Kategorie: Kopfhörerverstärker

Einzeltest: iFi xDSD Gryphon


Mini DAC mit Maxi Ausstattung

Kopfhörerverstärker iFi xDSD Gryphon im Test, Bild 1
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Ifi beschert uns schon seit Langem mit ultra-kompakten HiFi-Geräten, bei denen man sich immer wieder wundert, wie viel geballte Technik in so ein kompaktes Gehäuse passt. Und wie die es schaffen, dass die Sache auch noch phantastisch klingt. Die neuste Evolutionsstufe unter den High-Tech- Minis ist der ifi xDSD Gryphon.

Gryphon hat ifi sein neues Mini-High-End- System genannt, zu deutsch Greif. Das ist hier kaum als Reminiszenz an Harry Potter gedacht, auch wenn Frau Rowling den mythischen Fabelwesen sicherlich zu einiger Popularität verholfen hat. Ein Greif ist ein Mischwesen, dessen Körper aus zwei unterschiedlichen Tieren zusammengesetzt ist. Oft handelt es sich um eine Mischung aus Raubtier und Raubvogel. Damit beherrscht der Greif zwei Territorien: das Land und die Luft, was ihn zu einem besonders mächtigen Wesen macht. Genau das war es auch, was Anlass für die Namensgebung des ifi xDSD Gryphon war.

Kopfhörerverstärker iFi xDSD Gryphon im Test, Bild 2Kopfhörerverstärker iFi xDSD Gryphon im Test, Bild 3Kopfhörerverstärker iFi xDSD Gryphon im Test, Bild 4Kopfhörerverstärker iFi xDSD Gryphon im Test, Bild 5Kopfhörerverstärker iFi xDSD Gryphon im Test, Bild 6
Denn auch das kompakte Gerät beansprucht gleichermaßen zwei Territorien zu beherrschen: auf der einen Seite das Reich der Digital/Analog-Wandler, kurz DAC, auf der anderen Seite das Kopfhörerverstärker.

Bevor ich auf die Details des ifi xDSD Gryphon eingehe, lohnt sich eine kleine Einordnung des Geräts. Das der ifi xDSD Gryphon ist ein Bisschen größer als ein durchschnittliches Smartphone und verfügt über einen Akku zur Stromversorgung. Zusammen mit zwei kurzen USB-C zu USB-C und USB-C zu Lightning Kabeln ist klar, dass der xDSD Gryphon zum Einsatz in Verbindung mit einem Smartphone vorgesehen ist. Die meisten Smartphones verfügen über keinen Kopfhöreranschluss mehr. Wer unterwegs klanglich mehr will, als die üblichen Bluetooth-Kopfhörer bieten, ist auf ein externes Gerät mit Kopfhöreranschluss angewiesen. Das etwas längere USB-C zu USB-A Kabel dient zum Laden und kann genauso zur Verbindung des ifi xDSD Gryphon mit einem Laptop dienen. Darüber hinaus kann sich der kompakte DAC/Kopfhörerverstärker auch per Bluetooth (5.1) mit entsprechenden Geräten verbinden. In allen Fällen dienen Smartphone, iPhone, Tablet, iPad, Laptop oder MacBook zur Anlieferung der Musikdaten – sei es aus dem eigenen Speicher, von angeschlossenen externen Speichermedien oder aus dem Netzwerk.

Allerdings – so viel sei vorweggenommen – sollte es sich um hochauflösende Daten handeln, damit der ifi xDSD Gryphon seine Vorzüge voll ausspielen kann. Klar kann man ihn auch an einen Desktop-Computer oder Musikserver anschließen und die Kopfhörerausgänge mithilfe von Adaptern an Aktivlautsprecher, einen Vollverstärker oder eine Endstufe anschließen. Doch dafür braucht man eigentlich kein so kompaktes Gerät. Wobei sich das klanglich durchaus lohnen dürfte.   

