Kategorie: Stromversorgung Hifi

Einzeltest: Keces P28


Netzteil Keces P28

Zubehör HiFi Keces P28 im Test, Bild 1
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Viele aktuellen HiFi-Geräte setzen auf einen schlanken Formfaktor. Doch kleine Gehäuse werden oft durch ausgelagerte Steckernetzteile ermöglicht. Die Stromexperten von Keces wollen mit dem neuen P28 eine hochwertige Alternative bieten.

Bei der Wiedergabe von Musik geht es im Prinzip immer um Ströme, Spannungen und Wellen. Besonders digitale Audiodateien, die durch hochfrequente Impulse übertragen werden, benötigen für eine akkurate Wiedergabe eine möglichst saubere Stromversorgung. Doch der Trend geht hier vermehrt zu vielseitigen Kompaktsystemen, deren platzsparenden Gehäuse durch das Weglassen eines internen Netzteils ermöglicht werden. So findet man zunehmend die bekannten schwarzen Klötze, die einem so manche Steckdose verstopfen. Wer also auch aus seinen kompakten Komponenten eine gute Anlage erstellen möchte, wozu die Systeme absolut in der Lage sind, sollte über die Nutzung eines externen Netzteils nachdenken, um die Performance noch zu steigern.

Zubehör HiFi Keces P28 im Test, Bild 2Zubehör HiFi Keces P28 im Test, Bild 3Zubehör HiFi Keces P28 im Test, Bild 4Zubehör HiFi Keces P28 im Test, Bild 5Zubehör HiFi Keces P28 im Test, Bild 6Zubehör HiFi Keces P28 im Test, Bild 7
Die Firma Keces hat sich schon länger auf die Herstellung guter Nachrüstnetzteile spezialisiert und bietet mit dem P28 nun das neue Flaggschiff seiner LPSU Serie. Dabei mag es ein wenig paradox erscheinen, einen schwarzen Kasten an der Steckerleiste mit einem Gerät zu ersetzen, dass mit 30 Zentimetern Breite und fast 15 Zentimetern Höhe wieder einiges an Platz benötigt. Doch das P28 ist in der Lage, gleich fünf verschiedene Geräte mit Strom zu versorgen. Es lässt sich also eine komplette HiFi-Kette mit einem einzelnen Netzteil betreiben. Wie weit entfernt Keces‘ Stromversorgung von simplen Schaltnetzteilen vom Zulieferer entfernt ist, wird neben der Größe auch klar durch das gewählte Design deutlich. Erkennbar an klassische HiFi-Komponenten angelehnt, bietet die Front zahlreiche Schalter, Tasten und Anzeigen. 

Ein P28 muss sich also keineswegs verstecken, sondern kann bei Bedarf auch ruhig prominent platziert werden. Gerade die vier Amperemeter, die im Betrieb grün beleuchtet werden, ziehen hier schnell die Blicke auf sich. Auch die Materialstärke des Aluminiumgehäuses ist üppig und insgesamt bietet das P28 eine angenehme Haptik. Hier und da könnte allerdings die Verarbeitungsqualität noch ein wenig verbessert werden. Wie bereits erwähnt ist das Netzteil in der Lage, bis zu fünf Geräte mit Strom zu versorgen. Jede dieser fünf Zonen besitzt eine eigene Anzeige an der Front, unter der sich eine Statusleuchte, ein Knopf für das Zuschalten der Zone und ein Schalter für die Spannungsauswahl befinden. Die unterschiedlichen Ausgänge sind für verschiedene Gerätearten gedacht, so dass Streamer, DACs und Kompaktverstärker stets richtig versorgt werden können. Zone I liefert zwischen 5 und 12 Volt, während II und III in vier Stufen zwischen 12 und 24 Volt betrieben werden können. Dabei unterschieden sich die beiden Anschlüsse außerdem in der Leistungsfähigkeit, so dass entweder 4 oder 6 Ampere zur Verfügung stehen. Zone IV liefert dann sogar bis zu 10 Ampere für Geräte mit 12 oder 15 Volt. Die letzte Zone wiederum ist für weniger leistungshungrige Geräte gedacht und muss an der Rückseite eingestellt werden. Schlussendlich wurde außerdem die Wichtigkeit von USBVerbindungen erkannt, weshalb Keces beim P28 einen entsprechenden Loop bereitstellt. Hier kann das Ausgangssignal eines Streamers oder Laptops per USB-B verbunden werden. Das Netzteil trennt dann die Datenströme von der Spannungsleitung des Verbindung. Während die Musik also unangetastet an einen DAC geleitet wird, wird die oft enorm unsaubere 5-Volt-Spannung vom P28 neu aufgesetzt. Ein willkommenes Feature, das zu tollen Ergebnissen führen kann, aber leider nicht von jedem DAC problemlos unterstützt wird. 

