Möchten Sie zur Seite für Mobilgeräte wechseln ? JaNein
Kategorie: Tonabnehmer

Einzeltest: Miyajima Shilabe


Beinharter Geselle

Tonabnehmer Miyajima Shilabe im Test, Bild 1
2772

Vor einiger Zeit flatterte mir ein unscheinbares Schächtelchen auf den Schreibtisch, darin war unzweifelhaft ein Tonabnehmer. So weit, so gut, so normal – so etwas passiert schon mal in der Redaktion eines der analogen Sache verschriebenen Magazins. Der Beipackzettel zum Miyajima Shilabe trieb dem Redakteur dann zügig die Farbe aus dem Gesicht und den Schweiß auf die Stirn

Mitspieler


Plattenspieler:

 Luxman PD444 mit FR64fx und Analog Tools Tonarm
 Scheu Premier III mit SME 3009 I und 3012
 Transrotor Fat Bob mit Artemis Labs TA-1

45
Anzeige
Sofanella einmal live erleben. Besuchen Sie eine unserer zahlreichen Roadshows !
qc_SOF_Roadtruck_Insta_MG_0171_1631540106.jpg
qc_SOF_Roadtruck_Insta_MG_9895_2_1631540106.jpg
qc_SOF_Roadtruck_Insta_MG_9895_2_1631540106.jpg

>> Hier mehr erfahren

Phonoverstärker:

 Klein Technik Phono
 Restek MRIA+
 Quad Twentyfour P

Verstärker:

 Accustic Arts Kombination
 K+H SB280

Lautsprecher:

 Fischer& Fischer SN 770
 Sonics Allegria
 K+T Minimonitor TS

Zubehör:

 Netzleiste: PS-Audio
 Phonokabel Furutech, Nordost
 NF-Kabel: Van den Hul
 Lautsprecherkabel: Oehlbach
 Racks und Basen: SSC, Audio Exklusiv, Thixar


Gegenspieler


Tonabnehmer:

 Mark Levinson MLC-1
 Benz L2 Wood
 Supex SD900 Super
 Denon DL103, 103R

Von gut drei Gramm Auflagekraft war da die Rede – und von einer Nadel mit Shibata-Schliff – zwei Dinge, die sich auf den ersten Blick nicht so gut vertragen. Dafür sollte die Compliance bei erträglichen 10 mm/N liegen – ein Wert, den zumindest das nicht eingespielte Shilabe nicht annähernd erreichte, so drei bis vier war am Anfang realistischer. Ein System also, das mechanisch aus der Steinzeit der Analogtechnik zu stammen scheint, als in Felle gehüllte Männer nachts im Lichte der Lagerfeuers in ihren Höhlen den ersten Langspielplatten lauschten. Die ersten Stereo-Systeme von Shure, wie das M3D, waren für den rauen Studioalltag in Radiostationen ausgelegt und dementsprechend hart aufgehängt.