Ausstattung

 
Doch der Reihe nach. Wie bereits geschrieben, besteht der ifi xDSD Gryphon aus einem DAC und einem Kopfhörerverstärker in einem Körper – äh – Gehäuse. Fangen wir mit dem DAC-Teil an. Zur Wandlung der digitalen Daten in ein analoges Audiosignal setzt ifi im xDSD Gryphon das gleiche Hybrid-Chip-Set von Burr-Brown ein, dass auch im aktuellen Desktop-Referenz-Modell von iFi, dem Pro iDSD Signature, arbeitet. Ein „Quad-Stack“ aus vier Bit-Perfect DSD- und DXD-DAC-Chips von Burr-Brown arbeiten hier zusammen, um ein optimales Analogsignal zu erzielen. Dank dieser aufwändigen Technik verarbeitet der ifi xDSD Gryphon PCM- und DXD-Daten bis zu einer Samplingrate von 768 kHz sowie DSD Daten bis 22,5792 MHz (DSD 512). Darüber hinaus kann der Wandler MQA-Daten dekodieren. Die höchsten Datenraten nimmt der ifi xDSD Gryphon per USB (C) entgegen, bis 192 geht es via S/PDIF in den DAC. Alle Eingänge befinden sich auf der Rückseite des Geräts. Der S/PDIF Eingang steht in Form einer 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zur Verfügung. Per Bluetooth nimmt das Gerät Daten bis zu 96 kHz entgegen – vorausgesetzt, das datenliefernde Gerät beherrscht, wie der ifi xDSD Gryphon, den LDAC Codec. Ansonsten richten sie die per Bluetooth möglichen Datenraten nach den vorhandenen Codecs. Der ifi xDSD Gryphon bietet hier alles, was aktuell möglich ist: aptX Adaptive und aptX HD, Sony’s LDAC und HWA’s LHDC, normales aptX und aptX Low Latency, AAC (Apple iOS) und SBC von Bluetooth.

Die Zweite Abteilung ist der Kopfhörerverstärker. Ifi setzt beim xDSD Gryphon eine symmetrische Verstärkerschaltung ein. Das bietet sich an, da auch das Ausgangssignal des DAC prinzipiell symmetrisch ist. Wobei der ifi xDSD Gryphon neben einem symmetrischen Kopfhöreranschluss im 4,4-Millimeter-Pentaconn- Format auf der Front auch über einen entsprechenden analogen Eingang auf der Rückseite verfügt. Da die meisten Kopfhörer unsymmetrisch angesteuert werden, hat ifi dem xDSD Gryphon seine exklusive s-banlanced Technologie spendiert. Dabei soll das symmetrische Signal auf eine Art desymmetriert werden, bei der die Vorteile des symmetrischen Signals erhalten bleiben. Auf der Vorderseite gibt es entsprechend auch einen Anschluss für die übliche 3,5-Millimerter-Stereo-Klinke, mit der die meisten Kopfhörer ausgestattet sind. Und auch hier gibt es einen entsprechenden Eingang für ein analoges Signal auf der Rückseite.

Der Kopfhörerverstärker verfügt darüber hinaus noch über ein paar spannende Features. Mit einem Schalter auf der Unterseite kann man das Ausgangssignal für hochempfindliche In-Ear-Monitors optimieren. Desweiteren verfügt der ifi xDSD Gryphon über eine XSpace und eine XBass Schaltung. Darüber, was sich hinter XSpace genau verbirgt, schweigt sich ifi aus. Auf jeden Fall soll XSpace eine Raumwirkung wie über Lautsprecher simulieren. Ich nehme an, dass es sich um eine Art Crossfeed- Schaltung handelt. XBass+ oder XBass II, wie es in der Bedienungsanleitung heißt, ist eine Bassanhebung. Auf der Rückseite lässt siech die Wirkung von XBass noch genauer einstellen. Um suboptimal abgestimmten Kopfhörern auf die Sprünge zu helfen, kann man zwischen einer Bassanhebung, einer Anhebung des Präsenzbereichs oder der Anhebung von Bass und Präsenzbereich wählen.

