Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: iFi micro iDSD


Handgranate

D/A-Wandler iFi micro iDSD im Test, Bild 1
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In England erdacht, im fernen Osten gefertigt: Abbington Music Research entwickelt sich immer mehr zum Spezialisten für preiswertes, kompaktes Überraschungs-HiFi.

Kaum sind die Jubelarien über den niedlichen iFi nano iDSD ein wenig abgeebbt, schieben Vincent Luke und Thorsten Lösch ihren nächsten Frontalangriff auf die etablierte Wandlerkonkurrenz hinterher: Der iFi micro iDSD kann ein paar Kunststücke, bei denen derzeit weltweit praktisch niemand mithalten kann. Und das für vierneunundneunzig. Der Reihe nach: „iFi“, das ist ein Ableger von Abbington Music Research. Ein Hersteller, der in den vergangenen Jahren durch sehr ambitionierte High- End-Gerätschaften auf sich aufmerksam machte. Technisch immer sehr eigenständig, mit herrlich undogmatischem Einsatz von sowohl Röhren als auch modernsten Halbleitern – gerade so, wie Thorsten Lösch es für richtig hält.

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Der deutschstämmige Konstrukteur ist insbesondere in der DIY-Szene eine ziemlich schillernde Persönlichkeit (gewesen, seit seinem professionellen Engagement ist’s diesbezüglich leider deutlich ruhiger um ihn geworden) mit oftmals speziellen, aber immer sehr fundiert argumentierten Ansichten. Manche von Thorstens Selbstbaukonstruktionen genießen bis heute Kultstatus. „iFi“ soll das kreative Potenzial des Audio-Wunderkindes in bezahlbaren Regionen nutzbar machen. Bis jetzt hat das hervorragend funktioniert und der micro iDSD wird dem Nimbus weiter zuträglich sein, da bin ich sicher. iFi-Geräte sind portabel. Will sagen: Die werden per eingebautem Akku versorgt. Das macht von daher Sinn, weil sie so kompakt sind, dass man sie unterwegs benutzen kann (und soll). Der micro iDSD ist, genauso wie der nano iDSD, eine Kombination aus Kopfhörerverstärker und D/A-Wandler, die Sie sich gerne an den Gürtel hängen dürfen, um Musikdaten aus Ihrem Smartphone in unvergleichlicher Qualität an den Kopfhörer zu liefern. Prinzipiell ist das auch der Job des nano iDSD; was Thorsten & Co. mit dem bei unverändertem Gehäusequerschnitt doppelt so tiefen micro iDSD allerdings „angerichtet“ haben, geht darüber noch deutlich hinaus. Um es gleich vorneweg zu sagen: Mit dem Ding joggen zu gehen heißt eine ganze Perlenkette vor die Säue zu werfen. Zumindest dann, wenn Sie das Gerät hinterher nicht umgehend wieder an Ihre „richtige“ Anlage stöpseln, dazu hat’s nämlich zwei Cinch-Ausgänge. Die Konzeption des micro iDSD fußt auf Vorschlägen von Interessierten aus dem Internet, der Hersteller hatte im Vorfeld dazu aufgerufen, entsprechende Wünsche zu äußern. Was in Sachen Features dabei herauskam, ist nicht weniger als konkurrenzlos: Das Gerät verarbeitet ab USB-3.0-Eingang PCM-Daten bis 768 Kilohertz und 32 Bit (da fällt „DXD“ mit hinein), dazu maximal Achtfach-DSD (DSD 512). Da sind Formate bei, für die es bislang praktisch noch keine Software gibt, aber man kann ja nie wissen. Wer auf Nummer sicher gehen will – mit diesem Wandler ist man gerüstet. Der Kopfhörerverstärker hat drei schaltbare Leistungsstufen und „drückt“ maximal vier Watt bei einer Spannung von acht Volt. Ich hab’s noch nicht probiert, aber damit müsste sich durchaus ein Lautsprecher zu nennenswerten Pegeln überreden lassen. Einen Kopfhörer, der sich damit nicht ausreizen lässt, gibt’s schlicht nicht. Komfort? Reichlich. Das Gerät ist mit insgesamt sieben Schaltern bestückt. Unten gibt’s einen Umschalter zwischen dem lautstärkegeregelten Ausgang für den Kopfhörerbetrieb und dem „ungebremsten“ Cinch-Ausgang. Ein weiterer Schiebeschalter passt die Empfindlichkeit in drei Stufen an den Wirkungsgrad des Kopfhörers an. Wählen Sie hier eher eine niedrige Empfindlichkeit, sonst geraten sie beim Leisehören in die Regionen ganz links beim