Kategorie: Stromversorgung Hifi

Einzeltest: Efuse Powerbar 6


Netzanschlussleiste mit Zusatznutzen

Zubehör HiFi Efuse Powerbar 6 im Test, Bild 1
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Steckdosenleisten mit audiophilem Anspruch gibt es zuhauf am Markt. Eine, die zumindest einen Teil der Sicherungen in den angeschlossenen Geräten überflüssig macht jedoch nur eine – die von Efuse

Da stellt sich natürlich zunächst die Frage: Wieso sollte man Sicherungen überhaupt loswerden wollen? Sollten wir uns nicht freuen, dass sie da sind und unsere Geräte von Ungemach schützen? Aber ja – im Falle eines Falles ist eine Sicherung das einzige Bauteil, das zwischen uns und einem ausgewachsenen Wohnungsbrand steht. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit.

Wenn wir hier von Sicherungen reden, dann meinen wir die klassischen zylindrischen Feinsicherungen mit fünf Millimetern Durchmesser und 20 Millimetern Länge, meist als Glasröhrchen ausgeführt. Der Strom wird über Metallkappen an den Enden zu- und abgeführt. Das eigentliche Sicherungselement ist ein Draht, der die beiden Kappen miteinander verbindet.

Zubehör HiFi Efuse Powerbar 6 im Test, Bild 2Zubehör HiFi Efuse Powerbar 6 im Test, Bild 3Zubehör HiFi Efuse Powerbar 6 im Test, Bild 4Zubehör HiFi Efuse Powerbar 6 im Test, Bild 5Zubehör HiFi Efuse Powerbar 6 im Test, Bild 6Zubehör HiFi Efuse Powerbar 6 im Test, Bild 7
Wenn Strom durch die Sicherung fließt, dann erwärmt sich der Draht. Mehr Strom bedeutet mehr Erwärmung und irgendwann wird dem Draht das Spiel zu bunt – er brennt durch. Klingt soweit alles gut und funktioniert auch. Innerhalb gewisser Grenzen. Es ist nämlich beileibe nicht so, dass eine Feinsicherung beim Erreichen ihres „Bemessungsstroms“ blitzartig das Zeitliche segnet. Vielmehr hängt die Auslösedauer entscheidend von der Höhe der Überlast ab: Fließt der zehnfache Nennstrom, löst eine Sicherung relativ zügig aus, ist’s zum Beispiel nur der anderthalbfache des angegebenen Stroms, dann kann’s auch mal eine Viertelstunde dauern. Auch wenn es Feinsicherungen mit verschiedenem „Ansprechverhalten“ von superflink bis träge gibt – es ist praktisch unmöglich, damit einen wirklich umfassenden und unter allen Umständen zuverlässigen Geräteschutz zu ermöglichen.

Das ist einer der Aspekte, den der Solinger Hersteller Efuse mit seiner elektronischen Sicherungstechnologie verbessern will. Dazu hat er eine ganze Reihe verschiedener „Darreichungsformen“ eines elektronischen Pendants zu einer klassischen Feinsicherung entwickelt, die die angesprochenen Probleme nicht haben sollen. Auch nicht das der ungünstigen Klangbeeinflussung, die der Einsatz von Feinsicherungen in vielen Fällen mit sich bringt. Der Grund dafür liegt im Funktionsprinzip der Sicherung: Sie muss dem Stromfluss einen bestimmten Widerstand entgegensetzen, damit sie sich erwärmt und irgendwann durchbrennt. Widerstand bedeutet Spannungsabfall und somit eine Modulation des Spannung hinter der Sicherung. Und da dieser Widerstand zudem noch nicht lineare Komponenten mitbringt, passieren dort Dinge, die nicht im Sinne einer sauberen und konstanten Stromversorgung sind.

