Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: Cambridge Audio DacMagic


Graue Eminenz

D/A-Wandler Cambridge Audio DacMagic im Test, Bild 1
1896

Dass D/A-Wandler derzeit so richtig angesagt sind, steht fest. In letzter Zeit trudelten ganz viele Pressemitteilungen bei uns ein, die tolle Wandler anpriesen. Oft hat mir eins gefehlt: Ein richtig guter Wandler in einer vernünftigen, nicht komplet abgehobenen Preisklasse. Bitte schön: Hier ist einer.

Ich meine mich zu erinnern, dass Cambridge Audio Ende der 80er Jahre mit die Ersten waren, die externe Wandlerlösungen anboten (insgesamt waren die Briten auf dem Gebiet quasi Pioniere). Heute fertigen sie (wie fast alle anderen auch) in Fernost, haben sich aber schon seit Jahren einen guten Ruf erarbeitet, indem sie vernünftig bepreiste Produkte mit tollem Gegenwert anboten. Und es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn das jetzt anders wäre. Das hübscheste HiFi-Gerät auf der Welt ist es nicht, die Optik wird aber auch niemandem übel aufstoßen. Es ist halt eine graue Kiste, die man auch durchaus als dezent durchgehen lassen kann.

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Wer will, kann ihn auch aufrecht hinstellen, eine entsprechende Gummiauflage liegt bei. Auf der Frontpartie befinden sich An/Aus-Schalter, die Quellenwahl und eine Taste zum Umschalten der Filtereigenschaften. Ganz rechts ist noch eine Reihe von Indikatoren für die Samplingrate. Das ist durchaus praktisch, denn wie oft möchte man doch wissen, was denn nun wirklich am Ende des S/PDIF-Kabels herauskommt.

