Kategorie: Beamer

Einzeltest: JVC DLA-X70RBE


Pixelzauber

Beamer JVC DLA-X70RBE im Test, Bild 1
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Schon fast gute Tradition ist es, dass JVC auf der IFA drei neue Beamer präsentiert, welche die bisherigen ablösen sollen. Im September 2011 war besondere Aufmerksamkeit garantiert, denn es fiel das Wort 4k!

Was zunächst nur hinter vorgehaltener Hand getuschelt wurde, durften ausgewählte Journalisten dann im direkten Vergleich zu den bisherigen Modellen erleben. JVCs Ingenieure hatten tatsächlich einen Weg gefunden, eine höhere Auflösung zu realisieren und dabei die Preise der Geräte auf gleichem Niveau zu halten. Wie das möglich war und was dahintersteckt, lesen Sie im folgenden Test.

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Projektor und Technik



Während der X70 grundsätzlich auf seinem Vorgänger, dem X7, basiert, unterscheidet er sich eben durch die von JVC Super-High-Definition genannte 4k-Wiedergabe. Nicht weniger als eine Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten ermöglicht der Beamer. Das sind im Gegensatz zur Full-HD-Auflösung mit insgesamt 2.073.600 Pixeln satte 8.294.400 Bildpunkte, also insgesamt die vierfache Auflösung. Um ein Missverständnis von vornherein zu klären: Der X70 hat nach wie vor drei Bildchips mit nativer Full-HD-Auflösung implementiert (für jede Grundfarbe einen), bedient sich jedoch eines Kniffs, um auf die höhere 4k-Auflösung zu kommen: Im Lichtkanal befindet sich ein neuartiges Spezialglas, das JVC „E-Shift Device“ nennt und dessen Lichtbrechung variabel ist. Liegt keine Spannung an, passiert das Licht auf geradem Wege mit „regulärer“ Full-HD-Auflösung die Glaseinheit (in der Praxis ist das bei 3D-Wiedergabe der Fall).  Wird die E-Shift-Einheit mit Spannung versorgt, so bricht sie das einfallende Licht und verschiebt es diagonal um ein halbes Pixel nach rechts oben. Da dies rein durch Lichtbrechung passiert, bleiben mechanische Bewegung und somit Störanfälligkeit aus.

Beamer JVC DLA-X70RBE im Test, Bild 2
Durch die diagonale Verschiebung werden sowohl die horizontale als auch die vertikale Auflösung verdoppelt, was am Ende die Vervierfachung der ursprünglichen Full- HD-Auflösung bewirkt. Da das Ganze sequenziell, also nacheinander geschieht und mit 120 Hertz angesteuert wird, bemerkt unser Auge diese „Bewegung“ nicht und im Kopf entsteht die volle 4k-Darstellung. Da bisher keinerlei Film- oder TV-Material in dieser Auflösung existiert und der JVC auch keine 4k-Signale am Eingang verstehen könnte, sich die „4k-Funktion“ aber auch nicht deaktivieren lässt, muss natürlich auch die interne Bildverarbeitung angepasst, sprich: skaliert werden. Im Ausgangsmaterial fehlende Bildpunkte müssen durch eine interne Analyse möglichst realistisch interpoliert, also hinzugerechnet werden. Sollte dies entsprechend überzeugend gelingen, dürfte eine Treppenbildung, zum Beispiel an runden Formen ein für alle Mal genauso der Vergangenheit angehören wie ein sichtbares Pixelraster. Wie gut das in der Praxis funktioniert, klärt der abschließende Bildtest. Da die Ansprüche an die Technik durch eine solche Auflösungsvergrößerung steigen, hat man dem X70 auch gleich einen feineren Konvergenzabgleich spendiert. Bisher war die Pixel-Adjust-Funktion auf eine Pixelbreite ausgelegt und konnte nur über das gesamte Bild „am Stück“ vorgenommen werden. Nun kann man in insgesamt 121 Bereichen die Konvergenz verändern, und dies auch deutlich feiner. JVC spricht von einer Verschiebung um 1/16 Pixel. Ansonsten setzt der X70 auf die bekannt guten Eigenschaften des X7, wird zwar mit 1200 Lumen um 100 Lumen dunkler angegeben (X7: 1300 Lumen), soll dafür aber 80.000:1 nativen Kontrast liefern (X7: 70.000:1). Geblieben ist auch das 7-Achsen-Farbmanagement, das zu den Grund-und Sekundärfarben zusätzlich Orange in die Kalibrierung einbezieht. Die Optik an sich blieb unangetastet und liefert ein 2-fach-Zoom mit horizontalem und vertikalem Lens-Shift von +/-34 % und +/-80 %. Hinzugekommen ist jedoch nach Panasonic-Vorbild eine Lens-Memory- Funktion zum schnellen Abruf von 16:9- oder 21:9-Darstellung. Natürlich beherrscht der X70 auch die Zwischenbildberechnung und 3D-Wiedergabe. Letztere, wie bereits erwähnt, allerdings mit regulärer Full-HD-Darstellung.

