Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: Antelope Zodiac Platinum


Platin-Status

D/A-Wandler Antelope Zodiac Platinum im Test, Bild 1
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In den letzten Monaten gab‘s viele Gerüchte über das baldige Erscheinen des von Antelope angekündigten Rubicon-DAC. Die Wartezeit überbrücken wir mit diesem Schätzchen

Peripherie:

 Mitspieler: Apple MacBook Pro, OSX 10.8.3, Sonic Studio Amarra Apple MacBook Pro, Arch Linux, Music Player Daemon 2 x Intel-i3-PC, Windows 7, JRiver Media Center 19, JPLAY (Hybernate-Modus) Request Audio „The Beast“
 Endstufe: Dan D‘Agostino Momentum
 Lautsprecher: Klang+Ton „Nada“

Die Firma Antelope hat ihre Wurzeln im Profibereich, genau gesagt werden ihre Produkte gern in Tonstudios eingesetzt. Firmengründer Igor Levin hat Antelope seinerzeit gegründet, um das Thema Digitaltechnik weiter nach vorne bringen zu können. Wenn Sie mehr über Antelope wissen möchten: Die Homepage ist sehr informativ und hält ein paar nette Videos parat, unter anderem Interviews mit dem Gründer.

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Der ist auch maßgeblich an der Entwicklung der Rubidium- Atomic-Clock-Technologie beteiligt gewesen, die die ganzen im Tonstudio miteinander kommunizierenden digitalen Gerätschaften bestmöglich miteinander synchronisiert. Vor ein paar Jahren begann man dann damit, die gewissenhaft entwickelten Technologien in HiFi-haushaltsübliche Formate zu bringen und dem Highender Produkte anzubieten, die Studioqualitäten ins Wohnzimmer portieren. Mittlerweile sind sie für ihre exzellenten D/A-Wandler auch recht bekannt, den Geheimtipp-Status haben sie längst verlassen. Deswegen bin ich auch wenig nervös geworden, als mir Ende letzten Jahres der Zodiac Platinum versprochen wurde. Den packt man aus und fühlt sich als Antelope-Kenner gleich wie zu Hause. Das Gehäuse ähnelt den „Zodiac Gold“ und „Zodiac+“ getauften Geräten in seiner Form schon sehr, nur die Farbgebung ist jetzt schlicht silbern. In der Mitte sitzt der Alu-Drehknopf für die Lautstärke, der jetzt haptisch noch ein bisschen besser geworden ist und etwas vertrauenerweckender klickt als die beiden Vorgängermodelle, ansonsten gibt’s noch Quellenwahl, einen Mono-Taster und die Möglichkeit, das analoge Signal auf die symmetrischen Ausgänge oder die Kopfhörerbuchsen umzuleiten. Noch mal zur Lautstärke: Die ist in 1-dB-Schritten einstellbar. Da man die Power des Ausgangs feinfühlig an die Empfindlichkeit des angeschlossenen Verstärkers anpassen kann (gilt getrennt auch für die Kopfhörerausgänge), ist das in jedem Fall fein genug. Das Netzteil „Voltikus“ ist nun immer dabei, genau genommen kann man die beiden auch nicht mehr separat kaufen, sondern nur als Bundle. Ist natürlich genau richtig so, ein solcher DAC braucht eine vernünftige Stromversorgung. Jetzt stellt sich trotzdem die Frage: Wie viel mehr ist denn ein Platinum-DAC im Vergleich zu einem Zodiac Gold und dem Zusatznetzeil Voltikus? Ein bisschen mehr erwartet man ja schon. Gibt‘s auch. Und zwar eine Menge. Ein paar Technologien, die Antelope selbst entwickelt hat ,finden sich natürlich in allen Zodiac- DACs wieder, da ist auch der Platinum keine Extrawurst. Wer seinen Antelope-Klang auf die absolute Spitze treiben will, kann sogar die 10-MHz-Atomclock namens 10M aus gleichem Hause anschließen, dann passiert klanglich sicher noch einmal ein Sprung nach oben. Ein von Antelope speziell entwickelter USB-Chip ermöglicht extrem geringen Jitter und Übertragungsraten bis zu DSD128 und 384 kHz PCM – das ist eine Hausnummer. Außerdem finde ich es erfrischend, mal nicht mit der gut funktionierenden, doch allgegenwärtigen XMOS-Lösung konfrontiert zu werden. Zum Thema DSD hat Antelope ganz eigene Ideen. Um zum einen für eventuell bald auftauchende DSD256- Aufnahmen gerüstet zu sein und um klangliche Vorteile zu erhalten, erfahren die 1-Bit-Ströme ein Upsampling auf 12.288 MHz. Ja, das ist eine riesige Zahl, die eine nachvollziehbare Begründung hat, gerade bei DSD-Dateien. Da diese ein unumgängliches großes Rauschen beinhalten, wird immer Noise-Shaping angewendet, um die Rauschanteile in unhörbare Frequenzbereiche zu verschieben. Die digitalen Filter, die diesen Schmutz dann wegschneiden, arbeiten nun zwar ebenfalls oberhalb der Hörschwelle, erzeugen allerdings Phasenverschiebungen in Bereichen, die man sehr wohl noch wahrnehmen kann. Wenn