Innereien


Im DacMagic werkelt der von Anagram Technologies lizenzierte „Adaptive-Time-Filtering“-Prozess. Kernstück ist der Texas-Instruments-Prozessor, der auch das Upsampling übernimmt. Jedes ankommende Signal wird auf 192 kHz/24 Bit hochgerechnet. Die Wandlung übernehmen insgesamt vier (zwei pro Kanal – Vollsymmetrie!) 24-Bit-DACs von Wolfson. Ich glaube, die stecken auch in den ganz großen Azur-CD-Playern wie dem 840C. Und die klingen – das sind also gute Voraussetzungen. Der bereits erwähnte Phasenumkehrschalter ist mutifunktionell. Wenn man ihn lange drückt, dreht man die Phase um, kurzes Anwählen schaltet einen von drei Filermodi ein: Lineare Phase, Minimalphase und Steilfilter. Jedes der drei hat individuelle Vor- und Nachteile, die den Klang auf subtile Weise beeinflussen. lineare Phase bedeutet, dass alle Frequenzen mit der gleichen Verzögerung herausgegeben werden, allerdings ist das Pre-Ringing hier stärker ausgeprägt. Das hat man im Modus „Minimalphase“ nicht, allerdings ist hier die Gruppenlaufzeit übers Frequenzband gesehen nicht konstant. Das Steilfilter trennt den Durchlassbereich härter, was jedoch eine leichte Abschwächung der Höhen mit sich bringt. Mit diesen Filtern kann man sich herrlich austoben und seinen Favoriten ermitteln. Dazu komme ich noch. Auf der Rückseite wird der DacMagic verkabelt. Ein Steckernetzteil liegt bei, die Stromversorgung hätte wohl nicht mehr reingepasst? Sehen wir noch. An Anschlüssen jedenfalls soll es nicht mangeln. Der symmetrischen Wandlung tragen die XLR-Ausgänge Rechnung; wer diese Anschlussart nicht nutzen kann, nimmt halt die normalen Cinchausgänge. Darüber (oder daneben – je nachdem, wie man ihn hinstellt) sitzen die beiden Signaleingänge in jeweils optischer und koaxialer Bauweise. Außerdem – ganz wichtig – gibt es noch einen USB-Eingang, ohne den es heute ja nicht mehr geht. Wer einen PC anschließt, findet in den Systemeinstellungen ein USB-Audiogerät, das ohne Treiberinstallation einfach da ist. Ein wenig mit Software spielen sollte man trotzdem, denn der DacMagic lässt sich mit ASIO-Treibern konfigurieren. Bei mir haben‘s die von www.usb-audio.com getan. Ich empfehle Ihnen das Einrichten dieser Treiber an dieser Stelle, der Klanggewinn ist durchaus nennenswert, wenn man die Musik per Kernel-Streaming, also am Windows-Betriebssystem vorbei, an den DAC schickt. Als Zusatz bekommt man noch je einen S/PDIF-Koaxial- und Lichtausgang. Die reichen das Signal einfach nur durch, greifen es nicht an. Kann man gut brauchen, wenn man noch ein digitales Aufnahmegerät anschließen will. Nochmal zur USB-Schnittstelle: Die nimmt anstandslos Signale in einer maximalen Auflösung von 24 Bit in bis zu 48 kHz entgegen. Das ganz hochbittge Zeug muss also per S/PDIF gesendet werden. Habe ich beides gemacht. In hoher Auflösung, also in beispielsweise mittlerweile doch häufiger herunterladbaren 96 kHz, kann man diese Schnittstelle leider nicht verwenden. Diese Alben musste ich per S/PDIF ansteuern, damit mir der Cambridge auch schön brav das blaue Lämpchen bei dieser Auflösung anmachte. Die Tatsache, dass 192 exakt das Doppelte von 96 ist, bevorteilt das natürlich noch, denn es ist immer besser, gemeinsame Vielfache zu verwenden. So funktionert das mit 88.2 kHz beispielsweise nicht ganz so gut. Meine per Adapter auch aus dem Rechner gesendeten Musikstücke jedenfalls spielten in Höchstform. Ein gut gemachter Plattenrip von Kraftwerks „Autobahn“ lief am DacMagic so ausdrucksstark, wie ich ihn mir nur erhoffen konnte. Die anderen Verbindungsarten mussten jedoch auch noch ran, auch wenn ich gern lange gehört hätte. Die meiste Zeit (weil‘s so bequem ist) habe ich dann vor meinem MediaMonkey gesessen, der per ASIO-Schnittstelle Musik über die USB-Strippe schob. Das ging echt gut, so befeuert muss man dem DacMagic auch erstmal was vormachen. Derselbe Schub, derselbe Nachdruck verlieh der USB-Musik eine gewisse Opulenz, genau wie per S/DIF. Jetzt war es natürlich an der Zeit, mit der Filterphase zu spielen, die ich gern per Fernbedienung umgeschaltet hätte, aber so etwas liegt der Packung nicht bei. Egal, so richtig gut hört man Unterschiede eh erst raus, wenn man sich eine Weile „eingehört“ hat. Filtereinstellung „Linear“ spielte an dem Eingenkonstrukt „Notch“, gebaut von den geschätzten Kollegen von der Klang+Ton, übrigens ganz vorzüglich. Dieser Lautsprecher malt nämlich eher große Ereignisse, so dass gerade Stimmen davon profitierten, dass sie etwas schrumpften. An messerscharf abbildenden Lautsprechern mit Koaxialchassis oder Breitbändern gefiel es mir persönlich mit dem Filter auf „Minimal“ besser – somit lädt der Dac- Magic herzlich zum Experimentieren ein. Druck von unten heraus lieferte er jedenfalls unabhängig von Filtern und Durchzeichnung, und Musikalität bringt er in absolut hohem Maße mit. Pauschal treffe ich die Aussage, dass es in dieser Preisregion momentan schwer wird, einen auf vergleichbarem Niveau spielenden DAC zu finden.

Peripherie:

 – Quellen:

 Logitech Squeezebox
 Apple AppleTV
 Shanling CD-S 100MKII


– Vollverstärker: Krell S300i

– Vorstufe: MalValve preamp 3

– Endstufen: SymAsym

– Lautsprecher:

 KEF Reference 230/2
 Teufel Ultima 800
 Klang+Ton „Notch“

Fazit

In seinem Preisumfeld gibt es derzeit keinen zweiten D/A-Wandler, der eine derart komplette Ausstattungsliste vorweisen kann und gleichzeitig auf einem so hohen Niveau spielt.

Kategorie: D/A-Wandler

Produkt: Cambridge Audio DacMagic

Preis: um 430 Euro

6/2010
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Taurus High End, Hamburg 
Telefon 040 5535358 
Internet www.taurus-high-end.com 
Eingänge: 2 x S/PDIF koaxial (bis 96 kHz, 24 Bit) 
Ausgänge: 1 x analog RCA 
Abmessungen (in mm): 52/215/191 
Besonderheiten
checksum In seinem Preisumfeld gibt es derzeit keinen zweiten D/A-Wandler, der eine derart komplette Ausstattungsliste vorweisen kann und gleichzeitig auf einem so hohen Niveau spielt. 
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Christian Rechenbach
Autor Christian Rechenbach
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Datum 10.06.2010, 10:04 Uhr
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Topthema: Wenn man ehrlich ist ...
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