Kategorie: Subwoofer (Home)

Einzeltest: Velodyne MicroVee X Series


Klandtipp, der High-End-Subwoofer MicroVee X Series von Velodyne

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Eigentlich müsste der neue MicroVee nicht nur „X“ sondern „MAX“ heißen, denn so ein kleiner, kompakter, knuffiger und so leistungsfähiger Subwoofer dürfte auf dem Weltmarkt ziemlich einmalig sein. Aber wie spielt er und wie verhält er sich in der Praxis?

Velodyne ist einer der großen Player auf dem Subwoofer Weltmarkt, denn die Firma hat sich schon mit ihrer Gründung 1983 als Subwoofer- Spezialist definiert. Der Erfolg gab und gibt ihnen Recht, denn Subwoofer sind längst kein Nischenprodukt mehr, sondern integraler Bestandteil nicht nur von Heimkino- sondern auch High-End-Anlagen. Nachdem Mansour Mamaghani, Inhaber des Audio Reference Vertriebs, Velodyne lange in seinem Portfolio hatte, ergriff er 2019 die Chance, die Firma zu kaufen. Dass dann aber Schritt für Schritt aus der kalifornischen Firma eine hanseatische wurde, war nicht geplant.  

Die Übernahme sollte eigentlich eine zutiefst freundliche sein. Mamaghani hatte unter anderem alle Patente, die 51 Mitarbeiter sowie die Mietverträge für Produktionshallen und Lager übernommen.

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Doch kaum war die Tinte unter den Verträgen trocken, schlug die Pandemie zu und er hatte größte Schwierigkeiten, die USA überhaupt verlassen zu können. Nach einigen Monaten des Stillstands und exorbitanten monatlichen Rechnungen wurde klar, dass es so nicht weiter gehen konnte. Wie ein guter Spieler gab Mamaghani jedoch seinen Einsatz nicht verloren, er erhöhte ihn und kaufte sich aus den Verträgen heraus. Das bedeutete aber die Aufgabe des Standorts in den USA und einen Umzug nach Hamburg, wo nun Teile der Produktion und Lagerhaltung sind. Von den Mitarbeitern konnte er sehr zu seinem Bedauern nur einen kleinen Teil halten. Das Kernteam gab aber unter seiner Regie Vollgas und entwickelte diverse neue Modelle bzw. erneuerte bestehende. Der MicroVee, kleinster Hochleistungssubwoofer des Weltmarkts, feiert im kommenden Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Das ist ein für eine HiFi-Komponente ein praktisch biblisches Alter. Doch sein anhaltender Verkaufserfolg ließ ihn im Programm verbleiben und so gingen Mamaghani und die verbliebenen Ingenieure daran, den Kleinen für die nächsten 20 Jahre fit zu machen. Sie behielten das Grundkonzept, stellten aber sonst alles in Frage und auf den Kopf. Die Chassis wurden komplett erneuert, augenfälligstes Merkmal ist ihre steife und leichte Vollkarbonmembran. Nicht gerade eine Verbilligung, wie das meiste, was verändert wurde und doch blieb der Preis im ursprünglich kalkulierten Rahmen.   

Der frontseitige, aktiv angesteuerte Bass ist ein echter Kavenzmann mit eindrucksvollen Daten: 3.6kg Gewicht, wovon satte 3kg auf seinen Doppelferritmagneten entfallen. Er ist als Langhuber mit Unterhang ausgelegt und bekam eine 5cm große, vierlagige Kupferschwingspule spendiert. Angesteuert wird er nicht mehr wie bisher von einem der allgegenwärtigen Class-D-Module, sondern von einem sehr potenten Class-A/B-Verstärker. Die beiden seitlichen Passivbässe bekamen dieselbe Karbonmembran spendiert, somit schwingen alle drei in klanglicher Harmonie. Eine weitere essentielle Veränderung war die Verwendung von Aluminium-Strangguss anstelle von MDF für das Gehäuse, was schon gleich nach der Übernahme in der vorherigen MKII Version umgesetzt wurde. Das neue DSP für Entzerrung und Filterung stammt von Analog Devices. Es kümmert sich auch um eine dynamische Limitierung des Maximalpegels, der bei der Größe des Kleinen einfach naturgegeben ist und die sehr elegant und unmerklich funktioniert. Wie für Velodyne typisch bietet auch der MicroVee X sämtliche sinnvollen, praxisnahen Anschlüsse, um ihn in ein vorhandenes HiFi- oder Surround-System einschleifen zu können. Ich finde das einfach nur intelligent, denn man kann seinen Einsatzzweck nie im Voraus abschätzen: eben noch in der Surroundanlage eingesetzt spielt er morgen vielleicht schon in der klassischen Stereoanlage. Zuerst einmal gibt es die klassischen Lautsprecheranschlüsse, hier als Klemmterminals. Und die Möglichkeit ihn mittels Cinchkabeln über Pre-Out, Tape Out und die Heimkino-Standard- Verbindungen LFE-OUT (SUB OUT) und LFE IN (SUB IN). Man kann die interne Weiche auch umgehen (Subwoofer Direct). Ansonsten lassen sich Lautstärke, Phase und natürlich die Übernahmefrequenz einstellen. Bis auf die Übernahmefrequenz geht das nun bequem vom Sofa aus – noch ein tolles, neues Feature. Nur die Lautstärkesprünge sind mit 3db zu grob.  

