Kategorie: Stereovorstufen

Einzeltest: Meridian Reference 818v3 Audio Core


Kernstück

Stereovorstufen Meridian Reference 818v3 Audio Core im Test, Bild 1
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Wenn man ein Gerät seiner Reference-Reihe zuordnet, bedeutet das, dass man hier auch die Technologien zum Einsatz bringt, die die eigene Marke ausmachen. Eine Regel, an die sich Meridian natürlich hält.

Nicht nur die Bezeichnung Reference fügt Meridian seinem 818v3 an, sondern auch einen weiteren Begriff, der die Rolle des Systems unterstreichen soll. Vollständig wird unser Testgerät nämlich korrekterweise mit dem Namen Meridian Reference 818v3 Audio Core beschrieben. Ein Audiokern also, sozusagen das zentrale Element der Anlage. Es wird deutlich, welche Relevanz Meridian dem Digital-Analog-Wandler zuteilt, was nicht weiter überrascht, denn schließlich gehören die Briten zu einem der wirklich großen Player im digitalen HiFi-Bereich, wo man sich der Wichtigkeit einer guten Datenverarbeitung selbstverständlich bewusst ist. Wie wichtig Meridian das Thema nimmt, lässt sich am 818v3 gut ablesen, denn das Gerät bietet tatsächlich alles, was die Firma in den letzten Jahren an Technologien entwickelte, um das Klangergebnis zu steigern.

