Kategorie: Röhrenverstärker

Einzeltest: Taga TT-500


Der Internationale

Röhrenverstärker Taga TT-500 im Test, Bild 1
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In Sachen teure Röhrenverstärker können wir auch im Jahre 2018 mit den Pfunden wuchern. Was aber günstige Geräte angeht, ist das Testgeräteaufkommen recht dünn geworden. TAGA Harmony ist nun angetreten, dies zu ändern

Neben den schon bekannten Hybridverstärkern hat TAGA Harmony nun auch zwei klassische Vollröhrenverstärker ins Sortiment aufgenommen – es ist ohnehin respekteinflößend, wie schnell die polnische Marke wächst, die vor ein paar Jahren mit einen kleinen Lautsprecherprogramm angefangen hat und sich inzwischen sehr breit aufgestellt hat. Nun gibt es also den großen TTA- 1000, der mit KT88-Bestückung für mehr als ordentlich Leistung gut ist und zusätzlich ein MM- und MC-fähiges Phonoteil eingebaut hat. Dennoch ist für diesen Test meine Wahl auf den kleineren und günstigeren TTA-500 gefallen, weil ich ihn trotz des fehlenden Phonoteils für den vielseitigeren Verstärker halte, schon weil er sich von Pentoden- auf Triodenbetrieb umstellen lässt.