Das Coole an einem Subwoofer ist ja prinzipiell, dass es akustisch im Grunde egal ist, wo er steht. Den kleinen MicroVee X kann man aber auch bestens herzeigen - Lifestyle, Sie verstehen. Gepaart habe ich ihnen mit den den Davis Courbet N°3, das sind französische Kompaktlautsprecher, die prinzipbedingt keine Basswunder sind. Und ja, der kleine Velodyne macht ihnen gehörig Dampf im Basskeller, keine Frage. Aber wie immer bei guten Subwoofern bedeutet sein Einsatz auch eine Entlastung der Chassis des Hauptlautsprechers, was bei kleineren Schallwandlern besonders ohrenfällig ist. So wird auf „RIOS“ von Dino Saluzzi der Bass von Anthony Cox mit einem Mal präsent, griffi g, größer und „hölzerner“. Besonders fett hört man ihn auf „Sketch“ mit seinem so satten, elastischen Bassintro- und dem darauf folgenden Dauergroove – diesmal mit dem E-Bass. Neben Dino Saluzzis königlichem Bandoneon ist besonders die Marimba von David Friedmann in all ihren tonalen und dynamischen Ausprägungen nun extrem gut nachhörbar. Und auf Isao Suzukis “Blow up“ vom Kultlabel Three Blind Mice / TBM ist das genau so. Gerade der Opener „Aqua Marine“ wird wegen seiner explosiven Dynamik und der gleichzeitigen Fülle feinster Details und schier überbordender Klangfarben immer wieder gerne zum Vorführen genommen. Genau das kann ich nun mit dem Davis-Velodyne-Duo perfekt nachvollziehen. Takashi Mizuhashi spielt seinen gestrichenen Kontrabass bis in tiefste Tiefen und auch hier tauchen wieder zarteste Details von Perkussion und E-Piano auf. Gerade die harten Anschläge neben den watteweichen Tönen habe ich so noch nie gehört.

Fazit

Ich kann es kurz machen. Einen besseren Subwoofer dieser Größe gibt es nicht. Hier stimmt praktisch alles und dass man ihn sowohl optisch wie auch akustisch verschwinden lassen als auch herzeigen kann, ist sozusagen das Sahnehäubchen auf diesem deutsch-amerikanischen Kraftwürfel.

Preis: um 1290 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Subwoofer (Home)

Velodyne MicroVee X Series

Spitzenklasse

4.5 von 5 Sternen

04/2022 - Christian Bayer

 
Bewertung 
Klang 70% :
Präzision 20%

Pegelfestigkeit 20%

Dynamik 15%

Physische Wirkung 15%

Labor 10% :
Frequenzgang 5%

Verzerrung 5%

Praxis 20% :
Verarbeitung 15%

Ausstattung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Internet: www.velodyneacoustics.com 
Internet 2 www.audio-reference.de 
Ausstattung
Ausführungen Schwarz, Weiß 
Abmessungen (B x H x T) (in mm) 230/230/250 
Gewicht (in kg)
Übernahmefrequenz: zwischen 40 und 200 Hz mit 12 dB/Oktave regelbar 
Einstellungen Volume; Phase: 0 / 180, Subwoofer Direct /LFE), interne Weiche, Auto Power (Schutzschaltung) 
Treiber 1 x 16,5 cm Bass mit Doppelmagnet 2 x 16,5 Passivbass 
Aktivmodul 300 Watt (Sinus), 800 Watt (Impuls) 
DSP Analog Devices 
Anschlüsse Line-in, Line-out, LFE, LS 
Garantie
Gehäuse Aluminium-Strangguss 
Preis/Leistung hervorragend 
+ enormer Tiefbass 
+ per Funk ansteuerbar 
+/- + App mit Auto- Raumeinmessung 
Klasse Spitzenklasse 
Preis/Leistung hervorragend 
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Autor Christian Bayer
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Datum 29.04.2022, 11:02 Uhr
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