Kategorie: Tonarme

Einzeltest: Analog Tools Tonarm M2


Musik-Instrument

Tonarme Analog Tools Tonarm M2 im Test, Bild 1
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Manchmal gibt es sie: Die bis hin zur Selbstaufgabe engagierten Tüftler und Entwickler, die sich zunächst ganz im stillen Kämmerlein ihrer Sache hingeben. Noch viel seltener ist es, wenn sie mit ihrem Ergebnis dann ins Licht der Öffentlichkeit treten

Mitspieler


Tonabnehmer:

 Denon DL103, DL103R
 Benz ACE L, L2 Wood
 Clearaudio Concept
 Miyajima Shilabe

69
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Plattenspieler:

 Acoustic Solid Machine
 Transrotor Fat Bob
 Luxman PD444

Phonoverstärker:

 Quad Twentyfour-P
 PS Audio GCPH
 MalValve Preamp Three Phono

Verstärker:

 Accustic Arts Kombination
 Symphonic Line Preamp Three und Poweramp Three

Lautsprecher:

 Spendor S3e
 Sonics Allegria


Gegenspieler

 SME M2 12
 SME 3012
 SME V

Christian Schmauder ist so einer. Beruflich nicht mit der HiFi-Branche verbandelt, gilt seine seine private Leidenschaft doch dem Streben nach immer höheren klanglichen Weihen. Dabei – und das kann man dem Tonarm, um den es hier geht, auch ansehen – beschreitet er nicht den Weg des kompromisslosen technischen Fortschritts, sondern ist einer, der sich sehr wohl darüber im Klaren ist, dass es in jedem Jahrzehnt der High-Fidelity-Ära immer wieder Geräte gegeben hat, die zeitlose Klassiker geworden sind und auch heute noch vor strengen Ohren bestehen können. So hat ein großes, altes Hornsystem Schmauder des Längeren auf seiner musikalischen Reise begleitet, genauso wie eine ganze Reihe von Röhrenverstärkern, Tonabnehmern und so weiter und so fort. Den Schritt vom privaten Musikgenießer und Bastler zum Hersteller hat er bereits vor zwei Jahren auf dem Analog Forum in Krefeld getan, wo er den staunenden Besuchern seinen Analog Tools Tonarm vorführen konnte – seitdem genießt der Arm in der Szene ein stetig steigendes Renommee.