Tonabnehmer Miyajima Shilabe im Test, Bild 2Tonabnehmer Miyajima Shilabe im Test, Bild 3Tonabnehmer Miyajima Shilabe im Test, Bild 4Tonabnehmer Miyajima Shilabe im Test, Bild 5Tonabnehmer Miyajima Shilabe im Test, Bild 6
Nun, auch der Konstrukteur Miyajima hat zumindest ein Herz für die frühe Vinylzeit, bietet er doch ein sehr feines Sortiment an echten Monoabtastern an. Im Shilabe steckt jedoch unter dem edlen Korpus aus afrikanischem Grenadill-Holz ein System, das den derzeitigen Stand der Tonabnehmertechnik markiert. Besonders die Aufhängung der Nadel samt Spulenkörper verdient in diesem Zusammenhang eine besondere Würdigung. Das Shilabe kommt ohne den Spanndraht aus, der in den meisten MC-Systemen die Nadelträger-Spuleneinheit fixiert. Wie das funktioniert? Nun, der Gummidämpfer wandert einfach vor den Spulenträger – der Nadelträger wird durch den Dämpfer geführt. Von hinten fixiert eine angespitzte Stellschraube den Spulenträger in einem fest definierten Punkt genau in dessen Zentrum (siehe Diagramm). Auf diese Weise können sich die Spulen nur noch um ihren Drehpunkt bewegen, sich jedoch nicht mehr aus dem linearen Magnetfeld hinausbewegen. Dazu kommt eine spezielle Wicklungstechnik der Spulen auf ihrem Träger. Nichtlineare Verzerrungen werden so minimiert – der Preis dafür ist die Forderung nach einem schwereren Tonarm und eine vergleichsweise lange Einspielzeit, da die Compliance ausschließlich vom Dämpfungsgummi abhängt – ein Spanndraht kann sich immer noch etwas längen, eine Schraube wird sich eher nicht verändern. Bei den elektrischen Daten geht es nicht besonders exotisch zu: Ein Innenwiderstand von 16 Ohm und eine Ausgangsspannung von 0,23 mV stellen keinen MC-fähigen Phonoverstärker vor ernsthafte Probleme – standesgemäß betreibt man das Shilabe mit einem Übertrager, am besten dem ETR-800 aus eigenem Hause. Auf dem ziemlich dicken Nadelträger (auch hier zeigt sich Meister Miyajima als Verfechter kompromissloser Härte) sitzt ein Diamant mit Shibata-Schliff. Diese Form des Abtastdiamanten liebe ich heiß und innig seit meinem ersten Audio-Technica-Tonabnehmer – ursprünglich wurde dieser ziemlich scharfe Schliff für Quadro-Platten entwickelt, die ja ein zweites Stereosignal für die hinteren Kanäle zur Verfügung stellten, das auf ein 30-kHz-Trägersignal aufmoduliert wurde. Allerdings. So ein Audio Technica hat eine sehr weiche Aufhängung und begnügt sich mit wenig Auflagekraft – muss man sich jetzt wegen des Shilabe also Sorgen machen? Die Antwort lautet: Nein, muss man nicht, nur bei der Justage ist Sorgfalt geboten. Ein grundsätzlicher Denkfehler bezüglich scharfer Nadelschliffe ist die Befürchtung, durch die vermeintlich geringere Auflagefläche der Nadel in der Rille würden höhere Kräfte auf die Rillenflanke wirken. Alles falsch, das Gegenteil ist der Fall: Immer vorausgesetzt, die Nadel ist ordentlich justiert, steht senkecht in der Rille und die empfohlene Auflagekraft wird eingehalten, dann hat ein scharfer Schliff durch die deutlich tiefer eintauchende Spitze sogar eine größere Auflagefläche als eine sphärische Nadel. Des Weiteren ist es gerade bei Systemen mit niedriger Nadelnachgiebigkeit dringend geboten, die empfohlene Auflagekraft einzuhalten. Wer seine Platten mit einer niedrigeren Einstellung zu schonen glaubt, dem sei gesagt, dass die Nadel dann den permanenten Kontakt zur Rillenflanke verliert und böse Macken in die Flanke schlägt – das Resultat sind knisternde und knacksende Platten. Also rauf mit dem Shilabe auf einen schweren Arm, Auflagekraft auf drei Gramm und hören – und dann Erkenntnisse gewinnen. Ich persönlich hatte viel Spaß mit meinen etwas exotischeren alten Tonarmen, einem uralten Grado-Holzprügel oder meinem SME 3009 aus der allererste Serie mit Edelstahl-Armrohr. Aber auch mit dem ebenfalls in diesem Heft getesteten Analog-Tools-Zwölfzöller oder einem SME 3012 mit schwerem Headshell geht das Edelsystem sehr gut. In Sachen Erkenntnis musste ich zähneknirschend zugeben, dass mein altes Mark Levinson MLC-1 (quasi ein frühes Miyabi Standard) gegen das Shilabe keinen Stich mehr machte – seine extrem feinsinnige Spielweise hat mich immer über einen gewissen Mangel an Dynamik hinwegsehen lassen. Im direkten Vergleich konnte ich diese Nachsicht nicht mehr walten lassen, zu sehr brillierte das Miyajima-System mit müheloser Fein- wie Grobdynamik, ohne in Sachen Detailzeichnung und Subtilität auch nur einen Hauch hinter dem MLC-1 zu bleiben. Das richtige Musikmaterial (in Aufnahme- wie Pressqualität) vorausgesetzt, kann einem vor Staunen ob der Tiefe und Festigkeit der Basswiedergabe für eine längere Zeit der Mund offen stehen bleiben – das ist pure Kraft und Geschwindigkeit ohne aufgesetzte Muskelspielereien, ohne Tricks. Ganz oben hinaus geht es ähnlich zu – hier ist die scharfe Nadel ganz in ihrem Element und der Hörer bekommt zumindest eine Ahnung davon, dass dieses System weit über die Grenzen des menschlichen Hörvermögens auflösen kann. Auch hier gilt: Keine Überbetonung, keine Effekthascherei, einfach nur das Musiksignal – aber das absolut präzise und schlackenfrei. Im Mitteltonbereich, wo die meisten klangbildenden musikalischen Ereignisse stattfinden, überzeugt das Shilabe durch so niedrige Verzerrungen, dass aus den Boxen eine so fast noch nie gehörte Klarheit dringt – auf den ersten Ohrenschein fast ein bisschen unspektakulär, dann aber durch seine unglaubliche Informationstiefe und Klarheit so faszinierend wie kaum ein anderer Tonabnehmer.

Fazit

Okay: 2.800 Euro sind nicht gerade ein Sonderangebot, oben drauf nochmal 1.700 Euro für den Übertrager. Bedenkt man aber, dass anderswo für die Topsysteme durchaus noch höhere Kurse aufgerufen werden, dann kann man dem Miyajima Shilabe bei der gebotenen Qualität schon fast Sonderangebotsstatus zuweisen. Ohne Diskussion: Eines der absoluten Topsysteme.

