Kategorie: DVD-Player

Einzeltest: Labtek Aurora


Zwei Gesichter

DVD-Player Labtek Aurora im Test, Bild 1
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Dieser recht überraschend in unserer Redaktion eingetroffene Multiformat-Player hat sofort nach dem Auspacken dafür gesorgt, dass ich erst mal überlegen musste, wie gut ich das finde, was ich gerade aus dem Karton befreit habe. Nach und nach ging meine Unsicherheit verloren.

Peripherie:



Vorverstärker:


MalValve preamp 3


Endstufen:


SymAsym
2 x Pro-Ject Amp Box SE


Lautsprecher:


Klang+Ton Schmitti Memorial
KEF Reference 205/2


Im schönen Italien hatte man schon immer ein Händchen dafür, das besondere HiFi zu bauen. Das Schöne ist, dass trotz der Möglichkeit, in Fernost zu produzieren, gerade in diesem Land viele kleine Firmen sitzen, die tatsächlich noch Handarbeit Made in Italy abliefern. Eine davon heißt Labtek und ist gerade dank neu gewonnenem Deutschlandvertrieb drauf und dran, unsere Gefilde zu besiedeln. Keine schlechte Idee, denn die Produkte aus Pieve D‘Alpago sind erfrischend anders.

DVD-Player Labtek Aurora im Test, Bild 2DVD-Player Labtek Aurora im Test, Bild 3DVD-Player Labtek Aurora im Test, Bild 4DVD-Player Labtek Aurora im Test, Bild 5
Die Kombination von moderner, mit berührungssensitiven Bedienelementen ausgestatter Frontplatte und Korpus im Industrie-Look finde ich persönlich sexy. Die herauslugenden Röhren tun ihr Übriges. Wenn man sich vorstellt, dass dieses Produkt wirklich noch von Hand an einem wunderschönen Ort (bemühen Sie mal die Google-Bildersuche) zusammengebaut wird, wächst in einem unmittelbar das Gefühl heran, etwas Besonderes vor sich zu haben. Was steckt drin in diesem optisch herausfordernden Teil? Erst mal ein Laufwerk und zwar eines, das CDs und SACDs abspielt und, das erklärt auch die Mehrkanal- und Videoanschlüsse, DVDs wiedergeben kann. Das macht aus dem Aurora ein Gerät aus der Kategorie „Audiophiler DVD-Spieler“. Ich finde das klasse, wenn man bedenkt, wie viel Klang man sonst den handelsüblichen DVD-Playern da draußen entlocken kann. Wie gut der Labtek spielt, klären wir später, zunächst soll es noch mal ein wenig um Bestandsaufnahme der Fakten gehen. Das Laufwerk ist nämlich nicht die einzige Quelle, von der er Musik beziehen kann. Der USB-Eingang auf der Rückseite, den ich erst für einen USB-DAC-Eingang hielt, ist vielmehr klassischer Art und ermöglicht es, Musik direkt vom Stick abzuspielen. Die müssen im MP3-, WMA- oder AAC-Format vorliegen. Leider unterstützt er keine FLAC-Datein, schon gar nicht die hochaufgelösten Formate. Schade, denn der verbaute DAC verarbeitet problemlos bis zu 192 kHz an Auflösung. Mir persönlich ist es zwar nicht wichtig, anderen sicher schon: MPEG-4-Filmchen, beispielsweise im DivX-Format können direkt vom Stick gespielt werden. Und noch etwas: Keine echte Backup-Funktion, aber auf jeden Fall ein sehr nettes Feature ist die Möglichkeit, CDs als MP3 auf einen USB-Stick zu kopieren. Den Vorgang startet man im Handumdrehen, die Qualität der Aufnahme ist variabel. Man kann sich Bitraten von 128 – 320 kbps aussuchen, wobei ich bei den heute verfügbaren Speicherkapazitäten natürlich empfehle, im Sinne des guten Klangs zu handeln und die maximale Bitrate zu nutzen. Alle Einstellungen, auch das Audio-Setup und „Videosachen“ nimmt man am besten unter Zuhilfenahme eines Fernsehgerätes vor. Ist ja kein Thema, denn an einen Bildgeber wird man ihn sowieso anschließen, um Filmchen zu gucken. Innen erwartet den neugierigen Betrachter feine italienische Handarbeit. Denken Sie jetzt bitte nicht, er wäre einfach nur irgendwie zusammengeschraubt, das wäre falsch. Vielmehr erfreut es mich, dass auch auf kleinere Details