Lautstärkepoti, in denen der Kanalgleichlauf nicht mehr sehr gut ist. Seitlich gibt’s Schalter für die maximale Power des Kopfhörerverstärkers (mehr Leistung bedeutet: Akku schneller leer), die Wahl der absoluten Phase und ein dreistufig schaltbares Digitalfilter. Welches davon Sie bevorzugen, ist Geschmackssache. Vorne kann man „XBass“ und „3D Holographic“ aktivieren; hört sich schlimm an, ist es aber nicht: Beide Eff ekte verändern die Klang merklich, aber nicht aufdringlich. Gerade im mobilen Kopfhörerbetrieb kann der eine oder andere Effekt durchaus von Vorteil sein. Neben Kopfhörerausgang, USB-Eingang und separater USB-Ladebuchse gibt’s noch einen analogen Eingang im 3,5-mm-Klinkenformat. Der S/PDIF-Anschluss kann sowohl Ein- als auch Ausgang sein. Das ist ein pralles Paket und erforderte reichlich Technik. Der Aluminiumtubus ist so vollgestopft mit Technik, dass wir aufs Zerlegen sicherheitshalber verzichtet haben. Konkret stecken zwei doppelseitig bestückte Platinen und ein Akkupack mit 4,8 Amperestunden drin und praktisch keinerlei Luft mehr. Die Wandlung an sich übernimmt ein Burr-Brown-Doppelpack in Gestalt zweier DSD 1793, viele andere Chips sind nicht so leicht zu entschlüsseln. Die Taktung übernimmt jedenfalls eine extrem jitterarme „Femto Clock“, als digitales Front End dient eine Lösung von XMOS. Ersparen wir uns weitere Details und werfen das Gerät einfach mal „in den Ring“. Als Quelle diente meine aktuelle „Bastellösung“ mit einem Rechner auf Basis eines extrem abgespeckten Linux. Die hat den Vorteil, dass sie keinerlei Treiber braucht. Der micro iDSD wird denn auch problemlos erkannt und spielt alles, was ich ihm vorsetze. Unter Windows ist die Installation eines Treibers erforderlich, davon gibt’s ständig aktualisierte Versionen auf der Herstellerwebseite. micro iDSD mit Kopfhörer – das geht unfassbar gut. Ich ermuntere ausdrücklich zum Spielen mit den diversen Möglichkeiten zur Klangbeeinflussung. Dem mitunter etwas strengen AKG K701 jedenfalls steht insbesondere „XBass“ bestens zu Gesicht. Jeder angeschlossene Kopfhörer kann am micro iDSD eine Dynamik entfalten, die sonst nur große stationäre Maschinen schaff en. Für mich ist der Kopfhörerbetrieb lediglich Spaß abseits des „richtigen“ Musikhörens, so dass der micro iDSD in der Anlage erst so richtig zeigen musste, was er denn kann. Der bisherige Tenor setzt sich fort: Überaus lebendig, mitreißend und „punchy“ geht das Miniatur-Wunderwerk zur Sache. Der nano iDSD wirkt etwas hemdsärmeliger und rauer, der micro löst besser auf, wirkt erwachsener und öffnet größere Räume. Einen typisch „digitalen“ Klangeindruck vermeidet er wie der Teufel das Weihwasser, vielmehr erinnert das Klangbild mitunter an einen guten alten Reibradplattenspieler. Jawohl, es gibt noch etwas erhabener und fester spielende Wandler. Die allerdings haben gerne mal eine Null mehr am Preisschild. Der micro iDSD ist in Sachen Preiswürdigkeit und Zukunftssicherheit eine absolute Ausnahmeerscheinung.

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Fazit

Nicht weniger als das fetteste Technikpaket, das die Wandlerwelt derzeit zu bieten hat. Mit herrlich direktem und freiem Sound und einem überaus leistungsfähigen Kopfhörerverstärker.

Preis: um 500 Euro

iFi micro iDSD

01/2015 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 500 
Vertrieb: WOD Audio, Nidderau 
Telefon: 06187 900077 
Internet www.wodaudio.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 67/28/180 
Eingänge x Line (3,5 mm Klinke) 1 x USB asynchron , 1 x S/PDIF 
Ausgänge: 1 x Kopfhörer (Klinke) 1 x Line (Cinch), 1 x S/PDIF 
checksum „Nicht weniger als das fetteste Technikpaket, das die Wandlerwelt derzeit zu bieten hat. Mit herrlich direktem und freiem Sound und einem überaus leistungsfähigen Kopfhörerverstärker.“ 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 02.01.2015, 15:02 Uhr
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