Kategorie: AV-Vorstufen, AV-Endstufen

Systemtest: Arcam AV888, Arcam P777


Fasten Your Seatbelts!

AV-Vorstufen Arcam AV888, Arcam P777 im Test , Bild 1
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Vielleicht sollte der Test der neuen Arcam-Vor-/End-Kombi mit einem Sicherheitsgurt als Zubehörtipp beginnen, denn wenn man dieses Gespann live erlebt, heißt es: Anschnallen!

Bereits in der Ausgabe 4/5-2009 wurde ein Arcam-Gerät zur HEIMKINO-Referenz: der AV-Receiver AVR600. Nun hat die Edelschmiede mit Sitz in Cambridge/England noch eins draufgelegt und die Vor-Endstufenkombination AV888/P777 entwickelt. Wir freuen uns, Ihnen den ersten Test dieser AV-Boliden präsentieren zu können! 

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Der AV-Prozessor AV888


Basierend auf der technischen Ausstattung des AVR600 wurde der AV-Prozessor AV888 von Chefentwickler Nick Clarke und seinem Team entwickelt. Natürlich diente auch der Vorgänger, die Vorstufe AV9 als interner Maßstab zur Entwicklung dieses absolut hochwertigen AV-Prozessors. Optisch sieht dieser genauso aus wie der AVR600 und besitzt ebenfalls nur kleine Tipptasten zur Lautstärkeregulierung und die markante grüne Displayanzeige. Durch die Auslagerung der Endstufen samt des monströsen Ringkerntrafos konnten gegenüber dem AVR600 weitere technische Finessen implementiert werden. So zum Beispiel das Board mit den 10 symmetrischen Vorverstärkerausgängen für die Verkabelung mit XLR-Kabeln, die auch bei längeren Leitungswegen störungsfrei die Signale zur Endstufe übertragen. Zur weiteren Störungsfreiheit aller Baugruppen wurde auch der FM/AM-Tuner aus dem System verbannt. Der Heimkinofan mit absolut highendigen Ansprüchen würde im Bedarfsfall sowieso zu einem separaten Tuner greifen. Nach wie vor besteht aber die Möglichkeit, über den Netzwerkanschluss des AV888 Tausende Internetradiostationen zu empfangen.

AV-Vorstufen Arcam AV888, Arcam P777 im Test , Bild 2AV-Vorstufen Arcam AV888, Arcam P777 im Test , Bild 3AV-Vorstufen Arcam AV888, Arcam P777 im Test , Bild 4AV-Vorstufen Arcam AV888, Arcam P777 im Test , Bild 5AV-Vorstufen Arcam AV888, Arcam P777 im Test , Bild 6AV-Vorstufen Arcam AV888, Arcam P777 im Test , Bild 7AV-Vorstufen Arcam AV888, Arcam P777 im Test , Bild 8AV-Vorstufen Arcam AV888, Arcam P777 im Test , Bild 9AV-Vorstufen Arcam AV888, Arcam P777 im Test , Bild 10
Doch zurück zu den neuen technischen Highlights: Statt wie üblich die D/A-Wandlung einem entsprechenden Wandler zu überlassen, wurde dem AV888 ein Analogboard mit vier WM8741-Stereowandlern aus dem Hause Wolfson spendiert, um das ultimativ letzte Quäntchen an audiophiler Feinzeichnung herauszuholen. Jeder der vier Wandler wird zudem durch ein eigenes Subnetzteil versorgt, um auch bei der Stromaufnahme dieser Bauteile zu verhindern, dass sie sich gegenseitig beeinflussen. Auch der analogen Eingangssektion wurde höchste Beachtung geschenkt. Sämtliche Eingänge erfuhren eine gleichgestellte Linearisierung, bei der das Eingangssignal und das Feedback-Signal identische Wege durchlaufen. Dadurch wurde, im Gegensatz zu einer herkömmlichen Schaltung mit einem nicht linearen Analog-Switch, die Wiedergabequalität der ankommenden Signale noch sauberer und reiner. Die analoge Bypass- Schaltung, ein traditionelles Arcam-Schmankerl, wurde in dem AV888 durch die Verwendung einer direkten, kürzestmöglichen Kabelverbindung zwischen der analogen Eingangsplatine und dem Lautstärkeregler und somit auch zur analogen Ausgangssektion ebenfalls weiter verbessert. Natürlich finden sich in dem AV888 auch die bereits im AVR600 verwendeten Dämpfungs- und Abschirmelemente auf einigen ausgesuchten Bauteilen, um so wenig wie möglich an Interferenzen zwischen den Bauteilen aufkommen zu lassen. Das bewährte und tadellos funktionierende HDMI-Board mit dem Pixelworks- Chip PW338C zur Skalierung und den beiden Silicon-Image- Transmittern/Receivern wurde unverändert in den AV-Prozessor übernommen und hat seinen Platz ganz unten im Gerät beibehalten. Zum Austausch sind dadurch, wie beim AVR600, nur eine Platte an der Unterseite und zwei Stecker zu lösen, um das ganze Board auszubauen. Auch die Dekodersektion blieb unangetastet. Ein kleines Upgrade auf ProLogic IIz wäre hierbei vielleicht wünschenswert gewesen. Dafür bietet der AV-Prozessor mit Dolby Volume die Möglichkeit, nervige Pegelerhöhungen bei Werbesendungen o.Ä. zu unterdrücken.