geachtet wurde. Beispielsweise war man sich nicht zu schade, dem Gehäuse noch ein paar Bitumenmatten zu gönnen, um seine Neigung zum Schwingen zu reduzieren. Außerdem sind Trafo und DAC/Vorstufe mit Blechdeckeln noch etwas geschirmt. Bevor das Signal herausgegeben wird, durchläuft es noch einen klangentscheidenden Aufbereitungsprozess, der von zwei Doppeltrioden durchgeführt wird. Die verwendeten Röhren sind vom Typ 6N1P. Diese Kolben verwenden andere, im High-End-Bereich sehr anerkannte Hersteller als Treiber für ihre Endstufen. Sie werden wegen ihrer Verzerrungsarmut sehr geschätzt, außerdem klingelt es bei vielen Audiophilen, wenn sie das Herkunftsland genannt bekommen: Russland. Sie werden tatsächlich noch in Kaluga, Russland, gefertigt und bei vielen Selberbauern sehr beliebt – nicht ganz zufällig stecken sie in der Ausgangsstufe des mir immer sympathischer werdenden Aurora. Es klingt vielleicht ein bisschen gemein, aber bis auf zwei Konzert-DVDs habe ich die Videofunktion des Aurora weitestgehend ignoriert und mich auf die Stereo-Darbietung von CD und USB konzentriert. Doch bevor ich zu diesen Medien komme, lobe ich gern ausdrücklich den sauberen, „romantischen“ Klang im Filmbetrieb. Ich habe lange darauf gewartet, Konzert- DVDs wie die 3-Doors-Down-Live- Scheibe nicht nur mit gutem Bild, sondern auch mal mit adäquatem Ton erleben zu können. Aber andere Speichermedien mussten sich auch noch beweisen, als nächstes mein sich immer an meinem Schlüsselbund befindender USB-Stick. Eins muss ich dem Aurora lassen: Er zeigt, dass man mit der richtigen Signalverarbeitung auch MP3- Dateien auf sehr angenehme Weise zum Ohr bringen kann. Natürlich ist so eine richtige CD noch eine ganz andere Hausnummer und besonders SACDs schieben aus den vergoldeten Terminals unheimlich kraftvoll, aber mit andächtiger Eleganz heraus, aber ich war erstaunt, wie gut auch komprimiertes Material Klänge zaubern kann. Ich hatte noch einen USB-Stick zur Hand, der mit verschiedenen Tracks in unterschiedlichen Kompressionsstufen bespielt war, um herauszufinden, wie groß die klanglichen Unterschiede sind. Die 320-kbps-Varianten waren jeweils richtig gut anzuhören. Trotzdem, am Ende musste noch ein wenig härterer Stoff herhalten. Vor Kurzem erst fiel mir Opus3-SACD „It‘s Never Too Late“ von Dan & The Electros in die Hände. Was der Aurora aus diesem Material herausschält, ist groß. Viel Raum, viel Luft, eine spürbare Leichtigkeit erfreuten mich zutiefst. Der Hochtonbereich ist sehr zurückhaltend, was in Kombination mit einem entsprechend hell spielenden Lautsprecher richtig gut funktioniert. Obwohl ich die Marke bisher gar nicht auf dem Schirm hatte, muss ich gestehen, dass mich der Charme eingefangen hat. Und das muss man von einem „Multistandard-Player“ erstmal behaupten können.

Fazit

Ja, das ist ein Abspielgerät, das auch Videos kann. Aber eines, das klanglich sowohl vom Stick als auch aus dem Laufwerk heraus ganz tolle Dinge zaubert. Der audiophile DVD-Player sozusagen.

Preis: um 2400 Euro

DVD-Player

Labtek Aurora


09/2010 - Christian Rechenbach

 
Ausstattung & technische Daten 
Preis: 2400 
Vertrieb: SPA-Klangerlebnis, Neu-Ulm 
Telefon: 0731 4922433 
Internet: www.spa-klangerlebnis.de 
Ausgänge: 1 x S/PDIF koaxial 
Eingänge: 1 x USB (MP3, WMA, DivX, WMV) 
checksum „Ja, das ist ein Abspielgerät, das auch Videos kann. Aber eines, das klanglich sowohl vom Stick als auch aus dem Laufwerk heraus ganz tolle Dinge zaubert. Der audiophile DVD-Player sozusagen.“ 
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Autor Christian Rechenbach
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Datum 10.09.2010, 13:28 Uhr
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