Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: YBA D100


Generationenfolge

D/A-Wandler YBA D100 im Test, Bild 1
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Es ist schwer, im Audiobereich die Gratwanderung zwischen aufwendiger Technik, tollem Klang und einem bezahlbaren Preis zu schaffen. Dennoch setzt sich YBA seit der Gründung vor über 30 Jahren genau dieses Ziel.

Firmengründer Yves-Bernard André, dessen Initialen der Firma ihren Namen gaben, trifft keine leichtfertigen Entscheidungen und hetzt nicht jedem Trend hinterher. Jede der Produktlinien der französischen Audioschmiede ist darum klar durchstrukturiert und geradlinig aufgebaut. Hier gibt es in verschiedenen Klassen normalerweise einen Vorverstärker mit passenden Endstufen, oder einen Vollverstärker, ergänzt durch einen CD-Player, oder eine Kombination aus externem D/A-Wandler und CD-Transport. Bis vor kurzem setzte Monsieur André noch ausschließlich auf optische Datenträger, bis in der Heritage Range schließlich auch der erste Media Streamer ins Portfolio aufgenommen wurde.

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Der Schritt in Richtung High-Res Audio wurde also nicht vorzeitig begangen, sondern gut überlegt. Doch gestiegene technische Ansprüche fordern eben auch bei anderen Geräten der Heritage Range Veränderungen, weshalb nun auch ein neuer D/A-Wandler Einzug hält, der alle Möglichkeiten hochaufgelöster Musik ausschöpfen möchte. Natürlich werden auch beim neuen Heritage D100 keine Experimente gewagt, weshalb er von Kennern der Marke sofort als YBA identifiziert wird. Ein klares, geradliniges Design mit dezent verzierter Frontplatte, in dessen Mitte die firmentypische Anzeige in Augenform sitzt, die in ähnlicher Form auch in den exklusiven Signature und Passion Reihen verwendet wird. Eingerahmt vom Heritage Familienschriftzug oben und der Gerätebezeichnung unten, gibt hier eine hellgelbe OLED-Anzeige den jeweiligen Eingang und die Abtastrate der gespielten Musik preis. Gut ablesbar, ohne Schnick-Schnack. Auch sonst verzichtet der D100 auf Gestalterische Kunststücke und bietet an seiner Front lediglich drei stabile Hebel aus Metall, über die die Grundfunktionen ders Wandlers gesteuert werden können. Ganz links der Standby-Hebel, der den eleganten Wandler aus seinem Dornröschenschlaf holt. Direkt daneben der Quellenwahlhebel, mit dem man von Anschluss zu Anschluss wechselt. Zuletzt noch ein Hebel mit der Kennzeichnung SRC. Hinter diesem Akronym verbirgt sich der englische Begriff „Sample-Rate-Conversion“, sprich, der D100 nimmt bei Betätigung des dazugehörigen Schalters ein Upsampling der laufenden Musik vor. Auch hier möchte YBA keine unnötigen Modi schaffen, die ewiges Experimentieren zur Folge haben, sondern legt eine Abtastrate fest, die auch weniger hoch aufgelöste Titel behandelt wie digitale Feinkost: 192 kHz bei 32 Bit. Die Erweiterung der Worttiefe hilft dabei, besser zwischen Störgeräuschen und eigentlicher Musik unterscheiden zu können, so dass Grund- und Quantisierungsrauschen bekämpft werden. Die Erhöhung der eigentlichen Abtastrate führt außerdem zu einem etwas glatteren, klareren Klang, da der Wandler weniger Interpolieren muss. Dennoch muss man ehrlich sagen, dass das verwendete Upsampling, zumindest bei gut aufgenommener und abgemischter Musik, keine Offenbarung ist. Trotzdem kann der hilft der Wandler hier auch CD-Rips ein wenig auf die Sprünge. Doch bereits ohne SRC ist der D100 in Sachen Abtastraten gut aufgestellt. Sowohl der koaxiale, wie auch der optische S/PDIF-Einfang verarbeiten Audiosignale mit bis zu 192 kHz bei 32 Bit, während auch bei der praktischen Bluetooth-Verbindung für zwischendurch nicht auf Qualität verzichtet werden muss, da hier auch unkomprimierte Daten empfangen werden können. Highlight des D100 ist jedoch der USB-B-Anschluss, der die technischen Möglichkeiten des verwendeten BurrBrown Wandlers ausreizt. Mit Hilfe der vielseitigen Schnittstelle wandelt der PCM1795 Chip sogar PCM Signale mit bis zu 384 kHz bei 32 Bit und ermöglicht außerdem das Abspielen von DSD-Dateien bis hin zu Doppel-DSD mit 5,6 Mhz. Doch selbst bei den andren Eingängen erkennt der Heritage Wandler eine mögliche DSD-Kodierung und zeigt dies auf seinem Display an, egal ob per S/PDIF oder Bluetooth. Eine direkte Wiedergabe erfordert jedoch die Verwendung von USB. Bei der Ausgabe der Signale zeigt sich der D100 flexibel und bietet sowohl einen Satz unsymmetrische Cinch-Stecker, wie auch ein paar XLR-Anschlüsse. Während der der Wandler also von technischer Seite keine Präferenzen vorgibt, zeigt sich im Spiel, dass der Heritage DAC es doch lieber etwas feingeistiger hat. Im Hochtonbereich gleiten die Töne wunderbar geschmeidig dahin. Streicher bieten klares, klirrfreies Spiel, bis in die obersten Frequenzbereiche, ohne dass unschönes Zerren entsteht. Auch Stimmen gibt der D100 mit einer angenehmen Wärme wieder, bei der selbst das leichte Hauchen der Interpretin nach jedem Ton hörbar bleibt. Gerade bei hoch aufgelösten Dateien gibt sich der Heritage recht detailverliebt und präzise, so dass Klassik und Jazz dem Gerät wunderbar zu Gesicht stehen. Etwas schwerer tut sich der Wandler aber mit Elektronischer oder Rockmusik, die zwar ebenfalls sehr geschmeidig wiedergegeben wird, doch gerade das lässt ein wenig den Punch im Bass vermissen, der hier manchmal nötig ist um wirklich mitzureissen. Dennoch bleibt der YBA damit wunderbar langzeittauglich und ermöglicht auch lange Hörsessions, ohne zu ermüden. Ein guter Partner also für Symphonien und Opern, die der Franzose frisch und dynamisch an die Lautsprecher leitet. Die Heritage Linie bleibt ihren Namen also treu und erweitert die Reihe um einen modernen, DSD-fähigen Wandler, der bietet, was man von der Reihe erwartet: technischen Anspruch, feinen Klang und einen fairen Preis. Monsieur Anré bleibt sich treu.    

