Kategorie: Tonabnehmer

Einzeltest: Zyx R100 Yatra H


Der Weg ist das Ziel

Tonabnehmer Zyx R100 Yatra H im Test, Bild 1
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Den schönen Beinamen Yatra hat man dem Zyx R100 gegeben, ein Begriff aus dem Hinduismus, der Reise oder Pilgerfahrt bedeutet – wohin diese geht, wird uns ein ausführlicher Hörtest zeigen

Mitspieler


Plattenspieler:

 Sony PS-2250
 VPI Traveler
 Luxmann PD-171

Phonovorstärker:

 Trigon Advance
 Quad Twentyfour P

Verstärker:

  Lindemann 830s und 858
  K+H SB280

Lautsprecher:

 K+T Minimonitor TS
 Audioplan Konzert III

Zubehör:

 Stromversorgung: PS Audio, HMS, Silent Wire
 Phonokabel: Van den Hul, Horn Audiophiles
 NF-Kabel: Musical Wire, Silent Wire
 Lautsprecherkabel: Silent Wire
 Racks, Basen, Dämpfer: SSC, Audio Exklusiv, Thixar


Gegenspieler


Tonabnehmer:

 Phase P-3G
 Nagaoka MP-500
 Van den Hul DDT-II Special

Was mit dem Namen genau gemeint sein könnte, entzieht sich meiner genauen Kenntnis. Hier hilft aber der Blick auf die Zyx-Tonabnehmerhierarchie, in sich der das Yatra als weiterentwickelte Version des normalen R100 einsortiert, sozusagen der AMG oder Brabus unter den Zyx-Systemen.

