Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: TechDas Air Force V Premium


TechDAS legt beim kleinsten Plattenspielermodell nach

Plattenspieler TechDas Air Force V Premium im Test, Bild 1
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Der japanische Hersteller TechDAS hat auch sein kleinstes Modell Air Force V zur Premium-Variante hochgerüstet. Was bringt das Upgrade?

Jetzt mal so ganz unter uns, aber bitte nicht weitersagen: Eigentlich brauche ich das alles nicht, das mit den neuen TechDAS-Plattenspielern. Bei mir steht seit mehr als fünf Jahren ein Air Force III der ersten Generation auf einem eigentlich ziemlich unwürdigen Servierwagen vom schwedischen Möbeldiscounter und spielt Platten. Mit stoischer Gelassenheit und im wahrsten Sinne des Wortes unerschütterlich. Womit ich nichts darüber gesagt haben will, ob die auf „Premium“-Modelle hochrenovierte Produktpalette des Herstellers nicht ihre Vorteile haben mag, ich persönlich aber bin aber mit dem alten Dreier angekommen. Eines muss nämlich auch mal erwähnt werden: Die fünf Jahre lang ziemlich intensivem Gebrauch unterzogene Maschine funktioniert auch heute noch perfekt wie am ersten Tag.

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Wofür ich in Anbetracht technisch anspruchsvoller Dinge wie dem wartungsfreien Luftlager oder der Vakuumansaugung der Platte an den Teller zu Beginn nicht unbedingt meine Hand ins Feuer gelegt hätte. Geht aber. Völlig ohne Probleme. Noch nicht einmal die Silikonlippen, die als Dichtung zwischen Plattenteller und Schallplatte fungieren, zeigen Anzeichen von Vergilben – sehr erstaunlich.

Diese Kabinettstückchen beherrscht die aktuelle Ausgabe des Air Force V auch. Und es gibt keinerlei Veranlassung zu glauben, dass Zuverlässigkeit und Langzeitstabilität hier auch nur ein Jota geringer ausgeprägt sein sollten. Das darf man auch verlangen für einen Listenpreis von 16500 Euro. Die „Luftnummern“ beherrschte die Maschine schon in ihrer Urversion „ohne Premium“, die wir Ihnen übrigens bereits 2019 ans Herz gelegt haben.

Lassen Sie uns erst einmal ein paar Dinge rekapitulieren, bevor wir uns mit dem neuen Schmuckstück befassen. Die Air Force- Plattenspieler sind das geistige Kind des japanischen Konstrukteurs Hideaki Nishikawa. Der Mann blickt auf eine lange Karriere in der Unterhaltungselektronik zurück, hat für Stax gearbeitet und zeichnete für diverse legendäre Laufwerke von Micro Seiki verantwortlich. Nachdem er sich lange ausschließlich auf Vertriebstätigkeit konzentriert und ausreichende Mengen von „Spielgeld“ damit verdient hatte, gründete er 2010 TechDAS. Das Unternehmen produziert derzeit sechs verschiedene Plattenspieler in bester Micro-Seiki-Tradition. Der Air Force V Premium ist auch physisch das kleinste Modell aus dem Hause TechDAS. Was daran liegt, dass bei ihm der Antriebsmotor ins Chassis integriert wurde, während er bei allen anderen Modellen, wie man das von großen riemengetriebenen Laufwerken kennt, neben dem Teller angeordnet wurde. Das macht es einerseits leichter, Motor und Teller voneinander zu entkoppeln und sorgt außerdem dafür, dass man den Teller am Außenradius antreiben kann, was für mehr Übersetzung und, einen entsprechenden Motor vorausgesetzt, mehr Drehmoment sorgt.

Das Chassis des Air Force V Premium ist genau so groß wie das des Air Force III, nur dass bei jenem halt der Antriebsmotor noch links davon untergebracht werden muss. Der Fünfer ist lediglich 312 Millimeter breit und 368 tief, seine tatsächliche Ausladung wird jedoch von der oder den Tonarmausleger(n) bestimmt – und das können bis zu vier Stück sein. Der große Unterschied zwischen der Premium-Variante und dem Ur-Fünfer ist der Laufwerksgrundkörper. Zunächst war der nämlich noch aus verschraubten Aluminiumplatten zusammengesetzt, während er jetzt, ganz genau wie den größeren Modellen auch, aus einem massiven Alublock besteht. Natürlich mit einer ganzen Reihe hineingefräster Öffnungen - Motor, Steuerung und co. wollen ja auch irgendwo untergebracht werden. Trotzdem wiegt allein der bearbeitete Alublock imposante 19 Kilogramm und soll laut Hersteller erheblich besser in der Lage sein, Antrieb und Teller voneinander zu entkoppeln und den Plattenspieler von Umwelteinflüssen zu isolieren. Oben auf dem Chassis residiert in bewährter Manier eine Glasplatte, die das Unterteil des Luftlagers bildet. Das Gegenstück dazu ist der drei Kilo schwere Innenteller, der von einem polierten Polyurethan-Flachriemen elektronisch geregelt in Rotation versetzt wird. Wiederum darauf wird der eigentliche, vier Kilo schwere Plattenteller gestülpt. Wie Sie sehen: Die meinen’s ernst – 26 Kilogramm fürs Einsteigermodell. Und da ist die separate Vakuumeinheit noch nicht mir drin, die die Druckluft fürs Lager und den Unterdruck für die Plattenansaugung bereitstellt. Das tut sie übrigens wieder einmal in völlig geräuschloser Manier. Ich ertappe mich immer mal wieder dabei, das Ohr direkt an diese Gerätschaften zu halten um festzustellen, ob sie eigentlich laufen. Nach wie vor höchst beeindruckend.

