Kategorie: DVD-Player

Einzeltest: Denon DVD-A1XV


Besser geht´s nicht

DVD-Player Denon DVD-A1XV im Test, Bild 1
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Denon stellt der neuen Verstärkerreferenz AVC-A1XV einen würdigen Zuspieler von DVD-Filmen an die Seite. Ob sich die 3.500 Euro Investition für das letzte Quäntchen an Luxusqualität lohnen, haben wir ausprobiert.

Es ist allgemein bekannt, dass sich die obersten paar Qualitätsprozente nur durch ein Vielfaches an Aufwand von Material und Menschen aus technischen Geräten herauskitzeln lassen. Was die einen dabei als überdimensionierten Overkill und Materialschlachten abtun, ist für die eingeweihte Elite das Non-Plus-Ultra. Mit genau so einem Gerät haben wird es beim Denon DVD-A1XV zu tun. Wo jeder begeisterte Elektronikentwickler vom Verkaufschef den Rotstift um die Ohren gehauen bekommen würde, konnten Denons Ingeniere jetzt aus dem Vollen schöpfen. Und das müssen sie auch tun, um sich von der hohen Qualität des kleinen Referenzbruders DVD-3910 absetzen zu können.

DVD-Player Denon DVD-A1XV im Test, Bild 2DVD-Player Denon DVD-A1XV im Test, Bild 3DVD-Player Denon DVD-A1XV im Test, Bild 4
Bereits vor einigen Ausgaben haben wir diesen hervorragenden Spielgefährten vorgestellt, mit dem Denon den Sprung in die Referenzklasse geschafft hat und erheblich teurere Geräte ausstechen konnte. Während der 3910 zwar technisch hochwertig konstruiert wurde, die Wirtschaftlichkeit dabei jedoch immer Beachtung fand, geht der neue A1XV nahezu verschwenderisch mit Ressourcen um. Frei nach dem Beispiel: „Zwei verklebte Bodenplatten aus schwingungshemmendem Abschirmblech sind super - drei sind perfekt - also lass uns vier nehmen!“ Die resultierende überragende Qualität gibt Denon bei diesem Vorgehen allerdings Recht. So sind es nicht nur die besagten Bleche und dicken Aluminiumplatten, die mehrfach ausgelegten konventionellen Regel- und digitalen Schaltnetzteile, sondern auch die vielen hochwertigen speziellen Chips, die dem DVDA1XV zu einem heftigen Gesamtgewicht von 19 kg und einem Stromverbrauch von über 50 Watt bei einer weit überdurchschnittlichen Produktion von Wärme verhelfen. Mit seinem ausgereiften Elektronikkonzept und der unterstützenden Mechanik konzentriert er sich jedoch wie kein zweites Gerät auf die herausragende Qualität von Bild und Ton.

Ausstattung

Der Denon hat tatsächlich alle analogen und digitalen Ausgänge an Bord, die für einen DVD-Player möglich und erlaubt sind. Und sie funktionieren alle (sogar HDMI und DVI) gleichzeitig und sind selbstverständlich von höchster Güte. Wirklich jeder Projektor, jedes Plasma-, Rückpro-, LCD- oder Röhrengerät wird durch RGB, Komponente, DVI oder HDMI optimal mit Bildern versorgt. Genauso verhält es sich mit dem Ton. Nicht nur ein analoger Stereo- und Mehrkanalausgang, sondern auch Denon-Link, i-Link und HDMI(1.1)-Ton stehen für digitalen Mehrkanalton, also auch DVD-Audio und SACD zur Verfügung. Selbstredend werden die Daten im DVD-A1XV erstklassig aufbereitet. Die Bilder lassen sich in 12 Parametern abgleichen, die Töne aus Quellen aller Normen stets mit Bassmanagement und Laufzeitkorrektur zum Verstärker weiterleiten - hervorragend dekodiert und nötigenfalls exzellent wandelt - mit Messwerten an den Grenzen der Labortechnik. Der elektronische Quell der Freude, die DVD-Basiseinheit, ähnelt der des DVD-3910 stark. Das Verständnis für verschiedene Abspielmedien ist bei beiden Geräten beispielsweise genauso identisch wie die Bedienung. Dabei wird auf klassische gute Unterhaltung von DVD-Medien über Musik-CDs bis hin zu SACD und DVDAudio gesetzt. Neue Computerformate wie DivX, H264 oder WMV-HD sind hingegen passé.