Die HiFi-Branche bietet schon lange Austauschsicherungen an, die die genannten Probleme in sehr viel geringerem Maße haben sollen. Das ist auch so, allerdings erkauft man sich die klangliche Steigerung in vielen Fällen mit einem simplen Trick: Diese Sicherungen sind einfach überdimensioniert und machen ihren Job erst bei sehr viel höheren als den angegebenen Auslöseströmen. Deshalb sind sie schön niederohmig und stören den Stromfluss weniger.

Auch das ist ein Aspekt, den Efuse angeht: Die elektronischen Sicherungselemente erzeugen keinen nennenswerten Spannungsabfall, der das Ergebnis dahinter verschlechtern könnten. Allerdings kann Efuse nicht jedes Sicherungsproblem lösen, man konzentriert sich auf die primären Sicherungen im Gerät. Das sind diejenigen, die unmittelbar hinter dem Netzeingang des jeweiligen Gerätes sitzen, vor dem Netzteil. In aller Regel gibt’s auch dahinter noch Sicherungen – diese kann Efuse (noch) nicht ersetzen. Der Grund dafür besteht darin, dass die elektronische Sicherung eine Betriebsspannung braucht, die sie aus der speisenden Netzspannung erzeugt. Auf der „Sekundärseite“ sind die Verhältnisse komplizierter und nicht ohne Eingriff ins Gerät und dann nur individuell zu verbessern.

„Efuses“ gibt’s in diversen Bauformen. Das reicht vom Netzkabel mit integriertem Vorschaltgerät über ins Gerät einbaubare Module bis hin zu Stromverteilerlösungen in diversen Größen. Wir beschäftigen uns hier mit der „Powerbar“ mit sechs Steckplätzen und fest angeschlossenem anderthalb Meter langem Netzkabel zum Preis von 2700 Euro. Zwei der sechs Steckdosen sind für den Anschluss von Digitalgeräten vorgesehen und mit einer entsprechend dimensionierten passiven Filterung versehen, die anderen vier Steckplätze sind nicht gefiltert. Beim Thema Filterung gibt sich der Hersteller bewusst konservativ und filtert nur leicht, weil er Klangverluste bei übermäßigem Einsatz dieser Maßnahme nicht ausschließen will. Zum Lieferumfang gehören sechs massive rhodiumbeschichtete Kupferbolzen, die anstelle der Primärsicherungen der angeschlossenen Geräte eingesetzt werden. Diese haben selbstverständlich keine der Probleme herkömmlicher Sicherungen und dürfen als ideal „durchgängig“ gelten. Auf der dem Anschlusskabel abgewandten Seite der Leiste gibt’s einen Drehschalter, mit dem man die Abschaltschwelle der elektronischen Sicherung in Ein-Ampère-Stufen zwischen einem und sechs Ampère einstellen kann. Wie – nur eine Sicherung? Sollten nicht alle Steckplätze über separat einstellbare Abschaltvorrichtungen verfügen? Der Hersteller argumentiert plausibel, dass das nicht erforderlich ist. Die Efuse wird so eingestellt, dass sie im Betrieb mit allen Geräten auch bei maximalem Pegel gerade nicht abschaltet. Wenn nun einer der Kleinverbraucher fehlerbedingt einen Überstrom generiert, dann löst die Efuse immer noch deutlich schneller und zuverlässiger aus als die Feinsicherung im jeweiligen Gerät. Die sechs Ampère maximale Abschaltschwelle sind auch für große Verbraucher absolut ausreichend, weil die Efuse nicht wie die herkömmlichen Sicherungen im Gerät satt überdimensioniert werden müssen.

Hier kommt noch ein weiteres Feature der Efuse Powerbar zum Zuge: die eingebaute Einschaltstrombegrenzung. Die Leiste und alle angeschlossenen Verbraucher lassen sich nämlich mit einem Taster auf der Leiste gemeinsam einschalten. Wenn das passiert, wird die Netzspannung nicht unmittelbar „ungebremst“ zugeschaltet, sondern ein paar Sekunden lang über einen eingebauten Widerstand geführt, der den Stromdurst etwaiger dicker Verstärkernetzteile erst einmal zügelt. Eine solche Funktionalität ist zwar in vielen Fällen bereits in den Geräten integriert, aber eben nicht immer. Schaltet man die ganze Anlage über die Efuse ein, braucht man sich also keine Sorgen machen, dass die angeschlossenen Großverbraucher die elektronische Sicherung auslösen.

