Kategorie: Beamer

Einzeltest: LG HU85LA


Wolf im Schafspelz

Beamer LG HU85LA im Test, Bild 1
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Die Vorstellung, einen Beamer für die ultrakurze Distanz zu konstruieren, der gut aussieht und obendrein dank seiner Positionierung auch als Soundbar eine gute Figur macht, hat was für sich. LG hat die CineBeam-Reihe mit dem Vivo HU85L entsprechend erweitert. Das Ergebnis kann sich schon auf den ersten Blick sehen lassen, nicht zuletzt, weil der dezente Quader neben 4K auch HDR-Inhalte unterstützt. Wie er sich ansonsten schlägt und ob er gleichzeitig sogar eine Soundbar ersetzen kann, haben wir ausführlich getestet.

Tatsächlich geht der HU85L erst auf den zweiten Blick überhaupt als Beamer durch, so dezent wie der weiße Quader auf dem Sideboard knapp vor der Leinwand steht. Anschlüsse sind nicht zu sehen, die sind, wie oft bei Kurzdistanz-Beamern zur (Lein-)Wand hin positioniert. Der Spiegel für den steilen Lichtaustritt ist versenkt angebracht, und ohnehin ebenfalls Richtung Leinwand ausgerichtet.

Beamer LG HU85LA im Test, Bild 2Beamer LG HU85LA im Test, Bild 3Beamer LG HU85LA im Test, Bild 4Beamer LG HU85LA im Test, Bild 5Beamer LG HU85LA im Test, Bild 6Beamer LG HU85LA im Test, Bild 7Beamer LG HU85LA im Test, Bild 8
Von vorn ist lediglich der graue Stoff zu sehen, mit dem für gewöhnlich auch Lautsprecher oder Soundbars bespannt sind. Beim LG Beamer befinden sich tatsächlich ebenfalls Lautsprecher hinter dem Bespannstoff. Da sich die Bespannung nicht abnehmen lässt, bleibt die Anzahl der verwendeten Chassis ein Geheimnis. Dasselbe gilt für die Seitenteile, aus denen es ebenfalls tönt, auch hier bleibt es das Geheimnis des Herstellers, ob er hier ebenfalls mit aktiven Lautsprecherchassis arbeitet oder es sich um eine passive Schallverteilung handelt. Im Audiomenü lassen sich dann auch folgerichtig verschiedene Klangpresets aktivieren, von denen vor allem der Kinomodus mit aktiviertem Ultra-Surround ein beachtlich räumliches Klangbild schafft. Außerdem stehen noch die Presets Standard, klare Stimme, Sport, Musik und Spiel zur Verfügung. Wem das Potenzial der eingebauten Lautsprecher nicht reicht, der kann einen externen Subwoofer zur Unterstützung im Tiefbassbereich zuschalten. Außerdem lässt sich der Sound alternativ auch komplett über externe Gerätschaften wiedergeben, die entsprechenden Schnittstellen sind jedenfalls vorhanden. So bietet die Kombination mit einer ausgewachsenen Soundbar nicht nur akustische Vorteile; bei entsprechenden Abmessungen kann diese nämlich vor oder unter dem Beamer platziert werden, oder aber an der Wand unterhalb der Leinwand. Die Verbindung übernimmt entweder der optische Digitalausgang des Beamers oder noch eleganter die Bluetooth-Schnittstelle. Je nach verwendeter Soundbar macht das Ganze eben auch optisch einiges her. 

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Perfekter Winkel


Doch nun zum Bild: Oben auf dem Beamer gibt es eine Klappe, die sich auf Druck öffnet und den Einsteller für die Bildschärfe freigibt. Da hierzu meistens der Spiegel verstellt wird, ändert sich beim Drehen neben der Schärfeebene auch die Bildgröße etwas, was allerdings nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass der HU85L über keinen optischen Zoom verfügt. Dennoch wirft die optische Einheit zusammen mit dem Spiegel und einer intelligenten Trapezkorrektur ohne viel Aufhebens und Einstellarbeiten ein perfekt entzerrtes Bild an die Leinwand. Bei einer Entfernung des Beamers zur Leinwand von fünfeinhalb Zentimetern (gemessen am Gehäuse) beträgt die Bilddiagonale etwa 2,30 Meter oder 90 Zoll, mit nur drei Zentimetern mehr Abstand erhält man ein Bild mit einer Diagonale von 100 Zoll! 