Tonarme Analog Tools Tonarm M2 im Test, Bild 2Tonarme Analog Tools Tonarm M2 im Test, Bild 3Tonarme Analog Tools Tonarm M2 im Test, Bild 4Tonarme Analog Tools Tonarm M2 im Test, Bild 5Tonarme Analog Tools Tonarm M2 im Test, Bild 6Tonarme Analog Tools Tonarm M2 im Test, Bild 7
Und wir haben es jetzt auch endlich geschafft, den Analog Tools M2, der uns schon seit einiger Zeit zur Verfügung steht, ausführlicher zu beschreiben. Um es vorwegzunehmen: Der Analog Tools Tonarm ist kein Mainstream-Produkt. Es handelt sich vielmehr um einen in unzähligen Stunden größtenteils in Handarbeit gefertigtes Kleinserienteil, das in Fertigung wie Anwendung natürlich einer gewissen Sorgfalt bedarf. Von der Sorgfalt bei der Fertigung haben wir uns überzeugen können, auf die Anwendung kommen wir noch zu sprechen. Im Prinzip ist der Analog Tools Tonarm erst einmal ein gewöhnlicher Einpunkter. Eine erste Übersicht offenbart nichts allzu Spannendes: Okay, eine ansprechende Mischung aus Messing und Holz und selbstverständlich zwölf Zoll lang, wie es sich für solche Klassiker gehört. Das Detail liegt wie meist im Verborgenen, hier: im Inneren des Armrohrs. Mitnichten handelt es sich hier um ein einfach rund gedrechseltes Stück Makassar mit angesetztem Headshell und ein paar irgendwie darin geführten Kabeln. Ganz so einfach hat es sich Schmauder nicht gemacht – sein eigenes Hörempfinden hat den Perfektionisten immer weiter getrieben. Der Stand der Dinge in Sachen Armrohrfertigung ist folgender: Ein Stück des afrikanischen Edelholzes wird der Lange nach geteilt, die beiden Hälften je halbrund eingefräst und mit zwei eingeklebten Stücken Carbonrohr (vorne acht, hinten zwölf Millimeter im Durchmesser) wieder zusammengefügt. Danach wird das Rohr rundgefräst und der Headshell-Ansatz herausgearbeitet. Zu guter Letzt wird das Armrohr mit C37-Lack behandelt und 2 Monate(!) luftgetrocknet. Die „Zentraleinheit“ des Arms ist eine wunderschön gefräste Messingkugel, die es im wahrsten Sinne des Wortes in sich hat. Zunächst einmal sorgt sie für eine hohe Masse, direkt um den Schwerpunkt des Arms herum – eine der Grundanforderungen an einen guten Tonarm. Tief in ihrem Inneren sitzt die Edelstahlspitze des Einpunktlagers, das in eine Pfanne in der höhenverstellbaren Messingbasis eintaucht. Diese wiederum verfügt über eine Grundplatte mit Linn-Bohrung sowie über einen höhenverstellbaren Aufbau, der exzentrisch gebohrt ist, um eine genaue Justage des Montageabstands bei fertig montiertem Arm zu ermöglichen. Die beiden unterschiedlich großen Gegengewichte sind ebenso aus Messing wie die Lateralgewichte, mit denen der Arm an Gewindestangen ausbalanciert wird. Das Tonarmkabel ist ebenso selbst gefertigt und besteht aus viermal vier miteinander verdrillten Solidcore-Kupferlackdrähten, die dann noch einmal ummantelt werden. An der ursprünglichen Version des Arms war die von Christian Schmauder bevorzugte Ummantelung aus Baumwolle noch deutlich zu erkennen – diese ist aus rein optischen Gründen einem etwas weniger nach Tennissocke aussehenden Gewebeschlauch gewichen. Das Kabel gibt es bei Analog Tools übrigens einzeln zu kaufen – auch als Line-Kabel mit einem etwas anderen inneren Aufbau. Die Zugentlastung an der Armbasis ist eine etwas hakelige Angelegenheit, muss das aus dem Arm austretende Kabel doch unter der Liftbank geklemmt werden, bevor diese fixiert wird. Die Version M1 des Tonarms besitzt ein Terminal mit Cinch-Buchsen, das am Plattenspieler montiert wird, ist also aus mechanischen Gründen der Durchverkabelung vorzuziehen. Ein Antiskating gibt es nicht – hier bleibt der Tonarm puristisch. Die Systemmontage gelingt dank des dreh- und schraubbaren Headshells recht einfach – wenn die Lateralbalance eingestellt ist, lässt sich die Konstruktion leicht justieren und bedienen. Im Spielbetrieb zeichnet sich der Zwölfzöller durch Souveränität und Übersicht aus, die er mit jedem einigermaßen hart aufgehängten Tonabnehmer erreicht. Bei guten Aufnahmen mit Orchester oder anderen vorwiegend akustischen Instrumenten zeigt sich die Musikalität des ganz speziellen Armrohrs. Auch vermeintlich größere dynamische Reserven durch fast völlige Resonanzfreiheit machen sich bemerkbar –die Wiedergabe selbst bleibt auch bei großen Lautstärkesprüngen kontrolliert und wirkt kein bisschen gequetscht. Auch Nebengeräusche scheinen beim Analog Tools insgesamt eine kleinere Rolle zu spielen als ich das von Metalltonarmen gewöhnt bin – das berühmte „Klingeln“ glänzt durch völlige Abwesenheit, so dass sich Details aus der Wiedergabe herausarbeiten können, deren Pegel es normalerweise nicht erlaubt, das Köpfchen über die Resonanzen zu erheben. Diese Feininformationen machen natürlich den abgebildeten Raum noch viel authentischer, als das ein für sich genommen schon guter Tonabnehmer allein kann – es kommt eben doch auch auf die souveräne Führung an. Und so kann jeder Tonabnehmer vor einem optimal bereiteten schwarzen Hintergrund seine ganz speziellen Fähigkeiten frei entfalten – hier trennt sich aber auch ganz klar die Spreu vom Weizen. Auf den ersten Ohrenschein in den Höhen recht defensiv ausgelegt, unterschlägt der Analog Tools M2 keinesfalls Hochtoninformationen – es ist auch hier das „Nichts-Dazuerfinden“, das sich zunächst als exotisch, dann aber als sehr angenehm bemerkbar macht. Dies gilt vor allem bei ohnehin schon kritischen MC-Systemen, die eine ausgeprägte Höhenresonanz aufweisen und zum Schrillen neigen. Andererseits spielt der Analog Tools auch mit dem Denon DL-103 ganz groß auf, lässt dem System im Mittel- und Hochtonbereich freien Lauf und entlockt dem Tonabnehmer-Klassiker unverhoffte Detailfülle und Dynamik. Ein echter Härtefall ist am anderen Ende des preislichen Spektrums das Miyajima Shilabe, das mit seiner steifen Nadel ordentliche Ansprüche an die Führunsgqualitäten eines Arms stellt – auch diese wahrlich nicht leichte Aufgabe meistert der Analog Tools Tonarm mit Kontrolle, Dynamik, Übersicht und jenem ganz bestimmten Sinn für Musik, das ein solches Instrument so speziell und so faszinierend macht. Es geht eben doch nichts über echte Handwerkskunst!

Fazit

Wer sich mit Handfertigung und leicht barocker Optik anfreunden kann, dem sei der Analog Tools Tonarm dringend ans Herz gelegt: Auf wundersame Weise transportiert er die Liebe zur Musik seines Konstrukteurs in den Hörraum.

Preis: um 2600 Euro

Tonarme

Analog Tools Tonarm M2


11/2010 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Kontakt Jörg Labza 
Telefon 0234 3254190 
Internet analog-tools.de/index.php 
Garantie (in Jahre)
Unterm Strich... » ... Wer sich mit Handfertigung und leicht barocker Optik anfreunden kann, dem sei der Analog Tools Tonarm dringend ans Herz gelegt: Auf wundersame Weise transportiert er die Liebe zur Musik seines Konstrukteurs in den Hörraum. 
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Autor Thomas Schmidt
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