Setup und Bildqualität



Im Setup-Menü des X70 muss man zunächst auf die Zwei-Stufen- RGB-Gain-Offset-Justierung verzichten. Hier besteht nur mehr die Möglichkeit, für die unteren Helligkeiten der Graustufen eine Einstellung vorzunehmen, die allerdings ergänzt wird um die hervorragend funktionierende, zwölfstufige RGB-Gamma-Kalibrierung, mit der die Grautreppe nun wirklich perfekt auf den Punkt zu bringen ist. Das Color-Management bleibt so gut zu bedienen wie beim Vorgänger, und ausgehend vom normgerechtesten Farbraum (in diesem Fall „3D“) stellen wir den X70 bis auf eine geringe Abweichung im Grün perfekt auf den HDTV-Farbraum ein. Einmal kalibriert und im Eco-Modus betrieben, messen wir den X70 mit einer Helligkeit von 540 Lumen und einem Schwarzwert von 0,03 Lumen. Damit erhalten wir einen Maximalkontrast von 18.000:1, der sich auf 27.333:1 steigern lässt, betreibt man den JVC im hohen Lampenmodus. Dort liegen dann im kalibrierten Zustand satte 820 Lumen Helligkeit an. Insgesamt kann der X70 also vor allem im Eco-Modus mit nahezu doppelter Lichtleistung gegenüber seinem Vorgänger punkten. Dies wiederum kommt natürlich der Lebendigkeit im 3D-Betrieb zugute. Dass die JVC-Beamer von Beginn in Sachen Schwarzwert alles übertrumpfen konnten, was auf dem Markt war, ist kein Geheimnis und so macht auch der X70 bei extrem dunklen Bildinhalten die gewohnt hervorragende Figur. Skalierung und Deinterlacing von DVDs und PAL-Material gelingen vorzüglich und ohne Artefakte.