Stereovorstufen Meridian Reference 818v3 Audio Core im Test, Bild 2Stereovorstufen Meridian Reference 818v3 Audio Core im Test, Bild 3Stereovorstufen Meridian Reference 818v3 Audio Core im Test, Bild 4Stereovorstufen Meridian Reference 818v3 Audio Core im Test, Bild 5
Das trifft auch für die Optik des DACs zu, der schon von Weitem als Meridian erkennbar ist. Auch wegen der enormen Größe des Gehäuses, das sich mit seinen Ausmaßen mit Monoendstufen mit Leistungen im Kilowattbereich messen kann. Anstelle gigantischer Kühlkörper findet man hier allerdings eine hochwertige Kunststoffverkleidung, die das eigentliche Metallgehäuse des Gerätes umhüllt. An der Oberseite findet man hingegen eine dunkle Glasplatte, die dem System einen besonders edlen Touch verleiht. Die Front ist in drei verschiedene Segmente aufgeteilt. Vorne ein hell strahlendes, monochromes Display, das verschiedene Parameter des Gerätes anzeigen kann. Entweder die Quelle und die Lautstärke oder Quelle, Dateiformat und Abtastrate. Wer möchte, kann die Anzeige komplett abschalten und sich statt langweiliger Statusberichte voll auf die Musik konzentrieren. Unter der Anzeige, hinter einer Blende mit dem Meridian-Logo, befinden sich verschiedene Tastenfelder, mit denen man sich durch die Menüs des Gerätes navigieren kann oder bestimmte Funktionen direkt verwendet. Der untere Teil der Front ist hingegen mit sich in das Gerät einfügenden Tasten mit Abspielfunktionen belegt, mit denen sich nicht nur der DAC selbst, sondern auch angeschlossene Sooloos-Systeme steuern lassen. Damit wären wir auch schon bei der ersten von Meridians Technologien, die im 818v3 Anwendung finden. Wie jedes System der Firma, lässt sich auch der DAC in das proprietäre Audiosystem der Briten einfügen, um so die gesamte Musikwiedergabe im Haus zentral steuern zu können. Das äußerst benutzerfreundlich gestaltete Audiosystem hat bereits seit Jahren eine große Fangemeinde, weshalb die passenden Anschlüsse natürlich auch bei der Reference-Serie vorhanden sein müssen. Per Ethernetkabel können die Sooloos-Systeme untereinander kommunizieren und vollkommen verlustfrei Daten weiterreichen. So kann auch für die Signalübertragung an passende Meridian-Aktivlautsprecher anstelle normaler analoger Kabel die Übertragung per Netzwerkkabel verwendet werden. Doch selbstverständlich ist der Reference 818v3 Audio Core nicht nur innerhalb des geschlossenen Systems verwendbar, sondern kann wie jedes andere Gerät mit HiFi-Komponenten verschiedenster Hersteller verwendet werden. Wer allerdings tatsächlich bereits im Besitz eines passenden Meridian-Systems ist, ist hier bestens ausgerüstet. Doch auch an weiter verbreiteten Anschlussmöglichkeiten mangelt es der enormen DAC-Vorstufe nicht. Auf der Rückseite, die in einzelne Elemente unterteilt ist, finden sich beispielsweise ganze sechs Sätze mit analogen Cinch-Anschlüssen für CD-Player, Phonostufen oder AV-Systeme. Auch beim digitalen Anschlussmodul zeigt man sich großzügig und stellt Nutzern jeweils gleich zwei optische und koaxiale S/PDIF-Eingänge zur Verfügung. Dazu bietet der 818v3 natürlich die heute nicht mehr wegzudenkende USB-Schnittstelle, die an einem Referenz-Gerät nicht fehlen darf. Abseits der Audio-Anschlüsse verfügt der DAC außerdem über einige Service-Schnittstellen, ebenso wie Buchsen, die für die Einbindung in zentrale Haussteuersysteme benötigt werden. Für die Ausgabe von Signalen an Endstufen oder Verstärker bietet der 818v3 ebenfalls beide Anschlussvarianten in Form symmetrischer XLR-Buchsen und eines unsymmetrischen RCA-Ausgangs. Alles Wichtige und weniger Wichtige ist also abgedeckt, doch Reference bedeutet nicht nur Anschlussvielfalt, sondern auch technische Errungenschaften. Die Signale, die an den Audio Core gelangen, erfahren darum eine Reihe von besonderen Behandlungen, die der Entwicklungsabteilung von Meridian entstammen. Bereits beim Empfang der Daten wendet der 818v3 ein spezielles Buf ering an, das die zeitliche Sortierung der Datenströme vereinfacht. So wird mit dieser „FIFO“ genannten Methode der Jitter, also Fehler, bei denen Datenpakete zur falschen Zeit vorliegen, minimiert. Außerdem werden eingehende Signale noch einmal vollkommen neu getaktet, um auch hier Timing-Fehler aktiv zu bekämpfen und dem Wandler bei seiner Arbeit die besten Voraussetzungen zu bieten. Dazu dient auch die MHR genannte Technologie, deren Abkürzung für Meridian High Resolution steht. Dazu werden die Signale vor der Wandlung noch einmal oversampelt, was bedeutet, dass die Dateien nicht mit der eigentlichen vorliegenden Abtastrate verarbeitet werden, sondern mit einer deutlich höheren. Das führt dazu, dass der Wandler mehr Datensätze erhält aus denen er letztlich die analoge Ausgangskurve des DACs errechnet. Durch die Nutzung von mehr Punkten liegt diese dann näher am eigentlichen analogen Original. Dies funktioniert allerdings nur, wenn anschließend gleichzeitig auch ein passendes Filter verwendet wird. Auch hier hat Meridian seine Erfahrungen einfließen lassen und lässt im 818v3 einen speziell konigurierten Apodizing-Filter anwenden. Dabei wird das sogenannte Pre-Ringing des digitalen Signals eliminert, was letztlich zu einem exakten und saubereren Sound führt. Doch nicht nur die eigentliche Hardund Firmware des DACs wurde von Meridian bedacht, sondern auch die Software, also die eigentliche Musik. So verarbeitet der 818v3 in der neuesten Version nun nicht nur die üblichen PCM-Formate, sondern ist auch in der Lage, DSD per DoP-Verfahren zu verarbeiten. Außerdem hat Meridian seinem Referenz-DAC natürlich auch die Fähigkeit beigebracht, das eigens entwickelte Master-Quality-Authenticated Format zu verwenden. MQA, wie das Format meist genannt wird, verpackt hoch aufgelöste Musik in kleinere Container, die so weniger Datenrate und Speicherplatz verbrauchen. So liegt die maximal mögliche Abtastrate des 818v3 normalerweise bei 192 kHz mit 24 Bit Worttiefe. Mit MQA hingegen ist eine Samplingrate von 384 kHz möglich. Meridian macht sich also eine Menge Mühe, um seinem Audio Core die besten Voraussetzungen mitzugeben, einen tollen Klang zu entwickeln. Es sind Anstrengungen, die sich gelohnt haben, denn der Refrence 818v3 klingt tatsächlich ausgenommen gut. Trotz des enorm wuchtigen Gerätes scheint akustisch stets eine gewisse Leichtigkeit von ihm auszugehen, während er im Geräteinneren ungesehen seine digitalen Muskeln spielen lässt. Selbst bei höheren Lautstärken bleibt der Klang klar und präzise, während auch bei weniger Schalldruck Details gut erkennbar bleiben und die Dynamik erhalten bleibt. Ein Klang, der jedem Genre gut zu Gesicht steht und auch auf längere Zeit nicht zu Ermüdungserscheinungen führt. So darf sich also der 818v3 guten Gewissens als Reference bezeichnen. Meridians jahrelange Erfahrung im Bereich der digitalen Signalverarbeitung und Audiowiedergabe, kulminiert in den zahlreichen Technologien der Firma, macht sich hier klar bemerkbar. Anschlussvielfalt für Systeme aller Art, egal ob von Meridian selbst oder von anderen Herstellern garantiert Flexibilität, während der Klag sein Übriges dazu tut, dass man den Wandler an zahlreichen Quellen verwenden möchte. Die Wichtigkeit eines guten D/A-Wandlers in einer modernen HiFi-Anlage war Meridian bewusst und sie haben ihr Bestes getan, diesen Kern, diese Wahrheit der HiRes-Wiedergabe auch ihrem eigenen Audio Core mit auf den Weg zu geben.

Fazit

In allen Belangen macht Meridians Reference 818v3 Audio Core seinem Namen Ehre. Qualitativ und klanglich gehört er klar in die oberste Riege, und die Funktion als Kern der Anlage wird dank der guten Technik klar zementiert.

Preis: um 11000 Euro

Stereovorstufen

Meridian Reference 818v3 Audio Core


09/2017 - Philipp Schneckenburger

 
Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 11.000 Euro 
Vertrieb: Audio Reference, Hamburg 
Telefon: 040 53320359 
Internet: www.audio-reference.de 
Abmessungen (B x H x T in mm): 480/175/411 
Eingänge: 1 x USB-B 
Unterstützte Abtastraten: PCM: bis 192 kHz, 24 Bit (S/PDIF bis 96 kHz), MQA: bis 354 kHz, 24 Bit DSD: bis DSD64, 2,8 MHz,1 Bit 
Ausgänge: 1 x XLR Stereo 
Checksum: In allen Belangen macht Meridians Reference 818v3 Audio Core seinem Namen Ehre. Qualitativ und klanglich gehört er klar in die oberste Riege, und die Funktion als Kern der Anlage wird dank der guten Technik klar zementiert. 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 03.09.2017, 09:57 Uhr
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