Kategorie: Tonabnehmer

Serientest: Nagaoka MM 321 BE, Nagaoka MP-300, Nagaoka MP-500


Klotz am Arm

Tonabnehmer Nagaoka MM 321 BE, Nagaoka MP-300, Nagaoka MP-500 im Test , Bild 1
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Die Marke Nagaoka habe ich nie so richtig einschätzen können, obwohl ich bei genauer Betrachtung auf eine beachtlichen Menge an Phono-Zubehör mit dem Namen komme, die zu Hause um meine Plattenspieler herumliegt. Nur beim Thema Nagaoka-Tonabnehmer muss ich weitgehende Wissenslücken einräumen. Bisher ...

Mitspieler



Plattenspieler


Sota Cosmos mit SME 3500
Transrotor Fat Bob S mit SME 5009
Thorens TD 150


Phonoverstärker


MalValve Preamp Three Phono
Quad Twentyfour P
Canor TP206+


Verstärker


Audiomat Aria
MalValve Preamp Three und Poweramp Three
WLM Sonata Integrated


Lautsprecher


WLM Stella
K+T 4430-Klon
Coral Beta 8


Zubehör


Netzleiste, -kabel: PS-Audio, HMS
Phonokabel Furutech, Nordost, Audioquest
NF-Kabel: Van den Hul, Horn Audiophiles
Lautsprecherkabel: Silent Wire
Racks, Basen, Unterstellfüße: SSC, Thixar, Aktyna


Gegenspieler



Tonabnehmer


Denon DL103 103R
Benz Ace L, Ace H
Audio Technica AT20Sla


Es ist Jahre her, da habe ich mit den markant geformten Systemen MP-10 und MP-11 im Rahmen eines größeren MM-Testfelds Bekanntschaft gemacht. Ich muss zugeben, dass mich manche ihrer Eigenschaften damals beeindruckt haben – im Großen und Ganzen gab es aber komplettere Systeme, die den „kleinen“ Nagaokas ein bisschen die Show stahlen.

