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Kategorie: Tonarme

Einzeltest: Thales Easy


Alles easy

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Das Leben könnte so einfach sein. Wenn Geld keine Rolle spielen würde und man ungeniert den schönen und cleveren Lösungen frönen könnte. Wie zum Beispiel dem kleinen Tonarm vom Schweizer Konstrukteur Micha Huber

Mitspieler


Tonabnehmer:

 Lyra Atlas, Lyra Etna

9
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Europas bester TV 2019-2020

Zitat hifitest.de: „ Sehr gutes noch besser gemacht. In Anbetracht des für einen OLED-TV vergleichsweise günstigen Preises eine herausragende Leistung, wir geben eine glatte Eins! “
Dipl. Phys. Guido Randerath
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Plattenspieler:

 Transrotor Fat Bob

7
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Europas bester TV 2019-2020

Zitat hifitest.de: „ Sehr gutes noch besser gemacht. In Anbetracht des für einen OLED-TV vergleichsweise günstigen Preises eine herausragende Leistung, wir geben eine glatte Eins! “
Dipl. Phys. Guido Randerath
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Phonovorstufen:

 MalValve preamp three phono

8
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Europas bester TV 2019-2020

Zitat hifitest.de: „ Sehr gutes noch besser gemacht. In Anbetracht des für einen OLED-TV vergleichsweise günstigen Preises eine herausragende Leistung, wir geben eine glatte Eins! “
Dipl. Phys. Guido Randerath
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Vorstufen:

 Rowland Capri S2

Endstufen:

 Rogue Audio Stereo 90
 DIY FC-100

Lautsprecher:

 Audio Physic Avantera

Zubehör:

 Netzsynthesizer PS Audio P10
 NF-Kabel von van den Hul und Transparent
 Phonokabel van den Hul
 Lautsprecherkabel von Transparent
 Plattenwaschmaschine von Clearaudi


Gegenspieler


Tonarme:

 Reed 3p
 SME 3500

Wir erinnern uns: Micha Huber, das ist der ohne Spurfehlwinkel. Also zumindest fast. Respektive seine Tonarme. Derjenige, der sich den Thaleskreis als Namenspatron für seine pfiffigen Ideen ausgesucht hat, dem Drehtonarm eine seiner Unarten abzugewöhnen: den tangentialen Spurfehlwinkel. Das tun andere Leute auch, und das mit durchaus respektablem Erfolg: Meist kommt dabei ein „linearer“ Tangentialarm zum Einsatz, also einer, der senkrecht zum Plattenradius verschoben wird. Die Idee ist naheliegend und richtig, werkelt doch auch in einer Plattenschneidemaschine genau eine solche Anordnung. Leider sind solche Konstruktionen aufwendig. Entweder man nutzt die winzigen Kräfte, die die Rillenflanke auf die Abtastnadel ausübt, um den ganzen entsprechend reibungsarm gelagerten Tonarm über die Platte zu transportieren, oder man verwendet eine motorisch betriebene Lösung, die die Position des Abtasters nachregelt. Ersteres bedingt immensen Aufwand bei der Lagerung und äußerste Sorgfalt bei Bedienung und Wartung, letzteres hat sich aus verschiedenen Gründen nicht durchgesetzt. „Aktive“ Tangentialtonarme sind praktisch vom Markt verschwunden. Micha Huber macht’s anders. Er nimmt einen Drehtonarm, dem er einen zusätzlichen Freiheitsgrad spendiert: Das Headshell ist drehbar angebracht und wird über eine trickreiche Hebelmechanik immer so eingestellt, dass die Nadel korrekt in der Rille steht.

Das ist wegen der Kreisbewegung, die der Tonabnehmer über der Plattenoberfläche beschreibt, alles andere als eine triviale Angelegenheit, und deshalb besteht ein wesentlicher Teil von Hubers Tonarmentwicklung darin, eine günstige Geometrie für den Hebelmechanismus zu finden. Der Ur-Thales war noch eine ziemlich ausladende Konstruktion, der Thales „Simplicity“ sieht schon wie ein „richtiger“ Tonarm aus. Mit dieser ebenso trickreichen wie aufwendigen Konstruktion, die ihren Namen nur im Vergleich zum Vorgänger verdient, haben wir schon die besten Erfahrungen gesammelt. Allerdings war das gute Stück schon beim Test vor gut einem Jahr mit 7.300 Euro nicht ganz billig. Mittlerweile gibt’s einen „Simplicity II“ und ich befürchte, dass der nicht günstiger geworden ist. Jetzt aber gibt’s den „Easy“. Der ist mit 4.600 Euro zwar beileibe noch kein Sonderangebot, aber die mit Abstand günstigste Offerte ihrer Art. Und der „Easy“ verdient seine Typenbezeichnung durchaus, denn er besticht unter anderem dadurch, dass er ganz viele Dinge nicht hat. Zum Beispiel eine Antiskating-Vorrichtung. Das ist weit weniger verwerflich, als man denkt, denn tatsächlich treten bei dem Arm nur sehr geringe Skating-Kräfte auf. Das liegt an seiner trickreichen Geometrie: Der stets geringe Kröpfungswinkel macht die Vorrichtung tatsächlich obsolet. Was es auch nicht gibt: einen richtigen „Armrest“.