Fazit

YBA erweitert seine Heritage-Range mit  dem D100 um einen wunderbar geradlinigen Wandler, der weder technisch noch  klanglich auf unnötige Spielereien setzt,  sondern bewährte Konzepte auf ein besonders hohes Niveau bringt und gleichzeitig  auf der Höhe der Zeit bleibt.

Kategorie: D/A-Wandler

Produkt: YBA D100

Preis: um 1500 Euro

11/2016
Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 1.500 Euro 
Vertrieb: Multiroom-Vertrieb, Hamm 
Telefon: 02385 5236 
Internet www.multiroom-vertrieb.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 430/118/372 
Eingänge 1 x USB-B, 1 x S/PDIF koaxial, 1 x S/PDIF optisch, Bluetooth 
Unterstützte Abtastraten: Koaxial und Optisch: bis 192 kHz, 24 Bit USB: PCM bis 384 kHz, 24 Bit und DSD bis DSD128 5,6 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 1 x XLR Stereo, 1 x RCA Stereo, 1 x S/PDIF koaxial 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 26.11.2016, 10:00 Uhr
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Topthema: Feurig
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High-End-Standbox mit ESS AMT

Mit diesen Chassis wollte ich schon immer mal etwas bauen. Dass ich sie allerdings jemals zusammen in einer Box haben würde, hätte ich dann doch wieder nicht erwartet – dass das Ganze so gut werden würde, dann schon eher.

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