionen Play/ Pause und Vor-/Zurück stets an der oberen Kante eingeblendet werden. Für ein wenig mehr Individualität lässt sich der Hintergrund der App einstellen, wobei man die Auswahl zwischen einigen Landschaftsbildern oder verschiedenen Farben hat. Selbst eigene Bilder kann man hier einlesen und verwenden. Kaum weltbewegend, aber erneut ein sympathisches Feature. Auch technische Feinheiten lassen sich im recht umfangreichen Optionsmenü einstellen, von der Behandlung von DSD-Dateien, bis hin zur Größe des Audiopuffers und natürlich dem Eingeben der WLAN-Daten. Erneut ist alles durchdacht dargestellt und die Funktionen sind verständlich. Wer dennoch lieber Roon zur Steuerung des Rondo 

nutzen möchte, kann dies ebenfalls tun. Grundlage für die wirklich schöne eigene Software des Musikservers ist ein Raspberry-Pi-Minicomputer. Bei Bastlern und Profis gleichermaßen beliebt, kommt er bereits in einer Reihe von Kompaktsystemen zum Einsatz, und auch im Rondo verrichtet er seine Arbeit zuverlässig. Allerdings führt die vergleichsweise geringe Rechenleistung des Systems hin und wieder zu kurzen Ladezeiten, die zwar bemerkbar sind, sich aber sehr im Rahmen des Erträglichen halten. Langsam ist der Raspberry-basierte Rondo auf keinen Fall. Neben dem Prozessor gibt der Minirechner auch die meisten Anschlüsse des Servers vor, denn die vier verfügbaren USB-A-Eingänge sind bereits auf der Platine integriert. Für die Audiowiedergabe nutzt Reson dann aber ein eigenes Board, das per koaxialem S/PDIF-Ausgang die Musiksignale ausgibt.

Hier liegt dann die eigentliche Stärke des kleinen Servers, den man aufgrund seiner Größe sicher leicht unterschätzt. Klanglich ist der Rondo nämlich eine echte Bank. Wunderbar knackig und mit kernigem Punch stellte sich bei der Wiedergabe von Rock unverzüglich das bekannte Fußwippen ein. Auch die Stimmenwiedergabe ist recht prägnant, während der Bassbereich ein schönes Fundament legt. Wirkliche 

Stärken des Rondo sind aber die gute Dynamik, die in Kombination mit der enormen Detailfülle des Players einfach mitreißenden Sound liefert, bei dem man jede Note einsaugt. Mit dem optionalen großen Netzteil, das von Reson zum Rondo angeboten wird, wird dieser Eindruck nochmals verstärkt. Damit gewinnt der Server weiter an Kontur, wirkt insgesamt noch offener und löst teils nochmals feiner auf. Wer die 450 Euro Aufpreis scheut, ist auch mit dem beigelegten Schaltnetzteil schon einmal gut bedient und kann bei Bedarf später noch nachrüsten.

Fazit

Klanglich eine echte Hausnummer und dazu mit allen Funktionen, die man von einem Musikserver erwartet, ist der Reson Rondo eine Klasse für sich. Kompakt, clever und irgendwie einfach charmant.

Preis: um 1100 Euro

Musikserver

Reson Rondo


06/2019 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 1.100 Euro (Netzteil um 450 Euro) 
Vertrieb: Reson, Albbruck 
Telefon 07753 624335 
Internet: www.reson.de 
B x H x T: 150 x 40 x 150 mm 
Eingänge: 1 x Ethernet / 4 x USB-A 
Unterstützte Formate: gängige PCM-Formate und DSD 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 192 kHz, 24 Bit / DSD bis DSD64, 2,8 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 1 x S/PDIF koaxial 
Speicherplatz: 500 GB 
<checksum> Klanglich eine echte Hausnummer und dazu mit allen Funktionen, die man von einem Musikserver erwartet, ist der Reson Rondo eine Klasse für sich. Kompakt, clever und irgendwie einfach charmant. 
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Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 24.06.2019, 09:54 Uhr
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