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Bevor wir jetzt allzu lange darüber nachdenken, ob eine Benz-Assoziation beim Test eines japanischen Tonabnehmers allzu glücklich erscheint, sehen wir uns das Ganze doch einmal genauer an. Zyx ist ein relativ neuer Hersteller unter den Topmarken im Bereich Tonabnehmer, hat sich aber in den letzten Jahren mit seinem Topsystemen einen legendären Ruf erworben. Und dafür gibt es ein paar handfeste technische Gründe: Der Konstrukteur Nakatsuka hat in langen Versuchsreihen herausgefunden, dass es bei der Abtastung der Schallplattenrille zwischen dem Innen- und Außenrand feine Klang- und Pegelunterschiede gibt, die bei gleichartiger Verstärkung zu einer verschobenen Balance im Vergleich zum Masterband führt. Dies hat zur Entwicklung des „Real Stereo Generators“ geführt, der in unterschiedlichen Ausbaustufen je nach System erhältlich ist. Dabei legt man Wert auf die Feststellung, dass die Dämpfer im System wirklich ausschließlich zur Begrenzung der Auslenkung verwendet werden und nicht etwa zum klanglichen „Feintuning“. Dabei werden die horizontale und vertikale Bewegung separat bedämpft, was eine genauere Abstimmung der mechanischen Eigenschaften erlaubt. In Sachen Generator verwendet man extrem kräftige Magneten, was die Gesamtmasse des Systems deutlich reduziert – hierzu möchte ich anmerken, dass ein System mit einem Gewicht von nur fünf Gramm und der niedrigen Compliance des Zyx an manchen Tonarmen Unterstützung in Form von Zusatzgewichten vorne am Headshell benötigt. Der Hersteller ist sich dessen durchaus bewusst und bietet unterschiedliche Zusatzmassen an. Metall möchte man aber außer am Generator nicht verwenden, da man jegliche Beeinflussung des Magnetfelds oder Wirbelströme vermeiden möchte. Selbstredend besteht der Spulendraht aus hochreinem Kupfer. Beim Nadelschliff wird darauf geachtet, dass die Hauptachse der Kristalle quer zur Rillenflanke liegt, was zu einem geringeren Verschleiß des Micro-Ridge-Diamanten führt, dessen Lebensdauer mit 2000 Stunden angegeben wird. Die weiter unten genannten Spezifikationen teilt sich das R-100 Yatra mit seinem einfacheren Namensvetter, dem es den aufwendigen Generator voraus hat, während das Topsystem „Fuji“ der R-100-Serie an dieser Stelle noch einmal verfeinert ist. Was genau die Unterschiede sind, ließ sich leider nicht herausfinden. Recht niedrig ist der Innenwiderstand des Generators (8 Ohm), während die Ausgangsspannung mit nominell 0,68 Millivolt absolut verträglich mit allen normal MC-fähigen Phonostufen ist – die Low- Output-Variante ohne das H im Namen generiert hier die halbe Spannung. Die grundsätzliche Justage ist aufgrund der geraden vorderen Gehäusekanten sehr einfach – will man hundertprozentige Genauigkeit durch Orientierung am Nadelträger, ist das auch kein Problem, da dieser von vorne gut sichtbar ist. Die befürcheten Schwierigkeiten mit dem Ausbalancieren des leichten Systems sind bei meinen Testplattenspielern gerade noch so ausgeblieben – an schweren Tonarmen (oder eben mit Zusatzmasse) läuft das Yatra dennoch besser. Wie gemauert steht die räumliche Abbildung, schon ab dem ersten abgetasteten Musiksignal – bei Soloinstrumenten vor einem großen Orchester wichtig für die räumliche Balance zwischen den beiden Protagonisten. Bei den Vier Jahreszeiten Vivaldis stellt das Zyx Itzhak Perlman weit genug vor das Orchester, um ihm als Solisten alle Freiräume zu geben und nah genug dran, damit eine Einheit gewahrt bleibt. Auch die akustischen Eigenheiten des Aufnahmeraums kommen zu ihrem Recht – seien es Schwächen in Form eines zu halligen Saals oder die fast schon kongeniale Akustik eines guten Konzertsaals. Und ich muss zugeben, dass zumindest bei großen Orchestern die Balance zwischen den beiden Stereokanälen eine andere ist als mit den Vergleichssystemen. Normalerweise sind solche Aufnahmen immer etwas linkslastig – mit dem Yatra findet sich eine eher verdichtete Mitte des Orchesters, was nach einer kurzen Eingewöhnungszeit durchaus Sinn macht und zu vielen Stücken eine Art neuen Zugang ermöglicht, ist doch die Dominanz der ersten Geigen zugunsten einer demokratischeren Veranstaltung gebrochen. Die herausragendste Eigenschaft des Zyx ist, dass es keine Eigenschaften hat, außer vielleicht die absolute Qualität in seiner Ausgewogenheit. Die Grenzen des übertragenen Frequenzbereichs werden von der Platte und vom Rest der Anlage begrenzt, während das Zyx fast schon unheimlich tiefe und trockene Bässe wiedergibt und am anderen Extrem nach oben hinaus keine Grenzen zu kennen scheint. Dabei bleibt es aber streng neutral – ein echter Allrounder eben, den man aber gerne mit VTA-Verstellung oder Variationen der Eingangsimpedanz an der Phonostufe anpassen kann. Unterschreitet man beispielsweise die empfohlenen 100 Ohm, dann wird das Timbre etwas dunkel,was je nach Abstimmung der restlichen Anlage sehr gut („analog“) klingen kann. Mir hat es am besten mit Werten zwischen 200 und 500 Ohm gefallen, mit denen es in meinem Setup am freiesten aufspielen konnte – wuchtig genug im Bass, um die Wände wackeln zu lassen, variantenreich in den Mitten, um jedem Instrument und jeder Stimme zu ihrem eigenen Timbre zu verhelfen und fein genug in den Höhen, um auch dem anspruchsvollsten Hörer genug Details zu vermitteln. Und zu diesem Gesamtpaket in Sachen Ausgewogenheit gibt es noch ein paar Extras wie sauberste räumliche Abbildung und Dynamik im ganz Kleinen wie im ganz Großen. Das Ziel der Reise ist erreicht.

Fazit

Auch wenn der Hersteller ein bisschen den Mantel des Schweigens über das Innenleben breitet: Das Zyx R-100 Yatra ist eines der ausgewogensten und in sich komplettesten Systeme seiner Preisklasse.

Preis: um 1500 Euro

Tonabnehmer

Zyx R100 Yatra H


03/2013 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Audioplan, Malsch 
Telefon 07246 1751 
Internet www.audioplan.de 
Garantie (in Jahre)
Gewicht (in g)
Ausgangsspannung 0,68 mV (1kHz, 5 cm/sek) 
Übertragungsbereich 20 Hz - 20 kHz (+/-1 dB) 
Kanalabweichung bei 1kHz < 0,5 dB 
Nadelschliff Micro Ridge (3 micron x 60 micron) 
Nadelträger Bor 
Compliance(inµm/mN) 15 horizontal, 12 vertikal 
Empfohlende Auflagekraft 20 mN (17-25 mN) 
Innenwiderstand (in Ohm)
Abschlussimpedanz (in Ohm) ab 100 Ohm (Herstellerempfehlung) 
Einspielzeit (ca in Stunden) 50 
Unterm Strich... » Auch wenn der Hersteller ein bisschen den Mantel des Schweigens über das Innenleben breitet: Das Zyx R-100 Yatra ist eines der ausgewogensten und in sich komplettesten Systeme seiner Preisklasse. 
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 12.03.2013, 12:22 Uhr
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