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Das mit dem fehlenden eingebauten Phonoteil ist übrigens ganz gut zu verschmerzen, denn TAGA Harmony hat seit kurzer Zeit ein kleines Sortiment nützlicher „Außenbord-Geräte“, die zusätzliche Funktionen erfüllen, namentlich einen Phonovorverstärker, einen DAC und einen Kopfhörerverstärker. Zurück zu unserem Testgerät. Der TTA- 500 ein Röhrenverstärker, wie er klassischer nicht sein könnte: Eine Doppeltriode am Eingang, noch einmal zwei Doppeltrioden als Phasenumkehrstufe und schließlich zwei Paar EL34 im Gegentaktbetrieb für die Leistungsverstärkung, fertig. Spezifiziert ist das Gerät mit zweimal 35 Watt im Pentoden-Betrieb und etwas der Hälfte im Triode-Modus. Das mit der halben Leistung ist übrigens halb so wild; es sind gerade einmal drei Dezibel Unterschied im Maximalpegel. Um schon einmal ein Ergebnis vornwegzunehmen: Die Leistung reicht locker für eine mehr als respektable Endlautstärke, auch mit Lautsprechern, die man jetzt nicht gerade unter „Hochwirkungsgrad“ einsortieren würde. Natürlich kann der TTA-500 bei diesem Preis nicht in Europa gefertigt werden. Der polnische Markeninhaber von TAGA Harmony lässt nach eigenen Vorgaben und Konstruktionen in China fertigen und vertreibt von Warschau aus die Geräte in ganz Europa durch lokale Distributoren. Davon profitiert auch der Kunde, denn er kann so zu einem fairen Preis zu Geräten kommen, die sonst entweder wesentlich teurer oder weitaus schlechter verarbeitet wären. Lassen wir aber die Kirche im Dorf: Der TAGA TTA-500 ist mit 1.600 Euro Verkaufspreis nicht geschenkt, dafür bietet er eine mehr als solide Verarbeitungsqualität mit einem Gehäuse aus Aluminiumprofilen, statt der in dieser Preiskategorie immer noch sehr oft gesehenen gefalzten Stahlblechgehäuse. In Sachen Röhrenbestückung sieht man die etwas „raue“ Chinaware – die Glaskolben haben teils unterschiedliche Größen und sind manchmal auch ein bisschen schief. Das ändert aber nichts daran, dass die technischen Angaben des Herstellers fast schon penibel genau eingehalten werden. Innen geht es extrem aufgeräumt zu: Eine große Platine dominiert das Bild – die Schaltung wirkt durchdacht und sauber, die Bauteile sind von ordentlicher Qualität. Die freien Leitungen sind ordentlich und so kurz wie möglich verlegt, eine saubere Isolierung versteht sich von selbst. Die Röhren sitzen sicher in soliden Sockeln. Die Lautstärke und der relaisgesteuerte Quellenwahlschalter lassen sich bequem fernbedienen. Der Netztrafo und die Ausgangsübertrager machen einen großzügig dimensionierten Eindruck – an der Verarbeitung gibt es ohnehin gar nichts zu meckern. Anschließen lassen sich vier Hochpegelquellen, ein Rekorder und ein paar Lautsprecher. Die Ausgangsübertrager besitzen Abgriffe für 4 und 8 Ohm. Die aktive Quelle wird per LED angezeigt. Als kleine Besonderheit besitzt der TTA-500 einen direkt auf die Endstufe durchgeschalteten Eingang, der zum Betrieb als Frontverstärker in einem Heimkinosetup dient. Das Setup würde in diesem Fall so aussehen, dass der TAGA in jedem Fall die Frontlautsprecher treibt – mit den eigenen Quellen als Stereoverstärker – oder eben als einem Surroundvorverstärker nachgeschaltete Zweikanalendstufe für die beiden Hauptlautsprecher eines Mehrkanalsystems. Ich habe mit verschiedenen Lautsprechern experimentiert – sowohl mit hochwertigen kommerziellen Konstruktionen wie der Audio Physic Avantera, die durchaus einen bewegten Impedanzverlauf an den Tag legen, wie auch mit Eigenkonstruktionen der Schwesterzeitschrift KLANG+TON, die konsequent auf den Betrieb mit Röhren optimiert sind. Dabei stellte sich heraus, dass der TAGA-Verstärker recht wenig Verfärbungen produziert, selbst wenn ein Lautsprecher nicht linearisiert wurde. In Nuancen ist es merkbar, aber nicht so, dass man gleich von einer deutlichen Veränderung sprechen müsste. In Sachen Leistung ist es durchaus nicht nötig, Lautsprecher mit einem Wirkungsgrad von über 90 Dezibel zu verwenden - hier wird man schon aus gesundheitlichen Gründen niemals an die Grenzen gehen wollen, sogar bei den 2 x 17 Watt im Triodenbetrieb. Mit oben genannter Audio Physic Avantera III oder der KLANG+TON Ophelia, einem edlen Standlautsprecher mit Scan-Speak-Bestückung und etwa 88 Dezibel Wirkungsgrad entfaltet der TTA-500 eine im Bass erstaunlich souveräne und zupackende Dynamik, die gegenüber dem vorher angeschlossenen Transistorverstärker mit deutlich höherer Nennleistung und ungleich höherem Dämpfungsfaktor in nichts zurücksteht – das hat Tiefgang, Substanz und einen richtig schnellen Antritt. Im Mitteltonbereich hat man dank der Umschaltmöglichkeit die Wahl zwischen absoluter Präzision, ja, sogar Schärfe, wenn das Musikmaterial es fordert, wenn der TTA-500 im Pentodenbetrieb arbeitet. Schaltet man dagegen auf Triode um, wird es verbindlicher, runder – in meinen Ohren die sympathischere Art, Musik zu genießen. In beiden Betriebsarten gibt es keinen Bruch zwischen den einzelnen Teilbereichen des wiedergegebenen Spektrums. Die Bühne wird in Breite wie Tiefe gut abgebildet, mit dem richtigen Lautsprecher fast sogar ein bisschen größer, als es absolut korrekt wäre – die Verteilung der Instrumente im Raum sitzt einfach. Groovende, perkussive Musik kommt etwas souveräner mit dem etwas größeren dynamischen Spielraum, den der Pentodenbetrieb bietet, während vorwiegend ruhige Stücke, Klassik in kleinen Besetzungen, Ensembles mit vorwiegend akustischen Instrumenten ihren ganzen Charme im Triodenbetrieb entfalten können. Und so können wir TAGA zu ihrem Erstling in Sachen Vollröhrenverstärker nur gratulieren: Der TTA-500 findet eine sehr attraktive Balance zwischen Ausstattung, Vielseitigkeit und Klang, und das noch zu einem sehr guten Preis.

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Fazit

Der TAGA TTA-500 ist ein durch und durch attraktives Gerät für Kenner und Neueinsteiger in Sachen Röhrenverstärker. Klare Empfehlung!

Preis: um 1600 Euro

Röhrenverstärker

Taga TT-500


07/2018 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Stereo & Surround, Oberhausen 
Telefon 0208 883 68 160 
Internet www.sunds-shop.de 
E-Mail: info@sunds-shop.de 
B x H x T (in mm) 380/220/345 
Gewicht (in kg) 19.5 
Garantie 2 Jahre 
Unterm Strich... Der TAGA TTA-500 ist ein durch und durch attraktives Gerät für Kenner und Neueinsteiger in Sachen Röhrenverstärker. Klare Empfehlung! 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 18.07.2018, 09:59 Uhr
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