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Kategorie: Kopfhörerverstärker

Einzeltest: Bryston BHA-1


Sensibler Kraftmeier

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Bryston ist seit nunmehr 40 Jahren fester Bestandteil der HiFi-Szene und hat sich mit Verstärkern einen Namen gemacht, die sowohl im Studio als auch im Wohnzimmer perfekt und zuverlässig funktionieren.

Die selbst gesetzten Ansprüche von Bryston sind hoch – das macht sich nicht nur in der Verarbeitungsqualität der Gehäuse und den klanglichen Fähigkeiten der Geräte bemerkbar, sondern auch in der wohl einzigartigen Garantiezeit von 20 Jahren. Die Kanadier bauen solide Verstärker und mittlerweile auch (richtig gute) Lautsprecher, denen man ihre potenzielle Langlebigkeit ansieht. Der BHA-1, Brystons erster dedizierter Kopfhörerverstärker, macht da keine Ausnahme. Er kommt im gleichen Format daher wie der legendäre B60(R)-Vollverstärker (dessen stolzer Besitzer ich auch einmal war) und passt mit seiner HiFi-Normbreite ebenso gut auf oder unter Geräte anderer Hersteller wie die von Bryston selbst – viele Kopfhörerverstärker gehen ja weniger in die Breite und sind so schwieriger optisch zu integrieren. Seine massive, in Schwarz und silberfarben erhältliche Frontplatte verströmt Wertigkeit, und selbst suchende Finger werden keinen Grund zur Kritik an Materialien oder Verarbeitung finden. Im Gegensatz zu ganz früher ist sie am Rand etwas abgerundet und steht ein wenig über das eigentliche Gehäuse über – das sieht meines Erachtens etwas barock aus, der bündige Abschluss von früher gefiel mir da besser. Geschmackssache. Die Studio-Ursprünge von Bryston verleugnet der BHA-1 nicht: Er lässt sich auch mit Rack-Halterungen im 19"-Format oder entsprechend breiter Frontplatte ordern (Standard sind 17"). Der BHA-1 ist kräftiger als so mancher Mini-SET-Verstärker und dürfte mit seinen 2,9 Watt(!) Ausgangsleistung (bei 32 Ohm und mit 0,15 % Klirr) selbst anspruchsvollste Kopfhörer problemlos antreiben können. Ausgangsseitig bietet er Anschlussmöglichkeiten für alle erdenklichen Fälle, vom 6,3-mm- Klinken-Standard über eine symmetrische XLR-Stereo-Buchse mit 4 Pins bis hin zum kanalgetrennten XLR-Ausgang mit jeweils 3 Pins (alle XLR-Ausgangsbuchsen mit Sicherung vor versehentlichem Herausziehen des Steckers). Rein geht’s ebenfalls per XLR, Cinch oder 3,5-mm-Klinkenstecker (zum Beispiel für iPods). Der interne Aufbau ist strikt kanalgetrennt und vollsymmetrisch. Sechs volldiskrete Operationsverstärker arbeiten in Class-A-Technik, es gibt eine Balance-Regelung, die Verstärkung kann auf 14 dB oder 20 dB eingestellt werden. Das Laustärkepotenziometer ist laserkalibriert und laut Hersteller von allerhöchster Qualität. Allerdings lässt es selbst bei Linksanschlag des Lautstärkereglers noch etwas Musik durchkommen. Der Punkt der Kanalgleichheit ist gerade im Zusammenspiel mit Kopfhörern mit hohem Wirkungsgrad sehr wichtig. Ist nämlich der Kanal gleichlauf der Lautstärkeregelung im unteren Regelbereich nicht präzise, wird eine Seite schneller lauter bzw. leiser als die andere – unschön, wenn man mal leise Musik hören will. Gute sechs Kilogramm netto bringt der Bryston auf die Waage – ich kenne Endstufen, die weniger wiegen. Und man kann sagen was man will, so richtig erwachsenes HiFi macht einfach noch am meisten Spaß!

Preis: um 1700 Euro

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Bryston BHA-1

Referenzklasse

3.5 von 5 Sternen

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