Zum Lieferumfang des Air Force V Premium gehört eine Tonarmbasis nach Wunsch – zumindest dann, wenn ihr Tonarm kein zu spezieller Exot ist, der eine völlige Neukonstruktion eines passenden Guss-Auslegers bedingen würde. Tech- DAS hat sich übrigens von den seitlich geklemmten, schlichteren Basen verabschiedet und liefert nur noch die über einen Konus von oben arretierten Versionen, was meine volle Zustimmung findet. Sinn hin oder her – das ist einfach die technisch anspruchsvollere und schönere Lösung. Wer zwei Air Force-Modelle in dieser Art nebeneinander stehen hat, der tut sich beim Klangvergleich ziemlich leicht: Man kann nämlich mit wenigen Handgriffen die komplette Armbasis samt montiertem Tonarm und Abtaster von einem Dreher auf den anderen umziehen und muss dabei nur eine Verschraubung bedienen. Man braucht nur den Einbauanstand checken und schon kann’s losgehen mit dem Klangvergleich – der Umbau lässt sich in wenigen Sekunden erledigen. Daran könnte ich mich gewöhnen.

Die Bedienung des Air Force V Premium ist ähnlich unkompliziert wie die aller anderen TechDAS-Modelle. Ich schalte den Antrieb beim Plattenwechsel schon lange nicht mehr ab, dafür sind mir die Hochlaufzeiten des Antriebs zu lang – die Drehzahlregelung mit ihren langen Zeitkonstanten braucht einfach, bis sie einrastet. Auch beim „AFVP“ halte ich die Plattenansaugung für das Killer-Feature. Mit ihr wird jede Schallplatte, auch eine verwellte, zur brettflachen 7000-Gramm-Pressung. Die gnadenlose ganzflächige Kopplung der Schallplatte an den Teller ist etwas, das derzeit kein anderer Plattenspieler am Markt bietet und man kann die Bedeutung dessen gar nicht hoch genug hängen. Dieser völlig unverrückbare Unterbau bietet dem Tonabnehmer die Chance, Informationen völlig ohne Gegenreaktionen der Schallplatte abzutasten, und das sorgt für eine dynamische Spannweite, die ich von keiner anderen Plattenspielerreihe kenne. Diese Fähigkeit, völlig ansatzlos aus dem Nichts heraus zu explodieren und im nächsten Moment Hauchzartes aus der Rille zu streicheln, das geht nur mit Tech- DAS. Macht der AFVP das genau so gut oder gar besser als der Air Force III? Nein. Hier helfen einfach der noch viel massivere Teller und der stärkere Antrieb. Aber der neue Fünfer ist zweifellos noch deutlich näher dran als der Ur-Fünfer. Hideaku Nishikawa ist eigenen Angaben nach angetreten, um der Schallplattenwiedergabe ähnliche Fortschritte zu ermöglichen, wie sie die digitale Wiedergabetechnik mit den Jahren erfahren hat. Wieder einmal muss ich feststellen, dass der Mann sein Versprechen eingelöst hat.

Fazit

26 Kilogramm High-Tech-Plattenspieler mit Luftlager und Plattenansaugung bilden die Grenze des Machbaren. Konkurrenz hat auch der kleinste TechDAS eigentlich nur aus dem eigenen Hause zu fürchten.

Preis: um 16500 Euro

Plattenspieler

TechDas Air Force V Premium


04/2021 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Ibex Audio, Heidenheim 
Telefon 07321 25490 
Internet ibex-audio.de 
Garantie (in Jahre) 2 Jahre 
Abmessungen 312 x 168 x 368 Laufwerk 350 x 160 x 270 mm Lufteinheit 
Gewicht (in Kg) ca. 26 / 9 kg 
Unterm Strich ... » 26 Kilogramm High-Tech-Plattenspieler mit Luftlager und Plattenansaugung bilden die Grenze des Machbaren. Konkurrenz hat auch der kleinste TechDAS eigentlich nur aus dem eigenen Hause zu fürchten. 
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Autor Holger Barske
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Datum 28.04.2021, 10:03 Uhr
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