Die Bedienung des ifi xDSD Gryphon erfolgt über das zentrale Drück/Dreh-Rad auf der Front und zwei Knöpfe im Zusammenhang mit dem OLED-Display auf der Oberseite des Geräts. So kann man zwischen den verschiedenen Eingängen wählen, XSpace und/oder XBass zuschalten oder zwischen verschiedenen Filtercharakteristika des Digitalfilters umschalten. Sogar die Displayhelligkeit kann man regeln.

Zur Stromversorgung verfügt der ifi xDSD Gryphon über einen eingebauten 1900 Milliampere Akku, der über einem separaten USB-C-Anschluss auf der Rückseite aufgeladen wird. Soll das Gerät extern mit Strom versorgt werden, kann man hier zum Beispiel ein USB-Netzteil anschließen, während die Daten von Smartphone, Tablet oder Laptop über den zweiten USB-Anschluss zugespielt werden. Soll das zuspielende USB-Gerät, etwa ein Laptop, auch die Stromversorgung des ifi xDSD Gryphon übernehmen, kann man das im Setup des Geräts umschalten.

Klang

Klanglich ist der ifi xDSD Gryphon ein absoluter Hammer. Wobei „Hammer“ eigentlich das falsche Wort ist, denn es klingt reißerisch. Und von reißerisch kann im Zusammenhang mit dem ifi xDSD Gryphon kaum sprechen. Denn der klingt vor allem unglaublich kultiviert. Auf billige Effekte abgemischte Techno-Musik klingt über den portablen High-End-DAC/Kopfhörerverstärker schnell langweilig, denn der löst so klar auf, dass er penibel zeigt, was Effekte sind, die auf Wiedergabegeräten minderer Qualität blenden und die über den ifi xDSD Gryphon eben nicht funktionieren. Er macht dafür allerdings auch deutlich, dass so mancher aktuelle Chart Hit deutlich komplexer ist und mehr zu bieten hat, als man bisher vielleicht wahrgenommen hat. Lady Gaga hat übrigens echt Stimme! Richtig gut kommen auch anspruchsvolle Jazzmusik oder Klassik über den ifi xDSD Gryphon. Im Zusammenspiel mit richtig guten Kopfhörern, die der ifi xDSD Gryphon souverän ansteuert, kann man aus den Daten, die zum Beispiel ein Smartphone zuliefert, echten High-End-Genuss ziehen. 

Fazit

Mit dem xDSD Gryphon treibt ifi mobiles HiFi auf die Spitze. Mit einem Smartphone als Datenlieferant und an einem richtig hochwertigen Kopfhörer liefert der ifi xDSD Gryphon eine Klangqualität, die allerhöchste Ansprüche erfüllt.

Preis: um 600 Euro

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Kopfhörerverstärker

iFi xDSD Gryphon

Spitzenklasse

5.0 von 5 Sternen

03/2022 - Dr. Martin Mertens

Bewertung 
Klang 70%

Ausstattung: 15%

Bedienung 15%

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 600 Euro 
Vertrieb: WOD Audio, Nidderau 
Internet: www.wodaudio.com 
Abmessungen (B x H x T in mm): 75/19/123 
Gewicht: 215 g 
Digitale Eingänge USB-C, S/PDIF (3,5-mm-Klinke) Bluetooth 5.1 
Analoge Eingänge symmetrisch 4,4-mm-Pentaconn, unsymmetrisch 3,5-mm-Stereoklinke 
Analoge Ausgänge symmetrisch 4,4-mm-Pentaconn, unsymmetrisch 3,5-mm-Stereoklinke 
+ überragender Klang / einfache Bedienung / hohe Anschlussvielfalt 
Klasse: Spitzenklasse 
Preis/Leistung: sehr gut 
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Dr. Martin Mertens
Autor Dr. Martin Mertens
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Datum 08.03.2022, 09:55 Uhr
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