Tonabnehmer Nagaoka MM 321 BE, Nagaoka MP-300, Nagaoka MP-500 im Test , Bild 2Tonabnehmer Nagaoka MM 321 BE, Nagaoka MP-300, Nagaoka MP-500 im Test , Bild 3Tonabnehmer Nagaoka MM 321 BE, Nagaoka MP-300, Nagaoka MP-500 im Test , Bild 4Tonabnehmer Nagaoka MM 321 BE, Nagaoka MP-300, Nagaoka MP-500 im Test , Bild 5
Ich spreche hier aber wohlgemerkt von Tonabnehmern der Klasse unter 100 Euro – und dafür waren und sind auch MP-10 und MP-11 jeden Cent wert. Nicht umsonst habe ich einen meiner Zweitplattenspieler seit Jahren mit dem MP-11 ausgestattet. Dass wir es in diesem Test mit anderen Kalibern zu tun haben, macht schon der Blick in die Preisliste deutlich: Für das MP- 300 werden 519, für das MP-500 619 Euro aufgerufen. Klar, dass die Ansprüche ein bisschen höher liegen, als bei Systemen, die vor allem als Ersatz älterer Tonabnehmer und Einstiegsmodelle gedacht sind. Kurzerhand – und außer Konkurrenz – haben wir noch das MM 321 BE mit in unseren Test genommen, weil es eben gerade auch da war und wir immer neugierig sind, was sich in Sachen Qualität an der Basis getan hat. Daher ein kurzer Zwischenbericht zu Beginn: Das kleinste Nagaoka-System passt schon von der Nomenklatur nicht in den Rest des Sortiments – es handelt sich um ein MM-System, das in den Weiten des Internets als Ersatz für des Technics 270 gehandelt wird. Zu einem Preis von etwa 60 Euro kann man in Sachen Material nichts anderes erwarten als Kunststoff. Dafür gibt es eine saubere Verarbeitung, der Nadeleinschub hakelt nicht und der Einbau samt Justage lässt sich auch zügig durchführen, wenn man das nicht täglich macht. An meinem alten Thorens TD 150 mit dem berühmten „Kugeltonarm“ macht sich das Nagaoka vorzüglich – ich hätte, ehrlich gesagt, nicht gedacht, dass noch so viel Saft und Kraft in dem alten Spieler steckt. An moderneren Geräten und im direkten Vergleich zu anderen Systemen offenbart das MM 321 BE Neutralität, eine gute räumliche Abbildung und ordentlich Dynamik. Dass es im Vergleich zu teureren Kollegen in Sachen Tiefbass und oberste Höhen ein bisschen schwächelt, sehen wir ihm einfach mal nach. Es ist aufgrund seiner musikalischen Fähigkeiten eigentlich schon keine Alternative mehr zu den üblichen Beipacksystemen, sondern mindestens eine Klasse darüber anzusiedeln. Aber das war nur die Ouvertüre: Wir wenden uns den Stars dieses Tests zu. Das MP-300 und MP-500 markieren das andere Ende des Nagaoka-Tonabnehmer- Spektrums. Die beiden charakteristischen „Klötze“ im Corporate Design sehen auf den ersten Blick so gar nicht nach Spitzensystemen aus – Design steht bei Nagaoka definitiv nicht ganz weit oben in der Prioritätenliste. Dafür gibt es ein schmuckes Schächtelchen mit einer sicheren Transportverpackung aus Kunststoff und einem Sichtfenster. Der Korpus der beiden Systeme ist aus einer extrem harten Metalllegierung, die dennoch recht leicht ausfällt – mit acht Gramm Masse ist man etwa auf dem Niveau eines Denon DL-103. Bis auf den Nadeleinschub sind die beiden identisch, so dass man ohne Weiteres den Nadeleinschub umrüsten kann. Dies geht – und auch da sind die Top-Nagaokas einzigartig – erst nach Lösen einer Sicherungsschraube, die den kompletten Einschub noch einmal extra fixiert. Alle Nagaoka MP-Systeme arbeiten nach dem Moving-Iron-Prinzip – der Hersteller nennt es „Moving Permalloy“. Dabei sitzen sowohl der Permanentmagnet als auch die Spulen fest im Systemkorpus, während sich im Magnetfeld ein hoch magnetisches Material bewegt. Der Vorteil gegenüber MM-Systemen ist die geringere bewegte Masse, gegenüber MC-Systemen der einfachere Aufbau und die weiterhin gegebene Auswechselbarkeit des Nadeleinschubs. Der Phonostufe ist das Prinzip übrigens egal: Sie sieht bei den Nagaokas einen MM-Tonabnehmer vor sich, der mit 47 Kiloohm abgeschlossen werden möchte und eine Ausgangsspannung von 3 Millivolt liefert. Elektrisch ist die Angelegenheit also völlig unkritisch – mechanisch ebenso, wenn man die Hürde genommen hat, die Headshellschrauben durch die seitlich offenen Laschen zu fädeln und zu befestigen. Die Justage ist dagegen einfach: Ein Nagaoka-System gibt genügend gerade Linien vor, um sich zu orientieren – von einer exakt geraden Ausrichtung des Nadelträgers und des Diamanten kann man fest ausgehen. Dem „kleineren“ MP-300 habe ich den Vortritt gelassen, weil ich es mit seinem elliptischen Schliff für weniger spektakulär gehalten habe als das MP-500. Nun, gewissermaßen hatte ich recht: Das MP-300 löst sich in dem Moment des Absenkens der Nadel in die Rille quasi in Luft auf: Eine fast schon unheimliche Ruhe herrscht, bis die ersten Töne einer Platte aus den Boxen dringen. Es mag der relativ harmlose Schliff sein oder die auf Anhieb perfekt gelungene Justage: Für das Nebengeräuschverhalten gibt es schon einmal Sonderapplaus. Musiksignale reicht das Nagaoka einfach durch – mir ist kein Frequenzbereich aufgefallen, den es vernachlässigen oder überbetonen würde, ich hatte gerade bei Stimmen immer die feste Gewissheit, dass die Sänger kein bisschen anders klängen, wenn sie mir persönlich ein Ständchen bringen würden, sei es jetzt ein alter Johnny Cash oder eine junge Katie Melua. Das mag dem einen oder anderen ein bisschen langweilig vorkommen, aber glauben Sie mir: Es ist eine unglaublich entspannte Angelegenheit, mit dem MP-300 gerade über längere Zeiträume Musik zu hören – gesoundete Komponenten gibt es wahrlich schon genug. Das MP-500 hatte es im Anschluss ein bisschen schwer, seinen Anspruch auf eine Spitzenposition im Nagaoka-Ensemble zu untermauern. Im Grundcharakter ist es genau so wie das Schwestersystem: Sehr neutral, nebengeräuscharm und entspannt. Erst nach längeren Quervergleichen schälten sich feine Unterschiede heraus, so dass es im Fotofinish eine Nasenlänge vorne lag. In Sachen Auflösung in den Höhen und Feindynamik kann es das MP-300 leicht hinter sich lassen. Die Tiefe und Breite der räumlichen Abbildung ist dagegen bei beiden Systemen gleich – die Positionierung gelingt dem teureren System noch einen Hauch besser. Damit trägt das MP-500 einen knappen Punktsieg davon – der Sympathiepreis geht an das MP-300 für seine extrem homogene und entspannte Spielweise. Das Qualitätsniveau der beiden Tonabnehmer liegt so hoch, dass sie zwar in der einen oder anderen Teildisziplin gegenüber gleichwertigen Konkurrenten das Nachsehen haben mögen – in Sachen Langzeitqualität und Ausgewogenheit sind sie aber ganz weit vorne.

