Kategorie: Tonarme

Einzeltest: Reed 3P


Kannste drehen wie du willst

Tonarme Reed 3P im Test, Bild 1
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Neue Tonarme? Die gibt es tatsächlich. Meist sind es kleine, feine Manufakturen, die mit interessanten Ideen zum Thema die Akzente setzen – so auch hier

Mitspieler

Plattenspieler:

Transrotor Fat Bob
Clearaudio Master Reference

69
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Tonabnehmer:

MFSLC3.5
Benz LP-S
Clearaudio Goldfinger Statement
Lyra Kleos


Phonovorstufen:

MalValve preamp three phono
Audionet PAM G2/EPC


Vorstufen:

MalValve preamp four line


Endverstärker:

Plinuius SA-103
Audio Research Reference 250


Lautsprecher:

Klang+Ton "Nada"


Zubehör:

Netzversorgung von PS Audio und HMS
NF-Kabel von van den Hul und Transparent
Phonokabel van den Hul
Lautsprecherkabel von Transparent
Plattenwaschmaschine von Clearaudio


Gegenspieler

Tonarme:

SME3500
Clearaudio Universal

Er hört auf den schönen Namen Vidmantas Triukas und ist nicht zum ersten Mal in diesem Magazin vertreten: Wir hatten mal ein Laufwerk unter dem Label „turntables.lt“ mit einem Tonarm von ihm, damals noch unter „tonearms. lt“ firmierend, im Test. Mittlerweile agieren beide Unternehmen deutlich unabhängiger voneinander und der Tonarmhersteller heißt „Reed“, entsprechend der Typenbezeichnung seiner Produkte. Im HiFi-Metier nach wie vor exotisch ist die Herkunft des Unternehmens: Es residiert in auf dem Baltikum, genauer gesagt in Kauna, der zweitgrößten Stadt Litauens. Und da wir mittlerweile tief im 21. Jahrhundert stecken und Litauen seit acht Jahren ein Mitgliedsstaat der EU ist, gibt’s daran überhaupt nichts zu belächeln: Das, was die klassischen Hochtechnologieländer der Welt zu leisten imstande sind, das geht da auch.