man nun durch Upsampling dafür sorgt, dass die Filter ganz weit oben im Spektrum einsetzen, kann man diesen Effekt komplett eliminieren und mit ganz sanfter und phasenlinearer Filterchrakteristik arbeiten. So etwas habe ich vorher noch nicht gesehen, da ist Antelope schlicht ganz vorne. Das PCM-Upsampling wird von Antelopes eigenen Routinen in einem separaten FPGA-Chip vorgenommen – die im DAC-Chip angebotenen Upsampler waren einfach zu minderwertig. Antelope hat erkannt, wie klangkritisch solche Upsamplingprozesse sind und vertraut da lieber auf eigene Kompetenzen. Mit einer Präzision von 64 Bit ist man absolut auf der sicheren Seite, die Routine arbeitet laut Hersteller extrem linearphasig. Ist das Upsampling aktiv, wird alles auf das Maximum der Frequenzfamilie hochgerechnet. Soll heißen: 44,1-, 88,2- und 176,4-kHz-Dateien erfahren Upsampling auf 352,8, die 48-, 96- und 192-kHz-Files auf entsprechend 384 kHz. Letzteres wird sogar nativ über USB unterstützt, wird halt nur nicht hochgerechnet. Um schon mal vorzugreifen: Ich habe das Upsampling angelassen, obwohl ich sonst ein Freund nativer Wiedergabe bin. Hier klingt‘s einfach etwas besser und durchhörbarer. Das liegt mit Sicherheit auch am zwangsweise erfolgenden Reclocking, das hier DSP-gesteuert und mit einem thermisch stbilisierten Oszillator erfolgt und somit einen optimalen und unbestechlichen Signaltakt liefert. Man muss halt an alles denken. Die Entwickler haben sich übrigens dafür entschieden, die Filter für den Nutzer nicht umschaltbar zu gestalten, einfach weil sie fest an das Linear- Phase-Konzept glauben und dieses deshalb fest eingebaut haben. Die beiden DAC-Chips (Burr-Brown 1792) wurden für eine saubere Kanaltrennung schön weit voneinander getrennt und laufen jeweils im Monobetrieb. Dadurch gibt’s schöne Dynamik. In jedem Fall benötigt man Treiber, um den Platinum über USB ans Laufen zu kriegen, sowohl unter Windows als auch OSX. Aktuelle Versionen gibt’s auf der Homepage von Antelope Audio, außerdem kann man hier noch das „Control Panel“ herunterladen, das für komfortables Feintuning des DACs eingesetzt wird. Mit diesem Programm kann man, weitaus komfortabler als am Gerät selbst, Upsampling ein- und ausschalten, die USB-Class von 1 High Speed auf Class 2 (wichtig für die DXD-Wiedergabe) umstellen und aus der Ferne die Lautstärke einpegeln. Wenn man den Softwareregler nutzt kann man auch die feinen Relais klicken hören, das hat was! Für die Linux-Freunde gibt es eine gute Nachricht: Das Control-Panel steht auch für Debian-, Fedora- und Arch- Distributionen zum Download bereit. Das gibt’s ja auch nicht oft. Für den Test habe ich mehrere Softwareplattformen erfolgreich genutzt. Unter Windows spielte Jriver Media Center in seiner aktuellen Version 19, unterstützt vom Audiodienst Jplay. Beide können DSD herausgeben und stellen eine klanglich erstklassige Basis dar. OSX-Nutzer sind mit Amarra ja immer auf der sicheren Seite, wer DSD und DXD unbedingt braucht, muss auf PureMusic oder Audirvana umschwenken. Zum Schluss noch die Linux- Fraktion: Music Player Deamon (mit einer Benutzeroberfläche Ihrer Wahl) leistet wunderbare Dienste. Die meiste Zeit habe ich mit der Jriver/ Jplay-Kombi verbracht. Das war überhaupt eine recht lange Session, einfach weil‘s so gut war.

Fazit

Die räumliche Stabilität ist ganz klar eine der Stärken des Platinum-DACs. Teilweise werden einem die musikalischen Ereignisse beängstigend genau und realistisch präsentiert, ich bin manchmal regelrecht zusammengezuckt.

Preis: um 5000 Euro

D/A-Wandler

Antelope Zodiac Platinum


05/2014 - Christian Rechenbach

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Antelope Audio, Deutschland 
Telefon 05341 1889952 
Internet www.antelopeaudio.com/de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 150/90/310 
Eingänge: 1x analog RCA 
Leistung 4 Ohm / 8 Ohm (in Watt): 2 x 52/2 x 36 
THD+N (in %): 0.009 
SNR (A-gewichted in dB): 109 dB(A) 
Besonderheiten: Nein 
checksum „Die räumliche Stabilität ist ganz klar eine der Stärken des Platinum-DACs. Teilweise werden einem die musikalischen Ereignisse beängstigend genau und realistisch präsentiert, ich bin manchmal regelrecht zusammengezuckt.“ 
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Autor Christian Rechenbach
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Datum 14.05.2014, 10:14 Uhr
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