Smarte Bedienung


LG nutzt auch beim HU85L das von den Fernsehern bekannte WebOS-Betriebssystem, allerdings in der Version 4.5. Dort sind nicht nur viele Apps wie Netflix, Youtube, Amazon und Google Play Movies integriert, auch das Einstellungsmenü für die Beamer-Funktionen hat sich gegenüber der Version 3.5, die noch im Presto HU80 installiert war, deutlich verbessert. Jedenfalls hatte ich den Eindruck, mich diesmal viel besser zurechtzufinden. Zusammen mit den Netzwerk- und USB-Schnittstellen wird so aus dem Beamer ein kompletter Mediaplayer. Um die genannten Onlinedienste komfortabel nutzen zu können, verfügt der LG HU85 über integriertes WLAN. Für eine stabile Verbindung auch bei höheren Datenraten gibt es außerdem eine LAN-Buchse. Externe Laufwerke wie Festplatte, Sticks oder andere Speichermedien können an eine der beiden USB-Buchsen angedockt werden. Allerdings befindet sich keine dieser Buchsen leicht zugänglich an der Frontseite, sie sind aus kosmetischen Gründen nur von hinten zu erreichen, ebenso wie die beiden HDMI-Buchsen. Das wird allerdings nur dann zum Problem, wenn der Beamer allzu nah vor der Wand platziert wird. Lässt man etwas mehr Platz, kommt man besser an die Schnittstellen, außerdem wird dann das Bild größer. Bedient wird das Ganze über die Magic Remote von LG, die nach Art eines Laserpointers einen virtuellen Cursor auf die Leinwand projiziert und damit direkte Klicks, Scrollen und eine komfortable Bedienung der bei Bedarf eingeblendeten Tastatur erlaubt. Natürlich ist die Fernbedienung auch beleuchtet. Sobald sie in die Hand genommen wird, beginnen die Tasten in dezentem Weiß zu glimmen. Das kennt man so ähnlich von den leider nicht mehr verfügbaren UHD-Playern von Oppo und erweist sich gerade im dunklen Raum als äußerst komfortabel. Mithilfe des Mikrofons, das in die Fernbedienung eingebaut ist, und der integrierten AI-Technologie lässt sich der Beamer sogar per Sprache steuern. 

Setup und Bildqualität


Die Aufstellung des Vivo HU85L gestaltet sich als ziemlich einfach, die Anschlusskabel orientieren sich wie gesagt in Richtung Wand, sodass sie weitestgehend unsichtbar bleiben. Es muss nur etwas Platz bleiben, damit gerade die empfindlichen HDMI-Stecker nicht abknicken, Kabel mit abgewinkelten Steckern lösen aber auch dieses Problem, sollte es denn eines sein. Die Ausrichtung auf die Leinwand gelingt mithilfe der automatischen Trapezkorrektur schnell und zuverlässig, bei Bedarf lässt sich das Ergebnis zusätzlich mit der manuellen Vierpunkt-Ecken- Korrektur verfeinern. Den Bildmodus „Standard“, der ab Werk eingestellt ist, sollte man schnell verlassen und den HU85 in den Kino- oder Expertenmodus stellen. Letzteren gibt es sowohl für helle Räume als auch für das gut abgedunkelte Heim- oder Wohnzimmerkino; er bietet zusätzliche Einstellmöglichkeiten weiterer Bildparameter, wie Kontrast, Farbton und andere. Wir erreichten sowohl im Kino- als auch im Expertenmodus bei mittlerer Helligkeit des Lasers die besten Ergebnisse seitens der Farbtreue. Eine Lichtausbeute von knapp 1500 Lumen lässt selbst bei mittlerer Lampenhelligkeit keine Wünsche offen, da wäre selbst für eine dreidimensionale Projektion mehr als genug Reserve, darauf muss man allerdings beim LG verzichten. Bei niedrigster Lampenhelligkeit reicht die Lichtausbeute zwar auch, nur empfiehlt es sich dann, die Farbtemperatur manuell anzupassen, wozu es ebenfalls Bordmittel gibt. Stellt man nun die Farbtemperatur auf „Warm“, sinkt die vorher recht kühle Abstimmung auf 6200 Kelvin, leicht unterhalb der geforderten 6500 Kelvin. Der BT.709-Normfarbraum für HDTV-Inhalte wird nun akkurat abgebildet, was man dem Ergebnis auch ansieht. Unser Calman- Messsystem zeigt zudem eine so geringe Farbabweichung an, dass diese im Normalfall kaum wahrzunehmen ist. Der vorbildliche Verlauf der Gammakurve sorgt eigentlich in jeder vorgenommenen Einstellung für eine sehr hervorragende Durchzeichnung in den hellen wie in den dunklen Bildbereichen. Im HDR-Betrieb steigt dann zwar die Farbtemperatur, auf der anderen Seite gibt der Beamer einen leicht erweiterten Farbraum wieder und folgt mit seiner exzellenten Gammakorrektur perfekt den vorgegebenen Spezifikationen. Im Ergebnis liefert der LG HU85 eine der kontrastreichsten Umsetzungen von HDR-Inhalten.