Warum Kompaktgeräte vorwiegend ausgelagerte Netzteile für ihre Platzersparnis nutzen, lässt sich gut mit einem Blick in das Innere des P28 nachvollziehen. Eine lineare Stromversorgung lässt sich eben nur schwer verkleinern und saubere Energie benötigt entsprechende Bauteile. Ein gigantischer Ringkerntrafo nimmt dementsprechend gut ein Viertel des im Gehäuse verfügbaren Raumes ein. Zur Stromversorgung der einzelnen Zonen werden dann separate Baugruppen verwendet, wobei die leistungsfähigeren Sektionen direkt an einem großen Kühlkörper positioniert sind, um im optimalen Arbeitsbereich zu bleiben. Dazu wurde das Netzteil außerdem mit einem Schumann-Resonanz-Generator ausgestattet, der stehende magnetische Wellen aul ösen, und so einen weiteren Störfaktor eliminieren soll. Im Test profitierten unterschiedliche Kompaktsysteme durchweg von der optimierten Stromversorgung. Die prägnante Bassline und die diversen Synthesizer-Effekte von Run e Jewels „No Save Point“ wirkten nochmals merklich definierter, als es mit den üblichen Schaltnetzteilen der Fall war. Auch die Halleffekte konnten sich mit dem P28 besser entfalten, was den Eindruck eines größer gewordenen Raumes erweckte. 

Generell wirkte das Spiel von DACs ein wenig offener und befreiter. Die Bühne gewann an Tiefe, die Komponenten schienen sich weiter zu verteilen und hatten mehr Platz zur Entfaltung. So konnte man noch einige zusätzliche Feinheiten besser wahrnehmen. Till Brönners Trompete erhielt ein sehr angenehmes Timbre, während die Anschläge des begleitenden Klaviers dynamisch ihr Ziel trafen und anschließend sachte abschwingen konnten. Alles schien noch etwas klarer, so als wäre ein dünner Schleier vor den Lautsprechern entfernt worden. Natürlich ist ein Zubehörteil wie das P28 für ein einzelnes Audiogerät etwas übertrieben, doch wer gleich mehrere hochwertige Kompaktsysteme oder Computer Audio Komponenten sein Eigen nennt und auch hier noch Zugewinne erreichen möchte, ist gut aufgehoben. Die Anschlusswahl des Netzteils ist gut durchdacht, das Design zieht Blicke auf sich und die Performancesteigerung weiß zu erstaunen.

Preis: um 2500 Euro

Stromversorgung Hifi

Keces P28


04/2021 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 2.500 Euro 
Vertrieb: Robert Ross Audiophile Produkte, Denkendorf 
Telefon: 08466 905030 
Internet: www.robertross.de 
Abmessungen B x H x T: 300/145/279 
Eingänge: 1 x 230 Volt Kaltegerätestecker (C13) 1 x USB-B 
Ausgänge: 1 x 6 mm Hohlstecker 5-12V 4A 1 x 6 mm Hohlstecker 12-24V 4A 1 x 6 mm Hohlstecker 12-24V 6A 1x 6 mm Hohlstecker 12-15V 10A 1 x 6 mm Hohlstecker 5-9V 2A 1 x USB-A 
checksum Keces‘ P28 ist eine ausgezeichnete Wahl für Nutzer, die auch bei der Verwendung von kompakten Systemen den Klang verbessern wollen. Gut durchdacht und individuell anpassbar, ist das Linearnetzteil eine interessante Ergänzung für moderne Systeme. 
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Datum 20.04.2021, 10:02 Uhr
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