Bild

Die Qualität des Mediums DVD scheint an der Schwelle zum HDTV, an der wir bald stehen werden, ausgereizt. Dennoch hat Denon es geschafft, das Beste noch zu verbessern. Der programmierbare Grafikchip „REALTA“von den kanadischen Filmexperten Silicon Optix ist dabei das Herz der Videonachbearbeitung. Ja, es ist mittlerweile die Nachbearbeitung und Bildverbesserung, die den großen Unterschied macht. Simples Material einer DVD soll für die neuen „HD-ready“- Displays so aufbereitet werden, als stamme es von einer HDTV-Quelle. Als seien dabei intelligentes, objekt- und bewegungssensitives De-Interlacing und flüssige Skalierung nicht schon schwierig genug, wagt sich der REALTA an Rauschunterdrückung, Quellartefaktreduzierung, Farbinterferenzminimierung und eine Erhöhung der Detailauflösung. Das Ergebnis ist verblüffend. Exzellent abgetastete DVDs erstrahlen in voller Frische und knackig wie selten. Der eigentlich riesige neue Vorteil dieser Chiptechnologie ist allerdings der Qualitätsgewinn bei schlechten DVD-Filmen. Dieser ist im Vergleich zum guten Original absolut phänomenal. Rauschschleier verschwinden durch ein vierstufiges Filter völlig, und Feinheiten, die fast verloren schienen, werden durch den „Enhancer“ fast schattenfrei hervorgehoben. Das Bild wird stets klarer, erscheint näher und schärfer. Wo die Leinwand bisher als Fenster zur Welt angesehen wurde, wirkt dieses jetzt frisch geputzt oder gar gänzlich vom matten Glas befreit. Denon setzt als erste Firma diesen extrem kostspieligen 10-Bit-Rechenchip in einem Gerät der Konsumentenklasse ein. Bisher waren die integrierten „HQV (Hollywood Quality Video)“-Algorithmen von Teranex nur Studiotechnikern vorbehalten.

Ton

Genau wie in der Bildverarbeitung setzt Denon auch im Klangbereich viele hochwertige Prozessoren, Wandler und Treiber ein - nicht zu vergessen die vier verschiedenen Varianten optimierter Digitalübertragungen, um die Musikdaten unverfälscht an jeden Verstärker übertragen zu können. Ob es das Upsampling im „Advanced AL24 Processing“, die intelligente Laufzeit- und Bassmanagementintelligenz oder die im Differentialaufbau (5.1) bzw. im Doppeldifferentialaufbau (Stereo) betriebenen Burr-Brown-Wandler sind, Denon hat an absolut nichts gespart, sondern setzt eher noch einen drauf. Besonders pfiffig: die schnelle und einfache Vorwahl der Gesamtverzögerungszeit für jedes angeschlossene Display. So kommt der Ton wirklich synchron an, obwohl jedes Anzeigegerät eine andere Durchlaufzeit für das Bild besitzt: 50-Hz- Röhrenprojektoren gar keine, skalierende Digital- TVs bis zu fünf Vollbildzyklen (200 ms). Das tonale Können des neuen Denon darf man ebenfalls nur als phänomenal bezeichnen. Vor allem die Mehrkanal-Digitalausgänge sind bei passendem Verstärker eine (fast schon systembedingte) Offenbarung. Hier ist der Unterschied zum kleinen Bruder jedoch längst nicht so frappierend wie beim Bild.

Bedienung

Fernbedienung und Menüstruktur der Bildschirmeinstellungen sind mit dem kleinen Brüderchen 3910 ebenfalls nah verwandt. Die Menüs sind - wie der Handsender - nicht gerade schön, aber gut sortiert. Anzeigen und Einblendungen bleiben eher spartanisch informativ. Das tägliche DVD-Leben wird jedoch reibungslos gemeistert.

Fazit

Denons DVD-A1XV ist zurzeit der beste DVD-Player für Besitzer von hochwertigen Projektoren, Rückpros oder Digitaldisplays. Die hohe Investition in den DVD-A1XV wird mit unvergleichlicher Videoqualität belohnt. Der Referenzplayer entlockt vor allem schlechten DVDs bessere Bilder, als deren Macher im Studio gesehen haben. Der neue Denon Meisterspieler ist eine wahrlich perfekte Ergänzung zum Big-Block-Verstärker AVC-A1XV. Wer diese Heimkinoanlage sein Eigen nennen kann, spielt klanglich wie bildtechnisch ganz oben mit, denn aktuell gilt: „Besser geht’s nicht“.

Preis: um 3500 Euro

DVD-Player

Denon DVD-A1XV

Referenzklasse


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