Preis: um 2800 Euro

Miyajima Shilabe


-

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Absolute Sounds 
Telefon 030 78913883 
Internet www.absolute-sounds.de 
E-Mail info@absolute-sounds.de 
Unterm Strich... » ... Okay: 2.800 Euro sind nicht gerade ein Sonderangebot, oben drauf nochmal 1.700 Euro für den Übertrager. Bedenkt man aber, dass anderswo für die Topsysteme durchaus noch höhere Kurse aufgerufen werden, dann kann man dem Miyajima Shilabe bei der gebotenen Qualität schon fast Sonderangebotsstatus zuweisen. Ohne Diskussion: Eines der absoluten Topsysteme. 

HD Lifestyle Gallery

/test/tonabnehmer/miyajima-shilabe_2772
Revox- Revox im Wohnraum - Bildergalerie , Bild 1
Revox im Wohnraum
>> zur Galerieübersicht
105_1
Neu im Shop

Raumakustik verbessern durch Schallabsorber

>> Mehr erfahren
Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
Kontakt E-Mail
Datum 19.11.2010, 11:46 Uhr
291_14403_1
Topthema: Klanggewaltig mit Dolby Atmos
Klanggewaltig_mit_Dolby_Atmos_1630938543.png
Anzeige
Die neue Soundbar klang bar5 mr von Loewe

Die neue Multiroom-Soundbar klang bar5 mr kombiniert stilvolles Design mit herausragender Benutzer- freundlichkeit. Durch den 3D Dolby Atmos Ton liefert die klang bar5 mr ein fesselndes Sound-Erlebnis. Im Set mit dem neuen Subwoofer Loewe sub5 einfach unschlagbar!

>> Mehr erfahren
Dipl.-Phys. Guido Randerath - Ressort Heimkino und Car Hifi
Dipl.-Phys.
Guido Randerath
Ressort Heimkino und Car Hifi
Heimkino 6/2021

Es ist uns eine große Freude, Ihnen die EISA AWARDS 2021-2022 präsentieren zu dürfen. Zusammen mit den Kollegen von 60 Testmagazinen und -Websites aus Europa, Amerika, Asien und Australien kürt unsere Redaktion als exklusives deutsches Mitglied in der Home Theatre Audio Expert Group jedes Jahr die besten Geräte der Welt.
>> Alles lesen

Elmar Michels - Ressort Car Hifi
Elmar Michels
Ressort Car Hifi
Car Hifi 6/2021

Ich freue mich, Ihnen ein ganz sicheres Jahreshighlight zu präsentieren. Voll im Wohnmobiltrend und frisch vom Caravan Salon erreichte und Pioneers neues Camper-Navi AVIC-Z1000DAB zum Test. Zugegeben nicht ganz billig, dafür aber voll ausgestattet mit allem, was den Urlaub im eigenen Wohnmobil vom ersten Meter an entspannt und stressfrei macht. Darüber hinaus haben wir natürlich noch über zwei Dutzend weitere Geräte im Test. Da ist alles dabei, günstige Verstärker und Lautsprecher, bezahlbares High-End, die perfekte Mini-Steuerzentrale mit 9 DSP-Kanälen und natürlich jede Menge Subwoofer. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!
>> Alles lesen

Holger Barske - Ressort<br>High-End
Holger Barske
Ressort
High-End
LP 6/2021

Die neue "LP" ist da!
Und wie üblich haben wir einen genauen Blick auf neue Dinge geworfen, mit denen der Analogfan das Erlebnis Schallplatte zu etwas Besonderem machen kann. Wir hätten unter Anderem drei potente Phonovorstufen in verschiedenen Preisklassen im Angebot, zwei sehr besondere Lautsprecher und einen feinen, erfreulich bezahlbaren Plattenspieler aus Italien. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!
>> Alles lesen

Thomas Schmidt - Ressort Hifi
Thomas Schmidt
Ressort Hifi
Hifi Test TV HiFi 5/2021

Nach wochenlangen zähen Verhandlungen sind die EISA-Awards nun vergeben - Sie finden in dieser Ausgabe die Vorstellung sämtlicher Preisträger, die wir Fachjournalisten aus den Testgeräten des letzten Jahres ausgesucht und für preswürdig befunden haben.
>> Alles lesen

kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
jetzt laden (englisch, PDF, 13.2 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
jetzt laden (englisch, PDF, 10.17 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
jetzt laden (englisch, PDF, 11.35 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
jetzt laden (deutsch, PDF, 3.15 MB)
Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
Allgemeine Händlersuche
Landkarte PLZ0 PLZ1 PLZ2 PLZ3 PLZ4 PLZ5 PLZ6 PLZ7 PLZ8 PLZ9

Klicken Sie auf Ihre PLZ oder wählen Sie ein Land

Händler des Tages