HD-Signale und 4k-Wandlung 



Da der X70 in keinem Bildmodus die Möglichkeit bietet, die 4k-Wandlung zu deaktivieren (lediglich im 3D-Betrieb ist sie inaktiv), ist eine native Full-HD-Bewertung bei ihm nicht mehr möglich. Einzig der Fachhändler kann über das Servicemenü eine Abschaltung bewirken. Um aber zur wichtigsten Frage zu kommen: Wie schlägt sich die Wandlung von Filmmaterial in die höhere Auflösung? In unserem Testlabor wählten wir den direkten Vergleich mit dem Vorgänger, dem X7, und staunten nicht schlecht: Gerade bei hohen Bildschirmdiagonalen wird noch aus einem respektablen Betrachtungsabstand ersichtlich, dass das Pixelraster vollkommen verschwindet. Selbst bei direktem Nase-Leinwand-Kontakt kann man die Pixelstruktur des JVC-D-ILA-Chips nicht mehr erkennen. Der unbestreitbare Vorteil ist in der sichtbar besseren Darstellung von Rundungen und feinen Details zu sehen. Wo vorher noch Treppenstufen waren, herrscht mit der 4k-Wandlung eine nahezu analoge Wiedergabe – sensationell! Auch die Skalierung lässt nichts zu wünschen übrig. Das Hochrechnen des Ausgangsmaterials gelingt ohne jedes Artefakt, und bei entsprechender Bildbreite wirkt das Ganze in der Tat plastischer und feiner – schön zu sehen bei der Motodrom-Übersichtsszene von „Cars“ (1’44). Hängt man sich mit der Nase vor die Leinwand, könnte man den Eindruck bekommen, dass das Bild aufgrund fehlender Pixelstruktur ein wenig unschärfer wird. Allerdings verschwindet dieses Empfinden bei regulärem Betrachtungsabstand. Einziges Manko des X70 ist eine in Mischhelligkeiten wahrnehmbare Unruhe, die der X7 so nicht offenbarte und die an das Spiegelrauschen von DLP-Beamern erinnert.

3D-Wiedergabe und Clear Motion Drive



Bei der 3D-Wiedergabe wurden vor allem neue Software-Algorithmen implementiert. So lässt sich die Parallaxe in der dreidimensionalen Darstellung nun in 31 Schritten definieren, und es besteht die Möglichkeit, Crosstalk zu kompensieren. Die Parallaxenfunktion vergrößert den 3D-Effekt, indem sie die Darstellung verschiebt, so dass man ihn an das subjektive Empfinden anpassen kann. Die Crosstalk- Kompensation kann über die drei Grundfarben und den Weißwert verändert werden. In insgesamt 17 Stufen besteht sogar die Möglichkeit, noch mehr Helligkeit aus der 3D-Wiedergabe zu holen – allerdings dann mit der Gefahr leichter Doppelbilder. Grundsätzlich gehört die 3D-Wiedergabe der JVCs zu den harmonischsten und deshalb konnten wir bei guten 3D-Discs die Helligkeit über die Crosstalk-Einstellung sogar noch etwas erhöhen. Beim X70 muss demnach kaum einer nach mehr Licht rufen, wenn es um die dreidimensionale Darstellung geht. Die erstmalig implementierte 2D-3D-Konvertierung ist in fünf Stufen regelbar und liefert einen recht dezenten Look. Der 3D-Effekt wird nicht übertrieben, ist aber bei vielen Realfilmen dann auch schon eher vernachlässigbar. Erst wenn man die Intensität auf „5“ und die Parallaxe weit über die Mitte hinaus nach rechts treibt, werden Doppelkonturen sichtbar. Im 3D-Betrieb ist die Zwischenbildberechnung, von JVC „Clear Motion Drive“ genannt, nicht verfügbar. Bei regulärer 2D-Wiedergabe gefällt der Modus „3“ (der schwächste der beiden Interpolationsmodi) mit recht artefaktfreier und filmischer Wiedergabe, jedoch bleiben bei extremen Schwenks leichte Ausreißer an vertikalen Objekten. Modus „4“ ist nur für Freunde absoluter Bildruhe, die dann mit einem künstlichen Videolook und sichtbaren Artefakten an feinen Details leben müssen.

Fazit

Zwar ist der X70 kein echter 4k-Projektor, aber seine Wandlung gelingt durch die geniale Innovation des „E-Shift-Elements“ absolut problemlos und sorgt für einen Filmlook, der so analog mit einem digitalen Projektor noch nie bestaunt werden durfte. Dazu kommen die per Software getunten sehr guten 3D-Eigenschaften und das bekannt kontraststarke Bild des JVC, und fertig ist ein echter Beamer-Hit.

Preis: um 7000 Euro

Beamer

JVC DLA-X70RBE

Referenzklasse


04/2012 - Timo Wolters

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Timo Wolters
Autor Timo Wolters
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Datum 03.04.2012, 14:06 Uhr
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