Multimedia


Über den USB-Anschluss lassen sich Musikdateien in komprimierter und unkomprimierter Form (z.B. FLAC oder WAV) von Sticks oder Festplatten (FAT- oder NTFS-formatiert) über die Arcam-Kombi genießen. iPod-Besitzer können mithilfe der optional erhältlichen Dockingstation die Multimediadateien von ihrem Taschenspieler der Kombi zuspielen, und bei Anbindung des AV888 ans heimische Netzwerk steht auch der Wiedergabe von Musikdateien, die auf einem mit dem Windows Media Player 11 als uPnP-Server ausgestatteten PC gespeichert sind, nichts im Wege. Aus den Tausenden von Internetradiostationen lassen sich mit dem vTuner-Service im Internet bequem die Lieblingsstationen herausfiltern und zum Prozessor übertragen. 

Die Endstufe P777


Durch die Auslagerung der Endstufen hatten Nick Clarke und sein Entwicklungsteam viel Spielraum, um jede Menge an hochwertiger Technik im separaten Gehäuse unterzubringen. Dabei herausgekommen ist ein 31 Kilo schwerer Koloss mit sieben Endstufen, die an einer Last von 4 Ohm insgesamt über 1.800 Watt Leistung haben. Kein Wunder also, dass dem Powerpaket ein spezielles Netzkabel mit extradicken Kontakten beiliegt. Das Gehäuse im identischen Design mit dem AV-Prozessor weist absolute Stabilität und Solidität auf. Das Endstufenkonzept ist modular und mit vier bipolaren Sanken-Transistoren pro Kanal ausgeführt. Das Netzteil mit einem Twin-1500-VA-Trafo und 140.000-μFKondensatoren versorgt die Endstufen stabil mit dem benötigten Strom. Neben diversen Sicherheits- und Kurzschluss-Schutzschaltungen sorgt ein sehr leiser, temperaturgeregelter Lüfter für die Wärmeabfuhr. Der Anschluss an die Vorstufe erfolgt wahlweise per Cinch- oder XLR-Kabel. Dazu sind die kleinen blauen Schalter rückseitig entsprechend zu betätigen. Per Triggerkabel mit 3,5-mm-Klinkenstecker lässt sich die Endstufe zusammen mit dem AV-Prozessor ein- und ausschalten. Ein Softstart verhindert die Überlastung des Netzanschlusses.

Bild und Ton


Die Videoverarbeitung des HDMI-Boards gibt nach wie vor keinen Anlass zur Kritik. Da die Einblendung des On-Screen-Menüs immer in derselben Auflösung wie das gerade abgespielte Filmmaterial ist, entstehen keine Ton- oder Bildaussetzer. Vom ersten Takt der Musik von Thomas Dolby hat uns die Arcam-AV-Kombi schlichtweg vom Stuhl beziehungsweise aus dem Sofa gehauen! Da donnerten Bass und Drums knüppelhart, trocken und abgrundtief über die angeschlossenen Standlautsprecher, während die feinsten Details der effektreichen Stücke auf „Aliens ate my buick“ aus, über und neben den Lautsprechern zu vernehmen waren. Das Ganze mit einer ungeheuren Souveränität vorgetragen, die bislang so nicht erlebt wurde. Nach einer kurzen Verschnaufpause und Anschluss unseres 7.2-Referenz-Lautsprechersets wurde die Heimkino-Testsession mit „Fast & Furious“ eingeläutet. Bereits nach ein paar Minuten waren wir bis ins Mark durchgeschüttelt und förmlich ins Sofa gedrückt worden. Das Dröhnen der V8-Motoren klang atemberaubend authentisch, während der Hammerschlag von Michelle Rodriguez auf die vereiste Hängerkupplung im wahrsten Sinne des Wortes eiskalt rüberkam. Die letzten Szenen des Kapitels mit dem verunglückenden Truck ließen uns die Köpfe einziehen und die Hände ins Sofa krallen. Jeder Überschlag und die finale Explosion waren körperlich fühlbar; im Stockwerk über unserem Referenzkino übrigens auch!

Fazit

Wenn Sie eine wirklich erstklassige AV-Kombination besitzen möchten, plündern Sie Ihr Sparkonto und fahren zum nächsten Arcam- Fachhändler! Sie werden ganz bestimmt nach dem ersten Takt oder der ersten Filmszene der Vorführung ohne Zögern das Geld auf die Verkaufstheke legen, die Geräte einpacken und mit einem breiten Grinsen nach Hause fahren. Wir wünschen jetzt schon viel Spaß mit diesen einzigartigen Geräten!

AV-Vorstufen

Arcam AV888

Referenzklasse


02/2010 - Heinz Köhler

AV-Endstufen

Arcam P777

Referenzklasse


02/2010 - Heinz Köhler

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Heinz Köhler
Autor Heinz Köhler
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Datum 23.02.2010, 11:43 Uhr
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