Sollte die Efuse, aus welchen Gründen auch immer, doch mal angesprochen haben, lässt sie sich ohne Probleme mit dem Power-Taster wieder in Betrieb nehmen. Das Auslösen des Sicherungsmoduls signalisiert der Farbwechsel einer seitlich angebrachten Leuchtdiode von grün nach rot. Damit nicht genug der Beleuchtung: Hinzugesellt sich noch ein Glimmlampe, die die Polung des Netzsteckers in Relation zu den an in den Steckdosen angebrachten Phasenmarkierungen anzeigt.

Wie Sie sehen, ist die nicht eben zum Schnäppchenpreis erhältliche Efuse Powerbar tatsächlich weit mehr als eine simple Steckerleiste. Auch der Ingenieur in mir zeigt sich mit dem Gebotenen absolut einverstanden: Das hier ist weit von jeder Form von „Voodoo“ entfernt, entspricht in Deutschland üblichen Sicherheitsstandards und ist darüber hinaus absolut makellos und hochwertig gefertigt. Das einzige Fragezeichen stellt sich mit bei der Unterbringung: Als Steckdosenleiste gehört das gute Stück eigentlich unsichtbar hinter der Anlage untergebracht, aber dann wird’s mit der Bedienung schwierig – zumindest dann, wenn man den Power-Taster und die Einschaltstrombegrenzung nutzen will, muss man den Taster in erreichbarer Nähe haben.

Bleibt nicht zuletzt die Frage, ob es neben der zweifellos gesteigerten elektrischen Sicherheit einen klanglichen Zugewinn beim Ersatz der geräteseitigen Primärsicherungen durch die Kupferbolzen gibt. Die Antwort darauf ist ein klares Ja, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Die deutlichsten Zugewinne in Sachen Dynamik, sogar eine scheinbare Pegelsteigerung konnte ich bei Verbrauchern mit hohem und wechselndem Strombedarf feststellen, in erster Linie also Verstärker im Class-AB-Betrieb. Ich habe da eine schöne alte dicke Yamaha-Endstufe, die sich besonders über die Efuse gefreut hat, auch der Audio Hungary APX 200 aus diesem Heft agierte noch sehniger und kräftiger nach dem Umbau. Plattenspieler interessieren sich weniger für die Maßnahme, bei Phonovorstufen ist’s unterschiedlich. Interessant wird’s dann, wenn man von einer gänzlich konventionell abgesicherten Anlage auf die ausschließlich mit Efuse abgesicherte Anlage umbaut. Es ist ziemlich beeindruckend, wieviel vermeintlicher Störnebel sich dann verzieht, wie sehr Stimmen und Instrumente auf einmal in den Vordergrund treten und wie sehr sich der gesamte dargestellte Raum öffnet.

Fazit

Die Efuse Powerbar bietet nicht nur einen deutlichen klanglichen Zugewinn über die ganze Anlage, sondern steigert auch die Betriebssicherheit der angeschlossenen Geräte. Dicke Empfehlung!

Preis: um 2700 Euro

Stromversorgung Hifi

Efuse Powerbar 6


05/2021 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 2.700 Euro mit festem Anschlusskabel 
Vertrieb: Efuse GmbH, Solingen 
Telefon: 0212 2494955 
Internet: efuse.de 
Garantie: 2 Jahre 
B x H x T: 650 x 80 x 80 mm 
Gewicht: ca. 2,75 kg 
Kommentar: Die Efuse Powerbar bietet nicht nur einen deutlichen klanglichen Zugewinn über die ganze Anlage, sondern steigert auch die Betriebssicherheit der angeschlossenen Geräte. Dicke Empfehlung! 
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Autor Holger Barske
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Datum 04.05.2021, 09:55 Uhr
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