Tonarme Reed 3P im Test, Bild 2Tonarme Reed 3P im Test, Bild 3Tonarme Reed 3P im Test, Bild 4Tonarme Reed 3P im Test, Bild 5Tonarme Reed 3P im Test, Bild 6Tonarme Reed 3P im Test, Bild 7
Der neue Arm namens „Reed 3p“ signalisiert auf den ersten Blick, dass es sich um ein echtes Hightech-Produkt handelt und auf keinen Fall mit auch noch so liebevoller Garagenbastelei zu verwechseln ist. Konstruktionen von Vidmantas Triukas sind durch die Bank komplexe, auf modernsten Werkzeugmaschinen gefertigte Wunderwerke aus verschiedenen Metallen und Hölzern – wobei sich Letzteres auf die Tonarmrohre beschränkt. Das gilt in ganz besonderem Maße für den neuesten Spross des derzeit drei Modelle umfassenden Programms. Das Besondere des 3p ist seine Lagerkonstruktion; prinzipiell ist jedes Detail davon bekannt, die Kombination der verschiedenen Elemente allerdings ist neu und beweist wieder einmal, dass ein Ganzes mehr sein kann als die Summe seiner Einzelteile. Der Gedanke hinter dem 3p war ein einfacher: maximaler Bedienungskomfort und hundertprozentige Kontrolle aller geometrischen Parameter. Und so dürfte es nicht viele Tonarme am Markt geben, bei dem man wie hier während des Spielbetriebs den vertikalen Abtastwinkel (also die Tonarmhöhe), das Antiskating und – jetzt wird’s spannend – den Nadelazimut verändern kann. Letzteres geht sogar, ohne die restliche Geometrie der Einstellung zu verändern. Außerdem ist der 3p eine Augenweide. Die komplexe, aber trotzdem filigrane Struktur des Lagerblocks mit seiner geschickten Formensprache schmeichelt dem Auge, die superfeinen Metalloberflächen tun ein Übriges. Das hölzerne Armrohr mit dem nicht zu klotzigen Headshell ergänzen den Arm optisch zu einem absolut stimmigen Ganzen. Und machen wir uns nichts vor: Solcherlei Dinge sind dem ambitionierten Hobbyisten ebenso wichtig wie Funktionalität und Klangqualität. Die Kehrseite der Medaille ist wie üblich der Preis: Ein 3p ist nicht unter 3.300 Euro zu bekommen. Das bedeutet: neun Zoll effektive Länge, weiße Metallteile, ein Zedernholz- Armrohr und eine Standardverkabelung. Unser Testmuster indes ist etwas teurer: Diese Version mit 12“-Makassar- Ebenholzrohr, kryogenisierter Finewire- Verkabelung mit einer Länge von 125 Zentimetern samt Bullet-Plugs mit dezentbraun eloxierten Aluminiumteilen kostet, wenn ich die Preisliste nicht falsch interpretiere, 3.840 Euro. Womit sich der Arm preislich in guter Gesellschaft befindet: Das Gros der angesagten Tonarme spielt derzeit in dieser Liga.Kaum einer jedoch ist so frei konfigurierbar wie der Reed: Zur Auswahl stehen acht Oberflächenvarianten für die Metallteile, auch so exklusive Beschichtungen wie Ruthenium oder Palladium. Es gibt neun verschiedene Verkabelungen mit Eichmannoder WBT-Nextgen-Stecker, in Kupfer, Silber, kryogenisiert oder nicht – und so weiter. Armrohre gibt’s in sechs verschiedenen Harthölzern – hier sollte jeder auf seine Kosten kommen können. Kommen wir zum Kern des 3p – seiner Lagerkonstruktion. Man kann von einer magnetisch stabilisierten Einpunktkonstruktion sprechen – muss man aber nicht, streng genommen sind drei Lagerpunkte involviert. Zentraler Bestandteil ist das einförmige Joch, durch das das Armrohr gefädelt wird. Es trägt oben einen Ausleger, aus dem unten eine Spitze ragt. Diese steht in einer Lagerpfanne an der Armbasis. Das ist der zentrale Lagerpunkt. Das Joch trägt unten einen Magneten, der einen anziehenden Gegenpart im Lagerblock hat. Diese Einheit bildet die magnetisch stabilisierte Vertikallagerung, sie ist nur für die Bewegung des Arms über den Plattenradius zuständig. Für den Freiheitsgrad in der Vertikalen gibt’s zwei Einpunktlager links und rechts vom Armrohr; deren Spitzen münden in entsprechenden Sitzen unten auf dem Joch. Auch hier gibt’s noch eine magnetische Komponente, die das Armrohr in den Sitz zieht und außerdem einen Teil der Auflagekraft bereitstellt. Die Antiskating-Funktion übernimmt ein Magnet auf einem feststehenden Ausleger, der auf zwei ins bewegliche Joch eingelassene Gegenpole wirkt. Der Abstand der Magnete und damit die Wirkung des Antiskating sind einstellbar. Die Azimutverstellung erfolgt über das definierte Kippen des Jochs; dazu lässt sich der Ausleger, der die obere Lagerpfanne trägt, mit einem Hebel verschwenken. Die magnetische „Halterung“ an der Unterseite des Jochs sorgt für das Kippmoment. Der Drehpunkt ist so eingestellt, dass der Arm dabei genau um die Nadelspitze rotiert und so keine weiteren Nachstellarbeiten erforderlich sind – sehr clever. Bleibt die Höhenverstellung. Davon gibt’s sogar zwei Varianten: Einmal ist der Turm, der den Lagerblock trägt, per Stellschraube in der Höhe verfahrbar, dazu kommt noch ein kleiner Hebel unten, der Ähnliches bewirkt. Beide Varianten sind im Betrieb bedienbar. Das hört sich alles kompliziert an, ist es in der Praxis aber gar nicht. Der Arm benimmt sich, einmal montiert, absolut stabil und verhält sich viel mehr wie ein kardanisches Konstrukt – was er ja auch irgendwie ist. Der Zwölfzöller hat eine effektive Masse von knackigen 22 Gramm, was in der Theorie nach brettharten Abtastern verlangt, in der Praxis aber auch bei mittlerer Nadelnachgiebigkeit bestens funktioniert. Die Montage des Arms enthebt sich üblichen Standards, erfordert aber nur eine plane Fläche mit drei Gewinde- oder Durchgangsbohrungen für Schrauben der Größe M5. Beachten Sie, dass der Armdrehpunkt in einer Entfernung von 295,6 mm zur Tellerachse liegen muss, aber nicht identisch mit dem Befestigungspunkt ist – der Arm ist außermittig gelagert. Da bin ich fein raus, ich kann die Basis des großen Transrotor Fat Bob frei verschieben, deshalb war das Einstellen des korrekten Abstandes simpel; mit der beiliegenden Schablone ist auch die Abtasterjustage überhaupt kein Problem. Klanglich ist der 3p eine absolute Wucht. Er erinnert mich spontan an den Graham Phantom, der ein ähnlich ausgedehntes Spektrum zu reproduzieren in der Lage ist. Das Clearaudio Goldfinger Statement läuft im 3p zu absoluter Höchstform auf und liefert eine perfekte Synthese aus Nachdruck, Differenzierungsvermögen und Schmelz. Dabei agiert die Kombi überhaupt nicht statisch, sondern tönt wunderbar frei und flüssig – merklich besser geht’s definitiv nicht. Die Azimutverstellung des 3p ist ein Segen: Mit der „On-The- Fly“-Verstellung ist die richtige Position schnell gefunden. Man nehme eine gute Stimmaufnahme und verdrehe den Azimut vorsichtig, bis die Stimme sauber in der Mitte steht und präzise fokussiert ist. Das geht ganz einfach, das Klangbild rastet hörbar ein, wenn’s stimmt. Übrigens fühlt sich auch das MFSL-Miyabi im Reed perfekt wohl und zaubert eine wunderbar dichte Atmosphäre mit grandiosen dynamischen Fähigkeiten. Kurz und gut: Für mich ist das ganz klar einer der derzeit besten erhältlichen Tonarme – dicke Empfehlung.

Fazit

Gute Ideen, exzellent umgesetzt: Der Reed 3p klingt fantastisch plastisch und breitbandig, außerdem ist die Azimutverstellung eine beispiellose Wohltat bei der Justage des Tonabnehmers.

Preis: um 3300 Euro

Tonarme

Reed 3P


06/2012 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten 
Kontakt Audiovertrieb Andrejs Staltmanis, Münster 
Telefon 0251 211016 
Internet www.ultraudio.de 
Garantie (in Jahre) 2 Jahre 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
Kontakt E-Mail
Datum 21.06.2012, 09:13 Uhr
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