Fazit

Der LG HU85L macht sich ausgesprochen schlank im Wohnzimmerkino, er liefert neben einem knackigen Bild mit hervorragender HDRUmsetzung zudem eine gute Grundlage für den Sound. Die Technik arbeitet dabei weitgehend im Verborgenen, es sei denn, man stellt sich einen Subwoofer dazu. Die langlebige und trotz der hohen Lichtausbeute recht sparsame Laser-Lichtquelle ist das Tüpfelchen auf dem i.

Preis: um 6000 Euro

Ganze Bewertung anzeigen
LG HU85LA
4.0 von 5 Sternen

02/2020 - Thomas Johannsen

Bewertung 
Bild 60% :
Kontrast 10%

Farbwiedergabe 10%

Schärfe 10%

Geometrie 10%

Rauschen 10%

Bildruhe 10%

Praxis 15% :
Zoomfaktor 5%

Lüftergeräusche 5%

Betriebskosten 5%

Bedienung 15% :
Gerät 5%

Fernbedienung 5%

Menüs 5%

Ausstattung 5% :
Ausstattung 5%

Verarbeitung 5% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Preis (in Euro) 6000 
Vertrieb LG, Eschborn 
Telefon 01806 115411 
Internet www.lg.de 
Messwerte
Lumen (Lt. Hersteller) 2700 
Lumen (gemessen im eco-mode) 1480 (mittlere Helligkeit) 
Bildhelligkeit (bei 6500 Kelvin) ...schwarz/weiß 0.3/1480 
ANSI-Kontrast 564:1 
Full-on- / Full-off-Kontrast 4933:1 
Ausleuchtung (in %) 83 
Betriebsgeräusch (0,5m/dB(A)) (in dB) < 30 dB 
minimaler/ maximaler Abstand (bei 2m Bildbreite) (in m) 0.38/0.38 
Projektionsverhältnis/ Zoomfaktor 0,19:1/1 
Gamma (D65) 2.2 
Abmessungen B x H x T (in cm)/ Gewicht (in Kg) 68/12.8/34.7/12.2 
Stromverbr. Aus/ Standby/ Betrieb –/<0,3 W/230 W /175 W(Mittel)/ 150W (Eco) 
Lampenart/ Lampenleistung Laser 
Preis Ersatzlampe nicht verfĂŒgbar 
Lebensdauer Lampe (in Std) standard/eco; Kosten pro Std (in cent) Laser/0 
Ausstattung
Projektionsprinzip DLP 0.47" 
Native Auflösung 1920 x 1080 (3840 x 2160 mit XPR2-Technologie) 
3D-Verfahren Frame Packing, Side-by-Side, Top & Bottom, Frame Sequential (3D Ready) 
Anschlüsse:
...Video/ S-Video –/– 
...Komponenten/ SCART –/ Nein 
...VGA/ RGB/ DVI/ HDMI –/ Nein / Nein / Ja 
...Audio/ 12 Volt Trigger/ RS-232C Ja / Nein / Nein 
...Full HD Ja 
Motorischer Zoom/ Fokus Nein / Nein 
Rückpro/ Deckenpro Ja / Ja 
Trapezausgleich Automatisch/manuelle 4-Punkt Ecken Trapezkorrektur 
Lens-Shift (manuell/motorisch) Nein / Nein 
Formatumschaltung 16:9 (nativ), umschaltbar auf 4:3 
Fernbedienung/ Beleuchtet Ja / Ja 
Signalkompatiblität 1080i, 1080p, 720p, 480i, 480p, 4096x2160 @60Hz, 3840p 
Besonderheiten LG WebOS 4.5 OberflĂ€che, Audioausgabe via Bluetooth 
Preis/Leistung gut 
+ sehr gute BildqualitĂ€t in UHD und FullHD 
+ umfassende Soundeinstellungen 
- Nein 
Klasse Referenzklasse 
Testurteil ausgezeichnet 
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Thomas Johannsen
Autor Thomas Johannsen
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Datum 20.02.2020, 15:03 Uhr
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Topthema: Meters Level Up
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
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