Also eine irgendwie geartete Klemmung, mit der der Tonarm in seiner Ruheposition fixiert werden kann. Es gibt lediglich eine kleine Vertiefung in der Liftbank, die den Job machen soll. Wer seinen Plattenspieler nicht ständig durch die Gegend trägt, der wird damit keinerlei Probleme haben. Der Clou an der ganzen Angelegenheit ist aber der Schwenkmechanismus für das Headshell selbst. Er besteht im Wesentlichen aus einer „Schubstange“, die hinten am inneren Ring des Tonarmjochs befestigt ist und vorne außermittig auf dem Headshell. In der Vertikalen verläuft diese Stange in der gleichen Ebene wie das Armrohr selbst, in der Horizontalen jedoch bewegen sich beide Rohre erheblich komplexer zueinander – mitunter kreuzen sie sich sogar. Hubers Geometriekenntnissen ist es zu verdanken, dass dabei eine Bewegung des Headshells herauskommt, die an drei Stellen exakte Nulldurchgänge des Spurfehlwinkels bewirkt, normale Drehtonarme können das nur an zwei Stellen. Zudem beträgt der maximale Fehlwinkels des Easy gerade einmal 0,4 Grad, das ist in etwa ein Fünftel von dem, was gängige neun Zoll lange Arme zu liefern imstande sind. Auf den ersten Blick sieht die Anordnung mit dem Aluminium-Tonarmrohr und der Verstellstange aus Carbon extrem simpel aus – die Tücken stecken im Detail. Was bei dieser Technik nur extrem schwierig zu realisieren gewesen wäre, ist eine Azimutverstellung, deshalb gibt’s auch keine.

Montiert wird der Easy mit einem Flansch, der in die gängige Linn-Bohrung (30 mm Durchmesser) passt, die Montage auf einer Vielzahl von Laufwerken sollte also kein Problem sein. Ich hätte die drei Langlöcher in besagtem Flansch gerne ein oder zwei Zehntel Millimeter breiter gehabt, dann würden nämlich M4-Schrauben hindurchpassen, so musste M3 reichen. Eine Höhenverstellung ist möglich und erfolgt in klassischer Manier mit einer Madenschraube. Einbau und Justage von Tonabnehmern sind dank der mitgelieferten Schablone denkbar einfach. Der Arm verfügt über eine effektive Masse von zehn Gramm und ist damit deutlich leichter als der große Bruder. Was ich da montiert habe? Ist doch klar: das Lyra Etna. Was ist das denn? Ich dachte „Cadillac“ von „Rainbows Are Free“ hätte keine Überraschungen für mich mehr in petto. Die ersten Takte des Titels belehren mich eines Besseren: Die Bassdrum tritt so bösartig, das gibt’s ja gar nicht. Der schön tiefe Gitarrensound ist mit Leichtigkeit in seine drei Bestandteile zu zerlegen und auch in den heftigeren Passagen klingen die Becken noch nach Becken und nicht nach „irgendwie verzerrtem Hochtongedöns“. Ich bin perplex. Nach erfolgtem Umbau auf den Reed 3p bestätigt sich der Verdacht: Der Arm aus der Schweiz ist eine Wucht.

Zwar kann der Zwölfzöller aus Litauen dynamisch mithalten und verfügt über das etwas schönere Klangbild, in Sachen Auflösung allerdings hat ihm der Easy ein paar Dinge voraus. Und jawohl, das hört man auch bei solcherlei eher wenig testtypischer Musik. Und das war erst der Anfang – im physikalischen wie im übertragenen Sinn: „Cadillac“ ist der erste Titel auf der zweiten Seite der Platte, wo das Tangentialprinzip seine Stärken noch nicht voll ausspielen kann. Deshalb bemühen wir abermals Coldplay mit „Midnight“, das kommt vor der Auslaufrille. Und wie: Der Easy schafft ein traumhaft durch den Raum waberndes Klanggespinst, wo der Reed deutlich bodenständiger und erdiger bleibt. Tonal gefällt er mir immer noch besser, aber das lässt sich offensichtlich per Abtasterwahl korrigieren: Der Schweizer Neuling mag das Lyra Atlas lieber und entwickelt damit die Wärme und Verbindlichkeit, die mir im Verbund mit dem Etna noch gefehlt hat. Und jaaa – jetzt klappt‘s auch mit dem Schuss Emotionalität, der gerade noch gefehlt hat. Okay, wir reden hier von einer Arm-/Systemkombi für knapp 15.000 Euro, da sollte das auch kein Thema sein. In der Praxis heult es sich bei Jason Molinas „It‘s Easier Now“ allerdings gleich viel spontaner.

Das tief traurige Album erklingt hier mit so viel Inbrunst, Zerbrechlichkeit, Weltschmerz und Verzweiflung, dass alle Technik mit einem Mal egal ist: Das hier ist die Seele von Musik. Mehr kann eine Reproduktion nicht leisten.

Fazit

Der kleine Thales schließt „ganz easy“ zu den besten erhältlichen Tonarmen auf. Er spielt mit unglaublicher Substanz und Übersicht – hier gehen gezielte Sparsamkeit und innovatives Design eine extrem glückliche Ehe ein.

Preis: um 4600 Euro

Thales Easy


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Ausstattung & technische Daten 
Kontakt Gaudios, Graz, Österreich 
Telefon 0043 316 337175 
Internet www.gaudios.info 
Garantie (in Jahre)
Unterm Strich... » Der kleine Thales schließt „ganz easy“ zu den besten erhältlichen Tonarmen auf. Er spielt mit unglaublicher Substanz und Übersicht – hier gehen gezielte Sparsamkeit und innovatives Design eine extrem glückliche Ehe ein. 
Dipl.-Ing.
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Chefredakteur
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Dipl.-Phys.
Guido Randerath
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Autor Holger Barske
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Datum 22.11.2014, 14:55 Uhr