Fazit

Schon das ganz kleine MM 321 BE – hier außer Konkurrenz – ist ein echter Geheimtipp für den (Wieder-)Einstieg ins Plattenhören. Die gleichen Allorundqualitäten, nur auf einem ungleich höheren Niveau zeigen die beiden Spitzensysteme von Nagaoka, die zu den besten High-Output- Systemen gehören, die ich kenne.

Preis: um 60 Euro

Tonabnehmer

Nagaoka MM 321 BE


01/2011 - Thomas Schmidt

Preis: um 519 Euro

Tonabnehmer

Nagaoka MP-300


01/2011 - Thomas Schmidt

Preis: um 619 Euro

Tonabnehmer

Nagaoka MP-500


01/2011 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten: Nagaoka MM 321 BE
Vertrieb: Phono Zubehör Vertrieb, Falkensee 
Telefon: 033222 39155 
Internet: www.tonnadel.de 
Ausgangsspannung (in mV) 5 mV 
Gewicht (in g) 5.2 
Nadelschliff elliptisch 
Abschlussimpedanz (in Kiloohm) 47 
Auflagekraft (in Gramm) 1,5 bis 2,3 Gramm 
Unterm Strich... » Schon das ganz kleine MM 321 BE – hier außer Konkurrenz – ist ein echter Geheimtipp für den (Wieder-)Einstieg ins Plattenhören. Die gleichen Allorundqualitäten, nur auf einem ungleich höheren Niveau zeigen die beiden Spitzensysteme von Nagaoka, die zu den besten High-Output- Systemen gehören, die ich kenne. 
Ausstattung & technische Daten: Nagaoka MP-300
Vertrieb: Phono Zubehör Vertrieb, Falkensee 
Telefon: 033222 39155 
Internet: www.tonnadel.de 
Ausgangsspannung (in mV)
Gewicht (in g)
Nadelschliff elliptisch 
Abschlussimpedanz (in Kiloohm) 47 
Auflagekraft (in Gramm) 1,3 bis1,8 
Unterm Strich... » Schon das ganz kleine MM 321 BE – hier außer Konkurrenz – ist ein echter Geheimtipp für den (Wieder-)Einstieg ins Plattenhören. Die gleichen Allorundqualitäten, nur auf einem ungleich höheren Niveau zeigen die beiden Spitzensysteme von Nagaoka, die zu den besten High-Output- Systemen gehören, die ich kenne. 
Ausstattung & technische Daten: Nagaoka MP-500
Vertrieb: Phono Zubehör Vertrieb, Falkensee 
Telefon: 033222 39155 
Internet: www.tonnadel.de 
Ausgangsspannung (in mV)
Gewicht (in g)
Nadelschliff superelliptisch 
Abschlussimpedanz (in Kiloohm) 47 
Auflagekraft (in Gramm) 1,3 bis 1,8 
Unterm Strich... » Schon das ganz kleine MM 321 BE – hier außer Konkurrenz – ist ein echter Geheimtipp für den (Wieder-)Einstieg ins Plattenhören. Die gleichen Allorundqualitäten, nur auf einem ungleich höheren Niveau zeigen die beiden Spitzensysteme von Nagaoka, die zu den besten High-Output- Systemen gehören, die ich kenne. 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 05.01.2011, 12:35 Uhr
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