„Drum prüfe, wer sich ewig bindet ...“ heißt es in Schillers Glocke. In der High Fidelity stellte sich eine solche Frage bisher nicht. In der Regel ging man zum Händler und tauschte Geld gegen Ware.
>> Mehr erfahren>> Alle anzeigen
Das Thema Kabel ist nicht unumstritten. Dabei kann man es ganz pragmatisch angehen: Gute Kabel ausprobieren und fertig.
>> Mehr erfahren>> Alle anzeigenEinzeltest: Takumi Level 1.1
Verlockend
In den vergangenen Jahrzehnten sind so einige Plattenspieler durch meine Hände gegangen, aber was die Takumi-Dreher aus den Niederlanden für ihr Geld können, ist außergewöhnlich. Kann der Kleine das Niveau des Takumi Level 2.1 halten?
Vergangenes Jahr bekam ich vom DreiHVertrieb aus Hamburg eine ominöse Ankündigung über ein neues Produkt. Es dauerte dann eine ganze Weile, bis es sich materialisierte und ich schließlich Rik Stoet und mit ihm seinen Takumi Level 2.1 Plattenspieler kennenlernte. Seither habe ich auch über seine ausgezeichneten Tonabnehmer geschrieben und freue mich nun auf sein Einstiegslaufwerk Takumi Level 1.1. Doch was bedeutet eigentlich Takumi, wenn die Plattenspieler doch aus den Niederlanden kommen und in China gefertigt werden? Nun das ist so eine typisch japanische Art, sich sehr profund in eine Sache zu vertiefen, um ein besonderes Verständnis ihrer Natur zu erlangen. Genau das ist die Arbeitsweise des Takumi Firmenchefs Rik Stoet: Sich wirklich sehr genau und lange mit etwas zu beschäftigen, weshalb er eben diesen Firmennamen gewählt hat.




Der Tonarm
Gemeinsam und doch anders
Rik Stoet meinte auf Nachfrage, dass bis auf den Tonarm, das Kabel und die Haube alles zumindest ein wenig anders sei: „Am Ende kommt der 1.1 dem 2.1 sehr nahe, aber bis auf den Tonarm und die Haube ist alles etwas einfacher ausgeführt. Wir hätten ihn noch weiter vereinfachen und damit günstiger machen können, aber nicht ohne deutliche Abstriche beim Klangcharakter zu machen.“
Echte Unterschiede
Bleiben wir beim Teller, der wie erwähnt genau so gedreht wird wie beim 2.1, aber deutlich dünner ist und zwar um 10mm. Ebenfalls dünner und leichter sind Subteller und Zarge. Die drei entkoppelten Standfüße sind nicht wie beim 2.1 höhenverstellbar, der 1.1 muss also aufmerksam ins Wasser gestellt werden. Der größte Unterschied zum 2.1 ist der Antrieb. Im 1.1 werkelt ein 12 Volt AC- statt eines DC-Motors, ohne Speed Pod und Hall Sensoren. Die Steuerung ist dieselbe wie beim 2.1 und dazu noch einmal Rik Stoet: „Wir verwenden jedoch ein Gleichstromnetzteil und erzeugen daraus eine neue Wechselstromwelle, um den Motor anzutreiben. Das System ist somit unabhängig von Netzspannung und Netzfrequenz.“ Der Motor wird für Takumi in China gebaut. Die Drehzahlumschaltung erfolgt elektronisch und der sauber gefertigte Motorpulley läuft präzise und leise. Der Antrieb hat vielleicht nicht dieselbe Kraft wie der des 2.1, ist dafür aber etwas ruhiger und kaum schlechter.
Klang
Der Vertrieb hatte mit dem Kuro den zweitkleinsten Takumi-MC-Tonabnehmer vormontiert. Die Kombination kam mir, anders als bei meinem Tonabnehmervergleich, wo mir das größere Shiro deutlich besser gefiel, nahezu ideal vor. Das ist der Vorteil, wenn man nicht direkt vergleicht und die Grundqualität einfach stimmt. Und auch dieser Dreher klingt so lässig, wie ich es von seinem größeren Bruder gewohnt bin. Die Montgomery Brothers swingen ganz unaufgeregt, sehr geschlossen, extrem stimmig. Der 1.1 mag nicht ganz den Drive des 2.1 haben, aber absolut gesehen klingt er hervorragend. Selten habe ich Robert Wyatt auf „Dondestan“ so realistisch vor mir gesehen. Der Mann sitzt ja fast sein ganzes Erwachsenenleben über im Rollstuhl und genau so erscheint er hier vor mir. Dazu packt mich eine Art hyperrealistisches Klavierspiel und die wie aus dem Nichts ertönende Mundharmonika – herrlich. Und als Wyatt überraschenderweise auch noch pfeift, dachte, es stünde jemand an der Tür: ja, das kann so ein Plattenspieler. Besonders gut gefällt mir auch die fantastisch aufgenommene Pablo-Einspielung „The Alternate Blues“ von den Trompetern Clark Terry, Freddie Hubbard und Dizzy Gillespie mit dem Oscar Peterson Trio und Joe Pass. Gleich im Opener erscheint Clark Terrys gestopfte Trompete vor einem, wie man so schön sagt, tiefschwarzen Hintergrund mitten im Raum und zeigt sofort, wo der Trompetenhammer hängt. Gleich danach strahlt Freddie Hubbards breiter wunderschöner Ton, bevor die Rhythmusgruppe einsteigt. Das klingt einfach nur authentisch und saftig und zaubert mir ein fettes Grinsen ins Gesicht. Als ich Beethovens Violinkonzert von Jascha Heifetz im 45-er Edelumschnitt höre, kann ich schließlich nur darüber staunen, wie seidig und gerade in den höchsten Tönen unangestrengt und toll aufgelöst der 1.1 mit dem Kuro klingt. So etwas gelingt wahrlich nicht jeder Tonarm-Tonabnehmer-Kombination ganz unabhängig vom Preis. Der Takumi Level 1.1 kann es einfach.
Fazit
Takumi ist es gelungen, das bereits puristische Konzept des Level 2.1 weiter herunter zu skalieren und dabei klanglich praktisch keine Kompromisse einzugehen. So kann der Takumi Level 1.1 ein voller Erfolg werden.Kategorie: Plattenspieler
Produkt: Takumi Level 1.1
Preis: um 1300 Euro(MC-Tonabnehmer Takumi Kuro: 849 Euro)

Spitzenklasse
Takumi Level 1.1
Takumi Level 1.1
Mit einem Erfahrungsschatz aus 5 Jahrzehnten Symphonic Line hat Rolf Gemein längst seine Klang-Signatur gefunden
>> Mehr erfahren>> Alle anzeigen| Klang | 70% | |
| Labor | 15% | |
| Praxis | 15% |
| Vertrieb | 3H, Hamburg |
| Telefon | 040 37507515 |
| Internet | www.3-h.de |
| Ausstattung | |
| Prinzip | Riemenantrieb |
| Abmessungen (B x H x T in mm) | 430/145/330 |
| Gewicht (in Kg) | 6,5 kg |
| Garantie (in Jahre): | 2 Jahre |
| + | cooles Design |
| + | extrem guter Tonarm |
| +/- | +sehr attraktives Gesamtpaket |
| Klasse | Spitzenklasse |
| Preis/Leistung | hervorragend |




